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Das jüdische Literaturblatt · 1894-10-05 · No. 40. (5.10.1894) · p. Seite 159

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 40. (5.10.1894)
Date
1894-10-05
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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war, starb er nach kaum vollendetem dreissigsten Lebensjahre kurz nach dem Tode seines Vaters am 2i>. April 1751(» in der Bliitlie seiner vielverheissenden Entwickelung, Alles aber, was der Famile an Ansehen und Nachrühm durch den allzufrühen Heimgang dieses ihres begnadeten Sprossen abgebrochen worden war, sollte aus dem Schoosse seiner Schwester ihr tausendfältig zurückgegeben werden. Betty v. Geldern war es vorbehalten, dem Genius das Leben zu schenken, auf den die lange bekannte und die noch unbekannte Abfolge von Geschlechtern hindurch die Familie sich gleichsam vorbereitet hatte: sie ward die Mutter - Heinrich He in es. Ueber den Ursprung der Traditionen im Synagogengesang. Von K!1. lii rnbaum-Küuiushero. II. Die Beobachtung, (lass der Synagogengesang, soweit er Bibelstellen zur Unterlage hat, entweder mit typischen Neginoth einsetzt oder an ihrer Stelle die alte Psalmodie zum Gepräge hat, scheint mir v m besonderer Bedeutung für die Erforschung des Ursprungs zu sein, da dieses Verfahren sich auf eine Zeit zurückführen lässt, in welcher das Citiren eines Bibelvcrses (הגיר יבבכ ־:ב) ohne Gesang streng untersagt, dagegen das Psaltiren nach bestimmten Weisen eine längst eingeführte Sache war. ln Bezug auf das melodische Lesen solcher Verse ist ausser dem *בל הר,ודא בלא;;•יגיד (Meg. :12), welches man auf das öfl'entliehe Vorlesen könnt(‘, die Midraschstelle (4,10 שהשי■ר) bezeichnend, die da lautet: אר״ל אף הרו־א מר,רא בעינינו ובנ גונו עליו נאמר־ רביב והלב וכר. 1!. Levi sagte: »Auch wer einen Bibelvers in seiner Lieblichkeit und seiner Melodie liest, auf den ist das Wort »Honig und Milch unter deiner Zunge« (Schir hasch. 4, 11 j gesagt.« Auch das Kinstimmen der Gemeinde bei manchen Versen der Vorlesung aus Tora und Haftara, wie es schon R. Saadja Gaon als traditionell erwähnt (Tesch. ha-Geon. ed.Havkavy No. 208) geschah und geschieht noch im Tone der überlieferten Neginoth, welche bereits in der Schule geübt wurden. Darauf weist z. B. die spätere Anordnung der Geonim hin, dass die Keduscha de-Sidra beim Privatgebet in der Schulmelodie (טעמז שהתיניקות הורין לפנ־ רבן:> vorzutragen sei. (Raschi in Likiite Pardes S. 0. — Etwas Aehnliches ist in Bezug auf "קי״ושת יוצי bestimmt worden, die man als ספיר בעלמא betrachtet haben wollte.) Der Schuljugeud war nämlich die Melodie der Ked. de-Sidra schon darum bekannt, weil letztere in allen ihren Bestandtheilen zu den von R. Saadja a. a. (). bozeichneten Versen gehört, bei welchen die Gemeinde (und event. auch die Jugend) laut einzustimmen hatte und dann im Targum wiederholt wurden. So waren ihnen die Nebiimverse von den betreffenden Hnfturuth. די יבלוך von der שירה her bekannt. Der angeführten Schultradition haben wir auch die Erhaltung der herrlichen und ganz einzigen Weise des Mincha-Gehcts für Sabbatii zu \erdnnken, wie gemäss der Saadja-Tiadition die Gemeinde ain ת״צ im ויהל heute noch die ייג מדות und den Vers וסלחת übernimmt, ln Botrell' der Mincha-Melodie hielt man nämlich den milden Haftara-Neginoth übereinstimmenden Ton der Nebiimweise heim ganzen Mineha-Gottesdienst (mit Ausnahme der ברבת אבות und der Keduscha) als den dominirendenTon fest, obgleich die dort beiindlicbdn Gebet- und Psalmtexte sonst ganz andere Tonwoisen hatten, ein Verfahren, welches wir oben als eine Uebertragung von den Neginoth hezeichneten. Aus demselben Verfahren rührt auch die Tonweise her, in welcher heute das tägliche Mincha-Aschre vom Vorbeter introducirt wird. Ursprünglich für das Sabbath-Minchra bestimmt, hat man diese Weise bei jedem Gottesdienst, der mit Aschre eingeleitet wird (auch bei Selichot) festgehalten. — Ausser den von R. Saadja angeführten Versen, welche die Schuljugend mit den Accenten (בטעמן) vorzutragen verstand, die im Laufe der Zeit sich zu einer Art Psalmodie umwandelten, musste sie auch andere Verse der Liturgie und der Morgenpsalmen selbstständig intoniren; so z. B. שמע und הושיענו אלהי ישענו (vgl. weiter unten und Midrasch Thillim c. 14. — In seiner Anmerkung 2!) daselbst sagt Buber ganz treffend: ומזה ומוה נראה בי נדני להתפלל 'עם התינוקות ואומרים עמהס הבהוב הנ ל.) Für die Erkenntnis» des Ursprungs der Traditionen scheint mir nun die erwähnte Theilnahme der Schule am öffentlichen Gottesdienst von besonderer Wichtigkeit zu sein, indem man hiernach die Schule als erste Pflanzstiitte des traditionellen Gesanges zu betrachten hätte. Der Schule liel nicht allein die Aufgabe zu, die Kinder für den Gottesdienst vorzubereiten, sie hatte die Jugend beim öffentlichen Gottesdienst auch zu leiten, wie es heute noch hei den Sephardim Sitte ist, dass der Lehrer neben den Kindern in der Synagoge steht und die Responsorien mit ihnen melodiös anstiunnt. Aus diesem Grunde seheint auch ריב ל (Berach. 8a) angeordnet zu haben, dass seine Kinder Morgens und Abends in der Synagoge sein sollten, um das שמל zu lesen; dann würden sie lange leben, wie es in der Schrift heisse: .לבעז •רבו ימיכם וימי בניבם Auf׳ diese Sitte scheint auch IL Neehemja Bezug zu nehmen, wenn er (Sota HO b) auf die Frage וביצה אמרו שידה sagt: כסופר הפורס על שמע בבית הכנסת שהוא פותח תהילה והם עונים אתריו, woselbst Haschiunter■“1זי)1)סופ Lehrer versteht, währendMaimonides das gewöhnliche פריסת שמד unter einem ש ד darunter verstehen will. Ziehen wir noch in Betracht, dass a. a. 0. R. Akiha und R. Elieser die Hallel-Psalmodien als Muster anführen,*) so ergiebt sich, dass den Kindern in der Synagoge das Sch'ma in der bestimmten Weise der Neginotli, die Keduscha de-Sidra in der Haftara-Melodie und das Hallei in der alten Psalmodie schulmässig vorgetragen wurde. Muss es demnach, wie wir gesehen haben, schon im talmudischeii und demnach auch im vortalmudischen Zeitalter Traditionen in Bezug auf Neginoth und Psalmodie gegeben haben, die von Seiten der Schule gepllegt wurden, so bleibt noch immer die Frage zu beantworten, wo die Tradition für den dritten Bestandtheil unseres Synagogengesanges, die wir mit »Keroboth« bezeichneten, ihren Frsprung habe. Vielfach wird man die Meinung, die schon Rapaport, Zunz und Dukes vertraten, verbreitet linden, dass die ersten Pajtanim auch חזנים gewesen seien und von ihnen alle hier in Frage kommenden traditionellen .Melodien herrührten, die sie nach und nach vorbereiteten. An ihrer Spitze stand Ivatir, der als Dichter immer auf sein Vorbetoramt anspiele 11. s. w. Dem ist aber nicht so. Der Ursprung dm■ :Keroboth-Melodien reicht höher hinauf als bis zu Kali r. Das Gesummt-Chasamitl! muss eine ganz bekannte Autorität für sich gehabt haben, wenn es sich während des ganzen Mittelalters in Achtung hat erhalten können, als ob es, wie man vielfach glauben machte, eine הל למ wäre. Und in Wirklichkeit *) Hi!׳ von To-efuth lii'rioiee/.ii^eii׳׳ Tusolta Sota VI, 2. hudarf 1110*11!11*1■ Anl kbiriai^ mul ist kaum (,׳1׳ei1״!et, ein (‘nrrertiv für die talumdisebe Ki'klarung al>zw״el״'n. Warum llieilt sie am Kode den Vers ד א״ש נלחמה, nachdem sie It. X. für die a1di|d111״isehe Aulfassung sprechen lasstV Seilte dies mit ihrer Auffassuua; in l'esacli. X. 7 zusa1mne1d1i1na:en V Ausser der I’arallelstelle im .lerschalmi (Sota V) wäre noch Sueca .'101! zu vergleichen. — l\in■׳ gleiche l'raee wirft 1(. Chiskija (liokeach No. :{!;*; in HctrclV des ,."ה’ auf.

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