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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1900-01-01 · No. 4. (1900) · p. Seite 30

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 4. (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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״3 «las Gedächtnis* unterstützende Anlehnung an «leti g«>- ■chriebenen Buchstaben als 1אסמכתא") —. Es folgt hierauf eine Uebersicbt• aller als inosuisch-sinaitisch bezeichliefen Hulnchot3"). Nach diesen voruusgoschiekten Prinzipien klassiti zirt Mtiinnmides mm «las ganze miiixllicbe Gesetz nach folgenden f> Klassen: Die erste Klasse umfasst alle diejenigen Gesetze und Gebrauche, die schon von uraltersher (von Mose) unbestritten gebräuchlich waren, von deren Existenz man ein klares and deutliches Bewusstsein hatte: die aber zugleich auf irgend eine Weise ans der Bibel zu erweisen waren. Bei «lenen der zweiten Klasse war dies Letztere nicht der Fall, es sind die sogenannten nxjsaiscb sinaitischen Halachot, die meistentheils in der Form stabil blieben, in der sie von Geschlecht zu Ge• schlecht überliefert• wurden. Zur dritten Klass«* gehören alle diejenigen ans der Bibel deduzirten Normen, bei denen Meinungsverschiedenheit (מחלוקת) herrschte, und die durch die Mehrzahl entschieden wurden. Die vierte und fünfte Klasse umfasste solche Bestimmungen und Gebräuche, die sich aus dem praktischen Leben ergaben. Sie wurden mehr durch Zeitumstände herbeigeführt, und sollten im Geiste der ganzen Gesetzgebung wirksam sein. Es waren theils Vorsichtsmussregeln, die die genaue und richtige Be• folgung eines Gebotes zum Zwecke hatten und verhüten sollten, dass ein biblisches dt bot verletzt werde; theils neue Verordnungen und Gebräuche im Geiste der Schrift, um moralischen oder socialen Unordnungen vorzubeugen. Jene werden זירות;, diese תקנות genannt. Da diese Vorbeugungsgesetze und Einrichtungen aus Zeit und Umständen hervorgegangen sind, so sollten sie eigentlich auch nur zeitliche Bedeutung haben, allein theils wegen «1er allgemeinen Verbreitung und Festwurzelung im Leben des Volkes, tlieils wegen des Nutzens, den sie für alle Zeiten haben, wurden sie beibehalten und in den Kreis des überlieferten Gesetzes gezogen. Wenn die Gesetze und Normen der ersten und dritten Klasse gleichsam die Frucht der biblischen Gesetzgebung in ihrer zeitlichen Reife sind, so sind die der vierten und fünften Klasse gleichsam die Schale dieser gezeitigten Frucht, die wohl notliwendig sich um die Frucht des ursprünglichen Samens gebildet, aber nur. um diese zu schützen. Nach einigen Bemerkungen über das Wesen der Meinungsverschiedenheiten, in welchen Maimonides zu zeigen bemüht ist, dass sie keineswegs die Autorität der Tradition erschüttern, ferner über das Verfahren «les R. Jelmda hanassi bei st'iner Mischnasammlung, wendet er sich an die genaue Angabe der äusseren Beschaffenheit dieses MischuuWerkes, spricht über die *” Auf «lies«■ Ansicht über ה״י^מ ט mul ׳! אסמכתא«‘stützt, stellte Mnimonidt's in seinem פסי הרצית als /.weiten Grundsatz .שורש שני) auf, ״(lass di«, durch die 13 Dcduktionsrcgeln abgeleiteten llalacha's nicht in den Bereich der («13 hildischen Gebote gehören.“ Dagegen eifert Naohinnnides im Com z 8t.) sehr, zeiht den Maimonides der InconKciiuenz umi des Widerspruchs mit d«1׳u Talmud, und scliliesst uiit den tiemerkenswerthen Worten: ני הסםר חזה י1רב ז״ל ענינו מרתקים ובו^ו מחמדים מ^בר העקר היה שהוא עוקי• הרים גדוייים כתלמוד׳ .•מם"1 חידות בגמרא; והענין לי׳ומדי הגמרא רע ומר, ישתכח הדבר וי1 א יאמי: ״) Sic ist, wie hercits!'inner/.. 8t. aumerkt, nicht Tollständig. Eintheilung desselben■'111 über die Zweckmässigkeit «lieser Eintheilung. und giebt dann den logischen Faden an, der den Redakteur der Mischna in der Reihenfolge der Ordnungen und in der Aufeinanderfolge sämmtlieher Traktate geleitet haben mochte.3'1) Das Ganze scliliesst mit der Summenangabe sämmtlieher Traktate und Perakim der Mischna.13) Fortsetzung folgt.! Litteratnrherifht׳. Recensionen. Moses Mendelssohn und die Aufgabe der Philosophie. Von Heinrich Kornfeld. Berlin, Verlag von Carl Duncker. Das vorliegende Schriftchen, von dessen Ausführungen der Verfasser im Vorwort mit ungemeiner Bescheidenheit gesteht, dass sie den Lesern unzeitgemäss erscheinen werden -- der Verfasser hätte wohl besser gesagt ״bereits genügend erörtert"; der Begriff ״unzeitgemäss‘‘ dürfte wohl weniger für eine wissenschaftliche Erörterung passen, da die Wissenschaft kein Modeartikel ist; nur erwarten wir, dass eine wissenschaftliche Erörterung neue Resultate gewinnt, ein dunkles Gebiet von einem neuen Gesichtspunkte beleuchtet, was wir aber in der vorliegenden Arbeit eben vermissen - versetzt uns in die Zeit der Aufklärungs-Philosophie. Der leitende Grundgedanke der Arbeit ist, den Nachweis zu erbringen, dass das höchste Ziel der Philosophie die Gesamtgliickseligkiüt ■des Menschengeschlechts ist, und dass der Begriff der Glückseligkeit von Mendels- 801111 in seiner höchsten Reinheit und Erhabenheit gefasst worden ist. - - Man braucht nur einen flüchtigen Blick zu werfen auf die Tendenz der sogenannten deutschen Aufklärungs-, Philosophie, um auf den ersten Blick einzusehen, dass es den deutschen Aufklärungs-Philosophen lediglich um die Vervollkommnung der Menschen und die Beförderungseiner Glückseligkeit zu thun war. Der eigentliche Werth der Philosophie und des menschlichen Interesses überhaupt soll, wie uns unzählige Male von den Aufklärungs-Philosophen gesagt wird, nur der Mensch, und die Glückseligkeit des Menschen soll der einzige Zweck alles Wissenschaftliehen Körnchens und Thuns sein. Der Werth des philosophischeu Gegenstandes wird daher ganz und gar nach dem Nutzen bemessen, den er uns gewährt, dem Beitrag, den er zu unserer Glückseligkeit liefert; als der wichtigste Thcil der Philosophie erscheint daher in der Aufklärungs- Philosophie die Psychologie und Moral. al) Die Worte והסימן זמן נקט sind ein späterer Zusatz, die ed. l’ocockc Imt sie nicht. 3*) Die hier von Maimonides angegebene Reihenfolge «ler Traktate findet man in allen Ausgaben der M ise.h na und!,in den meisten) des j er 11h ule m i 11 schon Tal m uds; alter im babylonischen Talmud ist eitle andere Ordnung heohacht«׳t, fiir welche sich ebenfalls Gründe angelten lassen. Es hat überhaupt .Mainionides nicht imnu-r den richtigsten Grund für «lie Aufeiiminlerfolge angegeben, es linden sich für manche Traktate viel rationellere Gründe. Bekanutlich wei11 ,׳t schon Seherin« (in seinem Sendschreiben) in dieser Bi'/.iehung vielfach von Maimonides ah. a1; Ks giebt61 ׳ Traktate und 623 1*0rakim; so auch das arabische Original. Merkwürdiger Weise übersetzt l'oeocke (p. 78) capituln «)iiingenta viginti <(uin<|ue — 625. Maimonides hat den 4. I’erck von Hikkurim nicht mitg«‘rechnet; und «lies mit liecht;, er findet sich auch iui Jeruschalnti nicht, und ist aus der Tossefta hereingekommen. Ebenso kündigt sich der 6. l’erek von Ahot 11 als nicht zur Mischna gehörig an שנו חכמים בלשון'המשנה. Die •ל ״kleinen Traktate“ sind als einer späteren Periode angehörend, ebenfalls mit liecht nicht mitgezählt worden.

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