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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 3. (1901) · p. Seite 22

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 3. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 der die für ihn gewiss beträchtlichen Kosten einer Keise nach Frankfurt sich leistete, sein Licht unter den Scheffel gestellt hätte und dass die Einberufer von der Anwesenheit eines Predigers aus Böhmen keine Notiz genommen hätten, der der einzige Oesterreicher dort gewesen wäre. Der Verfasser scheint diese Schwierigkeit schon vorausgesehen zu haben, denn er erzählt, Wise sei nur ״als Besucher, nicht als Deputirter" anwesend gewesen. Damit hat er aber die Sache nur schlimmer gemacht, denn er bewies, dass er die Rabbinerversammlung mit den Synoden Verwechselte. (.Schluss folgt.; Die Synagogen in der Talmudzeit. Von Rabbiner I)r. (io 1 d fuh 11. Unter obigem Titel habe ich im Jahre 1884 in diesen Blättern, Jahrgang 13, Seite 79 ff., zwei Artikel veröffentlicht im Anschlüsse au die posthume Schrift des seeligen Leopold Löw: ״Der synagogale Ritus“, welche damals im 33. Jahrgänge der Grätz’schen ״Monatssclirift“ erschien. Seither ist diese Schrift des seeligen Löw wieder abgedruckt worden in den ״Gesammelten Schriften“, Baud 4, Seitei—71, mit Zusätzen aus dem Manuscript und Anmerkungen des Herausgebers Dr. Immanuel Löw vermehrt. Zu der Behauptung Löw’s a. a. 0 Seite 20, dass ״Feldsynagogen“ nur in Persien Vorkommen, verweist der Herausgeber in Anmerkung 2 auf meinen Aufsatz in diesen Blättern Jahrgang 22, 1893, Seite 122 Anmerkung 4 und meine oben genannten zwei Artikel, aus denen zu ersehen ist, dass ״Feldsynagogen“auch inPalästina heimisch waren. Seite 24, zu der Behauptung Löw’s: ״Von einer allgemeinen Sitte, Synagogen am Wasser anzulegen, schweigen die jüdischen Quellen ganz und gar“, bemerkt der Herausgeber Anmerkung 7: Herr Lektor Friedmann in Wien hat den Verfasser auf die Stelle Mechiltha Anf. (lb Z. 3 ff. Friedm.) mündlich aufmerksam gemacht. Auf diese Stelle beruft sich auch Blau, (Magyar zs. Szemle X, 493). Vgl. Köhler, Monatsschrift 37,442“ Auf diese Anmerkung will ich hier ein wenig näher eingelien. Da mir seit Ende 1887, zu welcher Zeit der seelige Prof. Grätz die Herausgabe der ״Monatssclirift“ sistirt hatte, letztere nicht mehr zu Gebote steht, so kann ich den Artikel Köhlers nicht einsehen1). Dagegen steht mir der Artikel Blau s zu Ge- ') Wir );eben liier die betr. Stelle aus Koliler's Artikel ,,lieber die Ursprünge und Grundformen der synagogaleu Liturgie“ (S. 442—8): ״Trotz l/iw's apodiktischer Inabredestellung ist es doch unleug bare Tlmtsaehe, dass die Gebete und Gebcthiiuser am Wasser ihre Stätte fanden u. s. w. das wird ausser allen Zweifel gesetzt durch das Haliearnassische Judendecret bei Josephus (Alterth. 16,10,23), wonach es ״väterliche Sitte war, am Meere zu beten“, und dazu vergl. Aristeas (Schmidt 67, Judith 12,7). Und gerade dass man unter dem ״Hrunnen auf dem Felde“ die Synagoge ungedeutet fand, hätte Löw bestimmen sollen, an die am Wasser, der liüthigcn Waschungen halber, errichtete Gebetstätte vorzugsweise zu denken. In der That iiussert sieh Philo, wie der Midr. zu Exod. 9,2t), dass man ausserhalb der von Unreinheit der Götzen erfüllten Stadt gehen müsse, um zu beten. Nun aber hat das Wasser in der ganzen orientalischen Anschauung, bei den Heiligen am Ganges wie an! Uhaboras und Euphrat nicht bloss eine reinigende, sondern eine positive Weihekruft. Es bezeugt völlige Unbekannt&chaft mit den! Geist der exilischen Litteratur, wenn man verkennt, dass der ״heilige Geist“ durch Wasserstrahlen thatsächlieh schon über die Geweihten der jüdischen Exulanten >ausgegossen< wurde. Denn bote. auf den ich nun reflektiren will. Der fragliche Artikel ist im September 1893 erschienen. Auf die fragliche Stelle der Mechiltha als jüdische Quelle für die Sitte, Synagogen am Wasser anzulegen, hat aber bereits Strascliun in diesen Blättern im Jahre 1884, Jahrgang 13, Seite 10—11, hingewiesen, in seinen ״Bemerkungen“ zu Wünsche’s ״Räthzelweisheit bei den Hebräern“ Leipzig 1883, Seite 19, Anmerkung *. Blau hätte daher auf diese ״Bemerkungen“ hinweisen müssen, was er aber nicht that. Sowohl Friedmann als auch Strascliun und Blau ist aber entgangen, worauf Lewin in seiner Rezension der fraglichen Schrift Wünsche’s in diesen Blättern 1883, Jahrgang 12, Seite 124, aufmerksam macht: ״Wenn Erez haammim unrein war, war das Ufer der Flüsse nicht rein — und im Wasser haben sie doch nicht gebetet.“ Auch geht es nicht an, was Strascliun und Blau tliun, zu übersetzen: במקום טהור של מים mit: ״an einem reinen Orte neben dem oder: beim Wasser“ sondern: an einem reinen Orte, über dem Wasser. Denn wenn auch die Propheten in den allegirten Versen neben dem Wasser sich befinden, so erfolgt die Erscheinung Gottes doch nur über dem Wasser2) für ״den reinen Ort“ von dem aus Gott Mose in Aegypten erschienen ist, geben einige Manuscripte des Tuncliuma an (vgl. Tanchuma ed. Buber, בא Anmerkung 08: •נגלה עליהם מתוך חללו של עולם. In dem fraglichen Artikel Straschun's, muss es anstatt: Nechem. Cap. 8, wo blos vom ״Wasserthore“ die Rede ist, heissen Esra,Cap. 8; gemeint ist Esra 8,15 und 21. Diese Stellen beweisen aber gar nichts. Die Heimkehrenden machten am Strome halt, um auszurasten, und hielten dort gelegentlich Gottesdienst. Als Grund für die Errichtung der Synagogen beim Wasser, erklären Schürer i. s. ״Geschichte der Isr.“ und Kollier a. a. O., wie Blau a. a. 0. angiebt, ״der nöthigen Waschungen halber,“ dem Blau, wie ich glaube, mit Unrecht, widerspricht. Mir stehen, wie ich bereits angedeutet, weder Schürer noch Köhlers Arbeit zu Gebote, ich kann daher in eine Erörterung dieser Ansicht nicht eingehii. Ich will aber auf eine agadische Deutung hinweisen, deren Motiv man bisher darum nicht recht erkannte, weil man nicht bemerkte, dass sie auf dem Brauche beruhe, beim Wasser Synagogen zu errichten, der nöthigen rituellen Tauchbäder halber. Berachot folio 16a sagt R. Chama b. Chanina mit Bezug auf 4 B. M. 24,5; 6: ״Warum stehen die Zelte neben den Bächen? Sowie die Bäche den Menschen aus der Unreinheit zur Reinheit erheben, so erheben die Zelte — Bet- und Lehrhäuser — den Menschen aus der Schuld zum Verdienste“. Den Sinn dieser Agada hat am genauesten der Verfasser des Seder Eliahu rabba (ed. M. Friedmann im 7. Jahresbericht der isr. theol. Lehranstalt) Cap. 1,19, Seite 116 erkannt. Dagegen hat der Redakteur des Midrasch Schocher Tobli zu Ps. 5,1 ed. Buber §. 1 Seite 51, der nur 80 erklären sich die Ausdrücke: >Ich giesse reines Wasser über Euch und gehe meinen Geist in Euch.«“ — Köhler verweist noch auf Ezech. 37,26; Deuterojes. 44,3; Joel 3,1; Zachur. 12,10 u. 13,1. (Ked.) *) Auch in Kohcleth rabhazu III,11 muss gelesen werden: במקום טהור מים Sr. Es ist das ein Zusutz der Cnpistcn aus unserer Mechiitastelle, wie bereits Luria andeutet, liabli Kid. folio 71a hat dafür .והמשמרו בטהר,

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