Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-08-27 · N° 35. (27.8.1891) · p. Seite 137

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 35. (27.8.1891)
Date
1891-08-27
Page
Seite 137 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492408-5990872-5991357--2318-5368948
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 187 — Jud mit vleiss darumb gebeten hab, doch ihm uud all sein Erben an .schaden. Darzne ist der briet geben mit unser;Jüdischen Undergeschrilt. Nach Christi Geburt Vierzehn j ' undert in dem drei und siebenzigsten iar amb freytag vor |;and Philipp und Sand Jacobstag.“ Am Ende dieser Urkunde steht toigender lebr. Satz in; ipiner Zeile mit Merabahschritt! f מה שכת״ דלעיל זה רצוני ובקשתי נאה* העטשל כן נעדל j (,Und was da ober geschrieben steht, dies geschah mit meinem; Willen und aut Grund meiner Bitte. . . . Hötschel, Sohn! Geduls “!Diese hebr Worte sind wie durch Zutall von den ן Schmutzflecken der Urkunde verschont geblieben.) j Diese Urkunden fand ioh weder in Regesten noch j in Urkundenbüchern veröffentlicht. Ich citire hier j ge! au nach vorliegenden Originalien, soweit sie eben; vom Zahne der Zeit verschont blieben. I Waren die Ophiten eine jüdische Sekte? Eine Entgegnung.**) - . i Meiner Monographie über die Ophiten ist die so ehrende Auszeichnung zu Theil geworden, in diesen Blättern zweimal von berufener Seite recensirt zu werden: in No 7 v. J. von Herrn Rabb. Dr. Deutsch, der sich auf eine rein sachliche Kritik beschränkte, uud dann in NN0.41—42 von Hrn.Rabb. Dr. Goldfakn, dessen Recension auch einige Sätze enthält, die ziemlich un verhüllt die Beschuldigung der Ignoranz und des Plagiats in sich schliessen, und die ich daher nicht un berichtigt lassen kann. 1. Reo. wirft mir vor, dass ich mich noch immer auf Orig. c. Gels. VI. 28 berufe, obschon Lipsius behauptet, dass diese Stelle jedes geschichtlichen Anhaltes entbehre. Nun aber hätte Reo. Such auf jedem auderu Blatte meiner Schrift Aufstellungen finden können, die mit den Anschauungen Gipsius nicht überein- ״1‘־Jmen. Das ist auch ganz natürlich, nachdem wir ftei(4.de entgegengesetzte Standpunkte einnehmen. Lipsius bestreitet eben die Existenz jüdischer Ophiten, weshalb er auch consequentermassen der Nachricht des Origimes jeden geschichtlichen Werth absprechen muss; ich hingegen, der ich den Ophitismus aus dem Judenthum herleiteu will, muss stets in Orig, einen wichtigen Zeugen iiir meine Behauptung fiuden. 2. Zu meiner Bemerkung, dass das Christenthum noch viel zu jung war, um den Gnosticismus aus sich heraus zu entwickeln, macht Reo. folgende Glosse: ״Herr H. hat sich da eine Behauptung Bauers zu eigen gemacht, auf die Joel (Blicke i. d. Rel. I. S. 144) bereits treffend geantwortet, nur dass H. noch Christlieber ist als Bauer“ — der die Ophiten aus dem Christenthum hervorgeheu lässt — ״während der jüdische Rabbiner Honig den Gnosticismus für einen Spätling des altersschwachen, kraftlosen Judenthums hält“. Darauf habe ich zu erwidern, dass mir durchaus nicht erinnerlich ist, jene Behauptung bei Bauer gefunden zu haben, und dass anch die eitirte Stelle bei Joel nichts darauf Bezügliches enthält; dass ich ferner *) Diese Abbreviatur bedeutet nach Zunz ״Zur Geschichte und Litteratur“ ״Gott schaue sein Gesicht“! נאו" נטר אללה יונהו — Anfangs glaubte ich selbst, dass diese Abbreviatur vielleicht verschrieben ist und vielleicht lauten sollte u2;l;i .— 147:1. Ich habe aber nochmals genau diese Stolle der bekunde durchgesehen und fand ganz deutlich נאו, wobei midi Zum׳.’ gelehrte Abhandlung in seinem berühmten ״Zue Geschichte uud Litteratur“ leitete. Sollte aber einer der hoscl1. Leier dieses Blattes diese :1 Buchstaben anders auslegen, so nehme ich dankbar jede begründete Lohre au. (Diese :1 Buchstaben sind gar keino Initialen, sondern das durch Weglassung des letzten Buchstaben hebr. נאים!,Spruch), die übliche Anwendung bei Zeugenunterschril'teu: ״So spricht Hötschel, Sohn Gedel’s“. — Red.) **) Obige ,.Entgegnung“ erscheint ״verspätet“, weil die bear. NNo., welche die Recension enthielten, dom Herrn Einsonder erst vor einigen Monaten zu Gesichte, die Entgegnung uns erst nach unserer Rückkehr aus dem Bade zu Händen gekommen (Red j wohl geschrieben, dass Christenthum wäre damals nooh zu jung gewesen, um Mutter des Gnosticismus sein zu können, dass ich aber nirgends behauptet habe, dass das Judenthum, dem er entstammen konute, schon altersschwach und kraftlos gewesen sein müsse. Denn — um ein triviales Beispiel zu gebrauchen — wenn jemand sagt, ein neugeborenes Kind sei noch zu jung, um zu zahnen, so hat er damit noch keinesfalls behauptet, dass die Zähne erst dann durchbrechen, wenn wir altersschwach und kraftlos gewordeu siu 1. Es ist mir überhaupt unerfindlich, was Rec bestimmen konute, mir zu insinuiren, ioh hätte das Judenthum altersschwach und kraftlos genannt. Vollends uubegreiflich ist mir aber der Vorwurf, dass ich als Rabbiner im Gnosticismus den jüdischen Ursprung zu erkeuuen vermeine. Was für Bewaudtniss hat denn die Thatsache des Gnostizismus mit meinem Glauben uud meinem Staude? Also nur ein Rabbiner darf nicht uugestraft vom jüdischen Gnosticismus sprechen' 3. Rec. sagt wörtlioh• ״Auf die talmudischen und midraschischen Citate gehe ich nicht weiter eiu, denn soviel ich mich entrinnen kann, befiuden sich die meisten beigebrachteu Stellen iu Krochtnals מורה נ״ה.“ Ein hartes Urtheil! Erwägt man noch, dass der grösste Theil meiner Schritt der Bnbringung von Beweisstellen aus dem jüdischen Sohriftthum gewidmet ist, daa n wäre meine Arbeit nichts anderes als eine Abschrift von Kochmals More, uud Rec. gebührte das Verdienst, meinen Frevel entdeckt zu haben. Dem gegenüber will ich daher couetatiren, dass von den 154 talmudischen uud midraschischen Citaten meiner Schrift nicht inehr als 7, sage sieben, sich bei Kr. finden, dass ich bei zwei Stellen (S. 59 u. 65) ausdrücklich Kr. erwähnte und bei den übrigen fünf Stellen dies nur aus dem Gruude unterliess, weil ioh sie anders deutete und auffasste als Kr. Ausserdem habe ioh noch zweimal (S. 5 u. 99) auf Kr. hingewieseu. Nehmen wir aber an, die meisten meiner Citate hätten sich wirklich schon bei Kr. oder einem anderen Schritt* steiler vorgefunden, folgt schon daraus, dass man nicht weiter auf sie eiuzugehen brauche? Wird man nicht vielmehr erst untersuchen müssen, was ich aus diesen Citateu gemacht habe, ob ich nicht aus ihnen neue Resultate uud Aufschlüsse gewinne, ob sie bei mir nicht in einer anderen Beleuchtung uud Erklärung erscheinen? Ich will Herrn G. keinen Rath ertheilen —! aber wenn ich je den Beruf eines Receuseuteu iu mir j entdecken sollte, daun würde ich nie im Vertrauen; auf mein Gedächtniss, ohne neuerliche Prütuug je- 1 manden des Plagiats beschuldigen, und selbst die Clausel ״soviel ich mich entsinnen kann“ vermöchte nicht mein Gewissen zu beruhigen. 4. Noch sei mir — nach dem Ausdrucke des Rec. — eine selbständige Bemerkung gestattet. Rec. deutet die Stelle Koheleth Rabb. I., 8 לכו והתפללו צל אותו האיש ועל אותו ההמת שהיתר, .מלאה אבנים טיכים ומרגליות, אכל עכשיו מלאה פחמי! im Siune der ״positiven Abwehr“. Es ist. ihm aber entgangen, dass dies ein griechisches Sprichwort ist. In seiner entzückenden Erzählung ״der Liigenfreuiul“ sagt Lucian: xo 4,/ 0סד 07סץy0’j r/.sTvo, zvilyxxe: v,;u7 4 Tzzyipx;. Sillein. L>r. Aüoli Honig. Kecejuöioneiu Butter Salonioii. Erläuterungen der Pralinen* Hagad.1, von R.Jedaja Peniui (Bedarschi, herausgegeben uud mit eine! Einleitung versehen. (כאורים צל מאמרי דז״ל במדרש תהלים ,). Krakau 1891. Josef Fischer. 40 S. 8“. Der nijiinliohst bekannte hebr. .־lohrilLstell-r nat; als Ehrengabe zum siebzigsten Geburtsfoste und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.