Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 41. (8.10.1891)
- Date
- 1891-10-08
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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160 nehmen, wenn man den Inhalt einer von Quttmann selbst Seite 231 angeführten Stelle aus der lateinischen Handschrift des fons vitae, sowie einen geschichtlichen Hinweis Ibn Zaddiks in nähere Erwägung zieht;*) man braucht schliesslich —,Einiges von dem, was noch der Discussion unterliegt, werden wir später anführeu — di* Einflüsse der talmudischeu Litteratur keineswegs 80 gänzlich in Abrede zu stellen, wie dies Quttmann thut mit den Worten . . . ״So dürfte in der ״Lebensquelle“ auch nichteine einzige Stelle nachzuweisen sein, wo wir eine Anregung durch die talmudische Litteratur vermuthen könnten“ (S. 2:!). Vergleicht man die Stellen in טהור חיים v. 57 כי דאמרה כח משולח בעצמים הרוחניים מועיל אותם הידיעה והחיים .... u. V. 71 ועל זה הקירוב יאמר כי הבורא ית׳ וית׳ דבר בדברה והתרשם ענינה בעצם היסוד ושמר אותה ... mit. der stelle in Chagiga 14 a כל יומא ויומא נבראין מלאכי השי־ת מנהר דינור ואמרי שירה ובטלי, während ר׳ שי־ואל בר נחמני sagt:כל דיבור ודיבור שיוצא מפי הק״בה נברא ממנו מלאך אחד . ., so wird mau bei der genauen Vergleichung dieser Stellen eine gewisse Anregung durch diese agadischen Ansprüche doch vermuthen dürfen**) — all dieser immerhin noch discutirbareu Punkte ungeachtet, bleibt es eine in methodischer wie in iuhaltlieber Beziehung in hohem Grade fördernde und darum der ungeteiltesten Anerkennung würdige Leistung, wenn Quttmann die mit Bewusstsein ergriffene, dankensw*rthe Aufgabe, uus durch aufeinanderfolgende monographische Darstellungen in das tiefere Verständniss der einzelnen jüdischen Deuker des Mittelalters einzuführen, mit beharrlichen und umsichtigen Forsohersiuue weiter verfolgend, nunmehr auöh in die dunklen Tiefen der Gabirol’schen ״Lebensquelle“ hinabgestiegen ist, um zunächst für sich seihst, ungeachtet hervorragender und glänzender Vorarbeiten, deren Bedeutung er selbst umumwunden anerkennt ״zu einem wirklichen Verständuiss der Gabirol’schen Philosophie vorzudriugen“ und uus nunmehr zur klaren Erfassung der Gabirolsehen Darstellung selbst, wie zur Eukenntniss ihrer vielseitigen, theilweise neu entdeckten geschichtlichen Beziehungen verhelfen will. (Forts, folgt.) Miscellen aus der jüdischen Aiterthumskunde. Von B. Königsberger -Kattowitz. IX. Bei den Qrenzbestimmuugeu des heiligen Landes wird in den alten Drucken und im Wiener Msc. der Tosephtha (Scbebiith 4,11; nicht 4,10) auch מיישא genannt (so geschrieben in den Noten der Zuckermaudel’schen Tos.-Ausgabe; bei Hildesheimer, Beiträge zur Geogr. Paläst. 8. 38 No. XXIV. מישא). Der betr. Name wird an den betr. Parallelstellen1) nicht genam.t; ich zweifle jedoch nicht, dass der Sabbath 87b (vgl. auch ib. 43a und Bezah 3tia) angeführte Heimathsort des Hab Ukba, מישן, mit obiger Grenzstadt Palatums identisch ist. Der .Sinn der Stelle rectitfertigt diese Annahme vollends. Rab Ukba sagt zu Hab Asclii, dem Neubegrün ier des Lehrhauses von f) 8ed puiacur tonna esse inlinita ex ea parto, uudu venit ad maiermm desm.-um. scilicet ex parte voiuutatis —; הפילוסופים הרהיב־ בדבר זה כל אחד כפי השעתו... ואומר •שהם ח־לקיס בשער הפץ .. . . כי כל 16 11 Man vergleiche lerner Mekor Uhajim (י* הנמצאים כולם עצורים ברצון.. בי הרצון יעצור אותם ויעמידם בשעה שברא הקב״יה mit chagiga 101. 12a אצל הגי־ריס ■ . . .את העולם היה מרחיב והולך.. עד שנער בו הק״בה והעמידו...* l) Vgl. Hildesheimer a. a. O. p. 1. und .Schwarz’ Tositta, Theil 1, Serairn S. 208, Note 6«. Bez. der betr. Angaben im Sifrb vgl. meine ״Quellen der Halachah“ I, 131 (Nachtrag zu S. 80). Sura:*) Ihr, die Ihr zu dem Bezirke Rab’s und Sftmuel’s gehöret, handelt, wie diese; wir aber richten uns nach R. Joohanan (der bekanntlich zu den palästinen3isobeu Amoräern gehört).*) Erst durch die Annahme der Lage von 'מ an der Grenze Palästina’s erhalten Rah Ukba’s Worte richtige Würdigung. — Rab Ukba, wohl identisch mit dem von Mar Ukba zu unterscheidenden Rabbi Ukba,4! lebte also, wie Frankel a. a. 0. richtig vermuthef, in Palästina, u. z. an der Grenze des heiligen Landes. X. Bei aller Vertrauensseligkeit, die ich beim Talmud- Studium infolge meines zu geringen Wissens beobachtete, war ich doch uuzufrieden, mir nicht angeben zu können, wie רב נחמן in Bezah 2 a dazu käme, zu der Misohnah אין מגביהיז hinzuzufügen: אנו אין לנו אלא וכוי, woiurch die Ansichten vou בית הלל uu 1 בית שמאי vertauscht werden müssten. Offenbar beruhte seine Angabe auf der Kenntniss einer die Ausiohten umkehrenden Tradition. Wo aber war eine solche aufbewahrt? Die Wilna’er Talmud-Ausgabe giebt bei ihrer sonstigen Reichhaltigkeit — allerdings vermisst mau oft besonders unaugenehm die Bezugnahme auf ת״ב ,מכילתא u s. w — keine Quelle au. Es war mir daher sehr erfreulich, diese Quelle in Tosephtha Sabbath (ed Zu^kerm.) .0,7 zu entdecken, wo es ausdrücklich heisst: בית הילל אומי מנביהין מעל השלחן עצמות וקליפין ובית שמאי אומי מסלק את הטבלה כולה ומנערה• Vergleicht man nun mit dem Citat in Bezah a. a. 0. die bez. Mischnah in Sabb. 143 a, so begegnet; man daselbst der merkwürdigen Variante: ב״ש אומי מעבירין! (statt'מנביהין), so auch im Jerusohalmi. | Dürfte man nun den Ausdruck genau nehmen, so j könnte man die Bemerkung Rab Nachman’s s 0 er- | klären: ״Wir haben מגבי ה ין nicht so gelernt, wie! in der Mischnah, wo מעבירין steht, sondern um gekehrt, wie es auch in der Tosephtha heisst.“ S Uebrigens bemerkt schon R. Jesaja Berlin (תוספות לאשון לציק |), dass es in der Tos. umgekehrt laute, ohne ן auf die Sache näher einzugehen. Interessant ist die! Lesart des Rabbenu Chananel in Bezah, wo er sagt: ואקשינן ומי אמר רב נחמן ב״ש כר״ש וב״ה כר״י והא איפכא! שמעינן ליה דתנן בם׳ נוטל אדם את בנו, ב״ה אומי מנביהין וכר Als eiu Copistenfehler ist es daher anzusehen, wenn es im Commentar des Rabbenu Chan, zu Sabb. a. a. 0. heisst: מתני׳ ב״ה אומי מנביהין וכר אמי רב נחמן אנו אין לנו. Der Zusatz ,אמ׳ רב נחמן ובו ist hier offenbar zu streichen. Siehe auch Sabb. 157a. Vgl. indessen רא״ש z. St. — Bez. des Widerspruches zwischen Mischnah u. Tos. vgl. Bezah 9b (oben). XI. In dem gegenwärtig vomVereiu ״MekizeNirdamim“ herausgegebauen ״Machsor Vitry“ (bearb. vou R. Simon Hurwitzi fand ich in der 2. Lieter. S. 247 folgende Notiz: וראייה נדולה מזאת שמעתי בשם הרב ר׳יהורה בר׳ אברהם נאון דיל שמצא בספרי בפנים שני ולמה נסמכה פרשת מקושש לפרשת ציצית לומר לך מת חייב בציצית•• Da ich vor der Herausgabe des ״Sifre sut.ta“ — dieser ist mit uem Ausdruck ספרי בפנים *שני unzweideutig gemeint — stelle, wäre es mir sehr lieb, wenn ich! vielleicht von Freunden dieses Thema’s Aufschluss 8. Bachor, Agada der babylon. Amoräer, S. 144, nach Grütz’ (.losch d. d ad IV, 378 11'. ") Ueber die l)illeren>׳.en, in denen die Buraner zu den palästinensischen Traditionen standen, vgl. Berliner, Beiträge zur Geographie und Ethnographie Babyloniens etc. S. 56. V Vgl. Frankel, Introductio in Talmud Uieivsol. p. 120b. Ascheri z. St. neunt ihn Autaugs Itab U., bald daraut irrthümlich Mar U. Auch im Seter Juchasin wird unser Rab U. von Mar U., der z Z. ltabs lebte und ein Schüler Samuels war, unterschieden (od. Warschau 187S, p. 106 Spalte 1) und Seder baddoroth, ed. Warschau 1870, p. 116b c. S, auch Bubor, Tauchuma פי חלת Note 46. '