Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 23 (1894)
- Issue
- No. 36. (7.9.1894)
- Date
- 1894-09-07
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5367336-6582189-5991479--2567-5369384- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
143 (Ralbng). bei den Christen als Maestro Leon de Bagnols bekannt. Leider ist das Manuscript unvollständig. Mein Manuscript umfasst 101 Blätter1) in Folio und zwar ist jedes Blatt 32 (Yntiineter lang, 23 Centinieter!!reit, und das ganze Manuscript ist 4 Centimeter dick. Auf jeder Seite sind 37 Zeilen, in klarer Schrift, wie die spanischen Juden schon zur Zeit Maimuni's geschrieben haben. Anfang und Ende des Manuscri) tes sind unvollständig; doch ist das Vorhandene noch immer von sehr grosser Wichtigkeit zur Würdigung R. Levi b. Gerson's, sowie zur Kenntnis» des arabischen Philosophen Averroes. Folio 1 beginnt mit den Worten זולת התכלית במלונת והיא שבירת ראש ובו; auf Zeile 10 beginnt dass 3. Capitei; המאמי השלישי זה המאמר יכלול המאסר בתנופה ובמה שאין לו תכלית ובר אמר לוי בעבור שלוקח בנדר כטבע וכו und dieses Buch schliesst mit den Worten:2) ובכן נשלם הבאור בזה הספר ולא חקרנו הנה במקומות אשר חייב מהם ארסטו בזה המפר קימות העולם כי וה בבי־ עשינו בו בספר מיוחד לנור לזאת החקירה ושם באינו שאלו הטעיות אשר יחייב בהם אייסטו קדמות העולם לא יתחייב מהם מבוקשו על כל פנים. והיתה השלמת הבאור הזה בסוף חודש פיון שנת ם״נ לפרט האלף הששי ומהש׳ ית אשאר העזר יתברך וישתבח לצד ולנצח אמן: Da der Schreiber in der Einzahl spricht אשאל העזר und überdies der Name des Copisten, wie dies in alten Manuscripten üblich ist, sich nicht findet, Schriftzüge und Papier in gleicher Weise für das hohe Alter sprechen, glauben wir nicht irre zu gehen, wenn wir unser Manuscript als Autograph bezeichnen. Die Liniatur wurde, wie bei den Thorarollen und amtlichen Urkunden (Scheidebriefen) mittelst Griffeln gemacht. Beendet wurde das Buch Ende des Monats Siwau 5063 {Juni-Juli 1303). Das Buch enthält 8 Capitel und ist sicherlich eines der ersten und ältesten Werke Balbag's, 'weil er es im Alter von 10 Jahren geschrieben, falls die Angabe, dass Balberg 1284 geboren wurde, richtig ist. Was in diesem Buche zu beweisen war, finden wir auf Fol. 25a, Zeile 6—2 von unten. Dieselben lauten: ובבאן התבאר שזאת התנועה הראש־נה היא סבובית. ואולם איך אפשר שתהיד. תנועה השנית סבה לתנועות מתחדשות ובו• Drei Zeilen nach Schluss dieser Abhandlung beginnt das Buch ספר שמים והעולם. M. Steinschneider bespricht in seinem Buche: »Die hebräischen Uebersetzungen des Mittelalters« p. 127 diesen Cominentar Ralbags. Dieses Buch beginnt mit den Worten כונתו בזה השפר המעונה בשמים והעולם ובו und schliesst mit folgenden Worten: ובכן הותרו בל אלו הספקות. ונשלם הב אור בזה הספר. והיתה השלמתו בחדש אלול של שנת שמונים ואחת לפרט האלו* הששי ותהלה לאל לבדו יתברך על נ ל ביכה אמן. Dieser Cominentar reicht in unserem Manuscript von Fol. 25 b bis Fol. 50 a. Nach dem üblichen Zwischenraum folgt: באור ספי ההויה וההפסד לקצור בן רשד (Cominentar zum Buche des Averroes de gener. et cort.) u. Z. von Fol. 50a bis Fol. 60b. ') 1)118 Manuscript war nicht puginirt und habe icli das noch Vorhandene puginirt, indem ich mit der Ziffer 1 begann. Das Manu- ■script ist auf starkem Papier geschrieben und zum grössten Thcil sehr gut leserlich. *) Wir geben die Zeilen genau in der Anordnung, wie dieselben 4m Manuscript sich betindon, dio Zeilo נשלם ובכן ist die 37. Zeile von Fol. 25a und die (ihrigen Zoilen sind die oraton des Fol. 25 b. ״) Daraus folgt, dass Ralbag ein Buch über die Schöpfung der Wolt verfasst hat. Es beginnt mit den Worten: הבונה בזה הספר הדבור בשנוייב השלשה וכר Der Schluss lautet wie bei Stein- Schneider, •>p. eit. 137, Anm. 166, von uns jedoch vollständiger mitgetheilt: והיתד, השלמתו בחדש אלול שנת שמנים ואחת לפייט האלף הששי. והתהלה לאל ,לבדו אלי־ עזרנו ברוב רחמיו וחסדיו Fol. 60 a beginnt באור ספר האותות העליונות קצור בן רשד (Steinschneider op. cit. p. 137) und lautet: בעבור שדבר בהתחלות הי־אשונות המשותפות וכר עד כן ראר שיהיה, und schliesst Fol. 00b mit den Worten: בכאן נשלם זה הבאיו* והיתד, השלמחו בחדש טבת של שנת שמנים ישניס לפרט האלר- הששי ותהלה לאל יח לבדו F01. 91 ist eine Illustration zu dieser Abhandlung über die höheren Zeichen (Metore). Fol. 92 beginnt die Abhandlung באור ספר החוש והמוחש קצור אבן ראש״ ד mit den Worten: אבר אבן ראש ד Nach Steinschneider ibid. p. 155 gehört dieser Commentar zu den seltensten. Leider sind in unserem Manuscripte nur 10 Blätter vorhanden. Nach Stein- Schneider (ibid.) kommt die erste mit אמר לד =- א ל bezeichnete Note erst ziemlich spät vor; in unserem Manuscripte findet sich schon א ל auf Fol. 92 b, also auf der Rückseite des 1. Blattes dieser Abhandlung, n. Z. אמר לוי וזח אם ימצא חוש הטעם בכל מיני ב״ח וכו־ Levi (ben Gerson) sagt : »Dies wäre nur wahr, wenn der Geschmackssinn sich bei allen lebendigen Wesen fände (vorhanden wäre); er ist aber nicht bei allen Thieren vorbanden, wie das mit den Augen (dein Gesichtssinn) der Fall ist; es sind dies die Mitteldinge zwischen Pflanzen und Thieren; das einzige Charakteristiken des Thieres als solches ist der Tastsinn.« Es ist die klare und nüchterne Sprache eines modernen Naturforschers, und diese klare, rein sachliche Sprache zeichnet den Maestro Löon de Bagnols fast überall aus. Ob es nicht lohnend wäre, diese Abhandlung hebräisch und deutsch zu veröffentlichen? Sofia, den 27. August 1894. Recensionen. The Jewisli Quarterly Review, edited by J. Abrahams and C. G. Montefiore. Vol. VI, Jnly, 1894. London. Nutt, 270—271. Strand. W. C. Das vorliegende Heft, welches den sechsten Band und den sechsten Jahrgang der besagten Review abschliesst, enthält einige interessante literarische Beiträge von bekannten jiid. und nichtjüd. Gelehrten. Mr. Joseph Jacobs eröffnet die Reihe derselben mit einem Artikel, worin die in verschiedenen Städten Spaniens in beträchtlicher Anzahl sich vorflndenden Manuscripte und historischen Dokumente, die auf die mittelalterliche Geschichte der spanischen Juden Bezug haben, weitläufig besprochen werden. Der Verfasser hat nämlich im Jahre 18HH eine Reise nach Spanien unternommen und daselbst in verschiedenen Plätzen mehrere Archive entdeckt, die auf das jiid. Gemeindeleben vor und während der Inquisitionsperiode einiges Licht verbreiten, und auch sonstige, bisher wenig bekannte geschichtliche Fakta in Betreff (1er spanischen Juden enthalten. In diesen Archiven sind inter alia etwa 1200 Fälle verzeichnet, wo Juden und Jüdinnen von den Inquisitions-Richtern ihres jiid. Bekenntnisses wegen beschuldigt und dafür mehr oder weniger hart bestraft wurden. Unter solchen beschuldigten und bestraften Individuen befanden sich sogar ein jiidischer, indischer Sklave, Namens Alvarez deCoto und zwei zehnjährige jiid. Kinder, deren »Judenthum dem Argusblicke der Inquisition nicht entgangen war. - - Besonders reichhaltig von solchen und derartigen Details sind die in Barcelona sich vorfindenden Archive, und darin sind auch die Disputationen des Nachmani (1105—1270) mit Pablo Christiani weit eingehender und ausführlicher beschrieben, als sie in Graetz’s Geschichte Jl. VII, S. 418)