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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1893-03-24 · N° 13. (24.3.1893) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 13. (24.3.1893)
Date
1893-03-24
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 Ps. lf>. Nr. 1. Nach dem Midrasch sind dieWorte ום־־צו בשנור יצבור Jes. 31,9 auf dreifache Art zu erklären. 1. Die Proviant- und Geldvorrätke (annonae oder s׳jjh,vc'a) werden aus• seinen Schatzhausern schwinden; 2. die Glieder werden sich von ihrem Platze entfernen und 3. die Marmorbilder werden die Basiliken verlassen. — Die Worte ״wie es heisst.“ Z. 8 sind zu streichen; statt ״zogen“ und ״drei“ 1. ״zagen“ und ״zwei“ (?תי״י). Nr. 2 ״Gleich einem Städter, der in eine Provinz ging.“ צירני ist ein Dorfbewohner 1 und מי־־נה bedeutet im Midrasch eine!grössere) i Stadt; cf. Ps. 14 Nr. 1 das Gleichniss von dem j Architekten, der eine Stadt.erbaute. Nr. 4 Z. 13 muss es heissen: Unter רצים, Freunde . . und Z. M meiner Freunde. ואין רצים bezieht sieh nicht auf הרצה, sondern auf לרצהו* Nr. t!: ״Josaphat, der IG Myriaden Trabanten j und Schi ei Der hatte.“ Aus den bei Sachs J,l6׳ angeführten Stellen ergiebt sich, 11a־s דיריגון (8po׳jyyo;, drungus) ein aus dem höchsten Adel zusemmengesetztes Regiment war: xö ix . . x0|vr(x(0v ouyxeipev&v I'alnr verwendete der siegreiche Feldherr drungos gentium für seinen Triumphzug. aratpa ist ursjnünglich ein kleiner Soldatentrupp, der dritte Theil einer Cohorte; aber schon bei röm. Schrill Stellern des vierten Jahrhunderts bedeutet spira eine grosse, einen Kreis bildende Volksversammlung. Unsere Midraschstelle will sagen, dass Josaphat sioh von .-einem Throne erhob, wenn er einen Weisen erblickte, und ibm grosse Ehren erwies, selbst wenn sechzehn Myriaden Adlige und andere Unterthauen um seinen Thron versammelt wareu. Ps. Hi Nr. 12: ״Errichte Bazare und iss.“ Es muss heisjen: David, bist du etwa lastenfrei? Willst du unthätig sein? Thue, ei fülle deiue Pflichten und du wirst gemessen, denn so heisst es: Halte meine Gebote und du wirst leben. 8. Buber Note 47. איטילים ist zxelr',{ iu.munis. Nr. 13: ״leb bin gezeichnet- (CH13S)•“ Diese Uebt rsetzung passt nicht zum nachfolgenden Gleichuiss; es ist מך ותם zu lesen: ich bin arm und aufrichtig. (Forts, f.) Ijitterarische Notizen. Herr Rabbiner Dr. May bäum bat eine sehr zeitgemässe ״deutsche liagada ltir das Pessachtest“ horausgegeben, deren Entwurf bereits vor 2 ,1 idiren uns vorlag. Sosehr wir nun auch mit dem Prinzip aus einverstanden erklären, dass lür die des llebräisrlu»Unkundigen ome deutsche B earbeitung — nicht blos eine sklavische Ue borseizung — des Eestvortrages : vorhanden sei, so können wir doch der Mavbauraschen Bearheituug nicht in allen Punkten zustimmeu. So vermissen wir die Bezugnahme auf die 4״ Arten vou Kindern‘• vollständig, obwohl gerade darin ein sehr truchtbares erziehliches Moment liegt, das dem Lehrer sowohl wie dein Hausvater nicht eutzogen werdtn seilte. Her jiid. Gottesdienst — der öffentliche, wie der häusliche — soll nicht Idos getilhlsselig und erbaulich sein, sondern muh belehrend und erziehlich wirken. Warum die Erzählung von den Weisen, die in Beue-Uerak zum Seder znsammeiisassen, ebenso wieder Hinweis auf den Brauch ״HiUelV• (כן צ צה הדל) loitgehüehen sind, ist uns ebenlalls uneriiudlicli, gerade solche historische Beziehungen verleihen der ״Erzählung'‘ ein lai bemeiclies Colorit, und schützen sie vor Monotonie. — AveU das jiid. Volkslied Cliad gadja dun .ja der ethische <iedanke, das kein Unrecht ungestraft bleibt, zu (■runde liegt, dilrtte na ht fehlen; es giet t ja gelungene Uehirsetzungui desselben. liu Einzelnen haben wir noch zu bemerken, dass uns die Ui-hersetzung ״der du die Frucht derltebe (8t. des Weinstocks) gebt hallen* keine Verbesserung zu sein scheint; ebensowenig die ״Macht der Wacheteier“ (81. ״der Behutuug“). — Dass die Kinder Israel .,stumm“ 1.8. 5) aus Aegypten zogen, ist nirgends in der Bibel angedeutot, es heisst nur, dass kein Hund die Zunge regte; oder hat der kritische Au*or vielleicht im Verse יכני ישראל יוצאים ביד רמהturdie letzten2vvortegelesen בדומה? In dem Gedichte für den ersten Aben1׳ S. 14 (Strophe 13): ״Prenssens Aar die Freiheit schützet Der Verläumder Trotz zerblitzet'1׳ wollte uns das letzte Wort nicht recht gefallen. Unbeschadet der Tendenz des Schnttchens hätte vier Veit, doch die Segensprüche über Wein, Mazza und Maror in h'ebr. Sprache — sei es auch mit latein. Buchstaben — aulnehmen sollen. Sonst enthält die Bearbeitung manches Schöne. I Geegraphigohts. Ophir, das Eldorado des Alterthuius, das Goldland, aus welchem König Salomo seine Ungeheuern Schätze holte, ist wiederholt und zwar mit dem Scheine grssaer Berechtigung, nach Ostafrika verwiesen worden. Karl Manch und verschiedene Andere vor ihm haben Monoroatapra,!las Land zwischen den Flüssen Limpopo und Zanvbese als das Goldland bezeichnet, in ,welchem die ltuinen giosser Städte und die Spuren reicher Goldminen nachweis! 11,!lass daselbst in alten Ze ten ein civilisirtes Volk gelebt haben muss. Man vermutliet daher, dass dieses das alte Ophir gewesen sei. Es liegt im S< 1. Afrika ungetäbr 15 Gral südlicher Breite und 36 Giavl östlich von Greenwich. Historisches. Aut meine 1. Notiz in Nr. 5 des ״Littbl.“ hatte Herr Oberrabbiuer Simons en in Copenhagen die Güte, mir Folgendes brieflich mitzutheilen: ״Leber ihre Schrift, die von dem Nürnberger Advocaien Ohr. Gottl. Richter verlasst ist und andere ähnliche cf. Geiger s .,Zeitschrift f. d. Geschichte d. J. in Deutsch!. IV, 33—11. Doch ist dort weder der Anfang noch das Ende dieser AG von Litteratnr genannt Die erste derartige Schrift, die eine Menge anderer nach sich zog, ist englisch: Nathan ben Sadvli’s (Pseudonym für Richard Dodsley! .,TI10 chronicle ot the kmgs ot England1׳ Loadou 1710. Diese Schrift wurde später so frech nachgeahmt, dass die Regierung dagegen einschritt und «ine Anzahl dieser Schritten contiscirte. Eine jüdisch-deutsche Original-Ausgabe der Richter’scheu Chronik hat es nicht gegeben Die V'etterseliatt Ephraim’s ist eine Fälschung.“ L. Cohen, Rees a. Rhein. l.ondon. Vou Miss Word sw o rth, Leiterin der Lady Margaret llall, Oxford, erschien im Verlage von Longmann, Green & 00. ein Buch unter dem T'.tel ״The Decaloguo.“ Dasselbe enthält einige Reden, welche die Vertasserin vor ihren Sonntagabend-Schülerinnen gehalten hat und die es verdienen, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. -Vlau dürfte selten ein zur Erbauung bestimmtes Buch mit ungeteilterem Verguügen gelesen haben. Es ist voll der herrlichsten heilsamen Lehren und der schönsten epigrammatisch formu irter Gedanken. Auf den ersten Blick dürfte es ׳zwar scheinen, als ob sich über die 10 Gebote kaum noch etwas Neues sagen liesse; und doch sagt Miss Wordsworth sehr viel, was durchaus neu ist und von ihr mit aussorordeutliclur Lebendigkeit vorgetragen wird. Das Buch ist auch allen jüd. Lesern, die sich durch eine gelegoutliche unjüdische Bemerkung nicht verletzt fühlen, warm zu empfehlen und wird das Vergnügeu, welches das Lesen eines wirklich vortrefflichen Buches gewährt, hierdurch keineswegs beeinträchtigt werden iJew. Ohr.) Der hebräische Litteratur• Verein (Mekize Nirdamim) versandte an seine Mitglieder vn diesem Jahre folgende Schritten : 1. liesponsen 11 Meir Rothenburgs, zweite (Schluss-) Liderung. 2. Miscbnah-CommentarMainiooides, 7. (Sch'u88-)Lieferang. 3. Machsor Vitry, 4. Lieferung. (Schluss das nächste Mai.) 4. Seter Chassidira (Haulschnft Parma'. 2. Lieferung. f>. Auetührlicl es Register zu dem Hilclvot Gedolot. 6. Hebräische Prosodie des Immanuel Erances. Für den nächsten Jahrgang sind ausser den fortzusetzende1־ Schritten noch nachetehende Schriften in’s Auge gefasst: 1. Saadia Gaons unedierte Schriften, 2. Theil. 2. Jona ihn Gannacbs hebr. Wörterbuch nach der Handschritt in der Vaticana 3. Sammelband mit wichtigen handschriftlichen Materialien. 1. Miurasch Bereschith Rabba nach Handschriften, von Dr. Theodor kritisch bearbeitet. 5. מנחת הנאות von Jechiel di Pisa, bearbeitet von Dr. 1). Kaut manu. 0. Eine Fortsetzung des Diwan Jehuda ha Levi’s. Es )längt allerdings von der Zahl der Mitglieder und der pünktlichen Einsendung des Jahresbeitrages mit zähn Mark : ab, wieviel hiervon bereits im neuen Jahrgänge erscheinen i wird. Der Vorsitzende des uuterstüt'ungswevthen Vereins, an den NeumelduDgen zu richten sind, ist der verdienstvolle | Gelehrte Dr. A. Berliner in Berlin N, Krausnickstr. 8. Yeiantwoiil. ikiducteur Ln. Rah mer, Magdeburg. Druck :Bemlil& Huhn (tr. D. L. Wolil) Magdeburg. Verlag: Hob. Friese, Leipzig

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