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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1893-01-14 · N° 3. (14.1.1893) · p. Seite 12

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 3. (14.1.1893)
Date
1893-01-14
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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12 vollkommene gewesen war und die Synagoge nahm diesen Angriffen damit die Spitze, dass sie die Verlesung des Buches des Propheten Joua auf den Ver- *öhnungstag beschrankte und demselben bei derVerlesung den Sehlussvers des Propheten Abadia voransetze und am Ende die Schlussverse des Propheten Micha, 7, 18—20 anfügte'0) denu die Synagoge lehrt im Anschlüsse an Moses, die Propheten, die frommen Seher und gottergebenen Säuger und Dichter, dass alle Völker sich dereinst zu Gott bekehren und des Heiles Gottes theilhaitig werden, nur daun erst werden die Juden eiuer wahrhaften dauernden Erlösung theilhaitig werden, die Nachkommen Jakobs zu ihrem Rechte kommen und die Abkömmlinge Abrahams ungetrübten Wohlwollens sich erfreuen. Recensionen. (iuttmann, Br. J. Das Verhältnis des Thomas von Aquino zum Judenthum und zur jüdischen Litteratur. üöttingen, Vandeuhoek und Ruprecht. 1891. Wie der verewigte Joel in seiner Schrift: ״Verbältniss Albert des Grossen zu Moses Maimonides“ es mit berechtigter Genugtuung hervorgehoben, hat bereits der katholische Professor der Philosophie, Emile Saissetes in dir Revue de deux mondes vom Jahre 1802 ausgesprochen: ״\laimonide est le precuseur de saint Thomas d’Aquin et le AI0r4 Neboukhim annouce et prepare la summa theologiae“. Das Gewicht dieser gewiss unparteiischen Stimme kommt bei einem Manne, wie es Thomas von Aquir.o gewesen ist, um so mehr in Betracht, als derselbe bekanntlich neben seinem Hauptgegner Duus Scotus den Höhejunkt der christlichen Scholastik im Mittelalter hezeichnet und keineswegs wie sein Lehrer Albtrt der Grosse noch v<11 con.pilatorischem Geiste erfüllt ist, londern von dem erustesteu Streben nach völliger geisti ger Durchdringung der für den Aufbau seines Systems z.u benutzenden Quellen getragen i«!t. Sieht doch Thomas in der denkenden Thiitigkeit des Ver- Standes den alleinigen Weg zur tOrlangung der liöousten Glückseligkeit und bezeichnet er doch den Erkenntnisstrieb nach Wahrheit als das ethabenste Verlangen des Menschen! (111 Mil'o alio quereuda est ultima felicitas, quam in Operation« mt.eliectus, cum nullum dtsidenuiu tarn in sublime feiatur, sicut desideriuin intelligendae veritatis. [Summa contra gent. .4 ,50 ,י.) Nach den oben sngelüLrten Worten Saissets könnte man um zu der Annahme veisucht sein, als ob bei Thomas, so zu sagen, nur eine gelegentliche Nutzbarmachung und weitere Ausführung verschiedener bei i M&imuni mehr andeutungsweise dargestellter Grundgedauken zu finden sei; allein das Maass der Würdigung und Benutzung des Maimonides durch Thomas ist dean doch viel erheblicher und vielseitiger, als es nach den Worten Saissets den Anschein haben kann. Was die Lebre von der Zeitlichkeit der Schöpfung aubelaugt, hat bereits Stöckl (Geschiohte der Philoi sophie des Mittelalters II. Bd. S. 559) die vollständige ן Abhängigkeit des Thomas von Maimuni’s Ausführungen 1 anerkannt und verleiht seiner Verwunderung darüber einen unzweideutigen Ausdruck*). In welchem immer- 1 hin überraschenden Umfange aber die Benützung | Maimuni’s durch Thomas stattgefunden hat., führt uns i erst in eingehender und überzeugender Weise durch ׳ Vorführung oder Bezeichnung der entsprechenden Parallelstellen die vorliegende Schrift Guttmanns vor : Augen. Es war zweifellos keine leichte Aufgabe, die j so umfangreiche, 23 Foliobände füllende Ausgabe der Werke des Thomas auf ihren Gehalt und ihre geschichtlichen Beziehungen zu prüfen, wobei sich naoh Guttmann die immerhin bemerkenswerthe Thatsaohe ergab ״dass Thomas in den kleineren Sohritteu den Maimonides öfter da nennt, wo er seinen Namen in der Summa contra gentiles nicht ohne Absicht zu verschweigen scheint“ (S. 41 Anm. 3). Ob nun hier in Rücksicht darauf, dass die sum ma contra gentiles deu Zweck einer ״philosophischen Apologetik des; Christenthums“ verfolgt, das leiohtbegreillioh-s Be leuken vorgewaltet hat, dass eine häutigere Nennung der Autorität Maimnnis, eine auffallende, in ihren Wirknngen unberechenbare Glorificirung dieses Lehrers des Judenthums, involvire, oder ob irgend welche audere Erwägungen für Thomas massgebend waren, kann allerdings nioht mit Sicherheit angegeben werden; Thalsache aber ist, dass namentlich in den kleineren Schritten der Eiufluss Maimuui’s als ein durohgieitender und offen zugestaudener sich darstellt und dass die — wie Simmousen und Guttmauu mit Recht behaupten nicht aus lbn Tibbon sondern aus Charisi geflossene — lateinische Übersetzung des More, diesem Kirchenlehrer nicht nur sehr wesentliche Gesichtspunkte für die speculativeu Grundlagen seines Systems dargebotun - hierbei ist auch der durch Maimunt vermittelte Einfluss Saa tja’s mit iu Betracht zu ziehen soudent aucli iin Einzelnen eiue gar reiche Fundgrube von wertlivollen nud verwerteten Auffassungen, beziehungsweise fruchtbaren Gesichtspunkten der Betrachtung geworden ist, was die Lehren von der Erkenntnis» Gottes und vou den göttlichen Attributen, die Lehren vou der Schöpfung, die Lehren vou den Engeln und der Prophetie, sowie die Erklärung der biblischen Gebote aubelaugt. (Schluss folgt.; '״) Jerus. Taanith 1>5b hingegen lehrt der in Babylon , lebende, den christlichen Disputationen lern stehende Samuel, , ZllV ,tlitterS.riSGhe11 Notiz“ in Nr. 3. Babli Tiinnitli 11>a die Nineviten seien ein Muster wahrhafter \ _ Butser. JalLut Schimeoni (Joua 551) hat die beiden Talmud- 1 »teilen in gewohnter VVYisu vereinigt, indem er ein ן ופלע אדרבי יוחנן emsclmlttt. Aul die weitern 111 Ziehungen der Agada zu den Kirchenvätern hinsichtlich des Propheten Jona kaun ich hier nicht weiter eingehon. (Dr. M. Lewy’s SchriUchon ״über das llueli Jo. a“ ktiiui ich bloss aus der Rezension im 1(10111״.“ v. J. S. IHM “j Vgl llalacholh ged״!oth ed. Ililpesheimer 8. täl'J und die Note 53 wozu •Seiler 11 Anuam tiuon S. 48h uud “3513211״ י f’J 2פיד Ü.1* הל פית ZU 1rg.u,zeuist. Auerbach'» Uemerkung .י' •יי• ■11 ׳145 "הא עזבו ל' Anm. 5 beruht aut maugelhatter hem.lutes der eiuschlagigin Litieratur. Ueber den dogmatischapologetischen Charakter der llaltaroth vgl.Mtgilla, jerus. '15a und lahli 25h uud Soferim cnp. 'J, § 11 Uber die Haltara Jechuskel 1U211, uud meinen Aulsatz: ״lieber die Bezeichnung ״ ■ג״בת הנדילLittbi.“ Jahrg 181י׳>. s. ui•)—u>7. Vm nntwoitl. Keila! teur Dr. Kali mer. Magdi'hi.rg. Druck: Bimdixi! Das Testament des verewigten Denjamin Isaacs ist in beglauhigtor notarieller Abschrif im Besitze der Cultusgetnoinde J u ng b unz 1 a u; denn das orakelhalte B o w a 11 ist nichts mehr und nichts woniger als Bomsall, wie Uanzlan in jüdischen Urkunden בימסלא oder בול&ל gesch. ieben wird. Das Testament wurde am 2 4. Mürz 1745 ausgetertigt, jedoch erst am 4. Mai 1750 von J. U. Dr. Roheit Uuapman genehmigt, wie im Registry ot the l'rerogative Oomt of Oaiiterbury zu leseu ist- Erwähnter Benjamin Isaacs ist der Gruudor der l’almud-T’ho. a- Schule in Jm ghun/.lau und oiuo Urahne des gewesenen Lord Majors Henry isaacs. Audi Moses Hamburger, dessen Familie sicherlich ursprünglich aus Hamburg stammte, lebte in Böhmisch Loip.a, und nicht iu Hamburg. — Aus dem Testamente Beujainin Isaacs erhellt, dass sein erster Hausrabhinor Hyam Gomperty hioss. ן Jungbi nzlau. Dr. M. Grünwald, Bezirksrabhiner. r. Huhn (ir. D. L. Wollt) Magdeburg. Verlag: Koo Friese, Leipzig

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