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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-09-10 · N° 37. (10.9.1891) · p. Seite 145

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 37. (10.9.1891)
Date
1891-09-10
Page
Seite 145 (sequence 3)
Language
German
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önige über uns? Vielleicht kehrt zurück Dein Vater febnkaaii.s&r und kommt über uns her und tödtet ns.“ .Dass ככר auch diese Bedeutung haben kann, chald. Lex. v. Levy B. I, S. 351 über כבר II. — )a8 Wort ככר kommt ferner vor im Pseudojonathan lenesis Cap 19,34; Cap. 43,14; Exodus Cap 7,1; — Firn Targum zu d. Psalmen Cap. 78,20; — im Propheten- 'targum 1. Sam. Cap. 2,1; 2. Sam Cap. 17,20. Zu ergänzen wäre ausserdem, dass im Targum zu!1. B Kohelet das Wort ככר I ausser an den bei Levy angeführten Stellen Cap. 1,10; Cap. 3,15; Cap. 9,6, 7 noch mehrmals vorkommt u. zw. Cap. 2,12, 16; Cap. 4,2; Cap. 6,10; Cap. 7,24, Cap. 12,10. — 3. Levy erklärt in seinem chald. Lex. B. 1, S. 333, dass das Wort ״ ייGott“ im Targum auoh vorkoramt, wo im Hebr. das Wort PT steht, dass jedoch davon die Psalmen ausgenommen sind, in welchen nur an folgenden drei Stellen Ps. 77,12 עובדי י״י Handsohrift und Levita (Ausg. אלהא); Ps. 89,9 חסינא י״י; Ps. 68,19 *“שכינתא די im Targum das Wort ” für das ijn Texte stehende יה anzutreffen ist. Diese Erklärung ist nicht genau; denn das Wort יה ist im Targum zu den Psalmen durch יי wiedergegeben ausser in den bei Levy angeführten drei Stellen noch ferner Ps. 115,17; Ps. 118,14; Ps. 122,4; Ps. 135,4; Ps. 148,14. Zu erwähnen wäre noch, dass die mir vorliegende Targumausgabe: כשנת .... ר1קעח .... בקאפיסט zu'den Psalmen das TextvJ\!הללר־סויסי־ im Ps. 149,1 weder übersetzt noch unübersetzr־hat, und dass daselbst Ps. 118,17 כעשי יה mit עובדי אלהא wiedergegeben ist. — 5. Nicht gauz richtig ist die Behauptung Levy’s in s. chald. Lex. B. II, S. 220 oben, dass in den Psalmen für das Textwort סלה im Targum überall dafür ל על מק steht. Das Wort סלה kommt in den Psalmen 71 mal vor. Davon ist סלה mit לעלמק oder 64 עלמין mal wiedergegeben: Ps. 3,3, 5, 9; Ps. 4,3, 5; Ps. 9,17, 21; Ps. 20,4; Ps. 21,3; Ps. 24,6, 10; Ps. 32,5; Ps. 44,9; Ps. 46,4, 8, 12; Ps. 47,5; Ps.48,9; Ps. 52,5, 7; Ps. 51,5; Ps. 55,8, 20; Ps. 57,47 ,׳; Ps. 59,6, 14; Pa. 60,6; Ps. 61,5; Ps. 62,5, 9; Ps. 66,4, 7, 15; Ps. 67,2, 5; Ps. 6«,8, 20, 33; Ps. 75,4; Ps. 76,4, 10; Ps. 77,4, 10, 16; Ps. 81,8; Ps. 82,2; Ps. 83,9; Ps. 84,5, 9; Ps. 85,3; Ps. 87,3, 6; Ps 88,8. 11; Ps. 89,5, 38, 46, 49; Ps. 140,4, 9; Ps. 143,6; Mit לעלמא ist סלה viermal wiedergegeben: Ps. 32,4, 7; Ps. 39,12; Ps. 50,6. Einmal: Ps. 39,6 ist 0לה mit לחיי עלמא wiedergegeben. Ps. 140,6 ist סלה mit תדירא übersetzt. Ps. 49,14 ist סלה mit *לעלמא דאת wiedergegeben. — 6. Unter dem Worte לילי findet sich in Levy’s chald. Lex. B. I, 8. 410־ die Erörterung, dass dieses Wort eia Adverbium ist, ״des Nachts“ bedeutet und nur in der Zusammensetzung von ״ יימם ליליdes Tages uud des Nachts“ vorkommt. Für diese Behauptung werden von ihm uebst anderen Belegstellen auch solche aus den Psalmen uud zw. Ps. 1,2 und Ps 121,6 angeführt. Abgesehen davon, dass die Zahl der von Levy aus den Psalmen angeführten Beweisstellen unvollständig ist, ist die aus Ps. 121,6 gebrachte Beweisstelle unrichtig, weil von ihm missverstanden. Im Targum zu den Psalmen stehen die Worte יימם ולילי nur daun zusammen nebeneinander, wenn auch im Texte die יומם ולילה nicht getrennt, sondern mit einander verbunden Vorkommen, wie Ps. 1,2; ferner Ps. 32,4; Ps. 42,4; Ps. 55,11. Steht dagegen im Texte: ,לילד הלילה, ולילה, oder ובלילה getrennt von יומם so lautet das Targum hierfür: בליליא ,ליליא oder ובליליא, wie Ps. 22,3; Ps. 42,9, Ps. 78,14; Ps. 91,5. Dasselbe ist aber auch hier der Fall iu der Beweisstelle von Levy aus Ps. 121,6. Hier steht im Texte כלילה getrennt von יומם und das Targum hierzu lautet nioht, wie Levy irrthümlich meint, *וליל sondern בליליא. Das Targum zu dem ganzen Verse lautet wip folgt: יימם בד שלים שמשא לא ימחונך צפרירי ולילי כד שליט סהרא בליליא. Wäre wirklioh, wie Levy meint, ולילי die Uebersetzung des Textwortes כלילה, dann wäre die Version des ganzen Verses unverständlich und überdies auoh im Targum das Schlusswort כליליא ganz überflüssig. Allein das Wort ולילי im Targum an unserer Stelle hat nur eine falsche Punktation, von der Levy sich verleiten liess, auoh diesen Vers als Belegstelle für seine Behauptung anzuführen. Statt ולילי (w’lele) muss man 'וליל (w'lile) lesen und übersetzen ״uud die Nachtgespeuster“, woduroh die ganze Paraphrase dieses Verses klaren Sinn erhält: ״Des Tages, wenn die Sonne herrscht, werden dich nicht plagen die Morgendämonen, uud die Naohtgsspenster (zu ergänz.: werden dich nicht plagen) wenn der Mond herrscht in der Nacht.“ — Litteraturbericht Recensionen. Weinstein, N. J. Geschichtliche Entwicklung des Gebotes der Nächstenliebe innerhalb des Judenthums. Berlin 1891. 48 S. 8*. Diese kleine Schrift hat zwei Vorzüge. Erstens weist sie den Fortschritt des Grundgedankens der Nächstenliebe von der negativen wenn auoh praktischen Fassung Hillel’s zur positiven B. Akiba’s nach, weloher in dem Gebote: ״Liebe deinen Nächsten wie dioh selbst“ den Gesammtinhalt der Lehre wurzeln und gipfeln lässt. Zweitens ist es ein Verdienst der Abhandlung, den Begriff des ״Näohsten“ (לרעך) auf die ganze Menschheit ausgedehnt und die Brüderliohkeit nioht blos auf den Kreis der Glaubens- und Stammesgemeinschaft beschränkt zu haben und dies aus wissenschaftlich dargelegten Gründen.*) Das die Untersuchung sehr schöne Gebiete der jüdisohen Ethik behandelt, sehr beherzigenswerthe Sittenwahrheiten besonders aus dem Werke Akedath Jizohak in der Schlussparthie des Buches (Absohn. VII) vorführt, sei dankbar anerkannt. Gleichwohl deokt der vielumfassende Titel ״Geschichtliche Entwicklung des Gebotes der Nächstenliebe“, dem Umfang und dem Inhalte nach, das sonst reoht beaohtenswerthe Büohlein nioht. Jede historische Darlegung bedingt doch wohl die Vorführung der einzelnen Phasen der Entwickelung des Gegenstandes der Betrachtung und kann mit einer losen Zusammenstellung in verschiedenen Zeiten ausgedachter Weisheiten sich dooh nioht begnügen. Die biblische Zeit wäre allein schon einer umfassenden Erörterung werth gewesen. Weloh unermittelter Uebergang aber vollzieht sich mit einem Male (S. 42) von der Bibel zu dem Werke Akedath Jizchak und innerhalb der rabbinisohen Lehrperioden! Auoh fehlt der einheitliche Gesichtspunkt, von dem aus die Erörterung des Gebotes der Nächstenliebe und der Eat- Wickelung desselben hätte betrachtet werden können. Mir soheinl der spinozistische Gedanke, dass vermöge des Göttlichen, als der substanziellen Ichheit des Menschen, der Mensch den Menschen lieben müsse, weil ohne Gott der Mensch nichts ist — der grundlegende Gedanke des ganzen jüdischen Lehrgebäudes zu sein. Aus dem Ausklange der die ganze Natur umfassenden göttlichen Harmonie in des Menschen Brust *j Das ist schon von Oiidem&nn ip seiner Schritt über die Nächstenliebe, die der Vert. merkwürdiger Weise gar nicht citirt, in gründlichster Weise geschehen. ^Ked.)

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