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Das jüdische Literaturblatt · 1893-12-15 · N° 50. (15.12.1893) · p. Seite 198

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 50. (15.12.1893)
Date
1893-12-15
Page
Seite 198 (sequence 4)
Language
German
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198 — 495) über Penini sich folgendennassen ausdrückt: 11״ öcrit en un style liebrew trfes 61ev6 et trös Elegant qui lui a merite le titre de l'Eloquent (המליץ).“ Es würde zu weit fuhren, wollte ich hier eine längere Beschreibung der verschiedenen Monographien und der darin angeführten Werke geben, die in dem in Rede stehenden Bande Vorkommen. Erwähnenswerth sind jedoch die in der Einleitung zu denselben zu lesenden Anerkennungen, welche von Seiten der Redakteure den jüd. Gelehrten Neubauer und Steinschneider für die grosse Hilfe gezollt werden, die sie ihnen bei der Bearbeitung des vorhandenen literarischen Materials haben angedeihen lassen. Die betreffenden Anerkennungs- Worte lauten wie folgt: ״Un premier travail sur les rabbins de XlVe siede a etö publie dans notre tome XXVII, et dans ravertissement mis en tete de ce tome, on a reconnu la grand part que M. Adolphe Neubauer a pris ä ce travail. Nous lui devons aujourdhui le meme temoignage de notre reconnaisance; c’est sur ses savantes notes, recueillies non seulement en France, mais encore en Angleterre, en Allemagne, en Espagne et ailleurs, qu’un de nos collaborateurs a redige ce demier article comme le Premier. — Nous devons ajouter que M. Steinschneider a bien voulu revoir toutes les epreuves de cet article, et nous apporter ainsi une garantie supplementaire d'information exacte et complete. II a merite la gratitude de nos lecteurs aussi bien que la notre. Schmeichelhaft wie diese Worte speciell fiir die besagten zwei jüdischen Gelehrten sein müssen, so ist nicht minder die Herausgabe überhaupt des fragliehen Bandes als ein Compliment anzusehen, welches die Redacteure desselben, worunter der Name des Ernest Rönan sich ebenfalls befindet, der gesammten jüdischen Wissenschaft und Literatur des Mittelalters gezollt haben. Die Pariser Academie des Inscriptions et Belles-Lettres ist wohl der erste existirende bedeutende liter. Verein, welcher es der Mühe werth gehalten, einer ziemlichen Anzahl jüd. Gelehrten samt ihren liter. Werken eine wohlverdiente Beachtung angedeihen zu lassen. Dr. Chotzner, Beifast. Paul Holzhaaaen, Di׳. J u d e n h atz in deutschen Nordseebädern. Verlag von Max Röder in Mühlheim (Ruhr). Preis 26 Pf. Erholungsreise brachte, gebrachten Jünglings, auch da einzutreten, wo dieser aus Liebe zu seiner verwitweten Mutter, deren Hoffnung und Stütze der junge cand. med. ist, die Möglichkeit eines Duells aus diesem Grunde zurückweist — und nun folgt auch noch unser Dank und unsere Anerkennung für das ihm Selbstverständliehe, dass er sich mit einem unschuldig Boycottierten solidarisch erklärt; da wird ihm seine Beteuerung, dass er in gar keiner Beziehung zum Judentum stehe, sondern nur die so selten gewordene Tugend reiner Menschlichkeif geübt habe, gar nichts nützen, er kann sicher sein, als ״Judenfreund“ oder gar ״Judenknecht“ gebrandmarkt zu werden. So wie ei n Narr genügt, um in Vielen den ihnen innewohnenden Trieb, Thorheiten zu begeheu, zu erwecken, so war auch auf Spiekerog die Ankunft eines Antisemiten hinreichend, um die bis dahin aufrecht erhaltene Eintracht gründlich zu zerstören. Man denke, ein Radauantisemit, der selbst für einen Ahlwardt die liebevolle Entschuldigung hatte, ״der könne sich noch bessern“, brachte es fertig, den jungen Kandidaten, der nach dem vorurteilslosen Urteil des Verf. ״ein vielseitig gebildeter und anregender Gesellschafter“ war, gute Manieren und ein unverändert bescheidenes und anspruchsloses Wesen besass und nur die zwei Fehler hatte 1) ein Jude zu sein und 2) von der Ueberarbeitung des Examens sich erholen zu wollen — zu einem ״frechen Judenjungen״ zu stempeln. Wozu brauchte ein Jude sich auch zu überarbeiten — Antisemiten thun dies niemals — warum musste er auch das Wässerchen trüben, aus dem der Wolf — wollt’ sagen : der Herr Antisemitenapostel — trinken wollte, um für seine ferneren Helden* thaten auf Kosten der irregeleiteten Volksmasse neue ,Kräfte zu sammeln? Ehre dem Verf. für sein mannhaftes Eintreten zu Gunsten eines unschuldig Verfolgten, auch dafür, dass er, durch dieses Treiben angeekelt, schliesslich sogar zum Wanderstabe griff, um anderswo Ruhe und Erholung zu suchen. Anerkennung ihm, dass er kernige Worte der Verdammnis für dieses schmähliche Treiben findet und dass er als Prediger in der Wüste auftritt; hoffen wir auf bessere Zeiten, auf Tage der Einkehr unter unseren gebildeten christlichen Mitbürgern, in denen solche Rufe zu höherer Selbsterkenntnis nicht mehr vereinzelt auftreten und nicht mehr wirkungslos verhallen werden. Dr, Singe r-Coblenz. In schlichtester Form gekleidet, ein selbsterlebtes Reiseabenteur auf Spikerog berichtend, so treten der Verfasser und sein Schriftchen vor uns und erzählen uns auf acht Seiteu ganze — Bände von Kulturbildern, denen als Motto die Worte Kants vorangesetzt sind: ״Denn es ist zu allen Zeiten so gewesen und wird wolh euch künftighin so bleiben, dass gewisse widersinnige Dinge selbst bei Vernünftigen Eingang finden, blos darum, weil allgemein davon gesprochen wird.“ Des Verfassers Erlebnisse auf Spiekerog gleichen wie ein Ei dem andern einer ebensolchen, dem Schreiber dieser Zeilen von einem hervorragenden Juristen aus aus dem Kreise der Centrumspartei mitgeteilten Erzählung von Borkum, wo der betreffende durchaus nicht sentimentale Herr Herr micht müde wurde über die Rohheit mancher ״Urgermanen“ einerseits, sowie über die unendliche Langmut der Staatsbehörden andrerseits den Kopf zu schütteln. Der Verf. gehört zu den Wenigen, denen die Entrüstung über das Feuer, das ihn nicht brennt, noch die Feder in der Hand drückt, wessen die meisten Edelgesinnten bereits überdrüssig geworden sind: er besitzt noch den Mut, für einen um seines Judentums willen um die Erfolge seiner Opfer, die er für seine Jm Verlage der ״Deutschen Hausfrauenzeitung“, Berlin SW., Grossbeerenstrasse 5, erschien ein Werk von weittragender Bedeutung: ״Frauenarbeit in Deutschland‘1, dargestellt von Lina Morgenstern. In 3 Bänden. Preis o Mark. Dies Werk umfasst im ersten Band die Geschichte der deutsehen Frauenbewegung und die Statistik der Frauenarbeit auf allen ihr zugänglichen Gebieten, während der zweite Band ein Adressbuch und die Statistik von nahe an 6000 Frauenvereiuen darbietet. Die von der Verfasserin, einer der führenden Geister in der Geschichte der Frauenbewegung, angegebenen offiziellen Quellen und 6000 in Deutschland versendete Fragebogen, deren Antworten zu bearbeiten waren, zeigt die unsagbare Mühe und den Ernst dieser Zusammenstellung, mit welchem zum ersten Mal ein Ueberblick über die gesammten Leistungen und Bestrebungen der deutschen Frau gegeben ist. Denn ausser der lebensvoll dargestellten Geschichte der Frauenbewegung, deren Vor- und Mitkämpferin die fasserin ist, ist darin sehr ausführlich Er Ziehung und Unterricht des weiblichen Geschlechts in Deutschland behandelt, vorzüglich und erschöpfend Bind die Kapitel über die Frau in der Heilkunst, der Krankenpflege und Geburtshilfe. Hüchst interessant ist die Frauenarbeit in der Kleinkindererziehung geschildert. In der Gruppierung der Frauenvereine im 3. Bande finden wir zum ersten Male auch eine vollständige nach Provinzen geordnete Statistik der jüdischen Frauenvereine, Dieses Werk, welches die Verfasserin bei einer nenen Auflage noch zu erweitern verspricht, sollte ln keinem Archiv, keinem statistischen Bureau, vor allem in keiner Frauenbibliothek fehlen. Für die jüdischen Frauenvereine ist es eine Ehrenpflicht, dieses Werk unserer berühmten Glaubeuggenossin anzuschaffeu. R. Verautwortl. Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck Friedrich Rasche &C0., Magdeburg. Verlag Rob. Friese, Leipzig.

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