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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-11-19 · N° 47. (19.11.1891) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 47. (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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unter den! Bilde eines die Scheibe drehenden Töpfers j erscheint, findet sich die Beischrift: ,,Der grosse lebendige Gott, der Schilptetdessen, was da ,,ist, modelt den Sohn der Isis aut seiner Töpferscheibe, und ,vollzieht an seinem Leibe das Werk eines Bildhauers Es ,arbeiten die Finger des grossen Gottes, der am Anfang dio ,Welt baute, und mit seinen Händen die Menschen und die ’,Götte״ schul.•‘ r In anderen Inschriften begegnet inan *Sätzen wie : ״Der gross lebendige Gott, welcher den Menschen formte ,.und den Odem des Lebens in seine Nase einblies.“ ״I'or Gott, welcher seinen leiblichen Solm!<!. 11 in diesem ,.Falle ■len r. gierenden König) aut d״r Töpferscheibe bildete ״und in seine Nase den guten Athen! mit seinem Mumie ein- ,,hhos.“ Ein König, derselbe, in dessen 18. Regierungs־ jahre das Ende der siebenjährigen Iluugersnoth ein- 1 trat, erzählt von demselben Gotte. vor dem er an- ן betend niedergeauuken war: ן ״Er tliat sein Auge auf, gerührt war sein Herz und seine i ״Stimme erscholl: Ich bin Chnutn, dein Schöpfer. Meice ״Hände ruhten auf dir, um deinen Leib zu fügen und dir ,einen gesunden Körper zu schallen. Ich gab dir ein Herz.■* Lösen wir a1׳s der heidnischen Umschalung den reinen Kern, so zeigt uns dieser iu aller Klarheit das Gegenbild der ebräischen Vorstellung über die Sohöpiung des ersten Menschen: den höchsten Gol׳, welcher ihn aus Erdeustaub schuf uud mit dem Athen! j aus seiuem Munde iu die Nase beseelte. Der Name Adam, welchen der!Schöpfer nach dem ebräischen Berichte dem ersten Menschen verlieb, wird von den Auslegern mit dem Worte Adamah in Verbindung gesetzt, das von dem Namen Adam ״roth, röthlich“ abgeleitet, so viel als die rölblich j schimmernde Erde bedeutet, gerade wie der Beiname ■ ״Edom“des rothfarbigen Esau’sauf denselben Ursprung | zurück zu führe 11 ist. Auch der altägyptischen Sprache,! deren Verwandtschaft mit dem Ursemitischen h6ut. j zu Tage ausser Frage steht, muss der Wortstamm j Adam eigen gewesen seiu, wie es aus dem Namen : Adama für einen rothfarbigen Zeugstoff hervorgeht.; Damit ist der ebräische Adam, der erste Mensch,; zu einem aus Erdenstaub geformten Wesen geworden, das wieder zu Staub werden muss, aus dem es ge- : nommen ward. i Der ägyptische Mensch führte die Bezeichnung Rome oder verkürzt Rem. Ganz abgesehen von einer fast dichterischen Sage, wonach der Mensch aus einer Thräne Gottes entstanden seiu soll, trägt der wahre Ursprung des Wortes Rome, trotz seiner hau- . fügen Anwendung iu dem altägyptisohen Sohriftthum, j viel Dunkles an sich. Es liegt am Nächsten, au das I uralte Stammwort: rum zu denken, welches die' Grundbedeutung von ״sich erheben, aufrichten, 1100h sein“ besitzt. Der ägyptisohe Mensch würde darnach der hoch aufgerichtete sein, ähnlich wie die griechi- ׳ sehe Bezeichnung des Menschen als Anthropos nach j der Auslegung der Alten den ״aufwärts!Schauenden“ I bedeuten soll. Misceilen aus der jüdischen Altertumskunde. Von B. Kö n igs berget•-Kattowitz. XV. Ein durch die Berührung der Jaden mit den Römern in die Litteratur der Erster-e 11 autgenommenes Wort ist קלנדא bezw. קלנדש.— Es Sti Mer zunächst aut die Erklärung des Wortes iin Jeruschalmi, Abodah sar. 1,2 (39 c), auch angeführt vou Raöb. Cuauael zu bab. Ab. sar. 8 a und תוי״ט zur Mischnah ib. 1, 3 (Stichw. קלנדא), hingewiesen, welche lautet:'ק לרן די א. Diese beiden Wörter bedeuten naoh den Erklärern בלשון יוני soviel als טוב יוש Festtag. Indessen bemerkt schon Aruch 8. v. קלנדא,*) dass קלון griechisch (xxagv, gut, schöu) und דיאו lateinisch (= di s, Tag) sei. Ohne Zweifel aber ist das Wort durchaus lateinischen Ursprungs und gleichbedeutend mitoaleutes (so.dies) ״warm werdende Tage“2) Hierzu passt 1. die talmudische Notiz, dass jenes Fest ursprünglich 8 Tage nach תלופת טבת falle (also z. Z. des Monats Januar, des röm. Jahresanfangs, *) wo die Tage länger zu werden beginnen; 2. Rab’s Angabe für den Ursprung des Wortes, dessen Eintührung auf deu ersten Mensohen zurüokgehe. Als dieser einst eine ungeheure Schlange vor sich erblickte, spraoh er: Wehe mir! Vielleicht ist es die, von der es in der Schrift heisst: ״Es wird dir den Kopf zertreteu“, — und sie kommt, ummich za beissen“.4) Als er nun sah, dass die Dunkelheit sehr lange dauerte — es war der kürzeste Tag des Jahres — (fastete er 8 Tage, und als er dann bemerkte, dass das Licht wieder zunahm) spraoh er: ״!ללנדםEs ist ein guter, festlicher Tag“, oder, mit Benutzung einer Notiz Heller’s a. &. 0., wonach דיאו Deus resp. O-eöj ist: ״Gut ist Gott!“ XVI. Zu der Frage, aus welchem Grunde wir wohl vou dm halachischen Midraschim nur je zwei aus jeder Schule (Mecliiltba und Sifre Numeri von R. Ismael — Sifra und Sifre Deuteron׳, von R. Akiba) erhalten haben, die sich durch die -Beobachtung zuspitzt,!lass wir im handschr. Midrasch hagg. die bez. Theile des Akiba’schen Midrasch ergänzen können, geben weder Hoff mann (Zur Einleitung in die halachischen Midr. S, 71 uut.) noch Bacher (Agada d. Tann. II, 78 ff.) genügende Mittheilungen. Ich halte meine mehrfach geäusserte Ansioht aufrecht, dass der Hauptaulass für!fiese Erscheinuug darin zu suchen ist, dass die Schule R. Simons, des Sohülers R. Akiba’s, alle Midraschim in ihrem Unterrichtspensum vereinigte. Nun haben wir aber Traditionen, aus denen hervorgeht, dass in einer Deutung aus Leviticus uud einer solchen aus Deuteronomium , und vielleicht auch in der Deutung dieser ganzen zwei Bücher des Pentateuch, die Schule R. Ismaels sioh deu Traditionen R. Simons ansohloss. Das bez. Citat zu Levit. 4,30 (nicht 10, wie iu ed. Wilna angegeben) findet sioh Joma 59a uud ein solches zu Deuteronomium 14 in Cholin 69h*). Wir gelangen also zu dem höchst interessanten Resultate, dass bei der Abfassung der halachischen Midrasohim von Seiten R. Chija’s und R. Jochanan’8 ein Midrasoh R. Ismaels zu Levit. und Denteron. gar nioht zur Aufzeichnung golangte, sondern nur ein solcher zu Exod. Numeri, während aus R. Akiba’s Schule der ') In der ed. Warachar 1869 steht irithümlioh ללדנא♦ — *) ln den. lateinischen L“xieis wird das Wort von ״calo“ (rufen) abgeleitet Um die weiche Dentalis (d) in calendae zu rechtfertigen, müsste man das Wort ללנדא durch calendi (tempus) erklären. Die übliche Schreibweise Kalendae weist indes auf das griech xaXem ״rufen“ hin. — *) Wahrscheinlich war die Bezeichnung calendae ursprünglich nur für den 1- Januar (Jahresanfang) gebt auch lieh, bis man später, als man auch .jeden MonatsDeginn festlich beging, diesen Namen für jeden Ersten eines Monate einführte — *) Ps 189,11. So muss wohl die Stelle im Zusammenhänge übersetzt werden. *) Das hetr. Citat, welches meinen ״tiuelleu u. 8. w.“ •8; '02 hinzivzniügen ist, lautet: חנא דבי רי״ש כרי שמעון בן יוחאי wozu ltaschi bemerkt:$צינו מענת מדרשו של רי־׳ש כתלמידיו של ר״ש בן יוחאי. In den Halachoth Gedoloth (ed. Berlin 1896 ) iindet sich S. 562 irrthümlich דתאנא דבי רי״ש ב״ר שמעון בן לחי, ebenso iin Oommentar des Rabbenu Gersohom z. Sto-IWft דבי ר״יש בי רבי שב״י.

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