Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 48. (26.11.1891)
- Date
- 1891-11-26
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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187 — grieofa. rcaXXTjij (mannbar) stamme, dem das lateinische parectatus entspreche.* 2) Sachs bemerkt auch, dass schon Mussafia die Bedeutung ▼on 03ל& richtig er• kannt habe; indessen ist dies nioht M., sondern der Aruch selbst. — S. sagt aber nioht, ob sich das lat. pareotatus in jüdischen Quellen findet. Ich fand dasselbe an einer Stelle des Sifresntta, in der das angeführte Oitat aus Purah Verwendung gefunden und die sioh anoh im Jalkut I. pag. 226a (ob.) findet. Dort heisst es statt des ר2רנ&א& in den Worten R. Jsmael’s: פרונדוס, was nichts anderes als das erwähnte pareotatus ist. An der entsprechenden Stelle des Mid ras oh haggadol heisst es jedooh פר כר ע&א Man wird über diese Umbildung des פרכרנ&א vielleicht staunen; indessen begegnen wir derselben anoh im Mischnahcommentar des Maimonides und in der zagehörenden M., herausgeg. von Derenbourg (durch den Verein Mek. Nird.) Anoh dort heisst es פרבר יגמא. D. bemerkt hierin (Note 3), dass das Wort in der Misohnah שרבי■ יגמא, im arab. Commentar פרבר גמא punktirt wäre, ohne auf die Sache einxugehen.3) Wie mir Herr Professor Fraenkel (Breslau) anf meine Anfrage mittheilte, liegt der Theilung des Wortes und seiner Schreibart (mit כ) wohl eine Volksetymologie zu Grunde, und mit Recht weist ein Glossator zum Midr hagg. durch seine arab. Bemerkung פ* לפצה darauf bin, dass die Worte in einem zu lesen seien.4) Vielleicht ist einer der gesoh. Leser im Stande, diese Volksetymologie aufzuhellen.5 *) XVIII. Es ist mir leider hier nicht möglioh, aus den einschlägigen Lexicis die eigentliche Bedeutung von שט! קיק zu eruiren. Ich möchte jedoch hier darauf hinweisen, dass Ebers in seinem ägyptischen Romane ״Uarda“ (5. Aufl.), 1. Bd. S. 25, davon erzählt, dass an der betr. Stelle, wo die Erzählung spielt, ein Saal von drei mit Kikiöl gefüllten Lampen in Vogelgestalt erleuchtet wurde.7) In der zugehörigen Anmerkung bemerkt E. erklärend, (las Kikiöl sei das ״Rioinusöl44, das die Aegypter in den Lampen zu brennen pflegten.*4 Das dürfte ohne Zweitel das שמן קיק sein, von dem Sabbath 21a die Rede ist, und es findet bei der anerkannten Wirkung des Rioinus- Öles auoh die Bemerkung des R. Simon b. Lakisch bez. des ש״ק mehr Verständnis!■', da er sagt: ובענפוהי נייחי ״ כל בריחי,) דמערבאin seinen Zweigen ruhen alle Kranken des Westlandes41, und es auf den Kikajon des Jonah bezieht. — Wenn man den historisoh treuen Schilderungen Ebers’ an gen. Stelle unbedingt folgt und ihnen hier eine allgemeine kulturgeschichtliche Bedeutung beilegt, 80 darf man vielleicht die Angabe, dass hier ״Lampen in Vogelgestait“ brannten, für die Erklärung der Worte Mar Samuel’s (Sabb. a. a. O.) verwenden. Auf die Frage, was שמן קיק sei, antwortet er: ״loh befragte alle Seefahrer*) darnaoh, und sie sagten mir, es gäbe in den Seestädten einen Vogel, b Vgl. Lewysoha, Zoologie des Talmuds, 8. 118 {. Anm. **) *) Man beachte dabei wohl, dass in Yemen, woher der Midr. hagg. stammt, die Ueberlieferung vorhanden war, dass derselbe von Abraham, dem Sohne Maimon’s, verlasst sei. *) Im Midr. hagg. ist, wie os scheint, aach פרבר in zwei Worte getheilt, sodass das Ganze dem בקר P פר ähnlich siebt. 5j In Tamid 27a, Sebach. 55b kommt das Wort פרבר in der Bedeutung ״Vorstadt“ vor. 11 Schon Sachs, Beiträge II. S. 24 1' bemerkt, wie mich Herr Babb. Dr. J. Cohn (hierselbst) belehrte, dass das in dem von ihm angeführten Glossar, in llippocr. genannte AlYUTttlOV äXatov örop aCitol xaXoOa׳. xtxivov das in der Mischnah Sabb. genannte Kik-Oel sei, ohne auf dasselbe weiter einzugehea. *; Vgl. Aruch s. v.,כרד. *) Vgl. Sachs, a. a. Ü. II. 87, Autn. 85. dessen Name pp sei44. — Diese, zumal etwas abgerissene and eig. hinsichtlich des שמן קי unvollständige Erklärung regt offenbar die Vermuthang an, •lass wir es in dem Beriohte der Küstenbewohner, welohe Samuel befragte, weniger mit einem Vogel, namens קיק, aus dessen Fett etwa das Oel gewonnen wurde, als mit Lampen za thun haben, welohe, nach der Erzählung Ebers’, Vogelgestalt hatten.4) Litteraturbericht Recensionen. Frledmaun, M., Commentar zu ,Richter“. Wien 1891. Verlag von Oh. D. Lippe. 56 8. (hebr.) Der bekannte Leotor am Beth-ha-midrasoh in Wieu, der schon seine Erstliugs&rbeit, die vortreffliche Sifre-Ausgabe, dem um die jüdische Wissenschaft eben so sehr wie um die jüdische Homiletik hoohverdienten Dr. Ad. Jellinek gewidmet hatte, hat auoh zu dessen siebzigsten Gebartstagd mit einem des gegeierten Jubilars würdigen Geschenk, der vorliegenden bibelexegetisehen Arbeit, sioh eingefunden. Von dem geistreichen und scharfblickenden Commentator der Aggada, seiner eigentlichen Domäne, lässt sioh von vornherein erwarten, dass er auch auf dem vielbearbeiteten Boden der Bibelexegese manche von Anderen übersehene, beaohtenswerthe Blume pflücken werde. Und unsere Erwartung wird nioht getäusoht, obwohl sioh der Verfasser vollständig in den Bahnen der alten Bibelerklärer (wie z. B. des R. David Kimohi, dessen Erklärungen mit and ohne Erwähnung seines Namens uns häufig in der vorliegenden Schrift begegnen) bewegt und sioh an keine Textveränderung heranwagt, nioht einmal in dem schwierigen Deborahliede. Das Festhalten an der Authenticität des Urtextes, der seit undenklichen Zeiten sorgsam und mit frommem Eifer gehütet wurde, den die Abschreiber nioht wie bei andern Abschriften alter Werke willkürlihh verändern uud verunstalten durften; besonders an der Integrität des Consonantentextes — denn die Vokalisation, die verdienstvolle Arbeit der Punktatoren, erscheint oft nicht als Fixirang der Tradition, sondern als Schriftdeutung — vermehrt natürlich ungemein die Schwierigkeiten der Exegese; aber in der Beschränkung zeigt sioh der Meister. Dass Vieles in der Arbeit des Verf. nioht stichhaltig ist und Widerspruch herausfordert, 8011 nioht geleugnet werden; Manches, dass der Erklärung bedarf, wie z. B. 8 ,5 לחם שערים, ist vollständig unerwähnt geblieben. Aus der Fülle des Gebotenen lässt sich schwer eine Auslese geben, der Leser muss aut das Werk selbst verwiesen werden. Nur aus dem Deborahliede will ioh auf folgende neue Erklärungen die Aufmerk• samkeit hinlenken. Die Uebersetzung des ersten Verses würde nach der Deutung des Verf. lauten: ״Da freie Bewegung wieder eintrat in Israel, da das Volk sioh türstlioh zeigen (stolz und frei einhersohreiten) darf, darum lobet den Herrn.44 Naoh Targum sagt uns Vers 7, dass die offenen Städte (פרוק) verödet waren, verlassen werden mussten, naoh er- *) S. noch die Erklärungen im Jeruschalmi z 8t. — Die Mittheilung Samuels wird hier im Namen des gewöhnlichen Tradenten seiner Aussprüche, des Hab Jehudah, in aller Kürze erwähnt (עוף הוא ושמו קיק). — Zu meiuen Bemerkungen unter den ״Litterarischen Notizen“ in No, 42-43 möchte ioh noch hinzufügen, dass in dam gen. ltomane von Ebers von einer löwenköpfigen Göttin 8eohet (=» 1'ככוה die Hede ist. —