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Das jüdische Literaturblatt · 1894-06-22 · No. 25. (22.6.1894) · p. Seite 100

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 25. (22.6.1894)
Date
1894-06-22
Page
Seite 100 (sequence 2)
Language
German
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»las mosaisch«‘ Gesetz so sehr begeistert, dass er ihm TTnvernichtbnrkeit tn1»l dit“ Zuwendung aller Volker weissagt, Nur Mose’s Gesetze bleiben fest, miersehiitterlieh und unzerstörbar, wie mit dem Siegel der Natur selbst bezeichnet, ununterbrochen von dem Tage ihrer Erteilung bis auf unsere Zeit, mul sm werden zuversichtlich so unsterblich Imsteben, solange noch Sonne. Mond. Himmel mul <li<* ganz»‘ Welt bestehen. Ich glaube, di«* Mtmsclmn werd»>n ihre eigenen Gebrauch(» unterlassen, ihr«* väterlichen Sitten nufgehen mul mir diese Gesetzt' noch verehren.«**) Von seiner Erklärung der einzelnen Gesetze beiten wir hervor: a. »lie »1er Kultusg»‘s«*tze. Tn »lein Opfer erkennt Philo nur »*ine svmbolisolu* Handlung; es soll »len vt'rdhmten Tod <lt>s 0pf<‘r1ule11 darstellt'U.***) »Gott ist allwisst'nd. auch gehört ihm Alles, nicht t־r. sondern »ler Mensch bedarf des Opfers.f) Gott will nur die Gesinnung, »lie das Opf«*r begleiten, »lie auch da st'in kann, wo kein Flt'iscb verbrannt wird, ft) Voll tiefer Rt'ligiositiit atlimen seine Worte über dt'11 Versöhnungstag. Wer b«*wmuh*rt und vert'brt nicht »len jährlich wie»lerkehrend»'n Fasttag; denn wenn man starken Wt'in. kostbare Mablzt'iten <««*tränk•* gemesst, durch die di'11 mn'rsiittliehen Begierd»*!! »b's Magt'ns gt'frölmt wird, befördert man auch unkeusebe Trieb»*, wo es aber nicht crluuht ist. Speise »nler Trank zu siel! zunt'bmen. damit J<*«l«*r mit lvinom Gedanken ohne Ht'binderung und Abw»*ndung durch leibliche Eigenschaften das Fest feiere, da lieben Alle zum Vat«*r »l»'r W«‘lt mit fromnu'n G«*b«*t. um die Vergehung friiht'rer Fehltritte auch um di»> Verleihung m*n»*r AVobltbaten zu erbitten.+++) Mit einem richtig«*!! G«*- fühl <*rk«*11nt er in d«*1! G»‘s»*tzen von den T11i«*rc11. das Nengebori'iie nicht vor S Tag«‘11 zu schlachti'ii (3. B. M. 22. 27.); eb»*nso nicht das Alte mit st'inem Jungt'11 an einem Tage zu tüdteii (3. B. M. 22. 28.); nicht■ das Zicklein in der Milch s»*i11»T Mutter zukochen 11. a. m. «li»* Id«*•* »ler lji»'bt* in das Mtmschen H«*rz zupflauzen 11ml j»*de11 Akt der Grausamk«*it fern zuhalten. Mit di«‘s«*n G<*s«*tz«*11. lehrt«* t*r, v«*rlangte uns«*r G«*setzg«*ber au«-b für di** Tbi«.*n* Sorgfalt, damit wir dadurch g«*wüh11t w«*rd«*11. mit um so grösserm Eif(*r. Menscl1<*111iebe zu üben. jedes Unrecht zu Hieben. rorts<‘t/nn;r Buber’s 'neueste Midrasch-Edition und der ״Leckach-Tob“ des R. Tobia. Besprochen von Rabbiner Dr. (i old fall 11. VIII. Finden sich auch nicht, viele nein* unb«*knnnte Aga- «lotli in «lern •Midrasch Agada<. wie Buher vermuthel. so finden sich doch imnmrhin 1n»*hrere, soviel ich wenigst,«*ns weiss. 1 isher »ganz unheliannte «nler doch nur kurz angedeutet gew1*sene Agadoth in dem vorlii'gcnden Midrasch Aga»la. Fällig«* dieser erst in dem M. A. hekannt, gewordenen Agadoth und solcher Agadoth, welche wir erst mittelst des M. A. •genauer l>«*!1rth<*il<*n könm*n. will ich hier noch kurz hespmdien. Dem Al. A. hat, wie ich I1t>- rcits bemerkt hah»*, der verloren gt-gaiigene Alidrasch deandern! '■'■) noch Vorgelegen. Aus diesem stammen he- •*' Daselbst II. S. l:l«i M. ***) 1 ins. 1 .־>«,- ms. t) I las. 10 1. tu Das. fff) Das. DIS. 0'-ן Kr schreibt auch gleich ■b.'in .Mandcnn zu 2. M. 1.1 (Tan- »•linniae d. Sttlin tj •tl שגאמ', וההיכי1 מאה א:זה. Dieses angebliche somlers seine Bemerkungen zum Segen Bileams, welche Bemerkungen dankbare Ergänzungen* zu den fraglichen Exe-erpten im Jalkut Schimeoni bieten. Es ist deshalb auch sehr zu be«lauern, dass, wie ich bereits bemerkt habe, die Bemerkung«*» des AI. A. von 4. AI. 23,12 bis Ende «l«*s A'erses 21 fehlen. Denn bei dem ausgesprochenen polemischen Charakter des Alidrasch *.Telaindenu■»!,s) wären gerade zu den fraglichen A'ersen die Deutungen des Jelamdenu von grossem Interesse. Für mich hat besonders Interesse die Bemerkung des AI. A.91) zu •1. AI. 24.7, welche Bemerkung!ler M. A. dem Jelamdenu entnommen zu haben scheint., (des. 12,3) ד״א יזל מים מדליו, כמה דתימר: ושאבתם מים בששון ממעיני הישועה. וזרעו כמיט רכיט. שיצא מהם מלך המשיה שישלוט במים, בבל העמים ובו• Diese Bemerkung bestätigt, meine Vermutlmng, welche ich vor mehreren Alonaten in einem Schreiben an den Oberrabbiner Dr. (1 ii d e m a 1111 in AVien ausgesprochen habe. In dem mir freundliclist zugesandten Hefte: »Neutestamentliclie Studien« Seite 20-—21 vermuthet Dr. Gildemann, der angebliche Vers, auf den sich Jesus, Ev. Jolnrnnes 7.3S, berufe, sei Secliarja 14,8, weil in dem hetreHenden Oapitel mehrfach die Hede vom Suckot.hfeste sei und die genannte Rede angeblich am letzten, dem grossen Tag«* des Laubhüttenfestes, gehalten worden war. Ich schrieb jedoch Herrn Dr. Uiidemann, meines Erachtens sei «1er fraglich«* gesuchte Vers: 4. M. 24,7, welcher hercits in der Septuaginta und in siimmtlich<*n Targumim nu'ssianisch gedeutet worden ist und: ix xfj; xoiXi'a{ auxoü ist «liel'ehersetzung von יזל מים (95מדליו; die 7to־:a|101 sind die מים רבים. Anstatt וזרעו hat er gedeutet וזרעו (wesauroü), wie im Al. A. וזרעו in הרעו (usnm) umgedeutet worden ist. Inter« *ssant. ist die'Deutung von Sprüche Salamonis 30,10 im B. A.!״i) zu 1. AI. 20,34, welche sich ausser den kurzim Andi'iitungen in der Glosse zu Raselii Spr. Sal. 30,31, meines Wissens in unseren Atidraschsammlungen nirgends lindet. Die hetrell'ende Deutung muss aber in den Midraschim gt'standen haben, das ist nicht nur aus Basel» a. a. ()., sondern aus dem Midrasch zu den Sprüchen Sal.97) zu ersehen, wo gesagt"wird, Salomo habe in dem fragliehen Kapitel fünf Andeutungen auf die vier feindliehen Reiche gegeben. Beachtenswertl! ist auch die Legende über den Tod und «lie Grabstätte des Propheten Jeremia, welche der AI. A.9S) mittheilt. — Wie icli bereits bemerkt habe, bietet der Al. A. zu 4. AI. 30,2 IT. anstatt einer Erläuterung des Bihelt«*.\t«*s grössere Kxcerpte aus der Pesikta dr. lvahana, der Pesikta Rah. und dem Alidrasch zu den Klageliedern, welche Kxcerpte ugadischu Deutungen zum ersten Capitel der Prophetien Jeremia’s enthalten, weil dieses Capitel Bilicb'.itat limlet sieb auch Taiiehuina zu 5. M. 8,1 cd. Stttin § 7. Wo sich «liege Ilibelstellc lindo, wussten die Erklärer des Alidrasch nicht anzugeben und auch Buher (zum AI. A. z. 8t. Amu. 10) weiss es 11i<׳ht. leb batte bereits vor Jahren in meinem Exemplare des Tanclmina bemerkt, die gesuchte Bibidstidle sei Jechoskol 41,15. Die fragliche Deutung des Afitlrasch nimmt an, dass מאה אמה auch zu dem nachfolgenden וההיב*4 הפנימי gehöre, weshalb «10m ההיכל der Yerbindungslaul ו rorangeffigt sei: im Alidrasch sei daher nur der Kürze mni «l«*s leichteren Verständnisses wegen »,.ic Wortfolge umgeändert worden. Später fand ich diese Erklär 11g im Comlnenlare des Wolf Einhorn zum Bereschit rabl.a cap. 19, ij 8. Einlioi'us מדיש תנאים und rin נתיב und I!. Elia W'ilna’8 Commentar zu Jeebesk.. auf wididie Werke Einhorn a. a. O. sich beruft, kenne ich 1110s aus Einhorns Ciiate. ״:l) Darauf habe ich bereits im »Litthl.«, Jahrg. 1885, 8. 173, in meinem Artikel *über l!e!1 l’atira« hingewiesen. 1,4) II, S. 14•-■. "') XOlXla muss als Holilgefäss culleus gefasst we! len; vgl. das aramäische קלתא, Schlauch, Krug, Eimer. Die angeblichen Reden Jesu waren ja bekanntlich in dem damaligen Dialecte der Juden aramäisch niedorgcschrieben. '"■) I, 8. «iT.!l;) Zu Cap. 3«t, 33 e«i. üuber, 8. 107; vgl. Buliers Amu. 38. ך II, 8. 157.

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