Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 23 (1894)
- Issue
- No. 24. (15.6.1894)
- Date
- 1894-06-15
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Es würde zuweit führen, uuf jede einzelne Rede ausführlich einzu״ehen. Alles in Allem sind diese Reden den Predigern aufs Wärmste zu empfehlen; die Predigten Muybaum's können sich, dies ist das beste Lob, das wir zu vergeben haben, neben Jellineks Reden getrost sehen lassen. Vielleicht ist auch die Hoffnung nicht unberechtigt, dass manch wackerer Israelit, manch humane Israelitin eine nüissige Stunde in der Badesaison damit ausfüllten, dass sie in diesem schönen Buche, das vom Verleger gut ausgestattet ist. lesen; sie würden dadurch nur um so gesünder aus dem Bade heimkehren. B. R. Buber’s neueste Midrasch-Edition und der ״Leckach-Tob“ des R. Tobia. Besprochen von Rabbiner Br. (!oldfa hn. VII. Während Herr Buber, wie ich gezeigt habe, einerseits nicht bemerkt hat, wie mangelhaft die ihm vorliegende Handschrift des M. A. sei, behauptet er andererseits oft dort-, wo gar kein Grund vorhanden ist, die betretfende Stelle sei defect. Zu 1. M. 1(5,5 7״) benutzt der M. A. die Behauptung des Talmudזז) und Midrasch,7־׳) dass Sarali deshalb früher starb als Abraham, weil sie von Gott seine Verurtheilung verlangt hatte: ,ולפי שמסרה עליו דין ההילה (i. מיתה (מתה — Anstatt: מתה hat aber Herr Buber wahrscheinlich: מיתה gelesen, darum bemerkt er.73) der Schluss des Satzes fehle. Herrn Buber ist aber entgangen, dass der Verfasser des M. A., wie viele seiner mittelalterlichen Zeitgenossen, die Selbstlaute: i, e, v, u.; u. z. nicht nur die gedehnten, sondern zuweilen auch die kurzen Laute, plene mit י und ו schreibt. So schreibt ers0) einmal in einem Kxcerpte aus der Pesitka dr. Kahana ed.' Buber1־׳) dreimal nacheinander anstatt: בתו (seine Toehter) ביתו mit י. Noch an andern zwei bis drei Stellen ist es fraglich, ob die Vermuthung Bubers, die betreffende Stelle sei defect, richtig sei; doch würde deren Widerlegung zu weit führen. Ich möchte hier nur kurz bemerken, dass, wenn meine obige Behauptung, dass der M. A. den Lekach Tob des R. Tobia benutzt habe, richtig ist, so könnte der L. T. zur Textcorrecctur des M. A. 11erangezogen werden. So z. B. ist: 82מדלגי) nach Lekach Tobv•) in: מדגלי zu corrigirt. Umgekehrt wieder kann der M. A. zur Oorrectur des L. T. herangezogen werden, so _z. B. ist הזב שהוא אדום im L. T. 85) in הזהב שהוא אדום zu corrigiren. Für die in seinen talmudischen und midraschischen Quellen vorkommenden fremden und weniger geläufigen Worte und Ausdrücke setzt der M. A. tlieils andere geläufigere Ausdrücke, tlieils hebräische Worte mit kleinen Zwischensätzen. I)a aber die Etymologien zumeist nur aus dem Zusammenhänge zu errathen sind, so sind viele dieser Etymologien nicht nur ungenau, sondern oft ganz verdreht. Ich habe bereits oben darauf hingewiesen, wie er in der88) Erzählung über den Tod und das Begräbniss des R. Alciba das Wort קיסרי bez. die griechische Bezek-linnng der fraglichen Localität missverstanden habe. Hier will ich nur noch auf ein solches Missverständnis« liinweisen. weil der fragliche Ausdruck auch von vielen Andern missverstanden worden ist. 3. M. 13,2 deuten die 1 ד, s. 3ö. '•') Rosch-Hsch. 10b: Baba kama 93a. ’־־) Kabba 2. St. cap. 45, S •"> cd. Wilna ls'S. 7f') 1. S. 35 Anm. 12. ד Z. 4. M. 30, 2 ff. II, S. 158. M1 S. 110b—lila;die Parall. vgl. Buber 1. e. Anm. 2). SJ) II. S. 139 zu 4. M. 23,10. “'1 Z. St. e!l. A. M. 1‘aduva Wilna 10*לא S. 255. ¬ד Z. 4. M. 19,2 ed. M. A. Padeva S. 23!•. ׳'■־־) II. S. 121 a.!. ,'V 3. M. 21,1 : II. S. 52. Midraschim*7) auf die vier feindlichen Reiche, welche Israel peinigten, u. z. wird בהרת auf das syro-griechische Reich gedeutet: בהרת זו יון שהיתר. מבהרה בגזרותיה על ישראל ואומרת להן בתבו על קרן השור. In meinem bereitsss) erwähnten Artikel in der »Magyar-Zsidö-gzemle« v‘j habe ich aber schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass der Midrasch das syrisch-griechische Reich mit dem byzantinischen Reiche verwechselt habe und die fragliche Deutung des Midrasch zu übersetzen sei: »d. i. Byzanz, dass sich mit seinen Verordnungen so liochmüthig über Israel erhebt30) und spricht: Man hat euch hingeschrieben auf die Zinne der Mauer, dass ihr kein Tlieil habt an dem Gotte Israels«. Gemeint seien die Neckereien der Kirchenväter, die Verordnung der nachliadrianisohen heidnischen und christlichen Kaiser, dass den Juden das Betreten der Stadt und des Umkreises von Jerusalem verboten sei, welche Verordnung an der Zinne und an den Ecken der Mauer von Jerusalem angebracht gewesen war, sei ein Beweis, dass das Judenthum abrogirt. und die Juden ein von Gott verworfenes Volk seien.31) Dem Verfasser der M. A. hat gleichfalls die Leseart: שהיתה מבהרת בגזרותיה וב׳ Vorgelegen. Während er aber die sonstigen Sätze des fraglichen Midrasch genau citirt, setzt, er für die fraglichen Worte: *שחדשה גזירות בהרות, »das Israel neue brennende Geseroth zugefügt hat (Schluss folgt.) Recensionen. XicolaN KotovitMch. La vie ineonnue de Jesus Christ. Paris. Paul Ohendorff. 301 S. Der russische Autor hat ein sehr unterhaltendes und anregendes Buch geschrieben; ob es auch unterrichtend ist, hängt freilich sehr von der Glaubwürdigkeit ab, die ihm beizumessen ist. Die öffentliche Wirksamkeit Jesus’ war nur sehr kurz, was hat er vorher gethan V — Ferner hat schon Schopenhauer die innigste Beziehung zwischen dem Geiste des Christenthums und dem Buddhaismus angenommen. »Alles, was im Christenthum Wahres ist, findet sich auch im Brahmanismus und Buddhaismus;. »Wie ein aus fernen tropischen Ländern über Berge und Ströme hergewehter Blüthcnduft ist im neuen Testament der Geist der indischen Weisheit zu spüren׳. »Das neue Testament muss irgendwie indischer Abstammung sein.« »Der Grunduntersehied der Religionen liegt darin, ob sie Optimismus oder Pessimismus sind; das A. T. ist Optimismus, das N. T. ist Pessimismus und wahrscheinlich auch historisch irgendwie aus dem Buddhaismus abzuleiten.« 80 scharf spricht Schopenhauer die Verwandtsehaft des Christenthums mit den indischen Religionen aus und er sieht sieh veranlasst, die evangelische Notiz "י) ltabba z. St. cap. 15, Jj 9; Tanchuma ed. Vonetiao z. St. 57 d; cd. Stettin Sil; in der Edition Buber §19 fohlt der fragliche Passus eutwedor in Eolgo eines Schreibfehlers der Copiston oder die Copisten liabon die unverständliche Phrase, wie das auch sonst geschehen ist, gestrichen. “,).Oben Anmerkung 15. *111. ל rg. 1889 S. 157- 58. הבהיר von בהר glänzend \ Fürst s. 0.) gleich dem syrischen שבהר und אשתבהר (Bernstein,!״exikon zu Kirsch syr. Chrestomathie 18113 8. «. בהר) mit etwas lliinkom. Vgl. 1התפאר על von פאי und 1הגדיל 8המגדל־ ע;Kurst 8. vv.) mit: *מבהרה על. — Entschieden unrichtig ist die Behauptung Bachers (Agada dor paläst. Aiuoräerl, S. 390 Anm.), dass nach Eov. rabba wäre der Autor dieser Deutung K. Samuel b. Nachmann. Diese Deutung ist im Kabba ebenso anonym wie im Tanchuma. K. S. b. N. gehört blos die Deutung von מדהבה, welche nur so nebenbei angeführt wird. Pebrigens liost Arueh s. v. מד' (ed. Lindau), auf welchen bereits Wolf Einhorn a. 1. verweist, anstatt: R. S. b. N. K. Ab ahn, was Bacher a. a. (1. S. 50(1 Anm. S entgangen ist. Die Leseart des Arueh scheint die richtige zu sein, denn die betreffenden Deutungen beziehen siehauf das Chrysarpyrum. "') Orätz, (losch. IV' 4ti2—(!3 und die ober, in Anm. 15 eitirton Arbeiten.