Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 13. (24.3.1893)
- Date
- 1893-03-24
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492408-10001603-5991396--2728-5369084- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 51 — er (S. 42) bez. des Stammes Levi das letzte der 4 Zugeständnisse, die er W., nach dessen eignen Ausiührungen, abnötbigt, in die Worte kleidet: ״Es gab (also) erbliche Priestergescbleohter vor dem salomo-!fischen Tempelban, die den Anspruch erhoben, von Mose und damit von Levi abzustammen“, verfällt er in einen gleioheu Irrthum, wieW., und bleibt, -wie dieser, den Beweis dafür schnldig, dass Jonathan oder Eli in directer Linie von Mose abstammten! Oder sollte der Verf. nur die Absicht gehabt haben, Wellh. gegen Wellh. siegreich zu Felde zu führen? Nuu, die weitere Folgerung, die wir geben, hätte die Kraft seiner Deductiou sicherlich nicht geschwächt. — Bemerken will ich nur noch, dass es nicht auffallen darf, dass gerade Aharon Ex. 4,14 der Beiname ך,לןי gegeben wird — was der Verfasser 8. 42 ZI- 15 bemerkt, dass auch Mose Ex. 4,20 als solcher bezeichnet wird, ist, augenscheinlich ein Druckfehler; es muss Ex. 0,10 oder Num. 20,59 heissen — da die Schrift gewissermaßen durch die Bezeichnung *אחיך הלו Moscheh darauf aufmerksam machen wollte, welchem Stamme er angehörte. Wenigstens muss man au den Bericht mit der Vorstellung herangehen, Moscheh habe es bisher nicht gewusst. (Fortsetzung t'.-igt.) j dem Staube (S. 84) nicht in völlig ausreichender | Weise durch die Belebung des todten Kindes in der : Erzählung vom Propheten Elisa (II. Könige 4) erklärt i worden sein, so ist doch die Erklärung der Begeben- | heit selbst ein Glanzpunkt des Buches. Nicht das i Gebet allein, sondern die Einleitung des Athems bewirkt nach Ansioht des Herrn Autors die künstliche! Wiederbelebung de9 Kindes. Dass die Wunder der heiligen Schrift uatürlioh erklärt werden, erhöht ׳ nur noch das Wunderbare derselben. — Auch darf wohl die vom Herrn Vesfasser (S. 05) ausgesprochene Ansioht über die Gemeinschaft der innereu uad , äusseren Natur des ersten Ehepaares zur Erklärung; der bildlichen Darstellung der heiligen Schrift hier angeführt werden. Mit der Schilderung der Oertlichkeit und Beschaffenheit des Paradieses sahliesst das ׳ Buch ab, in welchem der Mensch vor die Wahl gestellt wird zwischen ewigem Leben und göttlicher Vernunft. Die Schrift ist, von der Verschiedenheit des religiösen Standpunktes abgesehen, recht auregend und beachtenswerth. Dr. N. Litteraturbericht. Recensionen. K utna, 8. N., Dr. Die Schöpfungslehre der mosaischen Urkunde innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft. Studie. Przmysl 1892. Schwarz & Comp. Der geehrte Herr Verfasser, der Sohn des ehrw. Herrn Oberrabbiners von Szubadha, hat zwischen Dogmatismus und Rationalismus vermittelnd zu wirken gesucht. Pennoch ist der Gedanke, dass die Welt in der ewigen Substanz Gottes enthalten ist, ohne welche dieselbe Niohts ist als Grundlage der Kosmogonie, festzuhalten, um Gläubigkeit und Vernünftigkeit in Einklang zu bringen. Glaube und Vernunft sind die beiden Cherubim, die den heiligen Schrein der Gotteslehre umschweben, welohe als Inbegriff der geistigen und sittlichen Weltordnung älter ist, als die geschaffene natürliche Welt und Weltordnung. Ohne das das Weltall beseelende Gottesgesetz, wäre die Welt plan- und zwecklos. Diese Wahrheit, so göttlich sie ist, kann innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft wohl erfasst werden. Weit hiuausragend aber über menschliche Erkeuntuiss ist die Idee des einig-9inzigen Gottes, des Inbegriffs des vollendetsten schlechthinnigen 8eins von Ewigkeit z.1 Ewigkeit. Der Gott lsrael’s ist der erlösende Hort der Welten. Von dieser Voraussetzung ausgehend vermöchte mau schon mit kritischem Auge die Weitschöplung zu betrachten, wie sie die biblisohe Urkunde enthält. DerVerfasser thut dies auch uüter freilich abweichenden Gesichtspunkten bei Berücksichtigung der Ergebnisse theologischer und naturwissenschaftlicher Forschung. Er versteht (S. 32) den Stufeugang der Wesen in der animalischen Weit geschickt zu veransohauliohen und •seine Darlegungen mit trefflichen exegetischen Bemerkuugen zu verweben. Ganz besonders daukeuswerth ist (8. 45—5צ) die Vorführung der Schöpfungsperioden im Vergleiche zur Lehre des Parsismus, wobei die in der Sabbathweihe gipfelnde Siebenzahl der heiligen Schrift zur besonderen Geltung gelaugt. Moohte auch die Bildung des ersten Mensohen aus Wünsche, Aug. Prof. Dr. theol. et phil., Midrasc h Tehillim etc. (Fortsetzung.) Besprochen von Rabbiner Dr. C o 11 n - Burgskunstadt. Nr. 7. ״Wenn die Lippen eines Menschen beim Gebete sich bewegen.4‘ Diese Bedeutung kann (עשו חניכה הניבו jer. Beraoh. cap. 5 Ende) nioht haben. R. J. b. L. sagt: Wenn die Lippen des Beten den reife Frucht tragen, d. h. wenn die Worte des Gebetes geläufig, ohne Anstoss hervorsprudeln, kann er — wie R. Chanina b. Dosa Berach V,5 — versichert sein, dass sein Gebet Erhöruug findet. Ps. 11 Nr. 3 ist richtig כשהוא נכנס, wie die bisherigen Ausgaben haben, übersetzt. — חי1רא (Nr. 11) ist nioht ein ״Dornstrauch“ sondern ein ״Sohilfrohr“, (siehe Arucii s. v.) | Ps. 12 Nr. 1: ״Sogleich beschloss er und warf | Edikte über die Erde“. מדנאות oder בוהרנאות ׳ ist dasselbe wie מוהרקי B. M. 73 b. Es muss also übersetzt werden: Er legte dem Laude Steuern auf. — Das. ״Der Kasten ist doch sohon von aussen ganz von Gold.“ Alle Handschriften mit Ausnahme einer einzigen und alle Ausgaben lesen: קיטמא כולה דדהב ״Der ganze Staub des Goldes ist von aussen (siohtbar).“ Die Emeudation in קופסא ist unnöthig. Nr. 3: mache ich jeneu das Straf nasi heiss.“ מדת הדין ledeutet hier wie überall die göttliche ' Ötrafgerechtigkeit; רתחא ist w'ie חרק Zoruesgluth. Es ist also zu übersetzen: fache ich gegen jene die (Zornes)gluth der Gerechtigkeit an. 1 Nr. 5: ״Diese 80hlage habeu mich veranlasst, meinen Vater 1m Himmel zu lieben.“ Statt לאהוב 1 ist ליאהב oder להאהב zu lesen, wie es die bisherigen Ausgaben und die Parallelstelleu habeu. Ps. 13. Nr. 2: ״Wir finden doou aber, dass er , nioht für uns auszog etc.“ Es muss nach Buber’s richtiger Erklärung übersetzt werden: Für uns aber, 1 die wir in der Alitte (zwischen deu ראשונים und; אחרונים) stehen, ziehest du nioht aus, denn so heisst es Ps. <30,12: Du ziehest nicht aus mit unsern Heeren. — Nr. 3: ״In meiner Seele d. i. ioh fühle mich verpflichtet in meiner Seele u. s. w.“ כנפשי | bedeutet hier nach der Aggada: mit Gefahr meiues ' Lebens. Israel spricht: loh verschulde mich an ineiuei; Seele, ich verwirke mein Leteu in Folge der grausamen Gesetze, welche mir die Ausübung der religiöseu Pfliohteu verbieten, und ioh gebe meiu Leben für sie hin.