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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1893-01-07 · N° 2. (7.1.1893) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 2. (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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genommene Theorie ernst zu prüfen, da'ü.t die Stärke oder Schwäche ihrer Grundlagen kund werde . . . (Es wäre zu wüuschen, dass diese Arbeit recht bald auch in deutscher Sprache erscheine.) Eine besondere Hervorhebung verdienen wegen ihrer scharfsinnigen Durchführung D. Hoffmaun’s Arbeiten in der Widerlegung der Wellhausen’schen Theorie: 1. Einheit und Integrität der Opfergesetze, im ״Magaz. f. d. Wiss. d. J1nl.“iV (1877). 2. Die neueste Hypothes« über den pentateuchischen Priestercodex, beurtheilt von . . abgedruckt im ״Magaz. t. d. Wiss. d. Jud. VI“ (1879) und VII (1880) Auch iu der mir vom Verf! (und der Redacliou) zur Besprechung zugesandten Schrift: Wellhauseu's Methode, kritisch beleuchtet \on Pastor 0 Kaumann in Treuen. J. C. Hinrich's. Leipzig 1880. — 2 Mk. weht ein רוח קדים; und 80 gereicht es mir zur Freude, demnächst mit der Bespiechuug der gen. Arbeit meiueu Recensionen-Complex zu beginnen. (F. f. Weltliche und theologische Studien. Bin Wort Aber die Ausbildung unserer Rabbiner. Von Dr. Alexander Kohut, Rabbiner in New York. (Fortsetzung.) Wenn unsere grossen Lehrer in fast übertriebenen Ausdrücken das Thorastudium priesen, indem sie sagten: ״DasStudium des Gesetzes ist verdienstlioher als die Lebeusreltung, als der Tempelbau zu Jerusalem, ja als die Beobachtung des fünften Gebotes“* 1), wenn sie sagten: ״Das Studium des Gesetzes ist mehr als alle Optergaben alt;r Zeiten“’), wenn sie dieses Studium un&uthörlish anpriesen, ״wodurch Gott selbst gewonnen werden kann“*), dann, um aufrichtig zu sein, daun zielte unserer Lehrer schlichter Sinn nicht auf das weltliche Studium. Sie hatten einzig und allein die Thora im Auge. Andererseits waren unsere Weisenaber weit davon entfernt, einseitig zu sein. Folgende Beispiele mögen als Beweis dienen: ״Gross“ sagten sie ״ist der Werth des Wissens, denn zwei Eigenschaften Gottes sind daran geknüpft“'). Ein Mann, der des Wissens bar ist, verdient nicht Gnade“‘). ״Wenn ihr Wissenschaft erworben habt, was mangelt euch daun? Mangelt euch Wissenschaft, was habt ihr ei werben“•)? Molche und viele andere talmudisohe Aussprüche, alle zu dem Endzwecke führend: ״Ein Unwissender kaun nicht gottestürchtig sein“, ein Satz, der um so charakteristischer ist, als er iu den et hischeu Sprüchen der Vater enthalten ist’) — beweiseu klar, dass sogar m der talmudischen Zeit das weitliehe Studium ein geschätztes Erfordern iss war. Mau wird sich deshalb darüber nicht wuuderu, dass, um einen offiziellen Platz im Synhedrion einzuuehmeu, der Candidat die Kenntniss vou siebzig Sprachen (eine lunde Summe für alle bekauuten Sprachen) nachweisen musste, überdies vou der Astronomie (um den Kalender festzustellen , ja sogar vou der Theorie der Zauberei Kenntniss haben musste*). R.Jochanau ben Sakkai, der jüngste Schüler Hillel’s, wird als mit allen Zweigen der weltlichen sowohl als auch theologischen Wissenschaft bekannt hingestellt, vou der Metaphysik bis zu Abaji’s und Raba’s dialektischen Feinheiten®). Vom senartsinnigeu Symmacbos, dem Schüler des *) Scbabb. 114a; Aruck Com!»!. II 110b. *) Meg. 16b. *; Schabu. 1c. ') Ueracli. ba. ‘j 8ynh. 'J2a. *) her. 33a. ’) Lev. Rab. Cap. I: Num. R. Cap. XIX. Tauch. Vajikra. •) Pirke Ab. 11 5. *) 8yuh. 17 a. R. Meir") wird erzählt, dass er durch seine vielseitig# Bildung bei Debatten achtuuivierzig Gründe fü r und gegen anfahren konnte"). Es war in der That ein Gegenstand des Stolzes, scharfsinnige Lehrer gehabt zu haben. Von so fruchtbarer Art war der berühmt# R. Me'ir, von dem R. Jehuda, der Fürst, sagt: ״loh verdanke den Scharfsinn dem Umstande, dass ich einst den R. Me'ir von rüokwärts beobaohtet habe"). R. Me'ir hatte auch als Fabeldichter einen grossen Namen"); nicht minder Bar Kappara"), der, um sioh dafür zu rächen, dass er übergangen wurde, durok Erzählen langer Geschichten die gewählte Mahlzeit, di# R. Jehuda gab, verdarb. Dieser wurde oft durch die beisseudeu Bemerkungen R. Kappara’s unterbrooben"). Rabba liebte es, durch verwickelte Fragen den Geist seiner Schüler zu schärten'*!. Er pflegt« auch, bevor er au die Besprechung e rnster halaohischer Dinge ging, seine Zuhörer durch Tagesneuigkeiten zn erheitern17). Infolge seines scharfen Verstandes wurd# auch ernstlich daran gedacht, ihn bei der Wahl zum 1 Vorsitzenden an der Hochschule in Pumbaditha seinem Mitbewerber R. Joseph bar Cbijja vorzuziehen; ea kam jedoch aus Palästina der Bericht, dass obwohl Rabba ״der bergumstürzende scharfe Geist“ Anerkennung verdiene, doch ״der Sinai“ wie R. Joseph zufolge seiner umfassenden Gelehrsamkeit genannt wurde, Vorzug verdiene"). Wir verweilten absichtlieb bei dieser Erzählung, denn der weise Bericht, der in jenen Tagen auf das Gesuch von Pumbaditha ertheilt wurde, kann auch heutzutage zur praktischem Richtschnur bei der Erklärung unserer Frage dienen: ״inwiefern ist sowohl das theologisohe als auch das weltliche Studium für deu Rabbiner nothwendig?“ (Fortsetzung folgt) Eine alte Synagogenordnung. iii. 2. Das Buch des Propheten Jona. loh habe bereits vor Jahren in eiuem Schreiben an den Rektor des Rabbiner-Seminars in Berlin, Herrn Dr. Israel Hildesheimer1), uachgewiesen, dass die Erzählung vom Propheten Jona in den alten Zeiten fleissig gelesen und zu Exhorten und gottesdienstlichen Vorträgen vielfach als Text benutzt worden ward. Prof. Dr. J. Freudenthal’s Behauptung2), dass die von Auoher veröffentlichte Rede Philo’s de Jona und das Fragment einer Rede de Jona wahrscheinlich am Versöhnungstage iu einer Synagoge gehalten worden sei, weil sonst kaum ein auderei Tag 'ich finden lasse, der Aulasszu dem Thema der fraglichen Reue und zu der betreffenden Ausführung des Thema’s der fraglichen Rede geboten hätte uud weil die Urschritt des Buches des Propheten Jona noch heute am Versühnuugstage iu den Synagogen verlesen werde, bedarf einer durchgreifenden Berichtigung, zumal Prof. Freudenthal seilst gesteht, dass bestimmte Beziehungen zur Ftier desVersöhuuugs- Succa 28a. ״) Kid. 52b. ”) Erub. 13b. ״) lbid, jer. Beza V 63a: Aruch Compl. VII 66 a. u! 80ta49a. 1‘) Lev. R. Cap. XXVIII; Kohel. R.מה יתרון cf. Ar. e. IV 78 b. ■•) Ned. 50b..51a. ״) Cbul. 43b. '•) ,Boi.abb. •':Ob. ') Hildesheimer citirt dieses Schreiben in seiner Ausgabe der ״Ualacboth üedoloth“ (8. 616 Anm. 17 Rüde.) ף Freudenthal, Hie Flavius Jusephus bulgelegte Bchiitt aber die llenscbai't der Vernunft (IV. Makkabaerbuch) 8. 11. L'eber die Verlesung der griechischen UeberseUuag des Proi' '״ יי י.י‘— - 1 ־־" ־ 'י י ‘ “ I | Abhandlung über ״die Fusion des deutschen uud setardisebez ן Ritus“ erscheint iin nächsten .Jahre iin 4. Baude seiner ״llo- 1 sammelten Schritten.“

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