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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-11-26 · N° 48. (26.11.1891) · p. Seite 186

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 48. (26.11.1891)
Date
1891-11-26
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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— 186 — geloben werden zu den Höben eines klaren und un• ן aefangenen Urtheils. Gegenüber solchen Vorzügen { widerstrebt es uns, Kleinigkeiten herauszusuohen,; die vielleicht nioht ganz correkt sind, um dadurch unsere Ueberweisheit leuchten zu lassen. Das wäre nicht Kritik sondern — Krittelei. B. R. Wo lag das Paradies? Von H. Br 11 g sc 11. Die hibllische Erzählung versetzt den Süudenfall nach einer im Osten gelegenen paradiesischer! Gegend, in welcher sich der ״Garten Jehova’s“ oder der ״Garten Gottes“, wie er an verschiedenen Stellen der Schrift genannt wird, befunden haben soll. Es ist eine Unsumme von Wissen und Gelehrsamkeit darauf verwendet worden, um seine geographische Lage genauer zu bestimmen. Als Ausgangspunkt für alle Untersuchungen dienten die Namen der vier Flüsse, welche ihn durchströmten und unter denen der Euphrat und Tigris unverrückbar ihre feste Stelle einnehmen. Der berühmte Assyriologe Friedrich Delitzsch hat ein schönes Buch unter dom Titel: ״Wo lag das Paradies?“ vor zehn Jahren veröffentlicht, dessen Inhalt an Quellenkenntniss, an Keilschriftwissen und an Klarheit uichls zu wünschen übrig lässt, nur um die Beweise so zu liefern, dass das Gottesland Eden in einer paradiesischen Gegend Babyloniens am uuteren Euphrat allein zu suchen sein dürfte. Die Ergebnisse seiner ffeissigen Forschungen tragen den Stempel grosser Wahrscheinlichkeit, aber nicht der uubestreitbaren Gewissheit an sich. Das Land Kusch mit seinem Strome Gihön, d. h. das afrikanische Aethiopien mit seinem Nile im Oberlaufe, tritt störend in den goo«? graphischen Zusammenhang ein und verwischt das Gemälde an einer seiner hervorragendsten Stell«. Es kann mir nicht in den Sinn kommen, in die Streitfrage meine eigenen Ansichten hineinzutragen, doch wird es mir unbenommen bleiben dürfen, auf eine durch die Denkmäler Aegyptens bestätigte und stets wiederkehrende Nachricht hiuzuweisen, die eine wundervolle Gegend ausserhalb Aegyptens und im Osten gelegen, mit dem stets wiederkehrendeu Namen ״Land Gottes“ in erster Linie erscheint. Es sohliesst das Heimathsgebiet des Balsambaumes : in sich. ״Die Bergterrassen des Balsams, das ist die j köstliche Gegend des ״Landes Gottes,“ sagt ein ägyp- I tischerTextdarüber, während ein anderer ״von den schönen l Bäumen aller Art des Landes Gottes“ spricht. Ini schriftliche Zeugnisse, welche aus der Epoche der Ptolemäer herrühren, sclireibeu diesen Fürsten Reisen . zu Lande und zu Wasser nach den Thälern desselben I Landes Gottes zu, um für die Tempel Aegyptens Baij sam und Weihrauch von dorther zu holen. ln einer geschichtlich uagemeiu wichtigen Urkunde, . dem Papyrus Harris No. 1 des Britischen Museums; in London, berichtet der König Ramses III., dass er die Schiffe seiner Flotte auf dem Rothen Meere nach ״den Gottesländern“ entsendet habe, um sie ״mit den Erzeugnissen derselben und mit allerlei wunderbaren und seltenen Gegenständen jener Landschaften“ zu befrachten. Mag man in dem Ausdruck des ״Gotteslaiides“ die Weihrauch und Balsam hervorbriugeudeu Küsten- \ striche Arabiens oder der afrikanischen Seiten des! Rothen Meeres verstellen (^deuu auch auf dieser ent-; deckte unser berühmter Schweinfurth iu deu Bischarin-! bergen nördlich von Suakin Balsambäume, ״deren duftende Zweige von köstlichem Harze strotzten“), immerhin handelt es sich iu säinmtlicheu inschriftlichen Ueberlieferungen um eine der im Osten an den südliehen Küsten des Rothen Meeres gelegenen Gegenden, auf deren Gebirgstcrrassen der Balsam- und der Weihrauchbaum gepflanzt war und deren sonstige Erzeugnisse zu den Wundern und vielbegehrten Seltenheiten der ältesten Welt gezählt wurden. Es waren glückselige Gestade, deren kostbare Produkte auf den Aufenthalt der Götter oder genauer des Lichtgottes hinwiesen. Hier war seine Heimathsstätte, hier die Wiege der Götter. Dass man nicht an Arabien, wie wohl geschehen, sondern an die ostafrikanische Küste zwischen Abessynien und dem alten Hafen von Berenice zu denken hat, um dem ״Laude Gottes“ und der häufig mit ihm gemeinsam aufgeführten Landschaft Pwene und anderen geographischen Namen, an ihrer Spitze Maza oder Marlsa, ihre feste geographische Stelle anzuweisen, dafür treten die zwingendsten Beweise ein Es würde mich zu weit führen, anf Grund der Völkerlisten der südlichen Theile der Welt vom ägyptischen Standpunkte aus, die Zeugnisse im Einzelnen zu liefern. An diesem Orte soll es allein hervorgehoben sein, dass die aufgezählten Produkte sämmtlich den afrikanischen Ursprung an sich tragen. Gold könnte wohl in Arabien gefunden worden sein, wenn auch nicht in 80 grossen Massen als in den Bergwerken Aethiopiens, des Landes Kusch der Bibel, in der Nähe der afrikanischen Küste, aber Elephanten, Giraffen, Strausse verrathen neben dem Ebenholz afrikanische Herkunft. Es ist ein gesegneter Küstenstrich des Landes Kusch, an welchem die pharaonischen Schiffe ihre köstlichen Ladung n empfingen. Nach einzelnen ägyptischen Mythen befand sich an den Weihrauchgestaden die eigentliche Heimath des Lichtgottes, der in Begleitung seiner Götterschaar ־votr*h1er aus den Einzug iu das ägyptische Nilthal vollzogen hatte. Nur hier ist der biblische Wonnegarten ״Eden“ zu suchen, an den von Kuschiten besetzten Küstenstrichen Aethiopiens. Es ist daher nioht zufällig, wenn die Schrift bei der Beschreibung von de^ Hauptgewässern, welche den Garten ״Eden“ durchflossen^ des Landes Kusch, des Mohrenlandes nach der Uebertragung Luthers, mit den Worten Erwähnung thut: ״Das andere Wasser heisst Gibon, es fliesset um das ganze Mohrenland.“ Es war natürlich, dass dem ältesten Verfasser der Geschichte vom Paradiese und dem Sündenfall nach der damaligen Weltkenntuiss diejenigen Länder in das Gedächtniss zurückgerufen wurden, deren Bodenreiohthümer und gewaltige Ströme zum Aufbau des Garten Gotte8 den geeignetsten Stoff liefern konnten. Micsellen aus der jüdischen Alterthumskunde. Von B. Königsberger-Kattowitz. A.VU. Naohdem, von R. Simon b. Gamliel befürwortet, die griechisohe Spraohe bei den Juden Eingang gefunden'), kam es bald, dass man sioh eingehend derselben bediente. Natürlioh litt sie dabei und ihre Formen wurden vieltaoh veranstaltet. Eines dieser griechischen Wörter ist das M. Parah 1,3 vörkommende פרכדיגמא, das sich richtig geschrieben in dem R. Hai vindicirceu Misohnaüoommentar und Aruch findet (פרכריגכא). Es ist das griechische raepaxipaYl״*, ein.e ausser Kurs gesetzte Münze. Sohon Saohs, Beiträge 11,80 hat riohtig aal dea Ursprung dieses Wortes!angewiesen (vgl. auoh Mussafia). An derselben Stelle giebt Saohs auch an, dass das ib. genauute פל3פ vom ') M. Megillali ö'o 11. u. jer. ib. 71c.

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