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Das jüdische Literaturblatt · 1893-05-19 · N° 21. (19.5.1893) · p. Seite 80

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 21. (19.5.1893)
Date
1893-05-19
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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— so — dass das Zuckerwerk*) gleich zu Anfaug der Mahlzeit zwischen Fleisch und Fischen, solange die Gäste noch nüchtern sind, verteilt werden soll. $13. Kaufleute und Ladenbesitzer auf dem Lande beklagen sich über die schwere Last, die sie aus dem Grunde zu tragen haben, weil Herrschaften viele Waaren bei ihnen kaufen und dieselben sehr oft u a t e r dem Kinkaufspreise von ihnen verlangen, was sie auch aus Sorge vor liebelwolle■ und in Rücksicht auf die jGesanimtheit zugestelien müssen. Und nun behaupten!eile Kaufleute, dass die Gesammtheit auch ihren Ver- ״u tragen habe. Doch dies ist ein unbilliges Ver- ״ii^en, dass der Eine auf Kosten des Andern ein Geschält mache. Denn wer sagt uns, ob der Betreffende nicht dennoch an seiner Waare verdient hat? Dat um geht der Besclduss von uns aus: wenn von heute ab Jemand in die Lage kommt, an eine Herrschaft Waaren mit er dem Einkaufspreise verkaufen zu müssen, so soll er den Fall vorher zwei Laiulparnassim anzeigen, und diese haben zu ermessen, ob aus seiner cv. Weigerung gegenüber der Herrschaft ein Schaden entstehen könnte für die Gesammtheit; wenn dies der Fall ist, dann können die Pamassim den Verlust des Kaufmanns, nämlich die Dilferenz des Kin- und Verkaufspreises, auf die Ge־ sammtheit abwälzen. Der Beschluss hat rückwirkende Kraft auf ein Jahr. Abei• weder für die Veigangenheit noch für die Zukunft kann ohne vorherige Zustimmung von 2 Parnassim eine Unterstützung aus dem Landessäckel zugestanden werden. Durch diese Verordnung soll das im alten Landes-(!emeindebnch verzeichnete Recht der Parnassim, zum besten der Gesammtheit über den Landessäckel zu verfügen, nicht, geschmälert werden. (Schluss folgt) Zur modernen Pentateuchkritik. _ Von H. IvönigslxTgtT. _ d VIII. * * Behält man nun dieses Bild von einer ״Theokratie,, im Auge, so dürfte es kaum schwer fallen, auch die Entwickelung der altisraelitischen Institutionen genau so zu verfolgen, wie sie uns der Pentateuch und die übrigen biblichen Schriften darthun, vorausgesetzt nur, dass namentlich die Gottesiiameii in ihrer philologischen Bedeutung richtig erfasst weiden, ״richtiger“, als es m. E. bisher geschehen ist. Für die religionsphilosophische Bedeuttung dieses Thema's dürfte vielleicht die Bemerkung angebracht sein, dass Gott niemals im Pentateuch eine ,.(' 11 a r a c t. e r e i g e 11 s c 11 a 11“ zugeschrieben wird. Man wird vielmehr bei genauer Beobaclituug finden, dass, wenn Gott an der einen Stelle als ״barmherzig” oder ,.langmiitliig“ gepriesen wird, es nur mit Bezug auf den vorliegenden Fall geschieht in welchem sich Gottes Verhalten — s. v. v. — so oder.so dem menschlichen Auge offenbart; oder wenn llivli als אייט טי^הרה besungen wird, so soll damit nicht gesagt sein, dass er in Israels Religion oder in der ideellen Schöpfung seines Religionsstifters als solches Wesen urpriinglich existirte — nimmermehr: nur damals, als Gott Israel gegen die Kriegamainischaff des pharaonischeii Herres vertheidigte, war seine Handlung die eines ..Kiiegshelden“! Das mag eine alte Behauptung sein; gleichwohl aber wird sie weder in der Rriigionslelire noch in der Geschichte des Volkes! צוקע־ הה; והבד היופי. wahr.-*cheinlicl1 wurde dieser Satz mit He/. 11־״ auf Spr. 31. 3b gerufen, wiibrend Zuckerwerk zwischcs die Ga re gewürfen wurde, w.dil eine locale Sitte, die ich sonst nirgends erwähnt rinde (S. Oiidemann: sbeschichte III. S. 125 a. 13’ u HerLiuer a. a. (U. Israels zur Anwendung gebracht, worunter offenbar die“ wissenschaftliche Erforschung und die nüchterne und richtige Erkenntnis der pentateuchischen Mittheilungen leiden. Im alten Israel ist Ihvh weder ein ״Gott der Rache“ ') noch ein ״Gott der Liebe“; er ist eben kurzweg ein vollkommenes Wesen, das nur n&Jt seinem Eingreifen in die Geschichte jeweilig beurtheiTt werden kann (Er. 33,23 b.). Aus diesem Grunde ist es begreiflieh, weshalb ich die Erklärung Wellhausen’s (Skizzen I, 10): ״Israel bedeutet El streitet und Ihvh war ' der streitende El. 2). nach welchem das Volk sich b*> nannte . . . der Naumann (S.90) nicht entgegentritt5), vei werfe. Ich halte mich hierzu aber noch aas einem anderen Grunde für berechtigt. Wie wäre es zn verstehen, dass Israel für sich einen Namen in An- Spruch nimmt, der in seiner nationalen Chronik seinem überirdischen Führer beigelegt sein soll? Ja, wo lindst sich überhaupt eiu Beleg dafür, dass ישלאל jemals als Beiname Ihvh’s gebraucht wird? Soll das etwa ans Ex. 15,3 hergeleitet werden? Ich kenne auch im Augenblick keine Zusammensetzung von Eigennamen, deren einer Teil einen Gottesnamen oder eine Verstümmelung desselben enthält, in der die beiden Oompositionselemente nur zu einander in Beziehung ständen, wie es bei der Deutung ״Gott streitet“ sein würde. Blicken wir aber auf die hierherzuziehende Stelle in Jud. 6,32■'“). Auch dort wird sich W. vielleicht versucht sehen, den Namen Gide- 011s (des Temp el - Umrei ss er s) ,.Jerubaal‘* durch ״Baal streitet“ zu erklären. Dort bietet aber der Text den richtigen Fingerzeig, da die מתס^ירובעל nur den ״von Baal Bekämpften“ bedeuten kann, was auch durch das folgende ילב בו הבעל deutlicher gemacht wird.6) Die Form שלאל• aber, deren erster Theil eine Activ- Form ist, kann nichts anderes bezeichnen, als deu ״Bekäinpfer (und Besieger, Eis“, was auch Gen. 32.29 entsprechend augiebt. Nach obigen Ausführungen dürfte die ״Theokratie“ Ihvh's im alten Israel nachgewiesen erscheinen; eine Definition, wie dieselbe darzustellen sei, ist von uns angedeutet worden und bedarf keiner mehr oder weniger ״predigtartigen“ Auslegung. In den nunmehr folgenden Abschnitt ״Der theokratische Pragmatismus“ (S. 93—104) suchtder Verf. den Nachweis zu führen, dass Altisrael’s Leben, das die hl. Schrift uns veranschaulicht, unter dem stäudigen Einfluss des von ihm angebeteten Gottesstand, der unmittelbar in dessen Entwicklungsgeschichte eingritf; die 111. Schrift ist das tlieokratitch-pragmatisclie Geschieht»- buch Israel s. Wir müssen es uns aber, namentlich uni Wiederholungen zu vermeiden, versagen, dem Verf. in seinen eingehenden Betrachtungen zu folgen, wollen aber bemerken, dass es uns scheint, als wären Wellhausen's Gedanken, gegen die sich N. wendet, bisweilen auch etwas anders aufzufassen, als der letztere es thut. Wenn nämlich in W.'s Ausführungen hier oder da von einem '1 Geber ׳Sie hierauf bezüglichen Stellen, wie z. B. Ex. 20.5 verbreite ich in meiner noch nngedriickten Arbeit (״Aphorismen uns dem Ideenkreise der Hebräer“) eine von der herrschenden Auffassung abweichende, rationelle. '-•) W e Uhausen rechnet diese Etymologie (Gen. 32,39; vgl. ib. 35.10) 7.11 J,!Oompos. d. Hexateuch etc. S. 47 •׳'>. :I1 S. 91 ZI. 0 v. 0. ist 0,23 (st 6,22, zu lesen. «1 In den Eigennamen 11 עשהאי" ,פדהאי. a. steckt in dem ה noch das Suflia der 3. I*ers. •'>) ייב ist nicht, wie allgemein angenommen wir׳t, Impt. I järüb), bei der ohnebiu!las Cholem schwer zu erklären wäre, sondern ein Status const., wie ירוד אשה (Hiob 14,11. Bei der Gontraction der Worte gine das Waw verloren. Was Bauiissin Stiel. 7״ semit. Religgesch. I, 108 Anm■ bemerkt, bleibt belangjos; vgl. noch ib. 25 Amn. 2. (Olshausen hebr. Lebrgeb. $ 277 i>. «iS. 97 ZI. 11 v. u.ist ״vergilt“ st. *vergeltet“ ׳/,ulesen.tan’der citirten Stell« bei \V. (Skizzen III, 45) stellt derConj ״vergelte.“

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