Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 11. (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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85 seiner Schreibung auszusprechen*1), ergab sich aus der textlichen Gliederung desselben die Dreitheilung, sowie der Gebrauch, nach jedem Theile ein ״Amen!“ zu sprechen*8). So ist e3 auch heut noch Sitte, wenn die Priester an Festtagen den Segen sprechen, nach den einzelnen Theüen desselben?CK, am Schlüsse אמץ סלה**), zu sagen; gegen den (auch heut noch hier und da wahrnehmbaren) Brauch aber, auch dann אמן zu sagen, wenn der Vorbeter bei der Wiederholung der שמנה עשרה den Wortlaut des Priestersegens recitirt, hat sich bereits R. Izcbak Alfasi in einem Responsum (angeführt bei Abudarham, ed. Prag 1784. p. 35c unt.) ausgesprochen und es als unnöthig erklärt, wofür Abudarham als Grund angiebt, dass man אמן nur dann zu sagen hätte, wenn man es von Einem hörte, der vorher den Segensspruch gesprochen. Daher pflegten einige an Stelle dieses אמן jedes mal יהי רצון p zu sagen*5). Da die einzelnen Theile des Priestersegens als ברכות angesehen werden, so darf die zweite resp. dritte nicht eher ihren Anfang nehmen, als bis das ״Amen!“ aus dem Munde des Volkes verklungen ist, ebenso wie der Priestersegen überhaupt nicht beginnt, solange nicht die Gemeinde auf den von den Priestern einleitend zu sprechenden Segensspruch (באי״אמה אשר וב׳ בקדשתו וכד) ihr אמן gesagt, ebenso wie das Volk sein ״Amen!“ nicht sprechen soll, bevor die Priester den betreffenden Theil des Segens beendet.26) Aus den kurzen Ausfülissj Dies geschah mit dem Tode Sinion’s des (Jerechten. Vgl. joma 39b: ומת ונמנעו אחיו הכהדם לכרך בשם . . . weil sich ihnen die Gottesmajestät nicht mehr offenbarte (so Tosephötli Sota 38a Sticliw. ״ (הריder nach k. (Jerschom zu Menacli. 109 b, wo כשעת פטירתו hinzugefügt wird, weil sie es nicht über sich gewinnen konnten (לפי שהיו יראים להזכיר השם כתיקונו שלא היו כוטחי? בעצמן). . Präciser lautet, die Stelle im Midr. ha-gad. zu Nasso: תנא משמת שמעון בטלו אחיו הכהנים מלברך בשם שתים עשרה אותיות p •המפורש במקדש והיו מברכק בשם ״) Ueber den darauf bezüglichen terminus ברכה משולשת S. weiter uuten. M) Das Muchs. Vitry. (p. 101) kennt das ,סלד am Schlüsse des Priestersegens noch nicht. *״) B. Jakob ha-levi aus Möln (מהרי״ל) pliegte weder!רצו '.T noch am Schlüsse des Priestersegens (אס zu sagen (vgl. ספר מהרי־׳ל, Hilch. Xetillah). — David lm-levi (?"ט) zu Urach Chajim CXXY1I Note 4 erwiibnt den מנהג, bei den ersten beiden Theilen des Priestersegens nur יהי רצון und erst am Schlusss יר" p zu sagen, wus jedoch Abrah. (Jumbinner ("TH מק) ib. Note 5 für sinnlos erklärt (nach des Ersteren Schwiegervater, Joel Sirks [1ב״ח'• — Da also eine Dreitheilung des Priestersegens bestund, so lag es nahe, zumal der Midrasch selbst bez. des aus drei Worten hestehenden ersten Thciles au die drei Stammväter erinnerte (vgl. Midr. liu-gad. zu (זו היא ברכת כהנים והיא שלוש וישם לד שלום ברכות ברכה ראשונה שלש תיבות כנגד שלשה אבות שהכהנים אומרין לישראל יזכור לכם הקב״ה ברית שלשה אבות; res. sutr. am Ende des 1. xheiies: הרי שלש תיבות כנגד אברהם יצחק ויעקב, nach den einzelnen כי״ר noch (1) בזכות אברהב ״1 בזכות יעקב אבינו(8) ,בזכות יצחק אבינו(2) ,אבינוnzuzufügen, was Abudarham (35c) auch mit folgenden Worten erwähnt: וכשמם' ם ש״צ ברכת מודים אוט׳ או׳־א ברכנו בברכה המשולשת בתורה הכתובה ע״י משה עבדך וכוי. ומזכיר זכות אבות שהם שלשה לפי שהשלש ברכות חלות בזכותן. Vorher scheint jedoch jeder Einzelne beim Gottesdienste (wenigstens an einigen Orten) gleich׳ zeitig mit dem Vorbeter die Worte des Priestersegens recitirt zu haben, wie aus 151 § מטה משה (gegen Abudarham) hervorgeht, vgl. dazu 289 § חשב״ץ; Koi-bo § 11 und ׳ •מנהגי מהרא״ט **) Es scheint mir durchaus richtig, gemäss der Erklärung der אחרים, die ףרן zum רי Mega! 1v (p. 18b, stichw. ואין הכהנים) rungen in Sota 40b darf nicht etwa gefolgert werden, dass man im מקדש beim Priestersegen zwar nicht pK, anführt, לקרות (Sota 89b, vergl. Toseph. Berach. 84a Stichw. לא und Menach. 44a Stichw. כל כהן gegen alle anderen Erklärer im Sinne von להקרות zu nehmen (resp. לקרות Hiphilform), die Stelle muss daher folgendermassen aufgefasst werden; ״Eia sagte li. Seirn im Namen H. Chana’s: Der Vorsager קורא (es ist, wie weiter unten gezeigt werden soll, nicht der Vorbeter gemeint) darf den Priestern die Worte des Priestersegens nicht zu sagen anfangen, solange nicht das (auf die zu gleichfalls von demselben Gelehrten angegebene ברכה der Priester א״לו בקדשתו [vergl. Sota 89a] zu sprechende.) אמו der Gemeinde verklungen ist, und die Priestern dürfen mit dem Priestersegen nicht eher anfangen solange nicht, das betr. Wort vom Vorsager gesprochen; ebenso darf die Gemeinde אמן nicht sprechen, bevor die Priester deu 1. Theil des Segens beendet, wie auch diese mit dem 2. Theile nicht anheben dürfen, solange nicht das ״Amen“ der Gemeinde verklungen ist. Unter קורא ist■ anfänglich die Person zu verstehen, die auch die Priester zum ,Segen aufrnft, nicht der Vorbeter. Di© Bezeichnung קירא rührt daher, dass der Betreffende Worte des Schriftwortes [מקרא] vorzusprechen hatte.) Beide von R. Nissini angeführten Erklärungen sind wohl daraus hervorgegangen, dass, wie wir gezeigt, קורא und מקרא eine und dieselbe Person waren, nicht aber der ש״ץ. Da man nun auuehmen muss, dass Sifre vom א״וא noch nichts wusste, so hat der Vorbeter nach ברכת הודאה bis שים שלום nichts gesagt, und die Aufforderung an die Priester, den Segen zu sprechen, ging vom Aufseher;חזן) aus, während die Priester die ב״ב ohne Vorsprecher recitirten. So heisst es im sifre z. st. nur: ומנין שהחזן צריך לומר להם אמרו ת״ל אמור להם. Etwas klarer sind die Worte des Midr. hagad. z. st.; אמור להם. יכול יהו מברכין אותן עד שלא יהיה החק אוט ת״ל אמור להם החזן אום תחלה והן מברכיו אחר כז indessen dürften die Worte Abaji’s ©נקטינן לשלם קורא כהני) ans Sota 38a sich auch auf das Aufrufen beziehen Was Toseph. Berach. a. a. O. im Namen K. Jehudah’s ans dem מדרש טעמי חפירות ויתירות citiren, beruht zunächst auf der Verwechselung von שץ und nn, und was Toseph. selbst folgern, auf Unverständnis» des Wortes כרכה, wie wir gezeigt. Uebrigens ist das Einschalten von ב״ב durch deu Vorbeter eig. nicht, als ״Unterbrechung“ aufzufussen, weil die Wiederholung der ש״ע nur auf einem מנהג heruht. Vergl. noch den Wortlaut im Muchs. Vitry p. 100, anders ib. p. 101 unter Ascheri zu MegUla 111 § 22 bemerkt, dass die Einschaltung von ב״כ, sowie das אמן keine Unterbrechung sei, משום דברכת כדינים צורר תפלה הוא• Dass hier nicht der m der Vorbeter, sondern ein anderer (שמש הכנסת חזן) als קורא fungiren soll, geht auf רת (Toseph. Berach. 84a: לא und Men. 44a: כל כהן; a. u רבינו יעקב מרסרו (m. v. 100; zurück. Vergl. auch Cup. ״Functiouaire im Gottesdienst“. Anders M. V. 104 (nach וציד שליח ציבור לקרותו לכהנים :(תשוב׳ הגאונים כרכת כהנים חייש׳ שמא יטעו• Jedenfalls geht aus diesem לקרותו hervor, dass auch das Vorsagen der einzelnen Worte des Priestersegens mit קרא bezeichnet werden kann. Selbst die M. Berach. V,4, vorkommenden Worte העובר לפני התיבה לא יענה אמן אחר הכהנים מפני חטרוף brauchen noch nicht schliessen zu lassen, w'ic Knschi annimmt, dass der Vorbeter den Priestern die einzelnen Worte des Segens vorsagte, da sieh die Worte מפני הטרוף immerhin auf die Fortsetzung des Gebetes ,mit שים שלום) beziehen könnten. Zu meiner grössten E'reudc fand ich, dass auch der berühmteCommentator zum Midrasch rabbah Ei n horn (מהרף,ו) unter טירוף dasselbe unnimm t, wie ich, indem er am Anfang des Abschu. תבא (Deuter, rabb.; wörtlich sagt: ולא יוכל לחזור לברכת שים שלום אחר ברכת מזנים. Ich bleibe sogar bei meiner Annahme stehen, trotzdem der Jerusch, z. letzt. St. zur Ergänzung oiue Bareitha aufführt, die dus Amen-Sagen auf den eignen Segensspruch verwirft, wonach man meinen könnte, dass auch hier von dem אמז die Rede wäre, das der Vorbeter auf die von ihm selbst vorgesagteu Worte des Priestersegens sprechen würde. Anders als ich erklärt auch Tobiu b. Elieser (l’es. sutr. ]1. 91b unt.) die Mischnah, indem er ausdrücklich sagte: מפני הטירוף שצריך דעת החזן שיהא מכרן להקראת הכהנים את הברכה ואם יענה החזן אמן יבוא להתיאש מן ההקראה ייטעח את הכהנים■ Vergl. noch die seltsamen Ergebnisse der maimuttischen Auffassung im O'© zu Hilch. Tetill. XiV, 6 (Stichw. ואין).