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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-10-29 · N° 44. (29.10.1891) · p. Seite 170

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 44. (29.10.1891)
Date
1891-10-29
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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.B 2 ,I מקור חיים . . . ובידיעה והמעשה תדבק הנפש בעילם העליון מפני שהידיעה מצרכת המעשה והמעשה מרחיק הנפש מהפביה המפסידים אותה ומשיב (ומשיבים) אותה לטבעה ועצמה ואומר בכלל כי הידיעה והמעשה יפדו הנפש ממאסר הטבע ומנקים אותה מעכירותה יאפלתה ואו תשוב לעולמה העליק. Dass Abrahm bar Chija sich hier nur auf zeitgenössische Ansichten im eigentlichen Sinne, beziehen sollte, ist kaum auzunehmen, er hätte dann sicherlich etwa den Zusatz בזמנע, זה folgen lassen; die Lehre von der nothwendigen Verbindung von ידיעה und מעשה hat also schon in früheren Zeitaltern eine weite Verbreitung gefunden (. . והיו מסכימים כולם) und i't demgemäss nicht erst von Gabirol neu aufgestellt, sondern schon in diesem engen Zusammenhänge von ihm adoptirt worden. Was nun den Einfluss der weiteren von Guttmann vorgeführten geschichtlichen Quellen der Gabirol’schen Philosophie anbelangt, so stimmen wir mit demselben mit■ Ausnahme dessen, was die eigentliche Autorschaft der Lehre vom göttlichen Willen anbetrifft, vollständig überein, wenn er Seite MS mit Nachdruck hervorhebt: ״Die ״Lebeusqueile“ de* Gabirol ist doch ncch etwas mehr als ein Lehrbuch der neuplatonischen Philosophie, nicht nur deshalb, weil das nenplatonische Syst• m durch sie in mehreren Punkten uiodificirt worden ist, sondern auch wegen der eigenartigen überall den originellen Denker bezeugenden Auffassung, in welcher sie die Lehren der neuplatonischen Philosophie zur Darstellung bringt.“ Was die Lehre vom Willen anbelaugt, so scheint Gabirols Bedeutung, (unseres Erachtens nach) mehr in der dialektischen Beleuchtung von dem Wesen und den Wirkungen dieses Willens, als in der Aufstellung dieser Lehre selbst zu liegen. Betrachtet man ferner die Consequenzen, die sich aus der Lehre Gabirols de materia uuiversali ergeben, so leuchtet ein, dass Gabirol, im Gegensätze zu Plotin, die Materie nicht als ein ״Böses“ bezeichnen konnte, selbst wenn diese Bezeichnung auch sich in der von Diterici veröffentlichten pseudoaristotelischen Schrift ״die Theologie des Aristoteles“ vorgefunden hätte, einer Schritt, die mit Gut) mann als eiue mittelbare Quellenschrift der neuplatonisohen Philosophie für Gabirol anzusehen ist. Als weitere mittelbare Quellenschritten dieser Art kommen für Gabirol in Betracht das über de causis und die schon von Falaquera namhaft gemachten pscudoempedokleischen Schriften. Den giessen, bisher nicht in Betracht gezogenen Einfluss ״dfr lauteren Brüder“ hat Guttmann in zahlreichen Quellennachweisen in überzeugender Weise erhärtet. Hervorzuheben wäre noch, dass auch der Einfluss Philo’s viel erheblicher sein dürfte, als Guttmanu anzunehmen scheint. Seyerlen hebt mit Beeilt■ hervor: ״Der Name fons vitae an sich selbst schon ist so eigenthümlich,dass er das philosophische Interesse erregt.“ Zieht man nun die überaus häufige und vielfältige Anwendung des Wort es ׳וזו, yV^Quelle) bei Philo in Betracht, das er zur Bezeichnung des göttlichen Wesens und seiner Wirkungen gebraucht, so entspricht, wenn auch keineswegs in demselben Maasse, so doch immerhin in bemerkens weither Weise dieser An- Wendung des Wortes ~ו1ךןך der öftere Gebrauch der Bezeichnung מקיר bei Gabirol (53: ,111 מקור היים; 1V, 30; v. 03 u 07 מקור האחדות; v, 0! מקור צורת השכל; V, 00 דקור המציאות; v, 71 מקיר ההטבה., Die letztere Bezeichnung entsprich! genau dem Philom.-eheu Ausdruck (de Cherub.) ״Quell mr Gnadengaben“. Die!St elle bei Gutt mann S. 102: ״Sed desiderio ejus, vires erexerunt se et feeenmt umbram inferioribus“ findet ihre Erklärung durch die Ausführungen Philos de ternue. 240 C. . . ״Denn wie die Sonne nach ihrem Aufgange die Sterne vor unseren Augen verdunkelt, indem sie I. ihr volles Licht ergiesst: so vermag auch der Geist, ■ wenn ihn die ungemischten, reinen und glänzenden ■ intelligibilen Strahlen des leuchtenden Gottes treffen, I nichts Anderes zu sehen. Denn wenn die Erkeuntniss I des Seienden aufleuohtet, so erhellt sie Alles, so dass I auch das finster wird, was von sich selbst vom ■ grössten Glanze zu sein scheint.“ I Was Guttmann nun über den nachhaltigen und I tiefgreifenden Einfluss der Gabirol’schen Philosophie I auf die christliche Scholastik, sowie über das allmäh- I üche Schwinden dieses Einflusses bei den jüdischen I Denkern des Mittelalters in einer den geschichtlichen I Thatsacheu durchaus entsprechenden Weisdarstellt, I ' möge man in seinem Werke selbst nach lesen. Be- I sondi rs hervorzuheben ist der überzeugende Nachweis I dessen, dass es ״von den wesentlicheren Grundlehren I; der Gabitol’schen Philosophie kaum eine giebt, die I | sich in dem ״Mikrokosmos“ des Josef Ihn Zaddik I! nicht liaeliweisen liesse.“ I Betrachte״ wir im allgemeinen Rückblick die I | reiche und vielfältige Frucht eiuer überaus mühsamen I Forschung, die uns Guttmann sowohl durch seine I geschichtlichen Ausführungen als durch Beleuchtung so I mancher dunkler Stellen des מקיר ח״ם, in seinem 1 Buche über Gabirol dargeboten, so wird nicht nur Ij | der Ausdruck rühmlicher Anerkennung, sondern auch I das aufrichtige Geständnis einer wahrhaft fördernden I Bedeutung, die seiner Arbeit nach Form und Inhalt I zugestanden werden muss, eine bereitwillige Kund- 1 gebuug hohen inneren Befriedigung sein Wenn wir I auch in manchen Punkten einer anderen Auffassung I Raum geben mussten, so hindert uns dies keineswegs I den Werth des Buches iu der Weise zu bezeichnen, I dass es immerhin als ein Muster monographischer I Darstellung und Bearbeitung früherer Denker gellen I kann. Rabb. Dr. Krakauer-Leobschü'z. I Miscellen aus der jüdischen Alterthumskunde. I Von 1). Künigsberger-Kattowitz. 1 XIV. I Wer kennt nicht den Ausspruch R. Meirs: (Deut. 10,12) I חייב אדם לכרך מאה ברכות בכל יום שג׳ ועתה ישראל I מה הי אלקיך שואל מעמך, der sich Menachoth 43b findet? I Wir geben die Erklärungen für denselben der Reihe I nach: 1. Das in dem angeführten Verse vorkommende I מה soll gleioh מאה sein; wohl iu der Form eines I אל תקרי (so Jelamdenu Ende פ״ קלח, Raschi (auoh I von Tosaph. angeführt), Machsor Vitry Anfang,') I Aruch s. v. מאה, Rabb. Gersohom 1m Talmud I z. St.., Abudarham (ed. Prag 1784) 10a unt.).J) — I 2. Der betr. Satz (Deut, i0,12) soll hundert Buch- I j stauen haben (Tosaph. Stichw. שואל nach R. Tarn., I!כעל הטורים und Eli eis z. St.).*) — 3. מה ergiebt I ’) ed. Hurwitz (Berlin 1889 90); vgl. das. Kote I. I; ג) Diese Erklärung dürtte sieh aut Sabb. 111)b (Sauh. 110b ■ 1 und Jalkut zu .!es. 20,2) stutzen, wo ebentalls מומר, אמונים' I in שאומרים אמנים zerlegt wird Indessen hat hier ur- I I sprüuglich iin אל תקרי gar nicht שאומרים gestanden, was sieb I auch mit dem stat. oonst. von שלמדי schwer vereinigen liesse: I; sondern es wurde nur אמנים in □אמני umgedeutet; so auch I im Abudarh. üöanur אל תקרי אמונים אלא אמנים (Vgl. Bach er I Agada d. Tann. II, 24 Anm. 0.) Auch Edel s!zu Sabb a. a. O.) I schlagt diese Kürzung des א״ת vor. Es bleibe nicht unerwähnt, I dass in Sank. a. a. O. und jer. Scbebiith Ende IV (3:’>c1 diese* I א״ת ebentalls R. Moir (in Sabb. dem ltesch Lakisch) zuge- I schrieben wird. Vgl. noch II amberger, ק1רא באמת p. Ü8 u. U5. I J) Indessen hat der Satz nur 99 Buchstaben und R. Tarn I (so auch M. Vitry) sieht sich mach Schittah rnekub.) zu der I Bemerkung veranlasst, dass שאל pleue zu nehmen ist (שלאל I Nach der Schlussbemerkung von Tosaph. ergiebt sich die Buch- I stabenzahl des Satzes 100, wenn man dort ,מאד für ,מר liest. — I

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