Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 4. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 16a, und der zu 1. B. M. 29,2;3 Bereschith Rabba cap. 70 §. 8. Gleichzeitig erlaube ich mir noch zu bemerken, dass mir von der Post mit der No. 3 des ״Litteraturblattes“ 1. J. zugleich zugestellt wurde: ״Sechei Tob. Commentar zum ersten und zweiten Buch Mosis von Rabbi Menachem hen Salomo verfasst i. J. 1130. Zum ersten Male herausgegeben nach den beiden Handschriften eod. 16ö und 166 in der Bodlejana kritisch bearbeitet, commentirt und mit einer ausführlichen Kinleitung versehen von Salomen Buber. Schriften des Vereins der ״Mekize Nirdamim“ Jahrgang 16. Berlin 19(X). Selbstverlag dys Vereins (Dr. A. Berliner), Vorläufig erschien bloss die ausführliche Kinleitung 60 »Seiten und der ('ommentar zum ersten Buche Mosis von cap. 10,12—50,26. Der Anfang fehlt. Manuskript 165 enthält zwar auch den Coinmentar von cap, 14,1 ff. doch ist das Manuskript so liidirt und die Schrift so verwischt, dass Manuskript No. 166 zur Grundlage der Kdition genommen werden musste. R. Menachem giebt, immer erst die einfache sinngemässe Erklärung; dann lässt er zum Frommen der Darsc hau im die agadischen hezw. halachischen Deutungen folgen. So giebt er auf Seite 125—130 zuerst die einfache mit agadischen Elementen versetzte Exegese zu Cap. 28,10—30,13, dann folgt die rein agädische zu demselben Abschnitte auf Seite 130 —146. Auf Seite 143—144 werden die sieben agadischen Deutungen zu 1. B. M. 20,2; 3 im Bereschith Rabba cap. 70 SS א und 0 angeführt. Zu der sechsten Deutung des R. Chama b. Chanina, dass der ״Brunnen auf dem Felde“ auf die ״Synagoge“ sich bezieht, bietet R. Menachem eine wesentliche, den Text unserer Midraschansgaben ergänzende Variante. In unsern Ausgaben fehlt• in der fraglichen Deutung die Erklärung der Worte: ״und sie wälzen den Stein von der Oeffnung des Brunnen“ (1. B. M 20,3!. Der Redacteur des Jalkut Schimeoni, in dessen Manuscripte des Bereschith Rabba der fragliche Passus gleichfalls gefehlt, hat sich die Stelle in gewohnter Weise zurecht gemacht. Wie wir nun aus dem Oitnte des R. Menachem ersehen könuen, ist in unseren Ausgaben der Satz: שמסלקין יצר הרע בכח תפלחם ausgefallen. Erst muss die Gemeinde ihr Herz im Gebete erheben und zur Andacht erschliessen, dann wird das Wort der Belehrung, der Labetrunk aus dein Brunnen des Heils, die Seelen der Zuhörer erfrischen und erquicken. Im ״Lekacli Tobh“ des R. Tobia, den R. Menachem vielfach benutzt hat, ist die fragliche Deutung bis auf die Worte זו כית הכנסת כוי verkürzt (Lekach Tob ed. Salomoti Buber S. 145). L. 1. »Seite 144 Text letzte Zeile steht irrthümlich בשלשה anstatt: בששה, was der Herausgeber H. Salomon Buber nicht bemerkt hat. Im ״Sechei Tobh“ sind dagegen in der fraglichen Deutung die Textworte: כי מן הבאר ונו ausgefallen, was zu der Buber'schon Anmerkuug 70 hinzufügen ist. Köhler, dessen Bemerkung der g. Herr Redacteur d. Blätter gütigst excerpirt hat, verkennt die Symbolik des ״Brunnen", Löw s. A. war darum im Rechte, dass er sich nicht ״bestimmen liess an die nöthigen Waschungen zu denken.“ Uebrigens liegt der Nachdruck auf dem Ausdrucke: ״auf dem Felde“, worauf bereits Straschun in seinen Anmerkungen zum Bereschith Rabba Antn. 4 aufmerksam gemacht hat. Die Bemerkungen »Strasehun’s Klammern beigefiigt sind. Die ausführliche Kinleitunj׳ zu seiner neuen Ausgabe des »Seiler ICIialiu hat Herr Lector M.!׳'rieiliuauii noch nicht veröffentlicht — Gelegentlich bemerke ich, dass der Verfasser des Hainnielwerkes: ״Jalkut llaminachiri“ zu Jesaja 68,1 ed. J. Spira Seite 2211 das: ,.Seiler 1-' 1 i 11 h 11 sntta“ ausdriicklich citirt, wonach die lleliaiiptung l'riediuaiin's (Vorwort Seite IV) zu berichtigen ist. — Anm. 2' Zeile :1 v. 11.: Copisten -statt : Capisten. Seite 23a Zeile 3 v. 11. streiche: mir. zum Bereschith Rabba erschienen bereits 1843—45, worauf ich bereits 1884, Jahrg. 13, Seite 79 hingewiesen. Vielleicht komme ich noch ein Mal auf die Ausführungen Köhlers zurück, wenn es die Zeit erlauben wird, um die Symbolik des ״Tauchbades“ und des ״Brunnen״ und des ״Regens“ in der Agada zu erörteriiy f (;old fall n Litteraturfoericht. Recensionen. No.sslg, Dr. Alfred, Versuch einer praktischen Kritik der Lehre Spinoza's. (Ueber die bestimmende Ursache des Philosophirens.) Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, Leipzig. Berlin, Wien. 84 S. Während der Monumentalbau der theoretischen Philosophie in der Ethik Spinoza’s, welcher die rein metaphysischen Probleme behandelt, wie Substanz, Attribut, Modus, l’arallelismus zwischen Denken und Ausdehnung u. 8. w., den Fachmann voraussetzt, — in diesem Sinne ist ja auch his jetzt von den namhaftesten Denkern zum grössten Theil die Spinozaforschung betrieben worden — ist der praktische Theil der Ethik, nämlich der psychologische und ethische, auch für den im abstrakten Denken nicht geübten philosophischen Laien von hohem Interesse, sodass auch solchqf welche dem Verständniss des.ganzen Systems in seiner organischen Gliederung nicht gewachsen sind, in diesem letzteren Theile populäre, gemeinverständliche Gedanken finden, in welchen das sonnenklare Auge des Denkers unverschleiert entgegentritt. Von diesem Gesichts- ])unkte bietet uns die vorliegende Schrift eine interessante Ergänzung zurSpinozalitteratur. Der Verfasser geht von dem richtigen Gedanken aus — wie er an der Hand von Quellen nachweist —, dass es clem Denker Sp. in erster Linie nicht um die Begründung einer theoretischen Weltanschauung, nicht um die Feststellung der Begriffe von Substanz, Attribat, Modus u. s. w. zu tliun war, sondern vielmehr um die Begründung einer praktischen Philosophie der menschliehen Geinüthsbefriedignng. Das ganze System läuft darauf hinaus, dem Menschen die Directive zu geben, wo■ nach er zu streben habe, 11m den höchsten Grad von Gemüthsbefriedigung, oder, wie sich Fachmänner ansdrücken, das ״höchste Gut“ zu erlangen. Nachdem der Verf. in klarer durchsichtiger Weise an der Hand der Ethik feststellt, worin nach Sp. das höchste zu erringende Gut bestellt, und auf welchem Wege wir zu demselben gelangen, geht er zur Frage über, ob dieses Streben nach beharrlicher Gemüthsbefriedigung, oder beharrlicher Freude, für alle Menschen bestimmt sei und lässt sich in eine langwierige Erörterung ein, ob für den Philosophen und den Durchschnittsmenschen ein und derselbe Weg zur Erreichung dieses Gutes führe. Der Verfasser kommt schliesslich zu dem Resultat, dass während den Philosophen die zureichende Erkenntniss des causalen Zusammunhanges der ganzen Weltordnung von den Affekten oder Leidenschaften befreien kann, für den Durchschnittsmenschen schon der Glaube an Gott und die Liebe zu ihm genügt, 11111 ihn von den Leidenschaften zu befreien. Der Verfasser ist jedoch sehr im Irrthum, wenn er meint, Sp. habe in seiner Ethik die geistigen Waffen gegen die Leidenschaften an die Menschen verschiedentlich vertheilt, ln dem Begriffe amor Dei intellectualis hat Sp. allerdings das höchste und reichste Glück für die menschliche Vernunft aufzeigen wollen, allein er hat in dieser Verbindung des Ethischen mit dem Intellektuellen uns das Ideal angegeben, das keineswegs hier auf Erden zu erreichen ist, sondern uns als Directive