Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 21. (19.5.1893)
- Date
- 1893-05-19
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. Federico Consolo nnd sein synagogenmusikalisches Werk. Von Ed. Birnbaum, 1 Schl» sei. Der vorliegende musikalische Ritus hat (wie es auch in dem בית סניה־ c. Livorno 1841, zu lesen ist) anstatt der letzten 2 Zeilen die Lesart: -אשרי מי שיאם ביאך z'^v לו ביאו צררתי .ס־^אב• השלום אים־ים Die in den Fortschritts-Gemeinden Deutschlands eingelflhrte ״Seelenfeier‘ mit dem קדיש על יש־אל ועל צדיקיא. welche von M. J. Bresselau in Hamburg herrithrt (vgl. Zeit. d. J. 1855. S. 473), ist zum grossen Thei! der sejdiardischen השכבה entlehnt tso ist <las Weik des Herrn Consolo auf jeder Seite, die man anfschlägt, anregend und belehrend, wenn man sich nur Mühe giebt, liir kurze Zeit den ehrwürdigen Kitus mit. Ernst zu verfolgen. Noch ein kürzt s Wort über die Persönlichkeit des verdienstvollen Herausgebers! ln der musikalischen Welt, als Verfasser einer historischen Abhandlung ,.La Scola italiano de Violino*‘ tin den״Atti dellAccademia K. Istituto musicalo di Firenze־‘, raccolta 23) längst bekannt, zählt Herr l’rolessor Consolo alsTonkiinstler, Capellmeister und Com]»onist zu den angesehensten ,Musikern Italiens. Ein Streiclniuartett seiner Compositum, das ich besitze, sowie die leinrmpfundenen Arrangements im zweiten Theil des hier besprochenen Merkes, bezeugen sein ausgesprochenes Talent für Kammermusik. Eine seltene Ehrt• harrt seiner in diesen Tagen der Festzeit des italienischen Königspaares: Herr Consolo soll, wie mir mitgetheilt wird, diese Woche von der Königin von Italien in Audienz empfangen werden, um das liier in Rede stehende Werk israelitischer Tonkunst persönlich entgegen zu nehmen; einer Aufführung der im zweiten Theile so vortrefflich bearbeiteten Gesänge mit Instrumentalbegleitung hat Ihre Majestät als Freundin der hebräischen Sprache und Tonkunst bereits vor einigei• Zeit beigewohnt. Aber durch die ffeissige Auf- Zeichnung und endliche Veröffentlichung der ״Scire Israel״ hat sich der Maestro mit dem hebräischen Namen _.) h i e 1 Nahmany Sefardi״ ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Nach scphaidisehei Sitte sei ihm darum ein kräftiges הזק וברוך zugerufen! Nathan l>r. S. Die Tonzeichen in!ter Bibel. Programm <1*1• Talnnnl Tom Kealschnle. Hamburg 189:i Allmählich kommt in <len dunkelsten Teil der biblischen Wisseuschaft, in die Accentlehre. I.ichr. Nachdem Hei de nre i<• h 11. Baer mit de! auf diesem Gebiet besonders crforderlicheuAkribie die Teile festgestellt haben, hat auch die wissenschaftliche Erforschung erstaunliche liesultate zu Tage gefördert. Hier sind besonders zu nennen wiederum Baer, in Gemeinschaft mit Strack (fiikdnke haVainiml 11 it Delitz oh. dann allein (Anhang der Bibelacsgabe Pinsker,I>״renbot1rg Grätz, (Monatsschrift 1871 1881 1882), Wiekes, der die gesaimnte Accentlehre wissenschaftlich behandelt hat, und neuerdings die bedeutenden l.'ntersuehnngen zur Entstehung nnd Eutwiekelung »ler hebräischen Accentlehre ,1. Teil: Die Ursitrilnge der vertikalen Bestandteile in der Accentuation und iloe tnasoretisclie Beileutnugi von Adelf littchler. Wien 1881. Diese hervorragende Arbeit bringt höchst überraschende Aufschlüsse insbe- K.iidtre über Muuach u. seine Verwandten, sowie Uber Paseq. Von all diesen Arbeiten scheint der Verfasser keine Ahnung zu haben ״der er ignotiert sie al sichtlich. seine Autoritäten sind ausschliesslich Abraham de Balmis \Mikne Abrami und Heidenheims Miscbptp liat'ninim. I eher das Aller der Tonzeichen spricht sich der Verfasser dahin aus,!last sie nicht etwa v״n Esia herstammen — sondern ״dass sie selbst, ihr l.unt und ihr Wesen nämlich, mündlich mit dem *chrittlichen tiesetz mitgeteilt wurden". Also direkt vom Sinai, }lehr kann mau nicht verlangen und Elia l.evita bat also gar nichts l eviiesen — Selbst ein so vorsichtiger, Hypothese■ abgeneigter Manu wie Ba. her schreibt: ״.'•iefer ist. dass vor dem Abschleuse de* Talinmis nqil noch ein Jahrhundert darüber von einem dnrchgebtnden hicteui v< n Vokal- und Tonzeichen nicht die Bede sein kann. Als Uxhst wahrscheinlich darl man annebmen. dass ein solches System;n der *weiten Hälfte des achten .lahrhnuderts bereits vorhanden war. sich Feber die talmndische Masorah schreibt derVerf.: , Nie findet eine andere Controveroe eie die, ob ein Wort plene oder defective geschrieben sei.“ (Er vergleicht Strack prolegg. ent in. V.T hebr. S. 71 ff. 88 ff. Auch ist es verkehrt, dass die Stellung der Tonseichen bisweilen eine Halacha involviere. DU Masorah schafft keine Halacha, sie konstatiert eie nur. V on Alcbazari schreibt derVerf.: ״Der gelehrte Dialog, der uns in diesem Buche vorgefbhrt wird, fand zwischen dem König uml dem jüdischen Weisen im Jahr 4*00 der Weltschöp fiimt. (er meint 740 nach Christi Gebürt) statt nnd er entnimmt da!amf einen Beweis <la«e die in diesem Buche schon erwähnte Accentuation, älter sein müsse;! Feber die mas. Pnnkte »eiss der V<rf. gar nieths zu sagen, obgleich darüber erst vor Kurzem I'mersuchnngen van Blau (rnas. I nter*. und B. K önigsberger taue Masorah nud Talmudkritik) belehrt l aben. Die Tonzeichen der Bücher:!,*almen, Sprüche, Hiob werden auf drei Seiten behandelt: Demnach ist die Aibeit nur eine empirische Zusammenstellung des Bekanntesten und könnte als eine dentschgeechriebene erste Einführung in die accentuologis! he Elementarlehre enpfoblen werden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf eine nnlenntzt gebliebene Beine!kling zur Erklärung des Wortes Masorah bei J. l.evi: ..Elia l.evita nnd seine I.eistungen als Grammatiker׳‘. Breslau*. 1888 S. 38. aum. aufmerksam machen. Kr zitiert dort Tosephtaj Scheintot VI. f> «—שישן -כמו nnd dazu l.uzzutto in Haflaach Schebearachin v. Kossnkranz (Wien 1808 S. 118 b) D r. Jacob. Literarische Notizen. Von Bemni« ״Histoire du l’enple d'lsracl ־ ist soeben <ler Band erschienen. Die Durchsicht dieses posthumen Ban des besorgt sein Nacl1:01ger. Prof. Philipp Berger in Paris. Derselb versah auch diesen Painl mit Anmerkungen und yuelleiMiaehwei* uiigen. Ein fi. Band s,dl!las ganze Werk absdilietsen. ln ilev Societe des etudes jnives hielt Herr 51. Bloch, Direktor der Schule Bischofsheim, den 8. Mai einen Vortrag über .,das l'nterriclitswesen •ler französischen Juden seit 1788". Durch alle Buchhandlungen zu heziehen lllucthittf Geschichte der WisseßsebilUo (*״■oletlt IA R t FAULNANN b<M•. H>l IS!»Mo. » •< •lafr• •W 3** T«»M AfilS’HlblS AS8>M»UV• AHAnrirecM« viüiac IM REICHE DES GEISTES. Ulustrirte Geschichte der Wissenschaften jemeinversiSndlich darz-'ttcllt von Karl l'aulmann. Mit 13 Tafeln, 30 Beilagen und über ססג Text- Abbildungen. Erscheint in 30 zehntägigen Lieferungen ä;0 Pf. 30 Kr. 70 Cts. 30 Kop. A. Hartleben’s Verlag in Wien. am«oitlKt er Uedukuur Dr. U ah in e r , Magdeburg. Drink: F r i e <1 r i > U