Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1894-09-21 · No. 38. (21.9.1894) · p. Seite 151

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 38. (21.9.1894)
Date
1894-09-21
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/5367336-6582189-5991481--2577-5369392
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zügen des Jahres 1704 nicht zu brechen vennoche, durch die Verproviantirung der drei wichtigsten Festungen Raab, Koinorn und Ofen, die dadurch vor der Waffenstreckung gerettet worden waren, die werthvollsten Dienste geleistet. Die Beziehungen Simon Michel s hatten sieh erweitert, in der Judengasse von Pressburg war länger seines Bleibens nicht. Seine Verbindungen und Aufgaben wiesen ihn nach Wien. Am 14. August 1705 empfahl die Hofkammer der Hofkanzlei, für Simon Michel, seinen Gesellschafter und seine Familie das kaiserliche Indultum zur Niederlassung in Wien zu erwirken. Am 15. September desselben Jahres erfolgte die gleiche Empfehlung für Lazarus Hirschei Vergebens wies man in Wien auf die Gefahr des Vaterlandes hin. Joseph I. hatte den Thron der Habsburger bestiegen, er wusste, dass andere Gefahren seinem Reiche drohen, als von den Juden, und so schrieb er denn unbedenklich am 7. December 1705 auf das so wild angefeindete Gesuch: »Das gebetene privilegium solle diesen iuden gegeben werden.« — (Schluss foljrt). Bubers neueste Midrasch• Edition und der Lekach- Tob des R. Tobia. Vuii Rabbiner Dr. Gold fall n. UI. Mehrere Wochen nach Absendung meiner Studie über den Midrasch Agada erhielt ich die neueste Edition der »Pesikta Rabbati«, gedruckt Warschau 1893, Verlag von Memil Justmann, herausgegeben von Abraham Moldechai Wirnikowsky. Her Text der Pesikta ist ein Abdruck der Textrecension der Pesikta Rabbathi ed. Wolf Einhorn, Breslau 1831. Unmittelbar unter dem Texte befinden sich die Textvarianten des R. Kfra'im Margoliuth nach des Edition Lemberg 1853. Unter diesen Varianten steht der 1)0ץ pelconunentar des R. Efrai'm Margoliuth (Sera Efrai'm) und unter diesem wieder der Commentar des R. Wolf Einhorn und hier zum ersten Male aus dem Manuscripte abgedruckt der Commentar des R. David Luria. Sehr lehrreich ist die Einleitung des R. David Luria zur Pesikta rabbathi. In sechs Paragraphen spricht R. David Luria: 1. über den Namen: Pesikta; 2. über die Bezeichnung: Rabbathi; 3. über den Redacteur: R. Kaliana; 4. über die Anordnung der Pesikta im Anschlüsse an die Einleitung des seligen R. S. L. Rapaport zu den Gutachten der Gaonim, Berlin 1845; 5. über die Reihenfolge und den Inhalt der einzelnen Piskoth und 6. über die nicht mehr vorhandenen Piskoth. Die sonstigen Arbeiten Rapaport’s, Zunzen’s und der anderen •neueren Kritiker standen ihm nicht zu Gebote; selbst des Asulai »Schein 11a-Gt׳doli11K stand ihm (Lüria) nicht zu Gebote, einzelne »Excerpte« aus dem »Schern ha-Gedolim« verdankt er den Mittheilungen seiner Freunde. Die Herausgabe der »Pesikta dr. Kaliana« und des »Lekach« durch Buber, auf welche Editionen der Herausgeber in eingeschobenen Zwischensätzen hinweist, hatte der selige I). Luria wahrscheinlich nicht erlebt. In der Einleitung zur 19. l'iska, vom Herausgeber an das Ende der Pesitka rabbathi als Ergänzung der allgemeinen Einleitung versetzt, berichtet Luria, er habe gelesen, dass in Mantua in Italien ein Manuscript der Pesikta sich befinde; erwünscht daher sehnlichst, dass das Manuscript ehestens gedruckt werde. Mit dem Wunsche, dass durch die Herausgabe der in den Bibliotheken verborgenen Manuscripte mehr Licht über das rabbinische Schriftthum verbreitet weide, schliesst Luria auch die allgemeine Einleitung. Die Be- Zeichnung: Pesitka resp. l'iska delinirt Luria ganz genau s0) »Littbl.« 1 S92 S. 15‘J; 1893 S. 7 und 1894 8. G9. auf dieselbe Weise, wie ich das Wort wiederholt*0) definirt habe. Gelegentlich gedenkt er auch einer Definition des Wortes Pesikta von seinem. Luria’s Verwandten, Rabbi M. Berlin, welche mit der des seligen Grätz21) genau übereinstimmt. Gegen das Urtheil Abraham Ihn Ezra’s über den »Lekach tob« spricht sich Luria*2) aus denselben Gründen, welche mich in der Einleitung zu meiner Studie über den »Midrasch Agada« und den »Lekach tob« dazu bestimmten aus. Hinsichtlich der Zeit, wann R. Tobia gelebt und wann er den »Lekach tolv« zum Pentateuche geschrieben habe, ist Luria23) im Unklaren. Er vermuthet, R. Moses haddarschan, welchen Luria für den Redacteur des Rabba zu Numeri hält, halte bereits den »Lekach tob« ben utzt. Die Grundlage desCommentars des R. David Luria war die Ausgabe der Pesikta rabbathi. Breslau 1831, mit dem Commentare Wolf Einhorns. Die Ausstattung der neuesten Ausgabe der Pesikta rabbathi lässt viel zu wünschen übrig. Abgesehen von dem schlechten Drucke und der Uncorrcctheit des Textes ist der Satz wiederholt so verschoben, dass es dem Buchbinder unmöglich ist, das Buch zu binden, ohne den Druck zu beschädigen. Auch scheint es, dass manche Sätze aus den bereits früher erschienenen Commentaren des R. Efraim Margoliuth und des R. Wolf Einhorn ausgelassen wurden; die betreffenden Ausgaben: Breslau 1831 und Lemberg 1853 stehen zur Vergleichung mir jetzt nicht zu Gebote. (Schluss folgt.) Recensionen. Hickcll Gustav. Das Buch Job nach Anleitung der Strophik und der Septuaginta auf seine urspriingliehe Form zurückgeführt und im Versmaasse des Urtextes übersetzt. Wien, Carl Gerold s Sohn 1894. (Schluss.) Im Einzel 11011 habe ich dem Herrn Verfasser gegenüber zu bemerken, dass ich den 1. Vers des 24. Capitels, in welchem ich משדי לא נצפנו עתים relativiseb nehme, durchaus nicht gegen die göttliche Weltregierung gerichtet, halte, sondern übersetzen möchte: »'Warum ist’s den vom Allmächtigen, dem (loch die Zeiten nicht verborgen sind (bestimmt worden), dass die Ihn lieben, nicht seine Tage Überschaueny« Unter diesem Gesichtspunkt betrachte ich auch den 35. Vers im 31. Capitel, in welchem ich איש ריבי keineswegs auf Gott, sondern auf einen Menschen beziehe, der Gegner im Rechtsstreite ist. (Vgl. S. 58, Noten.) Da der Herr Verfasser (S. 2 u. 3) Hiob den Glauben an die Unsterblichkeit nicht zuerkannt, übersetzt er die diesen Glauben enthaltenden Verse 25 und 2ö im 19. Capitel (8. 37) in einem dieser Heilswahrheit entgegengesetzten Sinne, die mir auch sprachlich nicht motivirt örscheint: Ich weiss, mir loht ein Retter,- Wenn auch zu spät, deckt •Staub mich. Mein Zeuge »viril mich rächen, Fluch meine Gegner troffen. Ich würde indes folgende Uebersetzung mir vorzuschlagen erlauben, die sowohl in den Gesetzen der Sprache begründet, als auch in Uobereinstimniung mit den Commentatoron ist: Ich weis», mein Erlöser lebt, Der über Staub sieh erhebt. Dingst nachdem Irdisches fiel Ist das Göttliche mein Ziel. In ähnlicher Weise würde ich im 14. Capitel, in welchem von (len Beweisen der Unsterblichkeit aus der Natur di(* Rede ist, nicht den 12. Vers iS. 30! übersetzen: »Nicht stellt er auf Zeit Himmels', sondern im fragenden Sinne:;.Und der Mensch sollte niemals zu neuem Dasein erwachen V -י’־) Geschichte IV2, Seite •19<i, Ende der Nute :{(!. '־"־’) Einleitung, Suite S, Amu. 1U. •יי) A. a. 0., Feite 7, Amu. 9.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.