Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 50. (10.12.1891)
- Date
- 1891-12-10
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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TüT י etwas XJebles von ihm reden, ihn zu Schaden bringen“. Nach meiner eigenen Erinnerang wird der Ausdruck in jüdischen Kreisen in Uugarn ׳gebraucht“. Da ich mir vorgenontmen hatte (Einl. S. XXIV), mioh nur auf das zur Sache Gehörige zu beschränken, so bin ich [ der Erklärung schwieriger Ausdrücke nicht über- | massig weit nachgegangen. Ich kann nunmehr zu ■ dem erwähnten Worte auf Sanders, (Erg. W.-B., Art. Kleinerer, S. :)08 c) verweisen: ״Sie hat mich bei : Dir verklampert (verklatscht». Einem ein Klarn-i peil, Klemperl auhängen“ Auch in Wien sagt mau:! Emern eiu Klampii auhängen. j Zu S 170 Anm. erklärt Herr P. dass mir unverstäudlich gebliebene יוצרק richtig: ״Pferden“. — Zu ■ S. 264 ״Knellen ‘verweist P. auf Schmeller I, 1350 f., : wo nach dem Prompt v. 161 א das Wort erklärt wird 1 crepare, iucrepare hg. liuchen, auch prügeln, vgl.! Grimm W.-B. V., 1516: Knüllen, Knallen schlagen,! pufleu. Herr P. meint danach, das Wort bedeute so j viel, wie unser: einbläuen. Dies kann mir aber uicht Zusagen, da knellen nun einmal nicht für einbläueu (im Sinne von unterrichten) im Deutschen vorkommt, da man leruer im Jüdisch-Deutschen wohl sagt: der Lehrer setzt, sich knellen, aber nicht im Deutschen: der Lehrer setzt sich einbläueu (ohne uäheres Objekt), da man endlich schwerlich die Bezeichnung für Unter- ׳ richten blos vom Schlagen hergenommeu haben wird. Sichtiger wäre schon das ״Knellen“ von dem Hände-! klatschen beim Lernen »,vgl. Quellenschriften S. 152, 153) herzuleiteu. Ich habe gehört, dass der Brauni Schweiger Rabbiner Samuel Kger, befragt, ob der Proressor Eichhorn ״lernen“ könne, geantwortet habe: 1 ״Lernen kann er schon, aber klatschen kann er 1 nicht“. Der Um>taud, dass Knellen nur vom Eiementarunterricht, gebraucht wird, versehlägt nichts, denn man wird auch dabei der Nachdrücklichkeit wegen geklatscht haben. Aber der Ausdruck bleibt trotzdem fraglich. Zu dem schwierigen שאלמייסן verweist Herr P. sehr richtig auf Sohmeller 1, 1232, wo nach dem Prompt von 1618 angegeben ist: calmeiser, trivialis magister, grammaüsiu, abecedarius; oalmeiseu agere, trivialem magistrum. Damit ist dieser Gegenstand eudgiltig erledigt. Das Wort kommt auch au einer weiter anzuführenden Stelle vor.. Zu יריד S. 309 bemerkt Herr P., dass dieses Wort schon in dem מצית נשים T1D (Krakau 1577) vorkommt.!Vgl. Gniubauin, Chrestomathie S. 267— 266. Die dort versuchten Erklärungen sagen mir aber so wenig zu wie die von Zunz, Gottesd. Vortr.! S. 440.*) Sehr werthvoll sind die ״Ergänzungen“, die ich meinem Freunde Perles verdanke: Das Buch חיבידי לקט (Lublin 16 L2), verfasst von dem Chasau zu Krzemmieo, Abraham b. Juda, im Manuseript begonnen am Neumond Jjar 1595 und beendet vor Neumond Nissan 1597 — es ersohien erst nach dem Tode des Verfassers — bildet einen aus den älteren Couimentareu und den Midraschim zusammengestelken. kurzgefä*-»t<»n Oommentar zu den Propheten und Hagiographen mit eingestreuten deutschen Worterklärungen. Der Verfasser hatte bereits den Commentar zu den ersten Propheten, beendet, als er erfuhr, dass eine ähnliche Arbeit wie *) Herr Dt Friedr. Krauss schreibt mir zu dem Worte ״Greis“ (Fehler): ״Das Wort wird von deu echt pol tuschen Juden nicht wie ״Grals“, sondern im Sing, grjöclt, Plur. grejs'n ausgesprochen Es ist ein Fremdwort aus dem slaw. grSh, Plur. grehi oder gresi, und bedeutet: ״Vergehen, Fehlen, Sünden“. Dies hat viel für *ich. — Nachträglich macht mich Herr Halberstam aut' das Versehen aufmerksam, dass 8. 206 Z. 7 v. o. Salomon Kohn (”ש׳ן) statt Snhhatai gedruckt ist die seinige, von R. Zewi unter dem Namen אילה שלוחה (Krakau 1595 bei Benjakob Art. תנ״ך No. 338 heisst der Vert. Naphtali b. Ascher Altsohuler) bereits im Drucke sei, und er wollte deshalb von der Vollendung und Herausgabe seines Buchas abstehen. Nachtraglieh überzeugte er sich aber, dass sein Buch von dem erwähnten sich in wesentlichen Punkten unterscheide und überdies ermunterte ihn der Rabbiner von Krzerninteo, K. Simson, dem er das Buch vorlegte, zur Herausgabe desselben, vorhiess ihm materielle Unter- Stützung und verlangte nur, dass er zuvor den Verkauf des genannten Buches abwarte. In der Einleituug sagt der Verfasser (ich gebe die Uebersetzung): ״Ich sehe, das* viele den Wunsch hegen, zu lernen und im Zusammenhänge zu verstehen (ללמוד ולחבר) die Verse aus den ersteren und späteren Propheten und aus den Hagiographen, und die deutsche Uebersetzung der Wörter zu wissen ולבאר המלות כלשון אשכנס), dass aber die im grossen Format erschienenen 24 Bücher der heiligen Schrift des hohen Preises wegen nicht ,ledor kauten kann, 80 dass dieselben nicht Jedermann zugänglich sind, daraus zn lernen. Ueberdies kann aus denselben nur der Gelehrte und Unterrichtete (חכם וצורב) allein sich belehren durch Benutzung der Commentare der ausgezeichneten Exegeten R&schi, Rdak, Ralbag und Jbn Esra, aber Leute rneires RaDges, die mir gleichen, sowie Kinderlehrer uud Bachurim, die jene, Bücher benutzen wollen, sind nicht im Stande, allein daraus sich zu belehren Deshalb habe ith aus den genannten Commentaren und dem Targum Jonathan kurze, lässliche Auszüge gemacht, mit deren Benutzung ein Jeder aus der in aller Händen befindlichen Bibelausgabe 1 allein, ohne Lehrer und Unterweiser, sicli belehren kann, zumal ich midraschische Erklärungen, die dem Wortsinne nahekommen und die ich von Jugend an gesammelt habe, beigetügt und die den Schülern schwer verständlichen Wörter mit deutscher Uebersetzung, welche ich von meinen Lehrern empfangen, versehen habe. . ■ . Neuerdings sind allerdings Manche darauf' ausgegangen, Schülern und Lehrern die Uebersetzung der Bibelverse zu erleichtern und dieselbe ihnen wohlgeordnet zu geläufiger Lektüre an die Hand zu geben. Ich war indessen auf den grösseren Vortheil der Studierenden bedacht und habe mich streng an die genannten grossen Erklärer gehalten, aus denen wir schöpfen.“ (Schluss folgt.) Litteniturbeneht. Kecensionen. Die Haphtaroth der Sabbathuud Festtage für deu Gottesdienst geordnet und frei übersetzt von Dr. Ignaz Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. 1891. Es ist erstaunlich , wie schnell manche Leute zu Verfassern werden, mit wie leichter Ausrüstung sie eine Sache in Angriff nehmen, mit wie wenig Bedenkliohkeiteu sie sich in der Ausführung plagen und daher auch gar uicht erstaunlich, wie traurig ihre Machwerke austalleu. Herr Z. hat in Karlsbad die Reform eingeführt, die Haphtaroth deutsch abzulesen. Für K. mag dies immerhin als Reform gelten. Aber er hat sich weiter• hin veranlasst gesehen, diese Reform durch sein Buch allen deutscheu Gemeinden als mustergütig vorzustellen und dagegen möchten wir doch Einspruch erheben. Zunächst sieht man sich vergeblich naoh der versprochenen Ordnung um. Oder sollte sie darin bestehen, dass allemal die Anfangs- und Sohlussverse des hebräischen Textes äuge ge heu sind?! ״Die erste Aufgabe der Uebersetzung war, dass sie allgemein verständlich und gefällig sei,... da die ■ beim Gottesdienst Versammelten moderne Leute (sic!) *) Der Verf. spielt wohl auf das kurz zuvor (1604) erschienene Bar-Mosche-Chummaach (vgl. Quellenschr. S. 239 a 1 sonst) au, in welchem weseutlicli die Wortübersetz nag ohne | Anführung der älteren Commentare gegeben ist. Der Verf. hat 1 umgekehrt letztere hauptsä. blich berücksichtigt und nur nebenbei die schwereren Wörter übersetzt