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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-09-17 · N° 38. (17.9.1891) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 38. (17.9.1891)
Date
1891-09-17
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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150 gerathen zu sein. Weit hergeholt ist z. B. Ps. 18 Note 265 ccTsXrjs für אטילם oder אמילט. — Bei der Aufzahlung der älteren Autoren, die den Schocher Tob benutzt haben, wäre noch zu erwähnen, dass nach Reifmann (Beth. Talmud, Jahrg. IIIl dieser Midrasch zu den Quellen der שאלתית des Achai aus Schabßha gehört. Zwei besondere Bemerkungen möchte ich mir noch gestatten. Ps. 7.1,parallel zn Mi Ir. R W8jikrac.32 und Kobel. 10, haben wir in uns. Midrasch: כי ל.יף השמיט יוליך את הקול ... זד, עורב חכמת טיאדין, die letzten beideu Worte sind vielfach verstümmelt, in verschiedenen der vorliegenden Handschriften durch Punktation besonders hervorgehoben (הכמתיארק) und jedenfalls räthselbaft. Der Ausspruch wird keinesfalls verständlicher, wenn statt '״חכמת« הכמ gelesen wird. Ich vermuthe etwas ganz anderes, indem ich von der Annahme ausgehe, dass die alten Agadisten oft und gerne griechisch-römische Legenden, die gang und gäbe waren, verwertheten (vgl. auch die oben erwähnte Romulus-Sage im Schocher Tob). Der Rabe ist nun, nach einer Sage, jener verräthe rische Vogel im Stern bilde Hydra des alten Himmeissystem?, welcher dem Apollo die geheime Nachricht von der Untreue der Corouis überbracht hat. Dieser Rabe war lrüher weiss und wurde 1 wegen der schmerzlichen Nachricht von Apollo schwarz gelärbt, so berichtet C. Jul. Hyginus in seinem astronomischen Mythenbuch (hin. II, 40)/'! das iin Anfang des Mittelalters griechisch und lateinisch (vielleichtauch in syrischer Uebersetzung) in aller Hand war und als Schulbuch benutzt wurde. Sollte nt£״o«cht statt הבנז׳ etwa אובמא oder אובמת׳ schwarz zu lesen sein?!׳!ייר תיארו) mag dann immerhin 110ch_ einen Vogel bedeuten; wir haben dann den verrütheiiscken ״corvus niger“, der als *עוף השמים" Nachrichten überbringt und in einem Sternbilde sitzt. Ps. 17 Note 87 scheint mir אפופטין ä־o־^a׳j:; noch immer ungerechtfertigt und ich halte an der von mir in meinen ״Studien zur Gesell. Galiläa’s“ (S. 2ti, Note 38) gegebenen Correctur ונתפטין fest. Zunächst wird אפופטין überhaupt nicht als Verdammung ohne Weiteres (Gegensatz zu ״dimissio“) gebraucht und wir haben (Jerusch. Rosch Hasch. 1 u. Sota VII) neben אפופטין של מיתה auch אפופטין של חייט. Daun aber genügt es doch nicht, die meisten Hss. u. Texte (die איטפוטין haben) als corrupt zu erklären,**) um daun mit x־o־^aa:; eine Erzählung ohne verstand- Hohen Sinn zu erhalten. Einet: solchen kann die Stelle nur daun haben, wenn (wie in verseb. Ausgaben) וניטלות רימות und daun ומהן היי ניטלות ונתפטין gelesen wird. Bei dieser Gelegenheit sei zum Schluss erwähnt, ■i dass auch in der Bubei'schen Ausg. des Schocher Tob die im Litt.-Bl. d. Orients 1813 Art•, über R. Jose Haggalili aus diesem citirte Stelle הנילה מי״ידה לנליל אין זה גולה nicht zu finden ist. Sollte nicht zu-; fällig Jemand von den älteren Lesern d. Bl. den Namen des Vort. jenes anonymen Artikels im Orient wissen oder vermuthen? Die erwähnte Stelle ist lür meine Hypothese über Ban Jooha'i und Galiläa, die , in der obigen Schrift entwickelt ist, überaus wichtig.! Berlin. Xaminka. *) ״Quod cum viderit corvus Apollini auntiasie; qui cum; l'uerit antea candidus, Apollineut pro iucommodo nuntio eum ׳ nigruiu tecisae“ (Hvgini Astronomie», ed. Bunte,Lpz. 1875,p.70,1. »*) Herr B schreibt in Note «4: ,בטלות איטפוסין״ וכנר פ ס. (m weichen ri '••״ובאיזה כ - da* heisst nun doch I zu vertrau״״. eine geläufige, wenn auch uahe liegende Konjektur onne weiteres als sicher hinzustellen und die anderslautenden Hss. als בטלות zu betrachten. Litterarische Notizen. 1. Auf die zur ehemaligen Jomk ippur-Frage i. No. des gesch. ״Litteraturblatt“ von Hm Dr.Sonuenschei ertheilte Erklärung erlaube ׳ch mir (gemä«s [neincr Bemerkua; in No. •12 d Bl) zu bemerken, dass aus dein in d-jm Miscbna׳ texte (Taauith 2>>l>) e;,thalteuen sinnigen und innigen Dialoge zwischen Jungtrauen und Jünglingen wohl auf Oopulirunge! und darauf abzielende Zusammenkünlte mit Nothwendigkei übrigens die Versammlungen der Jugend beiderlei Geschlecht׳• lange nach der Zerstörung des zweiten Tempels stattgeiundo: und keineswegs eine »Nachfeier des Sülniokuttus“ gebild.׳ haben, geht sowohl aus der Oertlichkeit un i dev Form wechse. seitiger Begegnung hervor — בנית ירושלים יוצאות והיי״ות בכרמים »die Tochter Jerusalems tanzten in den Weingärten'1 als auch aus der in d1״Miselmahmitgetheilt611 Anspracb «,!nitwelehe in ergreitonde Wehrauth nnd Demuth um die Hand der Jungtra׳ geworben ward, nnd dio mit den Worten schloss: בנין בית המקדש שיבנה במהרה בימינו ,Möchte doch b.u 1 die heilig Gottesstätte wieder erbaut werden“, denn die Farn il io ist de. Grundstein im Heiligtbum der Gesammtheit. Dass die Yer hältnisse uuter dem Kaiser Hadrian, aus dessen Verhängnis* voller Epoche, nach meinem DaHirhalton, in der belegt!•! Mischnah das Yersühnnngstest geschildert wird, mit dm. Zu ständen der Richter-Periode ans der Zeit des Vernichtung»! krieges gegen den Stamm Benjamin (Richter 20 u. 21) turchtbar! Aehnlichkeit haben mochten, erhellt aus der in der Mischnai vorgeführten Aehnlichkeit des Festes vom lüntzehnteu Ab mi dem des Versöhnungstagos und aus der Motiviruug der crsterei Feier mit dom erlaubten Wiedereintritte dos tilninuies Benjami! in den Familien-Yerband der Gesannntboit Israel'» (Taanitb .,!Ob Auch lässt der!'instand, dass auch die reichsten Junglrauo׳ ihre weissen Kleider zutu tostlicbon Aut/.uge leihen mussten damit die vieletr Armen unter ihnen nicht beschämt, werden welche der eigenen Gewänder onthohrtou, im Allgemeinen an eino ungünstige Lage der Verhältnisse sch Hessen. (Vgl. Mischnai Taauith 2t!b! Nur im knappen Auszüge ist die Schilderung des l'>. A und des Yersöhmingstostes im Traktate Hahn batlira 121a :11: dem Original im Traktalo Taanitb 2<>b nml .'!Ob wiedorgegubcii und der lichtv.dle (lommentar Itaschi giebt sieb Mühe, die Einschiebting aus!lern Zusammen bange heraus zu erklären. Dass der Hochzeitstag alH Tag der Iltisse im Judenthun: betrachtet wird, gebt aus Eben hauser 61 f» hervor uu׳l könnt füglich damit erklärt werden, dass, wie aus der S'ello Et: vit 10 hervorgebt, der nolie Priester am Versöhnungslest״ ״sei; Haus sülinte“, woraus gefolgt״ t worden moelito, tlass die H. gründung eines Familien-Hauses den Hothoiligton Weihe 1111 Andacht einer Sühne aulorlegte. I)r. N. 2. Obwohl ich nicht ganz in!le.r Hage bin, den Termin de׳ Rnbbiuervcrsammlniig zu prüfen, welche um das ,Iaht 12f10 1 .Mainz stattgetunden haben st,II, st» müclite ich «loch Folgende der gütigen Erwägung •Sachverständiger anheimgebou. — IJeln einen der Mitunterzeiclmeten bei dem Protokoll dieser Sit/.unj׳ אב הרייח, der sieb in der Gutacbteustunmlurig des lt. Met Rothenburg an z w e iter Stolle findet, ist viel gestritten worden Keinesfalls kann ich mich der Annahme SternV-) anschliessnn dass der Name des ה״ר יחיאל) רא״ש p אשר) in dor8ynod1 von 1296 hinzugeiügt worden Man hätte in diosom Falle ei warten müssen, dass sein 0!ו0!\ל an letzter Stelle stände, nie! an zweiter. Ausserdem ist die Abkürzung אב הריח l'ür Asche.׳ durchaus ungebrättchli h. — Vielleicht stammon die Namen• dt b6zw. Protokolls wenigstens tlieilweisu noch von den .Signatare! der ersten Versammlung. Alsdann würde ich Vorschlägen, i. אב ה־־י־ח den Vater des ר* יהודה חטיד ZU sehen, u. z. de jeniget 1er zu den Talmudauszügen des רא׳ש haulig gern! angetuln! wird. - Ich bitte Sachverständige um Aufschluss B. Kotu tgsbe rger. Trier. Im Verlage von Siegmund Mayer hierselberscheint demnächst.• Die jüdische I.itteratur seit Ab sciiluss des Kanons. Eine prosaische und poetische Antho logi mit biographischen und litteraturgeschichtlichen Einleitunger hcrausgegeben von Rabb. Dr. J. Winter und Prot. Dr. Augur Wünsche. Das Werk wird in 18 Lieterungen von 5—6 Bogei erscheinen. — In demselben Verlage erscheint der von Salomo! Buber jüngst herausgegebene ״Midrasch Te hi 11 im in deutscher Uebersetzung von Prof. Dr. Aug. Wünsche i! ungeiähr 6 Lieferungen׳, eine willkommene Ergänzung de ״Btbliotheca rabbinica“ desselben Autors. *) Vgl. M. Stern, der Hochverrathsprozess gegen di deutschen Juden im Anf. des 17. Jahrh, in meinen Mts.-I! S. 121 Note. **) A a. 0. S. 124 Anm. 2. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von

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