Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 21. (19.5.1893)
- Date
- 1893-05-19
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
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81 solchen Eingreifen Ihvh’s in Israel’!! Geschichte die Rede! ist, so ist daraus noch nicht ein Zugeständnis W.’s «11 der 1 biblischen Darstelluug zu entnehmen. W. scheint hier das Bild zu ent werfen, *das sich (nach ihm) in der Exils-; zeit unter Esra von deruiosaischeu Periode bildete. ,Sonst würde sich N. augenscheinlich, wie es auch W. behauptet. in eclatante Widersprüche verwickeln, was kaum anzunehnien wäre. Freilich muss, wie N. (S. 101) characterisirt, nach W. die ganze Geschichte Israels in eiuzalne Bruchstücke zerfallen, die seiue geschickte Hand mosaikartig nach eigenstem Geschmacke zu einem Geschiehtbilde zuaammenset/.t.! Bei der llesprechuug der ״theokratischen lnstitutionen Israels" behauptet derVerf. mit nachdrückliche!• Ausführung neben dem Vorhandensein der Lade auch ׳ die des Stiftszeltes gegen Wder wohl die Existenz der ersteren als eines später zu eine!• Lade des Gesetzes (Bundes) idealisirten Idols“, nicht aber die des ן Edtes docirt. Zu bemerken wäre noch, dass davon absolut nicht die Rede sein kann, dass die Lade ledigj lieh ein Idol gewesen. Achte!! wir auf die hierfür als : beweiskräftig angeführte Stelle (Wellh., Proleg״. S. 197, J 1es|). ]95)! Es heisst au derselben (lSam 4,7 f.), dass die Philister sich fürchteten, als sie merkten, dass die l.adedes Ewigen in das Lager Israels gebracht worden und sprachen: .,Gott• ist in das Lager gekommen!“ Das konnte nun lehren,!lass unter der vorhererwähnten Lade der gefürchtete Gott zu vei-stehen sei. Doch ן 1!11ו durch den vorhergenainiten Begriff ,.L ade“ nicht von der Annahme des Idols absehen zu müssen,!miss ja v. 6 einer anderen Quelle zugewiesen werden als , \v. 7 u. 8, wo nicht ד׳, sondern '־frsalsGottesbezeichniing auf!ritt. Wollte man dies zugeben, so wäre eine Anzahl anderer Stellen dagegen anzuführen. Indessen giebt Wellh (Compos. <1.Hexat S.241־) als Belege dafür, dass Kap. 4—יו krasser wie sonst im A. T. die Lade mit Ihvh gleichgeset'/t wird, 4,18. ff 5,3 ff. 0,8.9 an, Stelle, die bei genauer Prüfung jiulischerseits — sei es vom Redaktor belichtend oder den handelnden Personen in den Mund gelegt — gebraucht werden. Die Philister aber, welche nicht von der Bundeslade, sondern nut den hellstrahlenden C h e r 11 b i 111 hörten oder etwas sahen, hielten diese für den Gott - oder vielmehr, wie aus dem im v. 8. (סיד האלהים האדירים האלה) gebrauchten Plural hervorgeht — die Götter Israels. Das schildert aber nur den Eindruck, den die Philister von der Lade hatten, nicht ihren wirk- ,liehen Inhalt und ihre Form, die vielmehr durch die hier mannigfach gebrauchte Bezeichnung als ,.Lade“ so benannt ist, wie man es nach der traditionellen Schilderung des Pentateuch anuehiueuniuas. — (S. 1 5״ ZI. 8. v. 11.1. eene.) (Forts, folgt.) Der Gaon von Wilnaalstalmudischer Forscher \11״ Pr. .S. Nascher. III. VIII. Selbstständig ohne Heranziehung von Gewährsmännern au« der Ueitie der t'oiiiinentatoren nimmt an den Texteslesuugen de* Talmuds lt. Elia Wilna Verbesserungen vor in nachfolgenden Traktaten: Beraehoth 5!1b. i’euli da, lila, 10b. Ub, Demai 25(י ». n. a. vjt.. Sabbath 86b. 103a, 136» u. a. a. St. Eritbitt 21a, 28b, Roseh-H asclianah ßla, .Inuin 10a. 18a. 27a, 28a. 37a, 40a, 42a, 4:>b. 44a. 4ü». 50a,;50«, (iljb. «Sb, 71b, 73a, 87b, Stiem 47b,51a, T»ui! lHa. 18b 20a. 23b, 0«a, 08« 30a. Hgitl.ih 10«, 13 , 28a, 09b, <! itt in 7b. 15a. fifia, 57b, 82b, Xasir 18b, 50a,!תידז י. zu streichen!, Nedaritn 7a. 37b. 41a. 53a. 53b, 5«:!. 58b, Hab« mezia 5a, 7Ha, 77a. 78e. 87b. Temur«l1 5a, 10a. Si baeliim 1811, 21b, 08«, 35a, 45«. 54«, 01a, Xidduh _9a. g)a. 3ln. 31a, •16a. 57a, 58b, 71a. 72a, *1(Ja. J ebu tnoth 34a, <4;u 113b, Kidusciiiu 12b, 15a, 19b, 39b, < n. Abodah saralt 8a, 19b. 2!1b, 79a. — Am f'rm htbarsten gestalten sich die Textveräudeumgeu und ־ Verbesserungen im Abschnitt Taharot,11: Kelim 2־a, 3a, 7a. 7b. 8a. da, 10a. 14b. lHb, 18b, Ola, 02b, ‘23b. 24b, 26a. 32a, 33b, t!hol״th 42e. 53b. Negaim 71b. 74b, Taharoth 108a. Mikwaoth 132b, Sabim Gib. 145a, Tebul jom 48a, 149b, 161a. Jadaim 102a. IX, Auch in ׳len 1'01nmantat׳1״en nimmt li. Elia W ir.* Verbe-semitgen und Berichtigungen v.׳r und zwar: * ohne anderweitige Benützung von Stellen au* den Talmud-Commentatoren bei K. Simeon au* Sens zu Demai 18b, 19b, 90b, ■u Kelim 2a, ab, fia, 1IU, lla, Ub, 12b, 13t, 13b, 14b, 15«, 16b, 18*. 19«, 20c, 21c, 25*, 97a, 28a. 30c, 3lc, 38*. *8«. 35a, IW87 ,:׳c, 38b, 39*. 40a. 40b, zu Oholoth 43«. 43b, 44*. 45«, 4tb, 47a, 48*. 48b, 49«. 49b. 50a. 59a, 53«, 53b. 54a, 64b, 56*. 55b. 56b, 59«. 59b, 60a, 60*. 60b, 63«, «3b. 64b, 67b, 68b, 69a, zu Negaim «9b, 74«, 75b. 77a, 78b. 79«, 80a, 80b, 8la, 82b. 83a, 84a. 84b, 85b, 87b, 8»a. 88b. 89b, 90«. 90b. 91b, F9a, 93b, 95*. 95b, 96«. 96b, 97b, 98b, 99a, 101b, 102h, 108«, 104b, za Taharoth 107», 108«. 110«, lila, lUb. 112*. 112b. 113«, 113b, 114b, 115«, 115b, 116«. 117«, 118«, 119b. 120», 120b. 1215. 122b, zi Mikwaoth 122b, 129b, 124». 124b. 196b. 126b, 127*. 127b, 128b. 129b, 130a, 191b, 132«, 132b, 183«. zu Machichirin 133b, 134«. 135a. 135b, 1:1 . 138 ,וי«. zu Sabim 14140 ,«׳b, 141a, 141b, 142b, 143b, 1-1 14b, M5a. 145b, 146». zu Ibel jnra 147a, 147b. 149a, 150a, 151b, zu Jadaim 15.3a. 164a. 155a. zu l.’kziu 152«, 153», 158b, 16911. 158b, Wie im Kasch kommen auch im Raschi Textverbesserungeu v״r: Teinurah 6b. 8b. 10b, Sebachim 26a, Abodah earah 45«. Jebamath 47«: ehensu in den Tosaphoth 2a. in 67b, Sabkath 4 Taanith 30a. ßabs mezia 64a, Niddah 68b. Nur an einer einzigen Stelle im C'onuueutar des Maiuiouides wird eine Berichtigung vorgenommen (Taharoth l<)6a). b) Znr Textberichtigang in den Talmudkommentatoren werden Citate in Anwendung gebracht: im Commentar des R. Simson aus Sens aus den! palästinensische« Talmud: V’eah 4b, 6a, 8a, 9a. 9a. Demai 3a, 14b. lfib, aus der Tosephta: Peali 7b. Kelim 4b, 5a. 5b, 7a, 2'2b, 29a, 30b, 82c, Oholoth 44b. Jadaim 154a. A bedah sarah 67a, aus dem Sifri Peali 8b, Ohnlot 42b, und aus Adereth: Kelim 26*. Auch im Baschi-Texte linden sich Verbesserungen: ErubinlMb (Beratung aut ToriitkKohanim), Abodasarah 45a Hinweis auf die eigene Erklärungim Ridualkodex zum Schnlechan arueb Jcre dea 145) ebenso in den To&aphot 2 B. Baba mezia 73a. auf Grund der Leseart von K. Abraham ben David (Babed); Balm mezia 99a auf (.'rund der heseart v״u Haimonides, Baba Kama auf Grund der Togafutk B. mezia 78a. Baba Kama 7c stimmt Adereth tör Tosafoth. Mainmnides ist abweichender Ansicht. Jebamoih 115b ist Merdchai'l heseart massgebend, .loma (In richtet sich nach der heseart Sabim 5. 11, Sabbath 70b werden zur Feststellung der Leseart etc. Respension von!1' J., aus Cologue (קולן) — offenbar stammt der Antor aus Köln a. Ith. — angeführt- und benutzt. X. Die Verbesserungen in den Lesearten im Talmud nnd in den ('ommentatoren sind bei Elia Wilma insofern von Wichtigkeit, als sie auf die Halacha Einfluss üben. Einige Beispiele mögen dies beweisen: Jebaumth 113a Tusafuth. Im Gegensätze zur heseart von R. Saloiuo ben Adereth ist ein periodisch Geisteskranker, welcher in gesundem Zustande die Kliesi-lieidungg-hrkunde aufbewahren kann und einen Vater hat. nach erfolgter Ehescheidung als religionsgesetzlich geschieden zu betrachten. Baba mezia 99a. Mainmnides entscheidet sielt für die Verantwnrtlichkeit für eine Aufbewahrung übertmnimener Objekte auch dann, wenn gegen Wissen nnd Willen dessen, der die Gegenstände zu bewahren beauftragt, dieselben in Verlust gerttthen sind. Diese Entscheidung aber lifitigt von der heseart in Tosafoth ab. Mainmnides liest nämlich אס für יא. Baba mezia 113b bängt vou der heseart des Talmmltextes die Meinungsverschiedenheit zwischen Mainmnides. Nachmanides und Adereth hinsichtlich der Pfändung ab. Die beiden Letztgenannten urtheilen im Geiste der Müde. — XI. R. Elia Wilna verwebt in seinen Bemerkungen halacliiscite Entscheidungen zumeist v״n den maässgchenilcii ( ommentatoreii and Coditikatorcn, wie dies «ns folgenden Beispielen ersichtlich ist: Sabbath 52a wird mit der einschlägigen Decision Maimonides' belegt. Sabbath 1.39 wird die halacliische .Meinungsverschiedenheit von Maimonides. K. Jakob ben Ascher (Ter) und Adereth vorgettlhrt. Tosafoth zu ih1bamezia73b die Entscheidung der Gaomtar hinsichtlich der Marktpreise. Balm 1ne7.ia 77b hennden sieb di׳• Üecisioneu von Mainmnides, lh Ascher (llosch) nnd H. Jakob ben R. Ascher (Tun hinsichtlich der Qualität des Kodenbesitz.es in Entschädigung»- lallen. Baba ntecia 64a werden die Entscheidungen von Itaschi und Kosch angeführt, die in Bezug auf Verkauf von Ziegenmilch von der Meinung der Tosafoth ahweiclien. Halm Kaina 12c widerspricht Mainmnides der Decision, wonach Grund um) Boden nicht nebenbei (אגב) erworben werden kamt. Sablmrh 14(ia werden die halachischen Pensionen von Tur und Kif angeführt. Nulten mezia 33c die Controver-en von Tosaphoth, l.’if nnd Mainmnides (in Bezug auf die Trnnerverptlivhr1׳ng nach dein Kaldiii. — Baba | mezia 25a ntsclmidet sich Maimonides für li. Papa. Ilaba Kama 8a De׳-sinn Tosafoth im Gegensätze zu G. Al a»i: Ein Gläubiger, der seine Re׳׳htsforder1mg bei Gericht geltend macht, ist, wenn auch aut mündlichem Wege die Anzeige gemilcht, einem Wechselgläubiger glei! lizuai litcii. — Im Traetat Jelmmoth 24r wird eine selbstständig׳- Entscheidung gekrackt hinsichtlich des väterlichen Krinlieiles <les Levirs und Jehamoth «eb die Decision von Jlaimoui'le-und Josef Karo hinsichtlich der Zeugen •Aussage in Betj-eff der Wieilervorheirathiing׳ einer ElnTrau im Falte des vermeintliehen AMe1׳enihres Eliegatren. [Ports, folgt.)