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Das jüdische Literaturblatt · 1894-09-21 · No. 38. (21.9.1894) · p. Seite 152

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 38. (21.9.1894)
Date
1894-09-21
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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-• 152 Im 2. Vors dos :12. Capitols würde ioh don Satz: צדקו נפשו מאלהים. welche״ d«׳r Verfasser s. 5s abersotzt: weil diosor sioli gerechter als Gott hält , lioh1>r andors iiliorsotzon: weil dieser Ilioli) iminor vom (סי siolitspunkto dos Göttliche״ der göttlichen Fügung1 aus sich r oo 111 fo rt i «rt o anstatt sich soiner Schuld bewusst zu werden . Die zu Capitel 21, Vors 22 vom Vorf. vorgenommene Textesändernng דמ*ם für רצים) und die Fehersetzung mit lllutuiauu ist durchaus niolit nothwendig. Der Vers ojebt vom Standpunkt hiobistiseher Anschauung aus einen recht };iiten Sinn: Kann man den (iott Wissen lehren, der die Hohen himmlischen Mächte, דמים richtet? Wohl aber ist die vom Herrn Verfasser (S. :11! im 22 Vors des lti. Capitols beliebte l.eseart מם£ד Klage) für גיספר Zahl) aus dem Zusammenhänge heraus bogi iindet: Bald kommt die Tndtcn-Klage leh schwinde ohne Rückkehr. Niehl motivirt scheint mir im HO. Capitol Vers 2 die l'< '»ersetzung des Wortes ."בל mit Mitleid ־. (S. lti). Im Midrasch Kahhah zu (icncsis, Capitol .'t.H, Vers 1H, wiril dieses Wort von לח frisch hergoloitet. Ks ergiebt sich sonach au angezogener Stelle in Hiob folgender Sinn: Ich bedarf ihrer Arbeit nicht, die Frische ist ihnen verloren gegangen. Völlig unbegründet ist die negative Febersetzung des 12. Verses im 12. Capitol: Nicht ist bei (!reisen Weisheit, bei Hoehbetagten Einsicht«!S. 27). Aus dem vorausgegangenen und folgenden Verso ergiebt sieh folgondc mit dem Texte völlig übereinstimmende l'ebortrugung: Fürwahr (las Ohr prüft die Worte, wie der (־inumen die Speise. Nur bei (;reisen ist Frkonntniss, bei Bejahrten die Kinsioht, dass bei Gott die Weisheit und die Allmacht ist. Noch eine Stelle sei hervorgehoben (Cap. XII, V. 5), in welcher die Verse zusammengezogen werden, so dass der iiusserliohe und innerliche 1‘nrallclismus darunter leidet (S. 27). Der Verf. übersetzt: Kos Slral'tags lacht der .'■Me in•:• Sein Fies «teilt im •״:rieht fest. Hier möchte ich für נ: ון למולד״ רגל lesen:לגמן מועדי רגל parallel mit den vorausgongonen Sätzen לי^יד בון לצשתות שאנן. Hs ergiebt sieh in solcher Weise folgende rebersetzung: Item I ngliiek |״lgt Verachtung, Item Wohlstände ruhiges Itehagen. Her Festigkeit der Sturz (das Ausgleiten des Fasses:. Dem Herrn Verfasser gebührt Dank dafür, dass er den Inhalt eines biblischen Huches in poetischer und lehr• reicher Weise dargestellt hat, welches einen unversieghären ()״eil der Tröstung und Segnung der gläubigen Seele orschliosst. Dr. S Nascher. Literarische Notizen. Mturgisciics. דה־ נא דגלנו עליך אהבה. Was ist der Sinn dieser Stelle in dem Gebote des Chasan am Neujahrs und Versöhnungsfeste? — Im Rödelheimer Machsor, ed. Heidenheim, heisst die Febersetzung: »Möge dein Symbol für uns Liebe sein.« Abgesehen von der sprachlichen l'nrichtigkeit ist diese Febersctzung auch logisch unhaltbar, da sic weder mit dem Vorhergehenden noch mit dem Nachfolgenden in Zusammenhang zu bringen ist. Offenbar hat dein Autor dieses Gebetes die Hrkliinmg des Midrasch zu ותלו עלי אהבה (Cant. II 4) vorgeschwebt. Hier heisst es: צם הארץ שקורא לאהבה איבה בגין ואהבת ואויבת אמר הקבר, ודילונו צלי אהבה, wozu der Commentar ידי משה bemerkt אפיי תינוק שקורא במהכיון למשה מושי ולאה־ן ה־ז ובו■ אפ ה וליגלרנו צרי אהבה. Das Wort דיליג bedeutet aber »überspringen, vorstammeln und לגלוג stammeln, stottern׳, also Heides, auf irgend eine Art durch mangelhafte Aussprache den Wortsinn entstellen, gleichbedeutend mit »lügen« etc. Dass die Radix תל im Aramäischen diese Bedeutung hat, zeigt auch das Targum zu Spr. Sal. 1*4,10. Ks übersetzt במשפט לא ימלל פיו mit ובדינא לא נדגיל פומיה »im Gerichte spricht sein Mund nichts Falsches«; ferner Spr. 14,5 צד־ שקד mit סהדא תלא eil) falscher Zeuge«! Siehe auch Tossafoth (Aboda sara 22 b) zu מלתבא גללא ב1צ תלא בחבריה יד־צ »durch den Griffel der Marmor springt׳, das Falsche in das Herz des Kameraden dringt«. Hei der Kr• klärung dieser Stellen linden es die Tossafoth auffallend, dass Kasein zu שני ת״ה המרגילים זה לוד, בהלנה (Sabb. 03a) mit Hinweis auf ודגלו צלי אד,ד.ה erklärt מאספין זה את זה, da es doch selbstverständlich ist;, dass Gott ein Vorsammeln von Gelehrten zum Zwecke des Gesetzesstudiums lieb hat. Dies vorausgeschickt, dürfte nun der Sinn der betreffenden Gebetsstelle folgender sein: ותנצל בשט! לבל ישטיננו Verweise don Ankläger (Hinderer), dass er uns nicht unkluge (hindere, die Gebete unverstümmelt und würdig vorzutragen 1: ויה״ נא דגלנו צליך אהבה und lass auch das, was wir ,übersprungen, verstümmelt‘ haben, in Liebe von dir aufgenommen werden,« לכל פשצים תכסה באהבה Alle Fehler, Schwächen, Mängel (welche wir beim Beton gezeigt haben) bedecke mit Liebe.« Diese Krklärung findet auch eine mächtige Stütze in dem Siddur des R. Hirz Trewes :Thiengcn 15110), wo die Stelle in Wirklichkejt heisst: יהיו נא דילוניני צלינו אהבה.!" Cohen-Roes a. Rhein. KcricliliKiing. Herr Rahhinor Dr. 1*. N011 st!! 111 in liroshoi sandte iihs zu der Besprechung seines «•.lahrosboriclits über die hehr. Fnteiriehtsanstiilt« in Xn. 31 d. Hl. eine längere Krklärung. der wir folgende tbatsäeliliehe Berichtigungen entnehmen: 1. die Vorinuthiing!los Rccunacutcii, dass der Bericht an alle deutschen .luden gesandt wenden sei, ist nicht richtig, »ausser den Behörden und Mitgliedern hat ihn nur eine verhältnissinässig geringe Anzahl von Luten erhalten und zwar auf hesundere Empfehlung von Freunden der Anstalt*: 2. dass per Durchschnitt« das monatliche Sehulgeld pio Kind 4 M. beträgt, ist nicht ivnhr. fcdglieli ist auch diu Angabe, dass die .lalireseinnalune des Schulgeldes sieh auf 3104 Mk. beläuft, unrichtig, dieselbe belief sich im vergangenen •lalire nur auf 1755 Mk.: 3. auch in der Addition der einzelnen Beiträge irrte sieh der Rcronsont, die •iesannnteinnalirne betrug nicht rund 1)000 Mk. Ausserdem übersah er, dass eine Reihe von Beiträgen für stiftungsgemässo Zwecke bestimmt ist.. — Zum Schluss wollen wir noch horvurheben, dass die Xoustadt’sehe hehr. Fnterriehtsanstalt sich vielfacher Anerkennung erlreut, sie unterhält auch eine grössere Anzahl Freischüler — unter denen sieh besonders Kinder von Rabbinern 1111,1 Ldirorn bclinden. (Die Red) Inhalt. Moses Mendelssohn und sein Zeitalter. Y1. — Ueber Heinrich Heino’s Abstammung. — Buber’s neueste Midrasch-Edition. Von R •bbiuer Dr. (ioldfahn. 111. Recensionen: Bickell, •inst uv. Das Buch Hiob. (Schluss.) Literarische Notizen: Liturgisches. Berichtigung. Literarischer Anzeiger. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist untersagt. Literarischer Anzeiger. Als Festgeschenk empfohlen: Aum «len» jUdlHchcu lieben. X״ veile n von B Hause iu Eisenach. Tendenz: Di■■ häusliche Erziehung . im Lichte de!׳ Fadugogik und der israclit. Religion. 34•• S!,!•eis | Mk. J7• < Im Selustverlage des Verfassers. Im Verlage von L. Goldschmidt iu Hamburg ersshion: |7H> Psalterklänge Homiletische Finlcitung iu die l'salmen. Von Dr. Dav. Loimdörfer. Im Selbstverläge des Verfassers erschien soeben: |7ll Predigten Von Dr. S. Horovitz Rabbiner der israel. (ültuagoiuoinde Bielitz. Bei Mayor & Hüller iu Berlin erschienen: ]712 Studien /um Buche Tobit. Voll Itr. M Konciiiiiiuiii. Vorantwortl. Redaeteur Dr. M. Ralimer, Druck Leigt ner A Drewl's, Verlag der »Expedition•, sämmtlich in Magdeburg.

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