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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-10-29 · N° 44. (29.10.1891) · p. Seite 171

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 44. (29.10.1891)
Date
1891-10-29
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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durch deu Buchstabenwechsel von א״ת ב״ש die Summe ]00 (= r״') — nach M. Vi try, Tosapb., Abudarh., 4 — .ברי״ט. bemerkt וכן ממך עולה ק׳ :כה״ ט, deutjicher Abudarh.: ונם יש רמז להם מן הנביאים שר ובה י' שואל ממך בנ־מ׳ מאה. (Indessen ist Abud.’s Angabe nicht correct, da der bez. Satz (wohl Micha 6,8) דורש st. שואל hat. — 5. Abud., der wohl auch liier das דבר וה כתוב כתורה ושנוי כנביאים וכי׳ (Megiü. :11vgl Rosch hasch. 32a) zur Anwendung bringen will, verweist noch auf Ps. 128,4 und sagt: וגם יש רמז מן הכתובים שני הנה כי כן יבורך נכר ירא ד׳ כלוט׳ מנין כי כן דהייני 6 — .מאה יברך נכר. Im Machs. Vitry wird noch auf den Buchstabenwerth von על in 2 Sam. 23,1 Bezug genommen.*) — Es ist jedoch zu beachten, dass weder im Talmud noch in den älteren Midra9chwerken irgend eine Erklärung für die Zahl hundert hinzugefiigt wird;5) es wird für den Ausspruch R. Meirs nur der blosse Scl.riftvers als Belegstelle angeführt. Betrachtet inan r.un Tos. Berachoth 7,24 (auch citirt in jer. Be rach. Ende׳, wo es heisst: היה• ר׳ מאיר אומר אין לך אדם מישראל שאינו עושה מאה מצות בכל יום קורא שמע מכרך לפניה ולאחריה אוכל פיתו ומברך לפניה ולאחריה מתפלל ג׳ פעמים של י״ח ועושה שאר כל המצוות מברך עליהן, so kommt man wohl zu dem öedanken, dass מאה hier nicht genau zu nehmen ist Deun al - gesehen von der grossen Anzahl von מצוות, die es giebt und deren hier nur der zugehörigen Benedeiungen wegen Erwähnung gethan wird, dürften sich schwerlich genau 100 כרכות ausrechnen lassen. מאה ist eben hier nur als נו1מא gebraucht, ähnlich wie z. B. auch die Zahl 30t).‘) — Ob nun die Zahl 300 bei Simsous Brandfüchsen die Veranlassung für den allgemeinen freien Gebrauch gegeben, ist zweifelhaft; ich möchte hier darauf hiuweisen, dass iu Bezah 4a (aus Tos. Terumoth 5,11, bei Schwarz 4,10) davon die Rede ist, dass nach R. Josua (in R. Jehudab’s Tradition) nicht einmal 3 0 0 obere Schichten den einen Feigeukranz aufwiegen. Sonst handelt es sich bez des ביטול nur um das 100 lez. 200faohey und es wird hier in einer arithmetischen Reihe die nächste Summe — 300 — als גממא gebraucht. (Forts, folgt.) Receasionen. ת1ךה ותפלה. Gebet- und Religionsbuch für die reifere Jugend. I. Theil. Von Dr. Th. Kroner. Besprochen von J. Herzberg-Bromberg. (Schluss.) S. 5 heisst es: ״Wollen wir unsere Seele heiligen und rüsten, so müssen wir alles Unedle in uns besiegt h aben.“ Das ist doch ein Widerspruch in sich selbst. 80 lange wir im Begriff sind, unsere Seele zu heiligen und zu rüsten, werden wir alles Unedle in uns nooh nicht besiegt haben. Zum Heiligen und Rüsten gehört eben das Besiegen alles Unedlen in uns. Aut derselben Seite begegnen wir folgendem Satze: ״Diese Bescheidenheit in unserem Gottesdienste nennen wir Demuth.“ Hier 8011 ein Begriff durch einen anderen klargestellt werden, ohne das letzterer Nebenbei bemerkt sei liier, dass der Sifre sutta aus dem 30 mal vorkommenden Ausdruck נדר resp.*נזי in פי נשא) פ' נדר) aut' di« Dauer von נזירות 0תם scliliosst *) S. llurwitz Note 7. (Bamidb. rabb. IS,-1 und Jelauidenu a. a. ü.) ף Der Zusatz im Jelauidenu scheint ein spaterer zu sein, zumal in der ed. pr. (Veuedigi der gauze Abschnitt lelilt. Vgl. noch die Ausführungen des Jalkut 1 § Säö aus einem •לרש פליאה• •) Vgl. Blumentlial, 11. Meir ■־־'. Ob Anm. '2. lloi den aus Cholin 90b angeführten Dingen vergase Bl., deu goldnen Weinstock zu erwähnen. S. auch de Itossi, Meor Enajira Thl. IV (אמרי בינה) Kap. 20 (od. Wien 1830 p. 130b 11.) mit ersterem identisch ist. Das eine ist nioht das andre, beide sind wohl zu unterscheiden. Demuth Ut (nach Philippson) ״das Gefühl, dass wir schwache Geschöpfe aus und in der Hand Gottes sind.“ Die Demuth entspringt also ttus der richtigen Erkenntniss unseres Verhältnisses zu Gott. Die Bescheidenheit dagegen erwächst aus unserem Verhältnisse zu unseren Nebenmensoben*). — S. 5 vermissen wir bei der Aufzählung der biblisohen Bücher die Bezeichnungen: Pentateuch, חומש, Bibel. In dem Abschnitte: Die i Gottesverehrung durch Opfer (S. 22) heisst es: ״Um I uns mit der heil. Lehre zu beschäftigen, reden wir I von der Gottes Verehrung, die einst in dem von allen j Israeliten heiligen Gotteshause zu Jerusalem ausgeübt! wurde. Daduroh (??!) habeu wir in unserem Geiste i das Gotteshaus errichtet, Opfer gebracht und ganz ׳ Israel geeinigt.“ Es bleibt ziemlich unklar, in welcher! Weise diese Einigung gedacht ist. S. 25 heiBSt es: 1 ״Um in der Thora zu forschen, müssen wir uns diese | Regeln (nämlich die von R. Ism&el aufgestellte) fest i einprägen.“ Unsere Jugend wird wohl beim Studium! der heil. Lehre aus jenen Regeln wenig Nutzen ziehen können. — S. 83 werden die Eigenschaften Gottes vorgeführt uud als zweite die Einzigkeit aufgestellt. Wir vermissen hier ganz deu Hinweis auf die ״Einheit“ Gottes. Es hätte hier betont werden müssen, dass Gott einig und einzig ist., einig iu seinem Wesen und einzig in seiner Art. (8. Philippson, Th. II. S. 26.) S. 94 wird folgende Behauptung aufgestellt: ״Mit ' dem verständnisvollen Lesen derס616110־שמע hiben wir unserd innige Ueb •rzeuguug von der Erhabenheit und Vollkommenheit Gottes bekannt.“ Es muss entschieden bestritten werden, dass zur Bekundung einer innigen Ueberzeugung eiu einfaches, wenn auoh ״verständnisvolles“ Lesen genügt. Wenn wir auch irgend eine Lehre verstanden uud sie erkannt haben, so brauchen wir noch immer nicht von der unumstösslichen Wahrheit derselben überzeugt sein. Unmittelbar darauf werden die zum ״Herzensdienst“ erforderlichen Tugenden vorgeführt, und zwar: Ehrfurcht, Liebe, Gehorsamkeit und Gottvertrauen. Dankbarkeit. Sehen wir, iu welcher Weise diese Tugenden, beispielsweise ״die Ehrfurcht vor Gott“, dem Schüler zum Verständuiss gebracht werden: ״Was Adam empfand, als er sich seiner Süude bewusst wurde und sich vor Gott derselben schämte; was Noah empfand, als er, iu seiner gebrechlichen Arche vou deu Fluthwellen getrieben, sich in der Hand des gewaltigen Weltengottes sah; u. s. w.-das war Ehrfurcht!“ Ja, da fragen wir doch mit Recht: Was ist nun eigentlich Ehrfurcht'{ Bei Cha rakterisirung dieser Tugend kommt es gerale darauf au, eben all die Empfindungen festzustelleu und dem Schüler begreiflich zu machen, die Adam, Noah u. s. in der angegebeneu Lebenslage erfüllten. Es muss besonders betont werden, dass jene Männer selbst in Momenten der Notb, des Zweifels uud des Verzagtseius von der Bewunderung der Vollkommenheiten, Thateu uud Werke Gottes uud von der Gewissheit seiner unendlichen Liebe erfüllt waren und diese Geliihle im Leben betlmtigt haben. Hierdurch wird aus deu angeführten Beispielen der zu erläuternde Begriff entwickelt. — Und wie es mit dem Begriffe ״Ehrfurcht“ geschieht, .0;־ verfährt der Verfasser bei den folgenden, überall finden wir diesen Sprung, vermissen wir die Ueberleituug vorn Beispiele zumeigentlictien Begriffe.דייS. lh> verstrickt sich *) .Siel!« Philippson. iteligiouslebro, Th III, 8 93. *) Ist eia solches Vuriahreu schon bei coucretou Begt'illeu unzulässig, so ist (lies bei abstracten um so wenig•* angebracht. Nach diesem Verfahren wurde man beispielsweise den coucretou : llegrill ״Mauna“ in folgender Weise dom Kindo klarzustolhm haben: Was der Herr den Israoliten während der Zeit ihrer i Wüsten Wanderung vom Himmel herniederrognou liess, was

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