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Das jüdische Literaturblatt · 1893-12-15 · N° 50. (15.12.1893) · p. Seite 196

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 50. (15.12.1893)
Date
1893-12-15
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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— 196 — Sprung, z. B.משכן Pfand, und גדוניא Mitgift einer Frau. Diese Wörter sind rein sumerisch. Auch das in so vielen Sprachen eingebürgerte תרטם ist sumerisch. Es gab verschiedene Kasten, welche verschiedene Berufsgeschäfte betrieben. Eine Familie Gum bestand aus Dolmetschern. Tar-Gum bedeutet ״Sohn des Gum.“ Die Keilschrift ist keine Erfindung der Semiten; diese haben etwas mehr geleistet, sie haben das Alphabet erfunden. Der Glaube, dass die assyrischen Entdeckungen mit der Bibel übereinstimmen, beruht auf einem Irrtum. So glaubt man z. B., dass die Baby- Ionier schon den Sabbat kannten. Dieser aber ist eine rein hebräische und mosaische Institution. Die Babylonier feierten wohl einen siebenten Tag; dieser war aber dem Monde geweiht Moses wollte die Verehrung der Gestirne mit Stumpf und Stiel beseitigen und den Ruhetag ganz und gar unabhängig von demselben machen. Sieben galt zwar als heilige Zahl; doch den Gebrauch, den siebenten Tag zu heiligeu, findet man nur in der Bibel. Die Einteilung des Jahres in Wochen und der Wochen in Tage ist den Babyloniern entlehnt, aber die Benennung der Tage bei den Hebräern ist eine ganz andere, da diese sich hierzu der Buchstaben des Alphabets א' ב׳ נ׳ bedienen. In jüngster Zeit hat man durch Auslegung einer Anzahl von Rechtsurkunden einige interessante Entdeckungen gemacht, aber die Monatsnamen in denselben sind weder jüdisch noch babylonisch. Ihre Benennung gehört einer Nation, von welcher wir bis heute durchaus nichts wissen. Diese Documente enthalten einige für Juden interessante Entscheidungen und ist in denselben, in einer die erste Austreibung der Juden durch Salmanassar betreffenden Inschrift, die Rede von Juden, welche von Phöniziern an Egypter verkauft wurden und deren Namen ohne Zweifel jüdisch sind. So begegnet man bei der Entzifferung assyrischer Inschriften auf jedem Schritt alten Bekannten. Es ist daher dringend zu wünschen, dass die Wissenschaft der Assyriologie, welche sehr langer Zeit bedurfte, um es zu einem gewissen Grade der Vollkommenheit zu bringen, in ihrem Fortschreiten nicht erlahmen werde, besonders da ihr praktischer Wert nunmehr zur Anerkennung gelangt ist In England haben besonders Sayce und Boscawen dieser Wissenschaft grosse Dienste geleistet und ich hoffe mit Zuversieht, dass junge Männer dieses schwierige Studium fortsetzen und in die Fusstapfen der Kundschafter und Forscher treten werden, welche die Grenze des Alters bald erreicht haben werden. Die Wissenschaft ist noch immer erst in ihren ersten Anfängen und Keiner weiss, wann sie ihr Ziel erreicht haben wird. Das Ei des Columbus in derMischna Nasir 10a. Von Rabb. Dr, Erosberg. (Schluss.) Ein fernerer Beweis, dass der jerus. Talmud die Mischna sich in anderer Weise erklärt hat, ist folgender: Wenn man beide Mischnoth (des Babli u. des Jerusch.) gegenüber hält, sieht man, dass im zweiten Falle der Mischna mit dem Paradigma דלת eine kleine Textdifferenz stattfindet zwischen der L.-A. des Babli und :der des Jerusch. Und man würde im ersten Augenblick sich kaum trauen, zu glauben, dass eine so kleine un• bedeutende Leseverschiedenhait eine so einflussreiche Verschiedenheit in der Erklärung der Mischna zu involvieren vermöchte. Und dennoch ist dem so. Im Babli heisst es im zweiten Falle bei דלת nicht אמר, sondern אומר הדלת, hingegen im jerus. Talmud heisst es nicht אומר, sondern אמר הדלת• Es fragt sich, wo ist die Quelle zu dieser Leseverschiedenheit zu suchen und zu finden. Nach dem oben Ausgeführten erklärt sich die zwiefache. Leseart von selbst. Sie hängt mit der differierenden Auffassung der Mischna eng zusafnmen. Ursprünglich hat der Text auch im Babli wohl gelautet אמר הדלת und nicht אומר• Und אמר hatte hier eben dieselbe Bedeutung wie im ersten Falle ,אמר אמרה ״ .פרה זוWenn Jemand gesagt hat ....“ Nun hatte aber einmal die bab. Gemara irrtümlich das אמרה auf פרה bezogen und aus dem Praeterit ein Particip. pracs f. gener. gemacht1) und אמר אמרה פרה זו so erklärt, als wollte die Mischna den Sinn haben: ״Wenn er gesagt hat, die Kuh da spricht.“ Sie musste daher consequenter Weise mutatis mutandis im zweiten Falle bei דלת ebenfalls das Perfectum אמר in ein Particip. praes. m. gen. umwandein, damit nach Ergänzung des Wortes אמר aus dem ersten Falle bei פרה die סיפא analog der רישא wird; im ersten Falle heisst es ״ .אמר אמרה פרהWenn Jemand sagt, die Kuh da spricht“, und im zweiten Falle wird wieder dem entsprechend heissen ״ .אמר אומר הדלתWenn Jemand sagt, die Thüre da spricht.“ Nach dem jerus. Talmud aber, nach welchem weder die Kuh noch die Thüre spricht, konnte die L.-A. integer stehen bleiben. Gerade אמר in der סיפא ist analog dem אמר in der רישא. n. Was nun die Bemerkung meiner geschätzten Herren Collegen Dr. Deutsch-Sohrau und Oberrabbiner Simonsen- Copenhagen bezüglich des unregelmässigen Gebrauches des subst. דלת betrifft, so hat trotz der richtigem L.-A. אמרה הדלת הזו הריני נזירה in der von Löwe in Cambridge 1883 edierten Mischnaausgabe unser Mischnatext doch die grösste Wahrscheinlichkeit der Ursprünglichkeit für sich. Wäre nämlich jene korrektere L.-A. die ursprüngliehe gewesen, so müsste konsequenter Weise auch weiter die Mischna lauten אם נפתחה אני und nicht אם נפתח אני. Es ist aber in der Notiz (Litbl. 44 S. 174) nicht angegeben, dass in der Cambr. Mischnaausgabe wirklich auch weiter אם גפתהה אני ZU lesen ist Gesetzt aber, dass dies thatsächlich der Fall wäre, so lässt sich aus dem Jerusch z. St )Nasir Absch. II Hai. 2) beweisen, dass gerade die Unregelmässigkeit des Gebrauches des Wortes דלת die wirkliche L.-A. der Mischna war. Dort lautet eine Stelle zur Erklärung der Mischna אפילו רא עמדה פרה אפילו לא נפתח הדלת• Hier werden die Worte der Mischna wiedergegeben mit dem Unterschiede nur, dass hier negativ ausgesprochen wird, was in der Mischna hypnothetisch (אם תעמוד, אם נפתח) hingestellt ist. Es sind aber derartige Unregelmässigkeiten im Talmud überhaupt nicht selten. Wir haben nur nötig, auf Kidd lb Thosaphoth s. v. קשו קראי אהדדי hinzuweisen und es wird dieses allsogleich eine unwiderlegliche Bestätigung finden. So z. B. Sabb. 22a (2נר חנוכה שהניחה למעלה מכ׳ אמה פסולה; Synh. 33a;הלכה חמורך טרפון השוכר את החמור להוליכה בהר והוליכה בבפעה; השוכר את החמור והבריפה (Baba Mezia 78a). Zur Rätselkunde. Von L. Cohen. Durch Zufall gelangte ich in den Be8itz der Nr. &, Jahrgang 1868 der in Amsterdam erschienenen ״Joodsch Letterkundige Bijdragen“ von J. B. de Mesquita. Diese Nr. enthält einen Beitrag von M. Roest, von welchem meines Wissens noch keine in Deutschlands erschienene *) Da«* * die Gemara im Babli אוסרה אמרח als Particip. praes. f. gen. anfgefasst hat, geht ans den Worten des Talmud (ibid. 10, 8) klar hervor. Die Stelle lautet: ואסר כסבורה סרה *י שאינה. *) Thosaphoth ibid. Kidd. führt . . נד שכבכחה an. Dies scheint aber nicht richtig 1a sein, denn die Stelle in Sabb. 21a lautet nur כנתה זקוק לח u. s. w, und da kann כבתה sich beziehen auf das vorher gehende פתילה, obgleich bei Baschi z, St. es heisst: י-כבתח, נר הנוכח

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