Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 4. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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- Malbim 2× ep/1002711
- Isaiah 1× ep/1005097
- Rashi 1× ep/1002670
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wieder apologetisch, ln der Rabbinerversammlung zu Rochester, 1895, stellte Wise den Antrag, die rabbiniselie Litten!tm־ als unverbindlich zu erklären. Damit sollte indirekt die absolute Autorität der Bibel ausgesprochen werden. Das Ooinitee, welchem der Antrag zur Begutachtung übergeben wurde, erstattete einen Bericht, der jede religiöse Litteratur. also auch die Bibel, bloss als Quelle der Belehrung, aber nicht als Norm betrachtet wissen wollte. Wise sträubte sich dagegen mit aller Macht und setzte endlich seinen Willen durch. (Jearbook of the Central Conference of American Rabbis 1895, p. 37, ff). Diese Position zeigt, das Priucip von Wise's Theologie, das ein mehr praktisches als Wissenschaftliches war. Es kam ihm darauf an, dem amerikanischen Judenthum ein Programm zu geben. Von diesem Gesichtspnnkte war unter den der Biographie beigegebenen Essays mancher gut gewählt, besonders der erste ״The Law“, welche!• seine Anschauung über Mosaisinus klar ausspricht. Sehr gut. gewählt ist auch der Aufsatz ״Paul and the Mystics". in welchem Wise ״Acher“ mit Paulus identifiziert. Nach meiner Ansicht hat er damit das Richtige angedeutet, wenn auch nicht getroffen, denn Aclier ist nach meiner Ansicht, unzweifelliaft ein verschleierter Typus für Christus. Es würde zu weit führen, diese Hypothese hier zu begründen. Darum sei zunächst auf das Negative hingewiesen: Die Erzählungen von Aclier sind phantastische Legenden. אחר der ״andere“, der zweite Gott, ist dein אחד dem Einzigen, entgegengesetzt, daher auch die Majuskel des ד, Deut. 6,4 und des ר Ex. 34,14, wie der Midrasch bemerkt (zu Scliir ha -schirim 5,11.), und endlich der sonst ganz sinnlose Midrasch אני ה‘ ,אני הוא ולא אחר. Selbst die Identifikation mit Elisclia ben Abuja lässt sich so am besten erklären: אל ישע - Jesus Gott, Sohn des אבו יה — Gott Vaters. Auf alle Fälle zeigt sich die geistige Bedeutung des Mannes, der bei ordentlicher Vorbildung und, wenn er nicht durch das Hasten des amerikanischen Lebens und die Ueberbürdung mit amtlichen Pflichten an ruhiger Entwicklung verhindert gewesen wäre, eine Kapazität als Forscher geworden wäre, wie er eine Kapazität als Organisator geworden ist. Andrerseits ist ihm kein besonderer Dienst durch die Veröffentlicbung des Essays ״The wandering Jew“ erwiesen worden. Zu solchen Arbeiten fehlte ihm Vorbildung und Ruhe. Er setzt die Entstehung der Ahasverus- Mythe in das Ende des dreizehnten Jahrhunderts und kennt die Beziehungen mit verwandten Mythen-Kreisen nicht. Auch die Vorlesung ״Reformed Jadaism“ ist schwach, voll von unrichtigen Citaten, die auch sonst im Buche nicht fehlen z. B. S. 49 בל מי שאינו בי,י בטיב אל יתעסק כמהם (sic!)גטין וקדשין (siehe Kiduschin 6, a.) und verballhornten Namen, z. B. Juda Joel Ben Seew (S. 329), Judah Loeb Benseb (S. 350). Elijah (!) Carmoly (S. 338), u. s. w. Dabei ist das Ganze ein unsystematisches Gewirre von Namen und Daten. So ist leider bei aller Anerkennung des guten Willens die Aufgabe, eine mächtige Persönlichkeit in einem biographischen Bilde darzustellen, verfehlt worden. Kritik und Tradition. Von Kinhenratli 1) r. T11. Kroner in Stuttgart- XI. Jesajah. Kapitel 1. V. 22. מהול כמיס Hier liegt unverkennbar in dem Worte מהול eine lexikalische Schwierigkeit, da dieses Wort im biblischen Schriftthum in solcher Form und von solchem Stamme nur hier vorkommt. Grätz will, dem Sinne diesesWortes ״vermischen“ entsprechend, בלול lesen. Cheyne zieht es vor מוהל (molial) zu lesen und versteht darunter eine trübe, dunkle Flüssigkeit. Er gesteht aber zu. dass die masoretisclie Lesart so alt sei. dass ein Erklärer deshalb במים als Glosse schon frühzeitig eingeschaltet habe. Er ist zu diesem Zu gestiindniss deshalb gezwungen, weil auch die Septuaginta liest of xitr»]Xot oou playouat töv olvov öSaxt. Um so mehr ist aber seine Verbesserung zurückzu weisen, da die Septuaginta מהול als ״Mischung“ verstanden hat,. Dazu kommt, dass Arucli coinpl. (S. 94 8. o. מהל) auch nachweist, dass dieses Wort (wie מזג) zur Bezeichnung für ״Wein mischen“ gebraucht wurde. Dafür ist die im Jalknt hamachiri zu Jesaja (ed. Berlin 1893) S. 16 aufgenommene Midraschstelle Zeuge: אוף הוא אזיל למזבן ובו ושמע ליה לבר ביתא דאמר המהל ליה. Auch das Targum übersetzt מערבב und Raschi fasst es ebenso. Kimchi leitet es nach väterlicher Erklärung auf ein arabisches Wort zurück. Wir bedürfen weder der Emendation von Grätz noch der von Cheyne. V. 23 בלו אהב Grätz will בלמו אהבי und ebenso statt ורדןז שרמוגים lieber ורדפי lesen. Da חברי ,סוררים in der Mehrzahl stehen und ebenso nach כלו die Worte אליהם ,ישפטו die Mehrzahl zeigen, ist die Einzahl in רדף ,אהב ,בלו auffallend. Die Septuaginta hat auch Sttbxovtei;. Auch das Targum übersetzt בולהון רחימין. Aber Septuaginta, Targum und die von Grätz zitirten P. u. V. sind nicht Zeugen streng wörtlicher Uebersetzung. Wir können auch keinen Grundeinselien, warum nicht, wie Kimchi augiebt, und auch Malbim geistreich erklärt, der Prophet absichtlich hier die Einzahl gebraucht haben sollte, um zu sagen, dass in dem Punkte der Liebe zum Gelde, dem Hange nach Vergütungen alle שרים gleich sind, eines sind. V. 24 ה׳צבאות. Dass die prophetische Rede Gott hintereinander mit mehreren Titeln bezeichnet a) האדון b) ה׳ צבאות C) אביר ישראל fällt in die Augen. Cheyne’s ryth misch es Empfinden nimmt auch daran Anstoss, ebenso Budde’s. Dieser eliminirt אביר ישראל, jener ה׳ צבאות. Grätz nimmt ebenso wie alle alten Erklärer gar keinen Anstoss an dieser Vermehrung göttlicher Namen. Die Erklärung ist wohl auch unschwer,wie Malbim zeigt, darin zufinden, dass das vom Propheten verkündete Strafgericht über die Richter, die hohen Behörden von dem ausgeht, der ein אדון, also Herr über diese ist, die doch nur als seine Diener das Recht schützen sollen, der 2) ein gerechter Befehlshaber ist und das Recht liebt (ה׳ צבאות) und der 3 ) die Kraft hat, der Unterdrückten sich anzunehmen und selbst die Mächtigsten zu bezwingen, also ein אביר ישראל ist. Die Lesart der Septuaginta klingt an das Targum an. V. 25 כבר Grätz findet hier eine Schwierigkeit und will לבר lesen, Cheyne versetzt die Buchstaben und