Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 3. (14.1.1893)
- Date
- 1893-01-14
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
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- Isaiah 2× ep/1005097
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11 »atismus,י überhaupt vor aller Art von ״ismus“, welches ׳ hi Stande ist, die Geduld Euerer Zuhörer auf eine harte Probe zu stellen. Ebenso ist das Belästigen der Zuhörer durch langweilige Flachheit der Ruin der! Kanzel. Es ist ein geringeres Uebel aufrichtige Heiter* j keit, als Gähnen zu erregen. Ich würde aut der Kanzel j und in den Bänken lieber Lacher als Schläfer sehen, i Fort also mit den verdorrten Knochen 1 Bedecket ihre Sehnen mit Haut und Fleisch, wie es Ezechiel j that; 1 eschwöret die Lebensgeister aus allen vier ן Himmelsgegenden, und athmet den richtigen Geist in; die Entseelten — so werden sie neu belebt auf ן ihren Füssen stehen, eine ausnehmend starke Armee. j Es gibt noch ein grosses Heer von Gedanken und j Anschauungen, die aus dem Herculanum und Pompeji ׳ des Talmud und Midrasch ausgegraben werden können! und sollen. Die dürreu Knochen mit Fleisch und : Sehnen der modernen Forschung bedeckt, und vor allem, sie mit dem Geiste hohen Sinnes angehaucht, j und die Gefühle des warmfühlenden Judaismus sind j der höchsten Kratteinsetzuug der modernen Kanzel- : redekunst werth. Die Kanzel ist jedoch nicht das ausschliessliche Gebiet rabbinbcher Tkätigkeit. Das ■ geistliche Amt, voll von Verantwortlichkeit und Bescliwerde, wie es ist, erfordert einen ganzen Manu. Mit m getheilter Aufmerksamkeit und unermüdlicher; Energie muss er Leib und Seele der Lösung prakj tischer Bedürfnisse seiner Herde widmen, dem Grund- I satze gemäss: ״Nicht Forschung, sondern Ausübung ist das Wichtigste'•1). Persönlicher Verkehr ist für Priester und Gemeinde von weittragendem Vortheil. , Den Vorzug zu haben, nicht bloss Prediger der Ge- , meinde von der Kanzel aus zu sein, sondern auch \ ihren gesellschaftlichen und Eiuzelbedürfnissen Rech- 1 nuug zu tragen, ist ein doppelter Segen. Doch wie ׳ viele Ed'cba’s gibt es, denen Elijah’s Mantel mit. diesen beiden Segnungen, der Theorie und Praxis, Rath uud 1 That, bescheert wäre? (Fortsetzung folgt) '■ Eine alte Synagogenordnung. 2. Das Duell des Propheten Jona. (Schluss.) Dieses Verhältnis« reflektirt auch eine Agada zu Jesaja 3,3, welche meines Erachtens sehr alt zu sein scheint, trotzdem wir sie nur in einer jiingeru Midrasch- Sammlung ״in den Zusätzen zum Midrasch Tanchuma“1) zu Numeri 1G, 1 —11,5 enthalten ist. Au das Excerpt,'•1) aus dem babylonischen Talmud, Synhedriu 109b bis 110 b, welches eine Verherrlichung Mosis gegenüber der Rotte Korah’s enthält uud mit der Erzählung Rabba b. b. Chana’s, dass die Rotte Korah’s die Wahr- ף Ueue». R. C11. XVIII. ־) Pirke Ab. I 17 cf. Kid. 40a 00. ct. unserer Artikel רב Ar. C. VII 23011. auch dem Art. אביי• V e<f• Stettin 1864, § 12, von wo sie, die fragliche Agada, dann in den später redigirten ״Rabba“ zu Numeri 1. c. und und in die H&lachoth gedoloth (vgl. ed. Hildesheimer S. 616 und das Fragment aus Halachoth gedoloth bei horowitz, ״.Schriften der Geonim“ I, S. 38—44) übergegangen ist. Von der Edition Hildeslieimer’s sind bis jetzt blos drei Lieferungen erschienen (Text und Anmerkungen); die vierte Lieferang (die ausführliche Einleitung und die reichhaltigen Indices und Nachträge) ist noch nicht erschienen, weil, wir mir Dr. Hildesheimer am 2 7. Juli schrieb: ,בשנה 11 מנמלי חבר מקיצי נרדמי־ לא בררו השלמת ספר בעל רלכית נמלות ,oobaia die SchlussiieferuDg in meinem Besitze sein wird, weide ich das Huch besprechen und meine Behauptung zu begründen suchen. Hier will ich nur bemerken, dass ich anstatt: 1,ובולד פירושין בתורת כהנים (Horowitz S. 43; Hildesheimer S. 634 ed Warschau 1874 S. 281 a) lese: כתורת und dass Dr. Hildesheimer S. 634 Anm. 75a entgangen ist: Perles’ einzig richtige Erklärung (Beitr. z. Gesch. der hebr. u. aram. St. S. 67) dass פיוט gleich sei: TOirjttxd;. •) Tanchuma ed. Stettin » 10—11; ed. Buber; 8 24—27 Babba § 20. ' heit der Sendung Mosis anerkennt, sohliesst, wird angereiht ein Exoerpt aus den Pirke d. R. Elieser cap. 48, in welchem berichtet wird, dass die Aelteste» der Kinder Israels und Szerah die Tochter Asoher'» in Egypten die Sendung Mosis Anfangs gleichfall• angezweifelt hatten, dann aber vou der Wahrheit der Worte Mosis sich überzeugten und ihn, Moses, als den verheissenen Erlöser anerkannten*). Da die fragliehen Deutungen in den Pirke d. R Elieser aber auf Gimmatrioth uud Notarika’s beruhen, hat eia späterer Leser oder Copist ein• Reihe von Agaioth, welch# gleichfalls auf Gimmatrioth und Notarika’s beruhen, biuzugefügt und zwar, da die excerpirte Stolle der Pirk• d. R. Elieser mit einer Deutung, in welcher die Zahl ״fünf“ betout wird, beginnt, so wird die fraglich- Agada, welche die Worte Jesaja 3,3: שר המשים ונשוא ״ :(יפדםEin Gelehrter, welcher fünfzig Bücher voll• kommen beherrscht, um über sie auf verschieden• Weise disseriren zu können“, deutet, zunächst äugereiht‘). Die ,,fünfzig“ Bücher, welche ein jeder Gelehrter vollkommen beherrschen uud auf mannigfache Wei-e zu deuten versteheu muss, sind: die 24 Büoher der Bibel, wobei anstatt des Zwölfbuches der kleinen Propheten ״das Buch des Propheten Jona“ als ein selbstständiges, gesondertesBnch gerechnet wird; (danu 11 Bücher, die 11 Theile des Zwölf buche» die übrigen kleinen Propheten ausser Jona); 6 Tneile der Mischna und 9 Al theilnngen derThorath Kohanim, des ältesten Commentars zum 3. Buche Mosis. Allmählich kam aber ״das Buch des Propheten Joua“ aus dem liturgischen Gebrauoh und zw.ir aus dogmatisch-apologetische 11 Griiudeu. ludenEvaugehen8; wird bereits des Propheten Joua dreitägiger Aufenthalt im Bauche des Fisches als Vorbild auf das Grabesliegeu Jesu gedeutet uud werdeu die bussfertigen Niueviten den ungläubigen Julen7) entgegengehalten, was bei Justin Martyr*) dahin er eitert wird, dass die christglaubigen Heiden au die Stelle der heillosen ungläubigen Juden getreten seien. Auf ahnliehe Weise aussern sich die Kirchenväter: Augustin, Chrysostomus, Cyrill von Jerusalem, Ephrem Syrui und Zeno, welch’ zwei Letztere je eine besondere Red• über Joua gehalten haben. Solchen Aeusserungen gegenüber behaupten R. Jochanau uud R Simon b. Laki-ch”) bereits, dass die Busse der Nineviteu keine ׳") Die Copisten; welche die Gimmatrioth und Nolarika am meisten intmessirten, haben die wesentlichste Stelle de■ Exc> rptes weggelassen, wodurch die Erkeuntuiss des Zusammenbanges verhindert worden ward. Ueberhaupt wimmelt das tragliehe ü'onglomerat sowohl im Tanchuma als im Rabba voa Copistenuud Druckfehlern. *1 Wie Ed. Hildesheimer S. 617 richtig liest. ,j נשוא wird - ״ נשא ונתן ־über eine Sache disserirea auch über: eine Sache disputireu“, gedeutet, wie in der verwandte■ Deutung Chagiga 14a: 'שיודע לישא וליתן בחיח׳ת und in der bekannten Stelle: Aboda Sara folio 27 b: לא ישא 1 י ת ן אדם עם המינים: es disputire Niemand mit denMa'inin; denn der gesellschaftliche Verkehr mit den Maiain war nicht verboten, wie ich in meinem Artikel über: מק Frankel-Graetz Monschit. 1870 S. 173 und meinem: Justin Martyr und die Agada S. 1• naebgewiesen habe. פנים hingegen ist ״ לכמה פניםauf verschiedene Weise“. ')ln deD Halachoth gedoloth werden, wie das ״Fragment“ bei Horowitz 1. 1. richtig hat, an die ״fünf“ Bücher Mosis, die fünf Fmalbuchstaben und an diese die tünizig Büoher der fraglichen Agada angereiht. Aehnlichen Couglomerateu begegnet man ott in dem rabbinischen Schrifthum; vgl. Jehula b. Barsillai, s. Commentar z. Sefer Jezira ed. Halberstm* S. 160—161, wo einige der im Zusatze zum Tanchuma erwähnten Agadoth sich autünaen. י) Matthäus 12,39; 40. 16,4. •) Matth. 12,41; Lukas 11,31. *) Justinus Martyr’8 Dialogos cum Tryphone cap. 107 bis 108; S. Justin Phil, et Martyris opera ed. Otto, tom. I part II Ed. 2 1848 S. 362-366.