Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 42-43. (17.10.1891)
- Date
- 1891-10-17
- Page
- Seite 167 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Beilage zu No. 42-43 des״Jüd .Litteraturblatts“. zweite and-folgende mit ואומר nach. Ich war bisher, allerdings ohne mir darüber bestimmte Rechenschaft zu geben, der Meinung, dass durch gen. ואומר ein zweiter Beweis angeführt werde. Wie ich nun bei meinen midraschischen Studien sehe, enthält dieses ואימר meist nur die nothwendige Erläuterung für die Beweiskraft des ersten Citates. Zwei Beispiele mögen dies bestätigen. Zu dem Worte ומפהרתא (Dan. 2,22) bemerkt der Midrasch (Ber. r. 1,6): עדן p וו und fügt, um diese Deraschah zu rechtfertigen, die Worte au: שני ורמחפה ולמפתיר מורם וממטר (Jes. 4,0). Weil nun aber ולמסתיר trotz מזרם וממטר nicht genügend bez. des נז עדן erklärt ist, wird hinzugesetzt: ואומר הסתירם כפתר פניך (P8. 31,21), und erst durch בם׳ פניך wird obiges ורמפהור deutlicher erklärt. Andrerseits aber würde die eben angeführte Psalmstelle allein kein genügender Beweis dafür sein, dass ומפתרתא (Dan.) עדן p bedeute; denn erst in dem Citate aus Jes. liegt der Gegensatz zu dem vorerwähnten, gegensätzlichen .גיהנם ln Tos Pesacb. 1,1 wird zum Beweise dafür, dass בדיקת חמיל bei der Flamme eines Lichtes vorgenommen werden soll, Zeph. 1,12 angeführt uud zur Ergänzung auf Spr. 20,20 verwiesen. Zwar enthält schon der erstere Satz im übertr. Sinne die Vorschrift der Durchforschung des Haukes beim Lichte; letzterer fügt jedoch noch hinzu, dass alsdann die בדיקה gründlich, i. e. in allen Kammern etc. stattfinde (בל הדרי בטן)■ -- Noch klarer wird der Zu'atnmenj hang dieser beideü Belege durch die Lesart der bezw. ן Tos.-Stelle in Pesach. 7 b f. Dort wird zuuäohst durch j Er. 12,19 das Verbot des Sauerteiges ausgesprochen;; darauf wird die Verhütung der Möglichkeit des ימצא j durch Gen. 44,12 erläutert. (Im Verse kommt, obwohl ׳ im Talmud nioht angeführt, der dem 1. Citate ent- 1 sprechende Ausdruck des Fiudens vor.) Hier ist nun | das ויחפש, das zum Finden führt, im wirklichen: Sinne genommen, ohne weiter erklärt zu werden. Dies i geschieht nunmehr durch Zeph. 1,12 (das Suchen soll | bei Licht geschehen), und schliesslich wird, wie betont,! die Gründlichkeit, der בדיקה durch Spr. 20,20 gelehrt. — Da im ersten Satze noch nichts vom Suchen bei Licht erwähnt ist, heisst es auch nur 8.זכר לדבר)— Es dürfte recht interessant sein, diese Annahme durchgängig zu prüfen. Recensionen. 1. חנוך לנזירים. Uebersetzuugsbuoh zu den Gebeten der Mittelstufe. Herausgegebeu vonDr.Theodor Krön er. 2. תורה ותפלה. Gebet- und Religionsbuch für die reifere Jugend. Uebersetzungsbuch zu den Gebeten der Oberstufe. I. Theil. (Von demselben.) Besprochen von J. Herzberg-Bromberg. (Fortsetzung.) S. 21. ״ והקרןihr Hauptverdienst aber“. Diese Uebertragung ist nicht genau. Das vorhergehende פרותיהן bezeichnet hier ״Zinsen“, uud קרן ist dement- ') Der Jeruschalrai nimmt allerdings tilr die beiden Belege der Tos. zwei Autoren an: dagegen sprechen aber 1. die ausführlicheren Belege im Babli, die nur im Zusammenhange verständlich sind. 2. wird auch die vorangehende Bemerkuug des Jor.: מפני שהנר בודק כל שהוא keineswegs durch das 1. Citat (Zeph.), wohl aber recht gut durch das zweite (Spr.) erklärt Mau sieht augenscheinlich, dass dem Jer. an dieser Stelle die Tos. nicht genau bekannt war. sprechend mit ״Kapital“ zu übersetzen.*) S.?6.,.ושבועה ״ ליצחקund zu seinem Eide gemacht dem Isak. Diese Worte beziehen sich auf וכרו und muss übersetzt werden: . . ״und seines Schwäres au Isak “ זרע ישראל עבדו ,,Der Nachkomme Israels ist sein Diener.“ Ueberall finden wir die Uebertragung: ״Same Israels, seines Dieners.“ In diesem Sinne übersetzt auch Sachs. S. 37. בבל העמים unter allen ״Gemeinschaften“, warum nicht ״unter allen Völkern?“ S. 42. '״ כי גמל עלdenn er hats vollendet an mir“, richtiger ist,: ״denn er hat mir vergolten“.*) S. 43 steht statt מלמתו irrthümlich מחמתו. s. 51.״ ואראהו ביעזועתיund las* ihn gemessen (?) mein Heil“. ואראהו heisst doch ״uud ich lasse ihn schauen“. S 53. ״ יתנהםschafft er sich Ruhe“, warum nicht: ״erbarmt er sich“? S. 55. ״ לממשלותza Herrschaften“. Dieses Teztwort ist hier als Abstraktivum aufzufassen und kann als solches im Plural nioht gebraucht, werden. Bezeichnet das Wort direkt concrete Gegenstände, sollen beispielsweise Personen männlich(n uud weiblichen Geschlechts, in einen Begriff zusamraengefasst werden, danu pflegen wir von ״Herrschaften“ zu spreoheu. S. 78. את היד הגדולה ״die grosse Thal“; T heisst immer Hand, im concreten, wie abstrakten äiune, in letzterem daher auch Gewalt, Macht. S. 104. ותמגר ,.preisgegeben“. מגר heisst nur im Kal preisgebeu, dagegen im Piel ,,hiu'.trocken“ (cfr. Fürst, Wörterbuch) —S. 161. wird bei den zehn Worten der Ausdruck פקד עין אבות mit: ״der da acht hat aut die Schuld der Väter bei den Kindern“. Diese Uebertraguug ist eine ungewöhnliche; sonst wird’s übersetzt mit: der heimsuoht (oder ahndet) oder gedenkt der Schuld der Väter äü (0 1er bei) den Kindern. S. 177. ״ השכיבנוLass uns hinlegen“. Hier fehlt das ent-_ ferntere Objekt, und es muss richtiger heissen: lass uns uns hiulegen. S. 217. ״ זכרךdein Ruf“, richtig ist: ״dein Andenken“. S. 223. ובקע heisst nirgends ״formen“, sondern ״spalten, reissen, aufschneiden“. Mit dem ersten Theile ״der Thoravorlesung“ schliesst der hebr. Text, die Fortsetzung ist eiuem folgenden Baude Vorbehalten. Als Uebersetzuugsbuch hat auch das vorliegende Buch vor den schon vorhandenen keinerlei Vorzüge, im Gegeutheil, es ver• liert insofern diesen gegenüber au Werth, als wie schon angedeutet wurde, viele Stücke, die inhaltreioh sind, z. ß die dreizehn Glaubensartikel, gauz unübersetzt geblieben sind. Mauche sind betitelt, disponirt, über den Iuhalt weiss sich der Lehrer keine Rechenscltaft zu geben; so ist!las איןהו מקומן aufs Peinlichste in seinem Theil zerlegt, aber ganz unübersetzt, was | an sich wohl nicht zu beklagen ist. Somit erfüllt J das Buch nach dieser Richtung hin nicht vollends | seinen Zweck, da dem Mechanismus geradezu Thür ן und Thor geöffnet wird und weder den Eltern ermögliciit wird, ihren Kindern den Iuhalt der uuübersetzt gebliebenen Gebetstücken zu vermitteln, nooh; diesen eine Vorbereitung möglich gemacht ist. — Das ßacn soll ausser einem Gebetbuche auch י ein Religionsbuch seiu und dem Lehrer Stoff und Anleitung geben, ״den Unterricht im Gebetübersetzen zu beleben, .... den Unterricht in der Religionslehre durch Anlehnung au die Gebete, auschaulieber, erfolgreicher und zweckmässiger gestalten helfen“. Es kann nicht behauptet werden, dass das Buch auch in dieser Beziehung seinen Zweck erfüllt, denn wir nennen eiue eiufache, umschriebene Wieder- *I Obwohl dies feststehende misclmische Bezeichnungen I sind, so möchten wir docli im Gebot buch liir ״Kapital und . Zinsen“ lieber ״Stamm und Früchte“ gesetzt sehen. (Red.) i *) Oder: (Uutes) erwiesen, wohlgethan. (Red.)