Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 39. (24.9.1891)
- Date
- 1891-09-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Jahrg. XX. °A יד r1.־ r.rm־n° 5?n ס׳י־ז ודוד MilUl'Uo KeteK<eht««t •11er Jvdeothaa •nd ta betreffende« Iltterarinchen Ereloiogea »nf dem Gebiete der Philo• fcfe Geschichte, Ethnographie» Theo* |e OrlenUlU, Exegese, Homiletik, Litargik «, Pidngoglk. Herausgegeben ▼on Rabbiner l)r. Moritz Rahnier. 9Rag3e6־ut<^, 24 Septetn6׳«t13 ׳g1. Bfiefetf der einecMigfff•!*!«lttereUr, welch* der Bedarf *n •ageseadt werde«, finde« ln diesem Blatte eingehende Besprechung« Bei Einsendung ▼on iwel Beeenslons• Exemplaren erfolgt etninnllga käme G r atl• Insertion. Das-JBdische Lilteratur-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buchhandlungen Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen AVoc.henschrift“, die vierteljährlich bei 0 Postanstalten und Buchhandlungen 8 Hark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteratur-BIatt“ gratis. — Inserate werden mit [f. fi'r die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Bachh&ndler u. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 y/> Rabatt. Inhalt: >scnschaftliehe Aufsätze: Die biblische Sohnpfungs- (׳(;schichte. Von Dr. Rothschild. — Feber den Armen Heinrich Ilartman’s von Aue. Von Dr S. Gelbhaus, Rabbiuer und Prediger zu Prag. (Fortsetzung) — Agadischo Bemerkungen. Von Rabbiner Dr. Goldt'ahn. (nraturbericht.. ltecensionen: Paul Dimidow. Wo liiiiaus? Mahnwort, an die westeuropäischen Juden,;erarische Notizen.!befugter bachdruck ans t!;es׳m Blatte is* nicht gestattet Die bibliscH Schöpfungsgesch^' te. Von Dr. Rothschild. Bekanntlich ist die biblische Schöpfungsgeschichte Gegenstand vielseitiger Angriffe, weil der Inhalt naturwissenschaftlichen Anschauungen und Foritngen widerspreche. Dies selbst zugegeben, bliebe Worth der Bibel unangetastet, denn diese will 1t. als natui wissenschaftliches Lein buch gelten, lern ihr Zweck und ihre Bedeutung ist durchaus;iöser Natur, Indess kann nachgewiesen werden, 1 selbst vom naturwissenschattliclieu Standpunkte Inhalt der biblischen Darstellung der Wahrheit * 1 pricht. Schon die Schöpfung des Lichts am ersten iiphmgstago wird beanstandet 'durch die Frage,!er denn das Licht am ersten Tage komme, dadurch Sonne als Trägerin des Lichts erst am vierten r geschallen wurde, liier hilft weiter die Hinweisung liin Geltung der Schöpfuugstage als Sehöptungsii'den, noch die Annahme, dass die Wirkung des j ils am ersten Tage als Liehtmaterie oder als | uuemogslieht gemeint sei, denn diese Ansicht! ' . bi nialls das Vorhandensein einer Sonne voraus, I n diese als solche auch noch nicht sichtbar war. j Hebung dieser einen Schwierigkeit und wissen-; dilichen Beanstandung geben wir hier im Hinblick j die elektro-techuisclm Austeilung iu Frankfurt a. M.! Erklärung. Der Fortschritt der elektro-mague- ien Wissenschaft ruht aut der Erkenutniss, dass physische Kralt ursprünglich vou der Bewegung; :ebt, Bewegung ist und Bewegung erz g t.! ׳,gnng ist die erste elementare Kralt, von .;e- ׳ 1111g ״eht alle Wirksamkeit und Thaugkeit, alle ' or0 Krafterzeugung in Natur und Welt, im ganzen Viisum, den oberen wie" unteren Welten, aus.*) ן *y V011 dieser Bewegung hat wobl auch das Wort 1 ארץ I Beuonuung (pH ״laul'011“, rotare ״sich iu 11er ״Runde“, ן 1׳:h selbst ״bewegen“); davon stammt auch das AVort ״Erde.“ 1 :nu ll sclieinl auch die Vorstellung vou der Bewegung der; und dem Stillstand der fcSonno in die älteste Vorzeit 1 Hugelicn. 1 Nach der Lehre der Physik erzeugt also die Bewegung Wärme und diese Licht, Elektrieität, Maguetisums; diese Kräfte erzeugen Bewegung, und so geht es im Kreislauf fort. Die Erde hat demnach ihre elektromagnetische Kraft in Folge ihrer rotirenden Bewegung, nicht, wie man auuahm, durch einen grossen Magneten im Innern der Erde. Die gleiche Ursache erzeugt auch gleiche Wirkung auf der Soune; auch deren I Licht wird durch deren Rotation bewirkt, und auf denselben Grund und die gleiche Entstehung ist das J.cht der Erde am ersten Tage, in der ersten Periode der Schöpfung, zutückzuführen. Hiermit stimmt auch die naturwissenschaftliche Anschauung ftbeiein, dass die E* leuud alle Weh körper ur.-pni'.׳!i011 Feuerkugeln gewesen und zum Tlieil noch ::.•ien. Das ursprüngliche Licht der Erde hat demnach nicht das Vorhandensein der Bonne zur Voraussetzung, sondern seiuen Grund in der iotireuden Bewegung der Erde. Als die brennbaren Stoffe der Erde vom Feuer verzehrt waren, erlosch dieses und zog sich in das Innere der Ertle, wo sich derartige Stolle noch vorfinden. Die Sonnenlleckeu sind vielleien!, ebenfalls derartige ausgebrannte Stellen des Sonuenkörpers. Mit dem Licht, trat der vorantgegangene Gegensatz Her Fiusteruiss hervor im Bilde von ״Abend und Ta;.'“; so machte die Schöpfung vou Licht das Werk de-• ersten Schöpfungstages aus. Wir wiederholen, die Bibel, würde ihre Bedeutung und ihren Werth bewahren, auch wenn ein« solche Uebereinstimrnung mit der Wissenschaft, wie sie hier vorlicgt, nicht uachgewies״n. werden könnte. Die eigentliche Tendenz der Bibel ist eine religiöse, und soweit diese der Schöpfungsgeschichte zu Grunde liegt, wollen w׳ir iu Folgendem nachzuweisen versuchen. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel will in den Gegensatz zum Heidenthum treten; sie erklärt zunächst Jas Axiom eines inonothei:-.: ischen Gottesglaub :ns (אדדדם ברא) unddanudas Verhältuiss dieses geistigen Gottes zur materiellen Welt. Nach alter Anschauung galt der Stoff d«r Welt (HyL-j als ewig und vou Antaug an vorhanden, wie die ewig lebenden Götter .׳elbsc; der denkende und ordnende Verstand der Götter tNusi hat alsdann aus uiesem Stoffe die einzelnen Wesen und Dinge der Welt gebildet. Die alten Götter waren nicht rein geistige Wesen, sondern hatten auch Beziehung zur stofflichen Welt; die Vergeistiguug Gottes in der spätem Philosophie und Göüerlehre erschwerte das Verständnis« dies?. Be- Ziehungen zur materielleu Welt, man verselbständigte daher den thätigeu uud orduendeu Nus, den Verstand der Götter, substanziirte und personificirte ihn als schöpferische Kralt | Deiuiurgos 1 zu einem be-oudern