Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 5. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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39 הטפה, דבור, אמירה, צווי, משא, משל, מליצה, חידה" (Jalk. za Je8. 21 und M. r. zu H. L. 1. c. fügt noch als zehntes das selbstverständliche נבואה hinzu). Als härteste Bezeichnung gilt nach einer Ansicht (daselbst)יחץוץ unter Hinweis auf ,קשר (Je8• 21,) nach einer andern ימשא wie erläuternd hinzugefügt wird .כמשמעו ״das liege schon im Worte' ‘, denn L a 81 ist etwas Schweres; so sagt auch Hieronymus (Nahum 1. c.) ״apud Hebraeos משא i• e. grave onus“. Die Frage, warum gerade die Strafrede Obadja’s als חזון bezeichnet werde, beantwortet der Midrasch (Tanchuma zu Wajischlach No. 8) in anderer Weise: אמר הקב׳ד, לאליפז לאיוב עבדי (Hiob 13 בחזון הוכחת (בסעיפים מחזיונות לילה אני מעמיד ממך נביא שיפרע מבית אביך בחזון שנ׳ חזון עובדיה. Hieronymus wirft noch die Frage auf: Warum hinter הוון עובדיה nicht angegeben sei, was er geschaut habe, wie bei Jes. (6) ״Ich sah den Herrn sitzeiid' u. 8. w. und bei Ezechiel (c. 1.) ״Da öffnete sich der Himmel und ich sah göttliche Erscheinungen“ u. s, w. Hier aber bei Obadjah folgen auf die ״Vision des Obadjah“ die Worte: So spricht der Ewige betrefifs Edom u. s. w. Sin autem quaeritur, quare ponatur in titulo ״vi8io Abdiae,“ et nihil postea quod visum est etc. Er beantwortet diese Frage durch den Hinweis auf den biblischen Sprachgebrauch, wonach der Ausdruck ״sehen“ nicht nur auf Gegenstände, sondern auch auf Worte angewendet werde. So heisse es Deuteron. (4.9), ״dass Du nicht vergessest die Worte, die Deine Augen gesehen“; auch Moses sage von der göttlichen Stimme, die mit ihm gesprochen, er habe sie gesehen (ib. Vers 12). ibid. zu לאדום macht Hieronymus die Bemei’kung: ״Judaei frustrasomniant contra urbem Romain regnumque Romanum hanc fieri prophetiam“. Dass in <len Talmuden und Midraschim Edom als Typus für das Juden bedrückende Rom angesehen wird, ist bekannt und durch unzählige Beispiele zu belegen*), so dass es nicht Wunder nehmen darf, wenn wir auch die Weissagung Obadjah’s über Edom auf Rom übertragen sehen. So heisst es im Midrasch Tanchuma (ed. Buber p. 16ü) אוי למלכותו של עשו וכד אבל באדום וכר (imJaik.z.st. (אוי למלכות רביעית אני אפרע בה שנ׳ כה אמר ה' לאדום שמועה שמענו מאת דד Edom d. i. Rom gilt als das vierte Weltreich; vorangingen das assyrisch-babylonische, persiscli-medische undgriech-syrische. Diese wurdendurch Boten Gottes gestürzt, an Rom aber wird Gott selbst Rache üben. (Mauvergleicheauch Abodasara 10a und b.) Bei dieser Gelegenheit zeigt Hieronymus, dass ihm auch die haggadische Umdeutung des Wortes דומה (Duma, Jes. 21,1) in רומה (Roma) bekannt gewesen. Er drückt dies etwas weitschweifig wie folgt aus: Et illud, quod in Esaia scriptum est: ״Onus Duma“ paullulum litterae apice commutato pro ד Jogi posse ר *) Vgl. unser ״Pie liebr. Traditionen in Hier. Com. zu Joel“, No. 20. et sonare ״Romain“, ן quippe littera et pro ״u“ et pro ״o“ eorum lingua accipitur. Im Corapaentar zu Jesaja kommt er nochmals darauf zurück. Bekanntlich ist es R. Meir, dem im Jerusalem. Tract. Taanit (1,1) diese Deutung zugeschrieben wird. 4. Ibid. ציר♦ Hieronymus, der das Wort richtig mit ״legatus“ übersetzt, macht darauf aufmerksam, dass dieLXX es mit raptox^ wiedergeben. Er meint zwar, dass es dem Sinne nach dasselbe sei (quod ipse ״legatus“ sit, etipse ״munitio“), doch scheinen es die LXX mit ״ מצורBelagerung, Einschliessung“ verwechselt zu haben, wozu freilich das Verbum שלח nicht passt, wenn sie es auch als Activum (i^andazeiiev) übersetzen, worin ihnen H. (misit) folgt. Der Syrer giebt ציר mit חבושיא. er fasst es als Singular von צירים (cfr. Jes. 13,8. 21,3. I. Sam. 4,19) ״Schmerzen, Wehen“; doch hat das syrische Wort auch dieBedeutung von ״Belagerung“, ״Einschliessung“, wie auch im Hebräischen und besonders im Aramäi- 30116088611^80111חג6,מ6886ע18011!מ0,מ16>ם^111גיייחבש“ heisst. — עליה übersetzt Hieronymus mit ״adversus euin“. er bezog es auf ״Edom“; nach dem massoretischen Text, dem auch die LXX folgen (171' aöx^v), ist vor אדום ein ארץ zu suppliren, das femininum ist. 5. Ibid. V. 3. ה^יאך übersetzt H. mit ״extulit te“, er las also השיאך. ebenso die LXX; Aquila, Symmachus und Theodotion, der Syrer und das Targum geben es richtig nach dem massoretischen Text mit ״täuschte dich, führte dich irre“. H.’s Uebersetzung nimmt um so mehr Wunder, als er dasselbe in V. 7 (im Plural) vorkommende Wort richtig mit, ״illuserunt tibi“ übersetzt. — Ebenso las er (in demselben Verse) mit den LXX מרים für מרום♦ — Er folgt auch Vers 9 den LXX darin, dass er das Schlusswort מקטל gleich ihnen zu Vers 10 hinüberzieht, daselbst ומחמם liest und übersetzt: Propter interfectionem et propter iniquitatem in fratrem tuum. Dasselbe tliut der Syrer. (Schluss folgt.) Zur talmudischen Methodologie dient als Schlüssel die Verbindung des Anfanges mit dem Schlüsse des talmudischen Traktates. (חדרן עלך.) Gewiss hatte die akademische Vorlesung sich mit den leitenden Gesichtspunkten über den im Traktate enthaltenen Lehrstoff beschäftigt, welche Gesichtspunkte den Inhalt der Einleitung gebildet hatten, die erst beim Abschlüsse der Erörterungen bearbeitet werden konnte. So gewinnen wir aus der Schlussbetrachtung des jedesmaligen Traktates einen geistigen Blick in die Erörterung, welche das Studium des Traktates eingeleitet haben mochte. Solcher Gestalt ist die Errichtung einer geistigen Brücke vom Anfange bis zum Schlüsse des Traktates (סיוס) nicht nur theologischer Brauch, sondern auch von methodologischen Werth. Einen Beweis hiefiir möchte der die religiösen Trauergebrauche behandelnde Taktat Moed katan bilden. Mit der Behandlung der Trauergebräuche wird die Erörterung der Arbeiten verbunden, die an Halbfeiertagen gestattet und verboten wurden. Die Verbindung dieser beiden Materien, der Arbeiten an Halbfeiertagen und der Trauer-