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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 4. (1901) · p. Seite 31

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 4. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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und מה רבו mit ״wie erhaben sind.“ Beides ist falsch; desgleichen S. 6 Exod. 3,14 ״ אהיה אשראיIch werde sein, der ich war und bin.“ S. 7 ungenau נשמת חייס mit ״die göttliehe Seele“; S. 10 und 11 'S וארשתיך falsch mit: ״Ich verbinde mich Dir“ (st. ״ich verbinde Dich mir“). Derselbe Fehler wiederholt sich S. 42 dreimal. S. 15 wird י*רע עם (Spr. 29,18) mit ״verirrt sich das Volk“ übersetzt—da verirrte sich wohl der Uebersetzer. S. 21 ist P8. 94, 9—10 und S. 27 Deut. 6,5 und S. 43 des 31. Kapitel der Spr. Sal. ungenau übersetzt; יום אחרון heisst nicht der ״folgende Tag“, doch genug der Beispiele. Dass das 5. der Zehngebote vom Verfasser zu den Pflichten gegen Gott und das 10. zu denen gegen Nebennienschen gezählt wird, ist sachlich unrichtig. Der Bibelvers Ps. 133,1 ist als Belegstelle für den -öffentlichen Gottesdienst deplacirt. Die Bezeichnung ״erhabene Tage“ für ימים נוראים gieht das Hebräische nicht richtig wieder. Wenn es S. 59 heisst: ״Der Versöhnungstag ist ein Sühnetag der Sünden, die der Mensch gegen Gott, gegen die Nehenmenschen und gegen sich selbst begangen“, 80 ist das ganz gegen die allgemein bekannte traditionelle Auffa88ung. (Cfr. Mischna Joma VIII, 9, deren der Verfasser S. 62 in der Fussnote Erwähnung thut). S. 65 ist die Bemerkuug in der Note 1 über die Auslösung des Erstgeborenen ״nach 31 Tagen“ wieder ungenau. S. 68 fehlt Hoschana rabba, S. 81 das Fett-Verbot und 87 .א בשר בחרב ist Gaonini fälschlich mit ״die Grossen“ wiedergegeben; ebenso mehr homiletisch S. 89 שמש צדקה mit ״die Sonne der ausgleichenden Liebe.“ Das Buch bedarf bei einer neuen Auflage der sorgfälligsten Revision und Berichtigung. >1. u. Feilchenfeld, Dr. F., Landesrabbiuer von Mecklenburg-Schwerin. Kurzgefasstes Lehrbuch der jüdischen Religion für Schule und Haus. 3. vermehrte Auflage. J. Kaufmann Frankfurt a. M. 1900. (144 S.) Aus der Menge der erschienenen und noch immer erscheinenden Keligionsbücher verdient dieses Feilchenfeld'sche besonders hervorgehoben und Eltern, Lehrern und Schülern eindringlichst empfohlen zu werden. Fs nennt sieh bescheiden ״kurzgefasstes Lehrbuch“ aber es enthält mehr als manches voluminösere u. zwar alles in schöner Uebersichtlichkeit, nicht in steifen kalt lassenden Paragraphen oder gar in Fragen und Antworten, sondern in edler Sprache in warmherzigem Tone und logischer Ent- Wickelung. Es weht der religiöse Geist des echten Judenthums über das Ganze, Sanftmuth, Milde, Gottesglaube, Menschenliebe, höchste Sittlichkeit. Die schwierigsten philosophischen Probleme lösen sich unter den warmen religiösen Lichtstrahlen wie von selbst. Die vielen aus der biblischen und späteren jüdischen Geschichte herangezogenen Beispiele sind von überzeugender Wirkung und unterstützen praktisch die theoretischen Lehren, 80 dass diese dadurch erst rechtes Leben gewinnen und zur Nach■ ahmung anspornen. Die angeführten Belegstellen aus Bibel, Talmud und selbst dem spätem jüdischen Schriftthum sind sehr gut ausgewählt und verbinden wohlthuend die schriftliche und mündlich überlieferte Lehre. (8. 28, wo von dem in der guten That selbst liegenden Lohn die Rede ist, hätte auch Ps. 19.״ בשמרם עקב רבin ihrer Beobachtung liegt reicher Lohn“ angeführt sein können). Dass der Herr Verfasser falsche Auffassungen jüdischer Lehren und noch vielfach vorhandene Vorurtheile gegen das Judenthum und seine Bekenner gelegentlich abweist, sachlich und gründlich wiederlegt, gereicht dem Buche zum besondern Vorzug; es wirkt aufklärend und rüstet besonders unsere Jünglinge auf den höheren Schulen mit dem nöthigen apologetischen Rüstzeug aus. Wenn wir zum Schluss den Herrn Verfasser auf einige Druckfehler und Ergänzungen aufmerksam machen, so geschieht dies, damit sein Buch in der nächsten Auflage, die wir ihm recht bald wünschen, 80 fehlerlos als möglich erscheine. Als Druckfehler zu corrigiren wären: S. 12 ״Sefri“ (8. h. Sifre) 8. 56 ״Eruchin“ S. 59 ״Nedarin“; S. 7 ״seinen Gott“; S. 13 ״Mein Gott“; S. 39 soll es statt ״Gott ist eifrig“ wohl heissen: ״eifernd“ odef ״eifervoll“. Wir halten die Uebersetzung: ״Liebe deindnNebenmenschen“ (st. ״Nächsten“ S. 49) gerade im Zusammenhang mit dem S.58 in der A11merkungüber״Rea“ Gesagten für besser. S. 43 sub VI vermissten wir ein verurteilendes Wort über Selbstmord, Duell; ebenso unter ״Heiligungsmittel“ (wir halten diese Bezeichnung auch für entsprechender als ״Ceremonien“) eineu kurzen Hinweis auf die jüdischen Trauergesetze und Bräuche; das S. 60 in der Anmerkung Gesagte genügt nicht. — Sonst haben wir in dem trefflichen Büchlein nichts Wesentliches aus dem reichen Gebiete der jüdischen Religion vermisst. Es sei allen, in deren Hände dieser wichtige Unterrichtszweig gelegt ist, aufs Angelegentlichste empfohlen. jj. K. •Juda, Gesäuge von Börries, Freiherrn v. Münchhausen mit Buchschmuck von E M. Lilien. Verlag von F. A. Littmann in Goslar. 190i. Es ist eine markige, kraftvolle Sprache, die der jugendliehe, freiherrliche Dichter in den 15 Gesängen zu uns redet, es ist ächtes Dichterblut, das in seinen Adern rollt. Stellenweise ahmt er sogar mit Glück die kühne Bilderspräche der althebräischeu Propheten nach und doch zieht sich durch manche der Balladen etwas wie ein fremder Ton. Dass z. B. ״Rahab, die Jerichonitin“, die Rettung ihres Lebens als Buhlerinlohn vom Kundschafter Jojada — der Verfasser spricht immer nur von einem, während nach dem biblischen Bericht Josua zwei Kundschafter ausgesandt hatte — erbittet und dann aus Reue über den Landesverrat!! sich selbst den Tod giebt (״tot hing am rotlien Seile Rahab von Jericho“) ist ganz gegen die biblische Darstellung und gegen das Bild, (las sich seit frühester Jugend von dieser Rahab uns eingeprägt hat. Darüber, dass ״Kolenu sch’ma Elohim“ nicht, wie der Verfasser übersetzt: ״Herr hilf uns!“, sondern ״unsere Stimme höre Gott!“ heisst, hätte der jüdische Zeichner, Herr Lilien, den Dichter belehren können. Dieser unstreitig begabte jüdische Künstler, der nur bei den Blattverzierungen liier und da vielleicht des Guten zuviel gethan, ist zugleich ein warmblütiger Zionist und scheint auch den Dichter für die Ziele des Zionismus begeistert zu haben, wie aus mehreren Wendungen in einigen seiner Dichtungen hervorgeht. Und dieser Ton ist es auch der uns deutschen Juden fremd klingt uud weshalb mehrere der Gedichte trotz der warmen Empfindung des Dichters uns kalt lassen. Wir fürchten sogar, dass dieser zionistische Geist dem von der Verlagshandlnng so überaus splendid ausgestatteten Kunstwerk doch einigen Abbruch betreffs der Verbreitung tliun wird, was wir wegen der vielen Vorzüge desselben bedauern würden.—Auch in der neuen Monatsschrift ״Ost und West“, die Herr Lilien ebenfalls illuatrirt, weht dieser Geist und Max Nordau's Mitarbeiterschaft verdächtigt sie in dieser Beziehung noch mehr. M. R. Replik. Hochgeehrter Herr Redakteur! In der freundlichen Besprechung, die Herr Rabbiner Dr. Seligkowitz meiner Schrift: ״Untersuchungen über l'hilons und Platons Lehre von der Weltschöpfung“ in No. 3 des Litteratur-Blattes widmet, sagt der gesell. Re-

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