Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 38. (17.9.1891)
- Date
- 1891-09-17
- Page
- Seite 149 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6492408-5990872-5991360--2333-5368962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
quisition, wenn sie die in den Händen der Juden jjndlichen Talmudexemplare verbrennen liess; 3. wäre auffallend, dass der Talmud das überaus seltene;3ר nicht näher erklärte; 4. wäre nicht za ver- ■hen, was ein ״Lernen״ — denn weiter heisst es ja והלומד מהן אינו נוטל ש — aus den״Eulogieen“ resp. ouletten bedeuten sollte; 5. dürfte meine Behauptung er das Verhältnis R. Jochanan’s zum Redactor der draschim‘) vielleicht auch auf den Abschluss resp. 1 Aufzeichnung der Mischnah 7<1 beziehen sein,’) ]che in dem Midraschim mit הלכות bezeichnet wird,?dann wäre allerdings unverständlich, warum R. Joch, bst das Niederscbreibeu der Halachoth verpönt ben soll, indessen wird bald nachher bericütet, ss er mit seinem halachischen Parthner, Resoh kiscb, wohl Einsicht in ein Agadabuch nahm und r Rechtfertigung den Vers Ps. 119,126 anwandte.6) — tu gelangt nun entweder zu der Annahme, dass ide Lesarten getrennt tradirt wurden, oder dass die Temurah die ursprüngliche ist, weil bei ihrer An* irung auch der tor genannt wird, und daraus h die 1׳. Lesart entwickelt hat.1) VI. -Von einer Rangordnung in d alten Schulen beint der Talmud nichts zu wissen. Allerdings ruft sich Marcus*) auf b. Baba bathra 21a und gt: ״ ריש דוכנאDer Erste der erster! Bank," ein weis, dass eine bestimmte Rangordnung in den iuken und Plätzen der Schule vorhanden war. — rgends aber findet sich bei den Erklärungen ein leg dafür. Vielmehr wird in Sabbath 29 b ein ריש כניע erwähnt, dessen .’uuktionen Rasohi z. St. t den v.'orten erklärt: מפטיר כנסיות המכנים ומוציא ״• ומיישב תלמידים ותינו:Der Pförtner der Schulen, r die Schüler und kleinen Abc-Schützen hereind herausliess uud ihnen ihre Plätze auwies.“’) Er isste begreiflicherweise ״der Erste am Platze" sein, ilier erklärt wird das ריש durch das erwähnte :ריש דו. Aruch fügt niimlioh (Art. דכן) zu der tr. Erklärung die Worte hinzu: 2י׳ ריר׳ ראש דאצטוה ״ שימם ישיבת הנע.־־Der Aufseher der Estrade, wo Knaben sitz• n “ Denn אצטבה bedeutet gar nicht, ׳ gewöhnlich iibi-rsetzt wird, ״Bank״, sondern ״Altan, trade“, also nur den ganzen Raum des Aufenthaltes r einzelnen Schüler. Wie Raschi (B. bathra a. a. 0.) merkt, hörte dieser רדי dem Vortrage des Lehrers t den Schülern zu (ohne selbst eig. Schüler zu sein) 1׳ machte denselben, den er wohl 71־ wiederholten den geliöit hatte, den Kindern nacLi.ur geläufig. 011 li. Gerschoin z. St. war er zum Adjunkten des lirers bestellt. — Nichts andres ist wohl mit dem Iten“ ה!; הכנסת gemeint, dem Aufseher der Schule, v den Knaben angiebt, was sie für den nächsten g uuthabeu; vgl. die zweite Erklärung Raschi's isclniah Sabb. 11 a, Stichw. JWTl, die auch Bartira(I, 31 aceeptirt hat. — Ich komn:e hierauf m. G. H. meinen ״Pädagogischen Briefen“ zurück. (Forts, folgt.) I *) Vgl. tjuellen der Halacbah I, S. 72 f. u UJ. ') Vgl. nieiiiö Beiträge hierüber im Mag-Zs. Sz 18‘Jl. her weis» li. Joch, die Angabe zu machen: סתם מר״ניתיל 1ריל (Synh. t)6a). *) vgl. noch li. Gerschom z. St. ’) Darauf dart man auch 1 Ausdruck מבאן אמרו beziehe!!. — Ohne dem Citate irgendwie .׳!!haltigen Worth beizulegen, sei daraui hingewiesen, dass tzeuellenbogcn in seinem נתיבות צולם! l'.'Einl. p. XIX. aus bei. r. zu 5,2 die Doutuug antührt, die sich bei uns nicht kt: ועשיתי לי ברכות מים אלו הדרשות. Das Wort ברכות 10■t כרכות die Schreibart gemein, uud wird auf die Midra- •u! bezogen. ל Zur Schulpiidagogik des Talmud, S. 42 Anin. 4. ’) Vgl. bes. Chuliu 51a und liasclii das. Stichw.: TC£D .כנסיות ז Recen8ionen. Midrasch Tchlllini (Schocher Tob) . . . Hcrausg. nach c. Handschr. aus d. Biblioth. Parma cod. 1332 mit Vergl. d. Laa. and. 7 Hss. aus Rom, Florenz, Paris.Kritisch bearbeitet, commentirt uud mit einer ausführl. Einleitung versehen von Sal. Bober', in Lemberg. 3 Theile. Wilna, Romm, 1891. זי | Der vor uns liegende ״Schocher Tob“, ob eine, der ältesten oder nicht, jedenfalls eine der interessan- 1 testen Agada-Samml .ugeD, die wir haben, reiht sich' in dieser überaus sorgfältigen Ausgabe würdig den . früheren Midrasch-Editionen des unermüdlichen Herausgebers an. Derselbe hat keine Mühe gesoheut, um die. ältesten Hss.*) uad Drucke mit äusserster Genauigkeit uad Gewissenhaftigkeit zu vergleichen uad durch gegenseitige Ergänzung uad Kontrole derselben einen möglichst sichern Text horzustellen. Ausführliehe Anmerkungen, krit. Berichtigungen uad Nachweise unter dem Texte sind nicht nur für den Gebrauch dieses Mi iiasoh, sondern für in eingehendes Studium der agaducheu Litter&tur überhaupt, von uusohätzbarem Wertbe. Einen besondern Schutz von äelehrsamkeit und unermesslichem wohlgeordnetem Material bietet die 127 Seiten starke,**) den ganzen ersten Theil der Ausgabe einnehmende Einleitung. Ist durch sie die kritische Erforschung des Midr. Tehillim auch! ck nicht allseitig erschöpft, so giebi sie doob erst allein eine breite Grundlage für künftige Untermk: iiiingen. Entgegen der Annahme von Zuuz (S. V. p. 267), dass selbst ältere Theil desPsalmen-Midrasch(bi£״'"' ^')) den letzten Jahrh. der geonäisohen Epoche au'^oiiort, ist der Herausg. in der Einleitung bestrebt!!!!ssren Midrasch als einen der ältesen hiuzustellen, wobei er jedoch zugiebt, dass sich, abgesehen von den vielleicht erst aus dem 13. Jabrhuudert stammenden letzten Pss., eine ganze Menge Zusätze und E i nscballungea eingeschlichen haben; in der Regel betrachtet er als solohe gerade diejenigen Stellen, welche von Zunz als Argumente angeführt werden. Es ist demnach nicht ersichtlich, warum B. sich nicht mit der Auffassung von Weiss (Dor Dor III, 285) zufrieden giobt, der ja auch nur von einem vielfach umgearbeiteten und ergänzten מדרש תהלים הישן״» spricht. Bei Widerlegung der Annahme, dass der Verf. in Italien gelebt habe, tritt B. . der Einl. mit seinen eigenen Noten in einen argen Widerspruch; in der ersteren will er סקיליא ,סקילום;פוליא ,פוליום auf die siob Zunz stützt, nicht als A p u 1 i a und S i c i 1 i a sondern als Seleucia und Philipp! aufgefasst wissen; doch sind Ps. 9 v. 8 (S. 43) nebeneinander סלייקום־סליקיא und סקילוס־סקיליא aufgezählt und selbst bei פוליא lässt sich B. auf die Erklärung ״Apulia“ ein, um dann noch das griechische Pylos vorzuschlagen. Für die italienische Herkunft des Midrasch spricht vielleicht auch das wiederholte Vorkommen der Sage von ,'׳jmu'.m unRemus (l's. 10 und 17). Sehr auentennenswerth sind die mit grossem Fleisse sichtlich liebevoll zusammengestellten langen Register, Tabellen und Nachweise über die Quelleu, den Stil, die zerstreuten halachiscben uud ethischen Sätze, die Namen der in uns. Midrasch vorkommenden Tannuim und Amoraim, sowie der Fremdwörter. Irrlhümlich scheinen in das Verzeichniss der letzteren auch Vocabeln wie die gut hebräisctieu oder sonst nicht hingehörenden: אהלות, אללי, כעכע, בעט, חצרמית, ירדן כפת, סלד, כף, עבו, פ:ר, צרורות, קדקד, תקוע u. m. a. hinein- *) Nach Zuuz (G. V. p. 268) scheint die älteste Hs. cod. Vatic. 76 vom Jahre 1366 2a sein, doch istßubers Hs.C (1262) älter. **) Verwirrend ist die gemischte, hebr. uud arab. Seite!!- Zahl-Bezeichnung.