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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-08-06 · N° 32. (6.8.1891) · p. Seite 126

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 32. (6.8.1891)
Date
1891-08-06
Page
Seite 126 (sequence 4)
Language
German
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— 126 s. 36: statt משן ist hier tmd öfter מבען ■=־־ מכן (von jetzt) zn lesen. S. Anm. 113! Demnach ist ״wünschen wir“ S. 55, Z. 3 zn streichen. — S. 43: ״Das Meer rühmte ihn sieben Mal." £8 mnss heissen: Dass Wasser hat ihm sieben Mal Ehre erwiesen. Das.: ״Das Wasser der Bitteraiss versüsste er daroh Schlagen". Woher sollte dies Marqah haben? *טרו ist wobl dasselbe wie תרופה: ein Heilmittel. — S. 44: .״ כית צשהרwie Gras, auf dem Himmelstbau etc.“ — S. 46: אדכיר רשב ,,Ich will zum Heile gedenhen.“ Es ist Part. pass, wie das hebr. זכור לטוב. Alef prosthetiknm ist im Samarit sehr gebräuchlich und nicht blos im Imperativ. S. 60 haben wir den Plural: אדכירים! S. 50 Anm. 13°: 011* עלמה hier nicht ״Welt", sondern ״Land“ bedeuten und demnach sei za übersetzen: ״nnd er zeigte ihm die 4 Seiten des Landes.“ S. 45 Z. 3 dagegen übersetzt Verf.: ״and dem Gott die ganze Erde zeigte“ (כל ארעה.) Es wäre sehr zu wünsohen, dass alle vier Theile des Pentateuch-Commentars von Marqah in hebräisohen Lettern, wenn auch ohne Uebersetzung, ediert würden; vielleicht übernimmt der Verf. diese Aufgabe. Bad-Kissingen, 30. Juli 1891. Cohn-Bgk. Litterarische Notizen. 1. Aut die freundliche Anregung des Herrn Dr. Wiener in No. 30 des gesch. ״Litteraturblatt“ möchte ich mir zu bemerken ,erlauben, dass eheliche Verbindungen, von denen in der letzten M iscbnah des Traktates Taauith die Bede ist, keineswegs der Feier des höchsten S&bbaths und der Busse dos heiligsten Tages entgegen sind; da ja doch sogar, nach der Halacha, der Toa des Vaters dos Bräutigam oder der Mutter der Braut eine Eheschliessung weder autschiebt noch authebt, und der Feier der Begründung der Familie gegenüber, an welcher die Oesammthcit der Gemeinde Israel’s Am heil hat, die Trauer Einzelner in den Hintergrund tritt. — Doch scheint mir die Schilderung der betreüenden Mischnah nicht auf die Verhältnisse der Vors&hnungstagsfeier während des zweiten Tempels Bezug zu haben, sondern aut jenen unglücklichen Zeitabschnitt, in welchem römische Veriolgung das religiöse und nationale Leben des Judenthums, lange nach der Zerstörung des Tempels, unter• drückt hatte. Pis würde ja sonst die beregte Mischnah nicht in dem von der schwülen natürlichen und politischen Atmo- Sphäre handelnden, tragisch gehaltenen Traktate Ts anith, sondern in dem das Versöhnungstest mit Glanz und Herrlichkeit in allen einzelnen Zügen beschreibenden Traktate Joma Platz ge• fanden haben. Allein wie es sich in den Miscbnan-Anordnungen des Traktates Ktuboth um jene Eheschliessungen der Juden handelte, welche die Legionen römischer Willkürherrschaft gewaltsam verhindert hatten: so bandelt es sich, meiner Meinuig nach, in der erwähnten Mischnah Taanith um jenes Versöhnungsfest, dessen öffentliche Feier mit jeder Kundgebung des Gesammtwillens der religiösen Gesammtheit der Juden, unter der Herrschaft des Kaisers Hadrian, untersagt war. — Wie in uor Periode der Richter der Stamm Benjamin ein Fest in Siloah benutzt hatte, um Mädchen : sich zu reissen, die aus den Weinbergen in lustigem Beigen berbeigeströmt waren; damit nach dem blutigen Kampfe des Volkes Israels mit dem Stamme Benjamin, dieser Stamm vom völligen Untergange bewahrt werde (Judicum 21,21): so mochte nach dem Vemichtungskample lladrian’s gegen die jüdische Nation und Glaubensemeinschait die einzige Feier des Versöbnungsfestes öffentlich arin bestanden haben, dass in den Weinbergen, — vielleicht unter der Maske bachantischer Festeszüge — das Herz eines jüdischen Jünglings dem Herzen einer treugebliebeneu Tochter Juda'8 entgegenschlagen durfte. — War ja doch am Versöhnungstage der Hohepriester vorbildlich für das jüdische Volk, der sein Haus sühnen, und wenn er eines solchen ermangelte, eine Famili e vor dem Eintu. t des heiligsten Feiertages begründen mus3te. — Dr. N. 2. Bezüglich des phonetischen Unterschieds zwischen כ' י־פה und ח׳ sei bemerkt, dass nach der Erklärung des Grammatikers J. L. Bensew der erstere Buchstabe ein Gaumenlaut, der letztere ein Kehllaut ist. Dieser würde also an ״ch“, und jener an ״k“ anklingen. Das Verhältniss zwischen Beiden würde sich in der korrekten Aussprache 80 gestalten, wie zwischen einem aus dem Griechischen stammenden deutschen Worte und dem griechischen Ursprungsworte; z. B. ״Chreatomathie“. Dem deutschen ״Ch“ entspräche das ל' רפה, dem griechischen ״Xu das ח• Dr. N. Leid•■. Das Jniiueit der ״Jewish Quarterly [Review*־ enthält folgende Beiträge, welche mehr für Gelehrte als für Laien berechnet sein dürften: Prof. Chey ne erörtert ״Kritische Probleme des II. Theiles des Jesajah;“ Dr. Neubauer folgt mit einem Artikel ״über die Litteratur von Yemen;“ Herr Claude G. Montetiore liefert unter der bescheidenen Ueberschrift eines Versuches einen beachtenswerthen vollständigen ״Catalog biblischer Metaphern.“ Derselbe enthält weit mehr als ein blosses Verzeichniss von Gleichnissen, er ist eine Leuchte, welche den Wanderer durch manche dunkle Stelle der Bibel führt. Die.״Ausführungen in der rabbinischen Litteratur“ von Herrn Schachter bilden einen Beitrag, welchen nur f“ am 1. Abend des jüngsten Chanukahfestes im Verein ״Anke Jehudah“ zu Prag gehaltenen homiletischen Vortrag., Prof. J. Freudenthal erörtert die Frage: ״Welches war die Originalspräche in dem Buche ״die Weisheit Salomonis?“ und gelangt zu dem Schlüsse, dass dieses Buch in Egypten verfasst worden sein muss. Unter dem Titel: ״Das Gesetz ttnd die neueste- Kritik“ bringt Herr Schechter eine lichtvolle Rezension über׳ Prof. Tov’s .,Judenthum und Christenthum.“ Herr S. widerlegt mit Erfolg die Ansicht, nach welcher die Unterordnung unter das Gesetz dahin strebt, alle eigene Geistesthutigkeit zn ersticken. Der Legalismus ist nach irun nur ein Mittel, mit‘ dem göttlichen Willen in Uebereinstimrauug zu leben, ohne dass hierdurch das Leben in einen teligiösen Formalismus ausarte. — Zu den Notizen und Discussionen liefert Herr Jos. Jacobs ״Drei Jahrhunderte aus der Familie Hag! '. worin er die Identität aller englischen Juden, die Prot. Kauifmann in einem früheren diesbezüglichen Artikel ausführt, nachweist^ London. Im Julibelte des ״Asiatic Quarter ly“ veröffentlicht Rev. Hermann Gollancz einen Artikel über ״Die Lehre vtn der Arbeit nach dem Talmud“. Verfasser bringt in demselten eine interessante Sammlung bekannter Aussprüche, welche die hohe Achtung zeigen, in welcher bei den Rabbinen das Handwerk stand und fuhrt einige Beispiele an, wie berühmto Gesetzeslehrer ihr Dasein durch Beschäftigung mit dem Handel oder einem Handwerke fristeten. — Wir zweifeln jedoch, ob dietechnische Erziehung nach heutigem Begriffe dieselbe ist, welcheder Talmud gemeint haben kann. Andrerseits sehen wir aber׳ auch wieder, dass die jüdischen Sohulen zu den ersten gehören, welche in jüngster Zeit die neue Idee von dem Handfertigkeitsunterricht zu der ihrigen gemacht haben. Die Hochaohtung vor der Arbeit fehlte auch den Juden des Mittelaltere nicht, als die hervorragendsten Rabbiner und Sohriftgelehrten, welche ohne Entschädigung ihre freie Zeit der Gemeind» widmeten, ihr Dasein durch irgend eine Beschäftigung, z. B. ״Arzneiwissenschaft“ zu fristen'suchten. Spinoza’a jüdische׳ Erziehung liess ihn den Beruf eines Mechanikers ergreifen und man würde vielleicht erstaunen über den hohen Preis, der׳ heute für ein echtes, aus seiner Werkstatt hervorgegangenes Lin8en(Brillen)-Glas bezahlt werden würde. In keinem Falle beklagt man sich auch in England darüber, dass der Jude ein Müssiggänger ist, sondern vielmehr darüber, dass er fleissig ist bis zum Excess. Sollte dennoch Jemand an dem alten Voiurtheile festhalten, dass der Jude eine Abneigung gegen die Handarbeit habe, so wird Herrn Gollancz’ Schritt sicher dazu beitrageD, dieses Vorurtheil zu verscheuohen.*) London. Im ״Dictionary of National Biography“ werden unter dem Buchstaben ״M“ auch folgende Namen Aufnahme finden: Dr. Raphael Meldola, jüdischer Theolog und Philosoph (1751—1828); Menasseh ben Israel, Gründer der englisch-jüdischen Gemeinde(1804—1857,; Fernando Mendez, Dr. med. (gest. 1725); Moses Mendez, Bankier und Dichter (geit. 1758); Daniel Mendoza, Faustkämpfer (1764—1834); Joseph de Rioz Mendoza, Mathematiker und Astronom! (1762—1816); David Raphael de Meroado, Gründer der Zuckerindustrie auf Barbados (gest. 1655); Henry Meyer״ Maler and Kupferstecher (1783— 1847). Paris. In einem Artikel des ״Temps“ vom 25. Juni mit der Ueberschrift ״J. J. Rouseau, le duc d’ Albe et les m4decins•* wird erwähnt, dass die Herzogin von Alba unter den Dokumenten des 16. Jahrhunderts eine Mittheilung eines jüdischen Arztes und eines häretischen (?) Franzosen gefunden habe, welche die Möglichkeit und Nützlichkeit eines Canalbaues durch die Landenge von Suez beweisen, um dem Handel einen direkten Weg nach Indien zu erschliessen. (Also — nichts Neues unter der Sonne!) *) Dasselbe Thema hat der fleissige Rabbiner Dr. Friedlaender zu Pisek eingehend behandelt; wir kommen auf seine empfehlenswert!« Schrift noch zurürk. (Red.) Drnckfthier-BtrkktigiäK. Unter den zum Schluss meiner Ausführungen in vor. No. angeführten Puuctationsreeultaten ist sub 9 nur 1עשרק; die Worte ״für das ganze Wort“ müssen (nach den nachträglichen Ausführungen zu Anfang vor. No.) foi :fallen. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rehmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig _

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