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Das jüdische Literaturblatt · 1893-12-15 · N° 50. (15.12.1893) · p. Seite 197

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 50. (15.12.1893)
Date
1893-12-15
Page
Seite 197 (sequence 3)
Language
German
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197 — \ jüdische Zeitung Notiz genommen hat, obschon derselbe nicht nur für Rätselfreunde, sondern auch für Bibliograpben von hohem Interesse ist. Ich gestatte mir daher den Artikel vollinhaltlich in wortgetreuer Ueber- Setzung hier wiederzugeben. Derselbe lautet: Eia bibliographische» R&tsel. Beim Lesen des mit (?) יודא ה״ש*) unterschriebenen Vorwortes zuAscherAnschel Worms Erklärung des Chad-gadja-Liedes, bekannt unter dem Titel כאור על חד גדיא (London 1785), in welchem es heisst: אשר היה לאל ידי להביא ביאור הקטן הזת לבית הדפום, sollte man nicht vermuten, eine neue Ausgabe eines bereits früher erschienenen Buches vor sich zu haben. Die Existenz der ersten Ausgabe war mir bis dahin durchaus unbekannt und auch, nachdem sie mir zu Händen gekommen war, durchsuchte ich alle Cataloge und bibliographischen Werke, jedoch nirgemds geschah derselben Erwähnung. Das mir vorliegende Exemplar in 8° ist am Schluss defekt (Nach Roest’s בית הספר Nr. 1606 fehlen in demselben die 4 oder 5 letzten Blätter. C.) Der Titel lautet: פירוש על חד גדיא לקוח מספר פתח תקוה אשר חיבר הצעיר אשר אנשיל וכר. Eine Vergleichung des Inhalts der ersten mit dem der zweiten Ausgabe zeigt, dass in der letzteren die ursprüngliche Einleitung zu einer חסדמה verkürzt ist, die nur ein Drittel der ursprünglichen enthält und dass Anfang und Schluss derselben fortgelassen sind. Diese erste Ausgabe ist aber nicht nur wegen ihrer grossen Seltenheit, sondern auch noch aus einem andern (!runde höchst merkwürdig. Fragt man nämlich darnach, wo und wann sie erschienen ist, so können wir nur den ersten Teil der Frage beantworten, nämlich: in Frankfurt a. M. bei Johann Köllner; auf den zweiten Teil der Frage müssen wir die Antwort schuldig bleiben, obschon der Titel das Jahr und die Woche, in welcher das Buch die Presse verliess, angiebt Dieses Datum ist aber in ein Rätsel gekleidet, welches wir nicht lösen können. Man liest nämlich: גדי אחד טוב na .לדעת השבועה והשנה. מתי היתה המלאכה נכונה נכסיה ברישא. תוחבו על שפוד קטיעא רגלא, ראש קרב וחיו לאחדים. אז שניחם יחדיו מוצמדים, ולרע בפירורים.תניחנו בו. בראשו ורגלו, שבעה שבועות ימים במספר. לפרט המסופר. ואם תסירנו בלי ראש, הפוש בחיבור נרות. ומשמשיהם בימים הנכנסים תמצאנו בראש. Für diejenigen, welche die Lösung versuchen wollen, dürfte folgende Bemerkung vielleicht als Handhabe dienen. Nach Steins chneider (Ersch und Grubers Encyclopädie 2 Seit. Th. 27, S. 79 und Catal. bibl. hebr. Bodl. Nr. 9455) wurden von Johann Köllner während der Jahre 1703—1727 hebräische Bücher gedruckt. Die gesuchte Jahreszahl wird daher durch die beiden genannten Zahlen begrenzt, falls alsdann die Angabe Steinschneiders durch das Datum unseres Buches, das ihm unbekannt war, keinen Widerspruch erfahren sollte. Wer löst uns dieses Rätsel?“ — Ohne Anspruch darauf zu machen, das Richtige getroffen zu haben, glaube ich in den Buchstaben שפוד =) שפו mit abgebrochenen Fuss) und ק dem Kopfe von סרב das Druckjahr gefunden zu haben, nämlieh 1726) תפו); alles Uebrige ist und bleibt mir 8in Rätsel, nm dessen Lösung ich die gelehrten Leser d. Bl. hierdurch herzinniglich gebeten haben will. Ob in einer späteren Nr. des genannten holländischen Blattes eine Lösung erfolgt ist, ist mir nicht bekannt L. C. Einen kleinen Beitrag zur Lösung des Rätsels glauben wir auch liefern zu können. Die Köpfe, von den 3 Wörtern גדי אחד טוב abgeschnitten, geben die Buchstabenzahl 13. Damit wäre das Monatsdatum angegeben; aber der Name des Monats fehlt. Dass die Zahl 13 gemeint ist, geht auch aus dem Folgenden *) E» ist Juda Halberstadt gemeint. hervor, wo der Verfasser die Tage und Wochen detailliert ״getrennt“ angiebt, (für בפירורים ist בפירודים zu lesen, analog den zwei vorhergehenden Reimen auf .(. . . דים ״Willst Du es (das Datum) getrennt wissen, dann zerlege es (das גדי) in Kopf und Fuss das giebt 13) ג׳י;. Lässt Du aber die Köpfe von גדי אהד טוב weg, so geben die 6 zurückbleibenden Buchstaben die Zahl 44, d. i. ebensoviel wie die Summe der Chanukalichtlein mit ihren Schamoschim (ומשמשיהם.)“ — Es bleiben nur noch die 7״ Wochen“ zu erklären (von wann ab diese 49 Tage zu zählen sind), um zu bestimmen, welcher Monat gemeint ist; wahrscheinlich Siwan. (Red) Recensionen. üistoire Litteraire de la France. Der 31. Band dieser Literaturgeschichte, welche bekanntlich von den Mitgliedern der Pariser ״Academie des Inscriptions et Belles-Lettres“ seit mehreren Jahren periodisch publiziert wird, ist vor Kurzem in Paris (Imprimerie Nationale) erschienen und verdient besondere Aufmerksamkeit Seitens aller jener jüd. Gelehrten, die sich vorzugsweise mit dem Studium der jüd. Literatur des Mittelalters beschäftigen. Denn die weit grössere Hälfte dieses aus 790 Seiten (in grossem Quartformat) bestehenden Bandes ist ausschliesslich den Biographien Rabbiner und jüd. Gelehrten gewidmet, welche im 14. Jahrhundert in Frankreich gelebt und die allgemeine oder speziell jüdische Wissenschaft und Literatur teils mit originellen literarischen Arbeiten, und teils mit Uebersetzungen vorhandener wissenschaftlicher Werke bedeutend bereichert haben. Besonders ausführlieh sindfolgende jüd. Autoren darin behandelt: Jedajah Penini, Calonymos ben Calonymos, Levi ben G e r s 0 n (Leon de Bagnols) Joseph C a s p i, und M 01 s 6 de Narbonne. Alles, was bis auf die neueste Zeit herab über diese Männer geschrieben und bekannt geworden ist, wird in diesen Biographien erwähnt, so dass wir dadurch ein vollständisches Bild von ihrem Leben, Wirken und Schaffen auf literarischem Gebiete erhalten. Was Jedaiah Penini besonders anlangt, so ist es interessant zu erfahren, dass er Verfasser von 19 Werken war, die teils im Druck erschienen, und teils als Manuscripte vorhanden sind, ohne dabei noch drei andere Werke zuzurechnen, deren Autorschaft demselben Dichter und Gelehrten zugeschrieben wird. Letztere sind: 1) סעדגי מלך (über das Schachspiel), 2) אגרת התשובה, und 3) ein in der Pariser Bibliothek sich vorfindendes MS., welches ein Commentar zü einem andern Commentar ist, den Abraham Ibn Esra über die Genesis verfasst hat. Unter all den angeführten Werken des genannten Verfassers ist keines, dem soviel Aufmerksamkeit zugewendet wird, als seinem weitbekannten nnd vielgelesene בחיגת עולם. Ueber dieses Werkchen erfahren wir, dass es 43 Editionen aufzuweisen hat, wovon die erste in Mantua im Jahre 1476, und eine der letzten im Jahre 1864 erschienen ist Dasselbe ist ins Lateinische, Italienische, Französische, Englische und Deutsche mehrfach übersetzt worden, welche Thatsache die Beliebtheit desselben beim jüd. Lesepublikum konstatiert Der französische Verfasser der ausführlichen Monographie über Jedaiah Penini verwirft das von Graetz über letztem gefällte Urteil (Vergl. Geschichte der Juden, B. Vll. S. 277) in Betreff seines Dichtertalents und des Wertes seines poetischen hebr. Styls, den er als eine hole Schönrederei und nichtssagende Künstelei bezeichnet Der Verfasser teilt vielmehr die Ansicht Munks, der in seinen Mölanges (S

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