Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 23 (1894)
- Issue
- No. 37. (14.9.1894)
- Date
- 1894-09-14
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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140 das untrügliche Zeichen alles dessen bleibt, was durch Ilm‘ Hände gegangen ist. Allein ich wusste auch, wie viel kostbare Stunden diese milde Gefälligkeit Ihnen rauht, wie manche bessere Arbeit sie der Nachweit entzieht, die von ihrem Liebliiigsdichter nicht nur viel, sondern auch vieles zu besitzen wünschen muss. In Wahrheit konnte ein Uchcrsclzcr der Bibel, der an Luther sich lehnt(1, der also den eigenartigen, markieren Ausdruck bevorzugt. von Ruinier nicht viel Vortheile ziehen. Während die Uebersetzungen ins Volk drangen und den Juden (,ine Spruche gaben, nachdem sie bisher kuudcrwiilsch gesprochen und demgemäss auch kauderwiilsch gedacht hatten, haben seihstständige Abhandlungen Mendelssohn s die Denkenden innerhalb und ausserhalb des Judenthums angeregt. Auf den mannigfachsten Gebieten entwickelte Mendels- Hohn in den letzten Jahren eine Thiitigkeit, als hätte er eine Ahnung, dass es mit ihm zu Ende gehe, als müsse er sich beeilen, was er noch zu sagen habe, der Oeffentlichkeit. zu übergeben. Die eigentliche Metaphysik, welch(1 Mendelssohn als seine lluuptdomiinc!)(1trachtete, ist dabei am schlechtesten fortgekommen; di(1 Morgenstunden sind einige Jahn1 zu spät zur Welt gekommen; vier Jahre vor ihrem Erscheinen hatte sie Kant in der Kritik der reinen Vernunft' auf's (!rundlichste widerlegt; dies Buch war todt,!)(1vor es in s Lehen trat. Die klare und elegante Darstellung könnt!1 daran nichts ändern. Kant war wenigstens für dieses Buch der Alles Zermalmende. Aber in seinem Buche ׳Jerusalem und noch mehr in einigen Aufsätzen, die bei geringem Umfange!1ine Eiille von Gedanken boten, zeigte Mendelssohn sich auf der Höhe seiner ■Schatfenskraft. Wer hat wie Mendelssohn so klar, so eindringlich alle Versuch!1, die Religion durch weltlich(1 Mittel zu fordern, als dem Wesen der Religion zuwider zurückgewiesen und dadurch di(1 Religion mit der Freiheit versöhnt■? Mendelssohn hatte an sieh seihst das deutliehste Beispiel, dass derjenige am würdigsten für die Religion wirbt, der nicht von Amtswegen sie ver theidigt, und die Ueberlicferung'1*« lcs Judcnthuins konnten ihn nur in der Meinung bestärken, dass es gut sei. einen praktischen Beruf mit dem Studium der Religion und dem Streben, sie zu lehren, zu verbinden; und nicht nur die Rasteren, sondern auch die Rahbiner seiner Zeit gaben ihm den Beweis, dass der (Jlauhe nicht immer am besten geborgen sei bei seinen , (Fortsetzung fol”t.) bestellten Hütern. Bubers neueste Midrasch-Edition und der Lekach- Tob des R. Tobia.*) Vou Uabhincr Dr. (johl fall a. II. Ebensowenig nöthigt; uns das zweite arabische welches bei dem Verfasser des M. A. sich tindet, nehmen, der Letztere habe unmittelbar unter der sphärc der Araber hezw. der Muhamedaiier gelebt. Wort, auzu- Macht- Zu 4. B. M. 13,23, thcilt der M. A. zwei Erklärungen mit. Nach der ersten hätten bloss zwei .Männer die Weintraube * 1111 erstell!heile (״א. sind l'iilgcndo Dniekl'eliler zu 1״ richtigen: S.!I!9b (Text) Z. 11 v. 11. st. ara 111 :i isc 111! 11 lies: aralösehell. ibid. Amu. 1) Z. 2 st. תופי ׳ר lies “1״*.CV1 — Am״, ti) Z\ J. v. e. syriacae st. ajriacae; Z. I v. 21' .״ statt .'14; Z. (1 v. חרתא st. חרדלא; Z. 8 v. >!.: Dusu sl. Jusa; Z. 4 v. 11. Verderliuns st. Verderbers; Z. 0 v. 11. Klxai st. F.lnai; Z. 10 v. 11. nach 110r a e 110111 liige hinzu 9a. getragen, nach der zweiten, int Anschlüsse an den Talmud7) und die Midraschim,R) sollen acht Männer die Weintraube getragen haben. In der ersten Erklärung, wonach nur zwei Männer die Weintraube getragen hätten, berechnet der M. A. das Gewicht der Weintraube im Anschlüsse an Rechnungsform: I, des Talmud auf fünftausend sieben und vierzig רטלים.®) Denn nach den tahmulischen Berechnnngen können zwei Männer zweihundert lind vierzig סאה tragen; eine סאה enthält sechs קב und ein רב enthält vier ילונ°) und ein לוג ist gleich ei nein ״ ייסל) Letzteres Wort ist allerdings arabisch, entstanden aus dem griechischen Xtzpa nach Bernstein12) und Lagarde '3) durch Umstellung der Laute 4* und »r«; aber das Wort findet sich auch sonst in der hebräischen Literatur, seihst im Talmud, woher der Verfasser des M. Adas Wort überkommen halten kann. Er mag die ganze Erklärung einem älteren Commentator entnommen haben. Zunzen's »Zur Geschichte und Literatur«, worauf sich Prof. Bacher beruft, steht mir nicht zu Gebote. Aus dem Umstande, dass die Deutungen des M. A. an zwei Stellen") mit denen des Nachmanides und an einer Stelle mit der des Paaneach Rasa übereinstimmt, will Prof. Bacher folgern, dass der M. A. nicht vor der Mitte des vierzehn ten Jali rhunderts redigirt worden sein kann. Den Beweis hierfür, dass der M. A. die genannten Werke benützt haben müsse und dass nicht das Umgekehrte der Fall gewesen war, dass die fraglichen Gommentatoren den M. A. benutzt hatten, hat Herr Prof. Bacher aber nicht erbracht. Was nun die Uebereinstimmutigen mit den Deutungen des Nachmanides betrifft, hat Prof. Bacher übersehen, dass die betreffenden beiden Deutmigen sicli auch noch bei einem andern Commentator linden, nämlich im Chiskuni, welch letzterer Oominentar wenigstens so alt ist,״®) wie der des Naebmanides, woraus folgt, dass die betreffenden Deutungen nicht Naebmanides selbst angeboren. Auch verstehe ich durchaus nicht, wie Herr Prof. Bacher behaupten konnte, die Deutung des M. A. z. 1. B. M. 15,10 sei Nachmanides z. »St. entnommen, nachdem Nachmanides seihst auf die Quelle der fraglichen Deutung, Midrasch Rablm z. St. hinweist. Herrn Professor Bacher ist aber auch entgangen, dass der Chiskuni, welcher in der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts verfasst worden ist, den M. A. wahrscheinlichst bereits benutzt hatte. Wie aus (len wiederholt benutzten Agadoth 17) über Leiden bei Erziehung und heim Verluste der Kinder folgt, dass der Verfasser kein Glück mit Kindern hatte. Hiernach scheint mir, dass Buher im vollen Rechte sei, wenn er zu der Deutung des M. A. zu 1. B. M. 23,1 bemerkt: Diese Deutung sei des Verfassers, des M. A. selbsteigene Deutung. Die hetreffende Deutung lautet: שרה? אלא "V למה אמר ויהיו מלמד שלא דדה לה חיות(", אלא משנולד יצחק, מנין ויהיו בגימטרייא; מכאן כל מי •:אין לו בניב, אין לו חיות, ולא עוד ז) Sota, babli 34a; jerus. 21(1. ״) Ta ncliiiina a. 1. cd. naher $ 15 liebst Paral. ") Die betretremle Stellv des M. A. ist defvet und iuc.orrect. Der (opist batte irrthiiinlieli anstatt 1' מאוח gelesen ל' מאוח und anstatt C <10 las er irrthiimlieb Q - 40, darum stellt 5140 anstatt 5700 40X:C\•(, 4X-. "') .lerus. Terumoth 47b; vgl. Maiinonides zu Kelim 2.2; 11alaeliotli ged. cd. Hildesheimer 8. (324. ") Hai (iaoit zu Kelim 10,2. 11/! (יxikon z. Kirseli »yr. (.'hrestomathi 1896 s. v. ליטר- '■') Citirt von Porles: Etymol. Stildion 1871 S. 55 Amu. Allerilings ist nach Jeruselialmi Terumoth 1, e. *ל'טי nur '1, לוג, hingegen ־ לטל einem לע■ M) Zu 1. I!. M. 1:1.10; 15.10. '•־•) Zu 4. ü. M. 1,5-15. l'cher פנצחרוא vgl. l!e11|akob Hiielierschätz x. v. "*) Vgl. Ziemlich, (irätz Monatsschrift, .lahrg. 30, 1881 8. 19 IT. ”) 1. H. M. 3,16. 4,10; 3. D. M. 16,1, 16,30 (11. S. 40), 26,16, 30; 4. B. M. 15,38; 5. B. M. 9,20. 18) 80 ist der Text zu corrigiren.