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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-09-24 · N° 39. (24.9.1891) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 39. (24.9.1891)
Date
1891-09-24
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
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152 — ־Wesen*neben Gott. (Hiermit hängt auch der Begriff der Sohnsohaft Gottes im Christenthnm zusammen.) Die moderne Philosophie hob dagegen Gott als ein selbständiges geistiges Wesen für 8ioh auf und ver• band wieder nach alter heidnischer Weise Stoff und Kraft, Natur und Gott. Die Natur, sagt man, ist ursprünglich, und Gott ist in ihr, Natur und Gott sind Eines. Dies ist die materialistische oder panthei• stisohe Anschauung der Neuzeit, obgleich Spinoza, der angebliche Vater des Pantheismus׳, von dem Dasein einer göttlichen Urkraft, einer göttlichen Substanz, eines göttlichen Wesens (ens) ausgeht, dem die Kraft innewohnt, sich räumlich auszudehnen und concret (materiell) zu manifestiren, also die stoffliche Natur, die Welt, zu sobaffen. Spinoza steht demnach in diesem Punkte eigentlich auf dem Boden des Judenthum, denn auch die Bibel lehrt, das Dasein Gottes voraust-etzend: ״Im Anfang etc.“, also ehe noch Etwas war, schuf Gott die Welt, d. h. er rief sie ins Dasein, nicht aus sich, sondern durch sich. In diesem ״durch eich“besteht derUnterschied der biblischen Anschauung. Nach der Schöpfung begann die Ordnung und Fortentwicklung der Welt mit Hülfe der durch Gjtt in Bie gelegten Gesetze und Kräfte; das ist die ,.Wallung“ Gottes in der Welt. Die Bibel drückt dies aus mit: ״Gott sprach“ d. h. Gott schuf und waltet durch sein ״Wort“, oder wie Schopenhauer sagt: seinen ״Willen“. Die spätere jüdische und christliche Mystik substanziirte auoh dieses ״Wort“ als etwas Besonderes und Selbständiges in oder neben Gott (,0ץ0.ג ,מאמר ה{); daraus erklärt sich der neutestamentlicho Ausspruch (Joh. 1,1): ״Im Anfang war das Wort“. (Sohl, folgt.) Ueber den Armen Heinrich Hdrtman’s von Aue. Von Dr. S. Gefbhaus, Rabbiner und Prediger zu Prag. (Fortsetzung.) 14. 128—!;2. Also ouch Jöbe goschach, dem edlen und dem riehen, der ouch vil j&emerlichen dem miste wart ze teile mitten in 8imo heile. Vgl. Hiob 2,8. ״Und er nahm einen Scherben und kratzte sich damit, und er sass in dem Staube.“ 16. 132—142. Wau 0z leit Jöb der guote mit gedultigein rnuote do ez iiue ze lideune geachlach durch der sule gemach den sichtuom und die swacheit, die er von der werlte leit des lobet er got. uud fröute sich. Diese Verse beziehen sich auf Hiob 1,21, 22 und O. 2,10. Uud er sprach etc. ״Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name Gottes sei ge* priesen. Bei dem Allem sündigte Hiob nicht und übte keine Lästerung gegen Gott. Er sprach zu ihr: Sollen wir nur das Gute uud auch nicht das Böse von Gott empfangen? Bei allem dem sündigte Hiob mit seinen Lippen nicht.“ IV. 162. Sin honic wart ze galten. Ein biblischer Ausdruck: Vgl. Jesajas 5,20. ״Sie verwandeln Bitteres in Süsses und Süsses in Bitteres.“ 17. 153. 151. Ein swinde vinster duners lac zerbrach im einen mitten tac. Vgl. Jesajas 13,13. ״loh werde Himmel erzittern maohen und die Erde wird erbeben von ihrer Stätte. “ 18. 155. 156. Ein trudez wölken und die bedahte im einen!!men blic. *) Oie Erklärung von לעשות (Gon. 2,3) in diesem Sinne der Fortentwicklung gebürt auch der Mystik, nicht der urspriluglieben Exegese au, denn Gott bat sich sowohl in seiner Schoptung wie in seiner Wultung von der Welt getrennt. Es liegt vielmehr liior eine etwas verschrobene Wortconstruction vor, man liest besser: וישבח א־ מלעשות ב מ־ אשל כלא. ״Der Tag des Herrn kommt unbarmherzig. D. Sterne des Himmels uud ihre Planeten werden nie] erstrahlen ihr Licht, verfinstert wird die Sonne b ihrem Aufgang.“ (Jesajas das. 9,10.) 10. 160—162. Verfiuochet und verwäzen wart vil ofte der tac da sine gehurt ane lac. Vgl. Hiob 3,1, 2. ״D&rn&oh öffnete Hiob seiuc Mund und verfluchte den Tag. Und Hiob sprach ״Der Tag sei verloren in welchem ich geboren wurde. *0. 163. 164. Ein wenic fröuwet' er sich doch von eimo tröste danocli. Eine bil lische Redeweise: ״Das ist mein Tro in meinem Elend.“ (Psalm 119,50.) ״Das ist noc mein Trost.“ (Hiob 6,10.) 21. 203. 104. DeS seit ir iemer ungenesen. got enwelle dan der arzart sin. Vielleicht ist dieser Satz ein Auklaug an Hiob 19,25 ״Und ich weiss, dass mein Befreier lebt.“ 22. 263 -266. In klageten ellia die lant da er iune was erknnt, und ouch von fremden landen die iu nach sage orknnden. Dieser Vorgang erinnert au Hiob 2,11: ״Und v hörten drei Freunde Hiobs von dem Unglüoke 11!'. über ihu kam, da kamen sie ein jeder aus seine! Orte Elipbas der Temanif.er, Bildat der Schuchit und Zophar der Naomiter!im zu bedaueru und ilu zu trösten.“ 23. 325—300. Got bete dem meior gogebon nilcb silier alite ein reinoz leben, er hete ein wol arboiton dp und ein wol vrrbondoz wip das zu hot er sebooniu killt, die gar dos inamios Iröudo sint. Diese Schilderung des häuslichen Glückes gemahn an Psalm 128: ״Heil •lein der Gott fürchtet, der i seinen Wegen wandelt. Wenn du den Erwerb deine Hände gemessen wirst, dann heil dir nud wohl du Dein Weib wie ein fruclureicher Weinstock an (U Seite deines Hausen, deine Kinder wie Oelzweige ui deinen Tisch. Siehe! so ist gesegnet der Mann de Gott fürchtet.“ 24. 372— 377. So vil ze Salerno vou arzunien mcistor ist, wie kumt da/, ir deheinez!ist ze imornie ungesunde nilit geraten künde? berre des wundert mich. Diese Verse klingen au Jeremias 8,22 an: Is denn keine Salbe in Gileud? Ist dort kein Arzt vor banden? Warum ist die Heilung meines Volkes nich erfolgt?“ 25. 323. 391. Der mir daz selbe wünsch leben von sine gnaden hete gegeben. Vgl. I. Chtonik 29,14. ״Denn von Dir ist Alles.1 26. 325—399. Daz herze mir also stuont als alle werltt&ren tuont den daz saget iu inuot daz si üre unde guot ane got inUgen bin Vgl. Arnos 6,13: ״Die da spreohen, duroh unser Stärke haben wir uns Herrlichkeit verschafft.“ 402. 403. Von des gnaden mir geschach viel ören unde guotes. Siehe oben 393. 394. 27. 412. 413. Eu versmaehent mich die die boesen. Die biderbeu ruoebent min niht. Vielleicht enthalten diese Zeilen einea Anklar an Hiob 12,14: ״Ein Spott bin ich dem Freunde d. Gott auruft und vou ihm erhört wird, ein Spott de! vollendeten Gerechten. Eine verächtliche Fackel d< Gedanken des Sorglosen.“ 28. 473—479. Uud si beide entschliefen, managen sütt tieieu holtu sie von herzen, uube ir bemn sinerzen wart ir riuwe alsü gröz daz ir ougen regen bogöz dor bildenden iue/.c.

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