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Das jüdische Literaturblatt · 1894-08-24 · No. 34. (24.8.1894) · p. Seite 135

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 34. (24.8.1894)
Date
1894-08-24
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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135 einleitenden l’ebersicht gedacht wurde, konnte hier noch nicht Platz linden. Es scheint dieser Punkt einer specielleren und selbständigeren Behandlung angemessen. Diese soll in einen! besonderen III. Theil versucht werden. Zum Midrasch Samuel ed. Buber. Mit vollem Recht behauptet Hr. Rabbiner Dr. Caro- Lemberg i;1 seiner Besprechung (Nb. 43 v. J.), dass Buber durch seine Ausgabe den Midrasch erst lesbar gemacht hat. Indem ich manche Wünsche und Bedenken, die ich bereits anderweit geäussert habe, für heute unterdrücke, möchte ich blos. um die Lesbarkeit zu erhöhen, auf mehrere in der Setzersprache sogenannte »Leichen« aufmerksam machen. Man wird gut thun vor dem Gebrauche des Buches die Ergänzungen zu machen. Zu ergänzen sind: Seite 66 Text Z. 1 v. u. nach den Worten יש הי־בו עושר לטובתן folgende Worte והרבו לרעתן,הרבו לטובתן. S. 68 Z. 6 vor den Worten כיח דשמי< ר׳ יוחנן der Sat» ׳!<׳״ ,.מוןדשמע רבי שמעון בןדקיש אתא- רקיטות״ח. S. 75 z. 4 vor ויאמר die Worte ויאמר משה משה. S. 75 Z. 5 naoh ודבר עב (אל?) שמואל das Wort ביגחן (?). S. 77 z. 14 nach מעתה die Worte אמי להם הקב ה אתם אמרתם אין לו מכי, עוד מעתה. S. 78 Z. 20 Anf. nach צל die Worte לבך כהותם צל S. 82 Z. 9 vor אמר לרם die Worte לבה לסו אנשי בית שמש על שהיו מליוין בארון. S. 82 Z. 12 nach הושיעה das Wort לו und nach תאני das Wort דבי. (Ebendas. Z. 10 ist אתריה statt אחר zu lesen. s. 83 z. 14 nach נביא die Worte מ״ט השמד לך פן תעלה ונומר בי אם ב ממום וגומר (דברים יב ע יד) ואליהו מקריב בשעת איםור הבמות. S. 86 z. 6 vor אין אתם die Worte אמרו להם, S. 89 Z. 17 vor למחר die Worte אמר ליה הכי אמר לו. s. 90 z. 16 nach נשאתי die Worte בעצמי ונטלתי. S. 101 Z. 4 nach אויל das Wort מרוח־. S. 101 Z. 9 nach HW das Wort וגומר. s. 101 z. 12 vor אמר die Worte ואמתו של אותו האיש S. 104 Z. 6 V. u. (Text) vor דוד אמר die Worte ללם אמת אל יי ויאר לנו שמואל אמר אברו הג בעבהים. S. 105 Z. 5 vor 2םקו das Wort שמשם (wie auch richtig in Note 5). s. 105 z. 13 anstatt ושתי שדות שהיו צריבה לו לאבד ist zu lesen .שתי שדות היו פשיטא ליה לאבד וליתן דמים מה צריכה לו אי תימא לאבד. Dagegen möchte ich S. 54 Note 3 streichen. (Vgl. במדבר רבה Sect. 7 Anf. נסתננה הפםולת und ערוך 8. v.סנן.) s. 62 z. 11, 12 möchte ich lesen: אלא יושב ומזווג זווגין נזר ואמר פלן ישא נץניח ופלנית הנשא לפרן. אמרה ליה אם בן הוא אף אנא אעבד מן אית לי אלף עבדין ואמהן... Das. Z. 14 ist zu lesen פל| ישא פלנית. Auch sonst wären zahlreiche sinnentstellende Fehler zu berichtigen, deren Beseitigung einer neuen Auflage überlassen werden muss. Kr. A. Ehrl ich-Riga. Recensionen. Goetclll, Dr. II., Rabbiner in Nachod. Die Bibel über den Werth des Lebens. Ein Vortrag. (Besprochenv. Dr.C. Werner, Rabbiner in Danzig.) :Schlu.8.) Zum Schlüsse versucht der Verfasser dieser Art des Pessimismus den Stachel zu nehmen und sie in den Dienst der Ethik zu stellen. Die Ansicht, dass das Glück nicht das höchste Gut und nicht der Zweck des Daseins ist, macht das Herz empfänglich für den selbstlosen Idealismus und stark im Kampfe gegen den praktischen Materialismus, sie lässt die Kluft zwischen Besitz und Armuth überbrücken. Der Reiche lernt, dass sein Glück nicht im Besitz besteht, und der Arme erfährt, dass!zu bemitleiden gar viele sind, zu beneiden fast keiner«; diese Anschauung endlich lässt uns die Freude lebhafter empfinden und leichter ertragen. Die Schrift endet mit den Worten: »Ich fasse zusammen: die Gott-Schöpferidee der Bibel »setzt den Optimismus als Weltanschauung noth- »wendig voraus. Durch die Thatsachen der Erfahrung »gelangen spätere biblische Schriften zu einem Pessi- »mismus der Lebensanschanung, der jedoch theils »durch einen evolutionistischen, theils durch einen »transcendenten Optimismus wieder überwunden »wird u. s. w.« Hat der Verfasser nun mit dem Resultate Recht, dass er den Pessimismus der Lebensanschauung, wenn auch in noch 80 milder Weise, als Lehren der Bibel und des Judenthums hinstellt'? Gewiss ist für unsere Religion das (Bück nicht der einzige Zweck des Daseins! gewiss ist sittliche und religiöse Pflichterfüllung der vornehmste und heiligste Lebenszweck; aber ist das Leben nicht reich genug, um mannigfache Ziele zu verfolgen? Nein, wie der Mensch ein Bürger zweier Welten ist, so sind für das .Tudenthum Himmel und Erde, himmlisches Gut und irdische Freude, die beiden erstrebenswerthen Ideale. Unsere Religion verkündet den vollendeten Optimismus und offenhart diesen Schatz und Schutz in der herrlichsten Weise; sie gebietet uns zu unserer Erziehung Enthaltsamkeit, gebietet aber nicht minder reine Freuden zu erstreben. Die Freuden sind dem Judenthum das Positive, die Leiden betrachtet dasselbe als Mittel zu einem höheren Zwecke. »Auch das ist zum Guten«, 80 spricht das Judenthum, wenn es ein-Unglück nicht versteht. »Für das Gute wie für das scheinbar Böse 8011 man Gott preisen, denn oft ist das Leid der Ursprung des Guten.« In den Gebeten prägt sich die Volksseele Israels am klarsten aus; man braucht nur ein Mussaphgebet mit innigem Verständnisse zu lesen, um dort den Geist des Optimismus in der kühnsten Gestalt zu verspüren. Die Leiden werden erklärt mit den Worten: »Wegen unsrer Bünden mussten wir sie erdulden,« und erklärt durch die Hoffnung, dass einst nach der thränenreichen Aussaat die freudenreiche Ernte herankommen würde. Der Verfasser hat mit vielem Geschick für seine Auffassung einzelne Bücher und Citate aus der Bibel angeführt und sie feinsinnig gedeutet; aber die meisten von diesen Schriftworten sind nur Reflexe einer trüben Zeit- Stimmung und daher nur als vereinzelte Stimmungsbilder aufzufassen. Die Psalmen schluchzen nicht nur, sie jauchzen auch in unendlichem Jubel; die Propheten klagen nicht nur über des Menschen Leid, sie preisen auch in gewaltiger Weise der Sterblichen glückliches Loos, aus dem apokryphischen Buche Ben Siraeh, das als Beleg für den Pessimismus in der Lebeusanschauung angeführt wird, könnte man ebenso gut auch das Gegentheil beweisen. Man braucht nur die Mitte des :10. Kapitals, Vers 21 11. s. w. mit Aufmerksamkeit zu lesen. Mit demselben Rechte wie der Verfasser aus Kohclct den Pessimismus der Lebeusanschauung, allerdings durch den Hinblick auf das Jenseits gemildert, als Bestandtheil dos Judenthums herausliest, könnte er auch in der Gering- Schätzung der Weisheit einen Grundgedanken des .ludenthums erblicken. Nein, wie der Zweifel au dem Worte der Weisheit überwunden werden muss, so auch jede andere pessimistisch(* Anwandlung. Ks ist bezeichnend genug, wie die beiden Schmerzensbiicher der Bibel, Hiob und die Klagelieder, am Schlüsse in Ueberwindung des Leides ausklingen. Hiob wird wieder glücklich, und der klagend(* Dichter hofft auf Erlösung. Ks ist gleichgültig, von welcher Hand diese Schlusssätze des Buches Hiob und der Klagelieder herrühren; der Geist des Judeuthums offenbart sich eben in (lein grossen Gedanken des Optimis-

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