Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 32. (6.8.1891)
- Date
- 1891-08-06
- Page
- Seite 125 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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minder genauem Befolgung desselben leicht nimmt (M. שיקל ויעלים עין בד־ ינביאי׳ ולא יעשה מצותן על הדיוק והדקדוק). Also auch ein Nicht-Prophet, ja vorzüglich ein solcher, der erste beste Mann aus dem | Volke, der sich irgendeinem echten Propheten gegenüber ein solches Verhalten herausnimmt. Dagegen erheben sich aber, nach unserer unmassgeblichen Meinung, gleich von vornherein zwei nicht geringe Bedenken. Erstens *••prechei! lie vier übrigen Formeln sammt und sonders nur von Propheten (als von den resp. Delinquenten), so dass die unsrige, welche so ziemlich in der Mitte steht, da9elbst doch kaum an ihrem rechten Orte zu stehen kommt, wenn sie in solchem Zusammenhänge hier überhaupt am Platze ist*), und zweite! - begreift man nicht, wenigstens nach ß., warum denn dafür dann nioht lieber gleich der deutlichere und geläufigere Ausdruck: הענבר על דברי נביא gebraucht wurde, wie gleich in der darauffolgenden fünften Formel: **>jונביא שעבד על דברי עצמו Indessen, die Interpretation der beiden grossen Meister beruht wohl auch hier znnacht auf der der Gemara, und wir haben uns somit nur um so mehr vor Allem eben nach dieser letztem umzuseheu. Da finden wir denn auch (b. Synh. 89a) zuerst richtig die folgende Ausführung: הכובש את נבואתו והמוותר על דברי נביא ונביא שעבר על דברי עצמו מיתתן בידי שמים רבתי׳ והאיש אשר לא ישמע קרי ביה לא ישמיע וקרי ביה לא ישמע עי דברי וסתי׳ אנכי אדרוש מעמו בידי שמישו, welche in der That genau dieselbe Auffassung zu involvieren und somit die Berechtigung irgend einer andern Erklärung von dieser Seite her vollkommen auszusohliessen scheint. Dagegen findet sich ebendaselbst gar bald darauf als Beispiel, und zwar als einziges Beispiel dieserCategorie—des ״ ,המוותרeiu College Micha’s“ — חבריה דמיכה*), also wieder nur ein Prophet benannt. Ist das nicht schon hinlänglioh seltsam? Für einen Casus, der sich tagtäglich zutragen konnte, der 8ioh faktisch, nacbgewiesenermassen, tagtäglich im weitesten I Umfange zugotragen hat, bedurfte es erst eines einzelnen Beispieles aus der Gesohiokte?! Und als solohes Beispiel konnte eben nur ein Prophet, jener ״Genosse Micha’s, ausfindig gemacht werden?1 Man könnte daran denken, es sei das Beispiel weniger zur Ulustratiou des Falles selbst, als vielmehr nur zu der der Strafart (מיתה בידי שמיס) beigebraokt. Allein damit konute es denn doch wohl keine Noth haben, naohdem früher schon diese Strafart allgemein hin, für alle | *) .Mau boiueike auch dun halbwegs ähnlichen Fall,!Synh. (iTa, wo vou der Mischua selbst die Distinction gemacht wmi: המסית זה הדיוט welche Distinction, ialls aie recipirto Auflassung unserer M.richtig wäre,und zwar in demSinne,dass das Delikt (המוותר) oben so gut vou einem Propheten, wie von einem Laion begangen worden könne, hier gänzlich tehlte. Oder, os müsste anders doch auch hier irgendwo gesagt sein, dass «wischen dem הדיוט und dem נביא diesbezüglich, sowohl was die (.).ualiiication dos Vergeheus selbst, wie auch was die ätraiart betrübt, kein Unterschied besteht! 51ל Aber auch tür Maim. steht die Frage, da er selbst im Cod. (Jesode hnth. JX, 21 den Ausdruck: הצובר צל דבריו substituiit, und zwar gleicherweise tür ״Gebote“ und lür דברי הרשות (mit welch Leuteiem M. hier — abweichend von der Erklärung iiu Misclinacommeutar — dem originalen המוותר einigermassen gerecht zu werden sucht). — Zugleich sieht mau hieraus auch, nass der erstere Ausdruc« (צבר על) — und das gilt auch iur K. — nicht blos■ lür die positive Uebertretucg eines prophetischen Gebetes oder Wortes, sondern, der Natur der Sache gemäss, ebensogut auch tür die negative Nichtbeachtung desselben gebraucht werden kann, so dass iür diese Letztere nicht erst ein eigener Ausdruck geprägt zu werden brauchte. ־***) Der Text des j. T. (Synh. 30 b. c.: המרתו־ צל דברי נביא כצדו החמה, und später: ונביא שעבר על דברי צצטו כחבירו של מיכה ist corcupt. Es handelt sich oflenbar nur um eine abschriftliche Verwechslung, wie nicht bloss die übereinstimmenden Versionen des Sifrö (Schoft. 171, «. St.), der Thossiftha (Synh. XIII., Ende) und des Babli, sondern auch die Tbatsachen der jeweiligen biblischen Erzählungen ergeben. drei Fälle zusammen, auf das Bestimmteste,׳ von dem fundamentalen אנכי אדרוש מעמו erschlossen worden war. Auoh würde uns ja dann, naoh dieser Analogie, das für den Terminus: הכובש את נבואתו beigebraohte Beispiel (אמיתי p יכנו! יונה zum guten Taeile fehlen. Sollte man darum nioht daran denken, dass jene erstere grandlegende Deduktion der Gemaia selbst, ihrerseits noch eine andere Auffassung zul&sse? (Sohl, folgt.) Receasionen* | Munk, Dr. E. Des Samaritaners Marq ih Erzählung j über den Tod Mose’s. Nach einer Berliner Hand- I schrift herausgegeben, übersetzt und mit Noten und Anmerkungen versehen. Berlin, H. Engel 1890. ä. 62. In der vier Seiten einnehmenden Einleitung giebt der Verf. zunächst einige Mittheilungen über die von ihm benützte Berliner Copie des in Nablus befindlichen handschriftlichen Commentars zum Pentateuch von Marqah, sodann eiue kurze Iuhaltsangabe der vorliegenden Edition init zutreffender Kennzeichnung der phant&siearinen samaritanischen Legendenbildnug über Mose’s Tod in Marqah’s Commentar and in dem voll diesem abhängigen, fast ein Jahrtausend später verfassten sam. Josuabuch. Die vom Verf. gegebene ziemlich wortgetreue und im Ganzen correkte Ueber- Setzung, sowie die saohlicben and spraohlioben Noten zeugen von eifriger Beschäftigung und binreicheuder Bekanntschaft mit der samaritanisoheu Litberatur. Nur einige Irrthümer sollen hier beriohtigt werden: S. 14: יומה הק סכום גט נ־״ Heute ist der Schluss; es vei endet mein Prophet etc.“ נט ist unstreitig das hebr. Vp (Ende); demnach ist wohl סכום ונט zu lesen, das dem hebr. קץ ותכלית entsprechen würde. Oder סכום גט entspricht dem -acht Zeilen weiter gebr&ohten Ausdruck סכום רגילותי ,,de.• Sohluss meiner Wallfahrt“; גט wäre dann etwa in נח (of. Z. 3 יום געתה) za emendieren und die Uebersetzang würde lauten: Heate ist der Schluss der Erdenpilgerfahrt meines Propheten Mose. — S. 15 Anm. 40: עפל״ kommt in unserer Sohrift mehrfach als Adverbium vor“. Es ist niemals Ad verbium, wenn es auch durch ein deutsches Adverbium wiedergegeben werden darf. Es steht — ähnlich wie בעי יסק S. 18 ״er wollte hinaufsteigen“ — gewönnlioh mit dem Futurum: Als er alle diese Worte hörte, עפל יתחנן eilte er, begann er schnell za beten. Ebenso 8. 26 עפל יוכח und s. 28 עפל יפקד of. Num. 14,44. — S. 16: Die schwierige Stelle עד נטבע מנון שלם לך bedeutet vielleioht, dass ich von ihnen (den Gruss) ״Friede sei Dir“ empfange. נסבע wäre zu ändern in אנסב. DerYerf. übersetzt: ״Damit ich von ihnen den Friedensgrass erbitte. Geh!“ S 21: ״bis sie in Moses Z91t kamen“ — 1. an oder zu. Alle Stämme hatten wohl nioht Platz darin. S. 23: יקנא •ל׳״ p der Gott verehrt.“ ßioktiger: ״wer für Gott eifert.“ S. 25: ״Indem ich den Pfad des Mensoheu betrete, auf ihm hinüberwandernd, bin ioh eto.“ Es musz heissen: ״Den Weg des Adam bin ioh im Begriff zu wandeln und mein Herz und Sinn eto.“ S. 30: ואת מלוא בכן״ Du aber bist reich [eto. an Ehren]“. Nach der vom Verf. angeführte» Stelle iu Anm. 87 ist vielmehr zu übersetzen: Du bist dessen würdig, du warst von jeher dazu bestimmt, von Gott geweiht. Ebenso S. 52: ״ .מלוא בהErfüllt, beseelt von etwas“ heisst מלי מן of. S. 20- — S. 35: ״Siehe, wenn Du schon im. Grabe liegst, wird dieses Volk sioh erheben und zu Grunde gehen. "וכלה entspricht dem hebr. וכולי u. s. w. Nioht den Untergang, sondern den Abfall (חנה im Urtext und hier דאנון סטק) des Volkes fürchtet Mose.