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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-05-28 · N° 22. (28.5.1891) · p. Seite 84

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 22. (28.5.1891)
Date
1891-05-28
Page
Seite 84 (sequence 2)
Language
German
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In seiner Autobiographie (Megill&s Eicho) vom Jahre Di 12 thut •1er Rabbiner Nathan Hauover Saul Wahl» folgendermassen Erwähnung: Mein Enkel heiralhete des Chelmer Tochter, Sohn des Rabbiner , Meier aus Brest, Enkel des berühmten Sani Wahl. Man kann also ans den Aeussernngen von Saula Zeitgenossen und von Leuten, die im Anfänge des XVII. Jahrhunderts lebten, entnehmen, dass Saul wirklich existirte, wirklich berühmt war, wriai auch augenscheinlich nicht dadurch, dass er «•ine Nacht od• r einige Monate polnischer König war. Hier folgen noch einige Zeugnisse aus alten gedruckten Büchern. Im Ku Jakob Disl in Amsterdam gedruckt!, heisst es, dass Rabbiner Frenkel, ein Schwiegersohn Meie!■־, des Sohnes des bekannten tüchtigen und reichen Saul Walds war. Im Pi-Schenajiiu, 1 7.10 gedruckt, heisst es in dei Einleitung: Mein Grossvater Moses, der Leizker Rabbiner, war ein Schwiegersohn des Rabbiners Meier Wahl aus Brest-I.itowsk, Sohn des berühmten Saul Wahl. In •!••n letzten Responsen ״Ilcschiw Rabbi Klieser“, erschienen 171!• in Neuwied 1 Einleitung 172•'! beendet) heiss: es: Mein (Jros.-vater, der berühmte Rabbiner S.iloiuon Kowisch, das Rahbiueramt iu Jerusalem bekl-id.ei.il, war Benuscha Lipschitz, des gewesenen Jhv't>-r Rabbiners Schwager, und an eine Tochter Saul Walds verheirat hot. Im Werke Schaar Nuphtali, heratt'gegebeu 17!t7 in Kranklurt a. d. Oder, vom Enkel des Autors, be* tiudet 'ich dessen Genealogie bis zum Rabbiner Sa'.otuou Jlila, aus Padua. Hier wird S1111 Wahl ״Isra-ls Feldherr“ genannt. Wu' die Aussagen betrifft, dio sielt auf weseutliehe Itenkmalet׳ stützen, so Italien wir ausser den obengenannten Bestätigungen über Sauls Siegel die Mittlieilungen des Brester alten Einwohners A. S. M. Dieser erzählt, dass beim Abtragen der alten Stadl, die Synagoge demoliri wurde. 111 derselben winde i.un •di.•* Marmortalel mit folgender Aufschrift getund1״. :* ,Der Macht habende Saul, Sobti des Sah) non Juda uns Padua, erbaute die Erauetisyiiagoge itn Andenken an Debora’s Tochter.ukera,“ die übrigen Worte sind beim l'hnreisseii der Wand vernicht et worden. — Diese Aussagen über Saul Walds Kxi'teuz liefert uns K lelmaims Broschüre. Al er wer war dieser ״Feldherr I'raels“, der berühmte, starke, Macht hallende, den Königen nahe- 'tehe1.de und von der Legende sogar aut den Königs• thron erhobene Saul Juditsch Wald aus Brest? Dies•• Frag* wollen wir uns nun bemühen auf Grund vollständiger, keinem Zweifel unterwofener, I alto .־'tn.lt H1est-f.it •wsk, :111 nl'iiscli Hmcsljc, s1!it lei.. Xll .lalirhaiuleit l.ekaimt. war aut Iiis-Iii gelegen, dio via den rius-ett Itug und Muclmwoz geliil■litt waivn.!•asellut 1 1 ■:.:ulet 'K-Ii jetzt 0:110 KosUiiig. Aii der Stolle der jetzt 11׳ Ss.eU, der I\׳.l1׳'i11er Vor-uad! war oiu Iroier Platz, de• se - 1..11:110• ״Hai• 11.11׳•“, aut die dio Hewolmor ihre llali-eiigko 11 l ei l'ouorsl.t׳iiisttui trugen. Die .!ildi'i lie aus 2 grossen tlebau len hoslelieude Synagoge, war •len. A.-ussvrn naeii den Selilo^-ern .•)inlhdi und ebenso 110•׳h wie die Nach).arkir• dien. Sie l.cland sieli aut den! •sudwe-lliel111 Winkel der Insel, lieben dem Markte. 1b׳in1 Hau der ••:zigi'11 Festung 1N:H wurde die Sta׳lt aut das teste l.atid nlertiagen utel dio Sleingebaude: Kitelien, Kln-lci־, lloine, Iva,׳ 'den utel .•ueli die jinli»110 ׳ S. uagugo 11711.11! des X VI. •labrli. rb.iit ׳.ler die-ell.e sj׳riebt Siaiowolsky wie über ein altetieb.i’׳11 .׳ winden tbeils zu vtr-cl.i. ■11*11■ 11 Zwe.k. 11 11.11:11/.!, י.'.:»51ז aueb. wenn sie lieiemenl im Wege waten, niedergeri'-en. Zu 'b־n ’.ei/teren geb.-rt dio bekanuto jnjiselie Synagoge. Wie 1.U11 aas .lim von um gedmekteii llokiuueiite entnobiin n kann, i..•ווי־׳ wir i.oeli keine Stein-S«tiiigog.׳ itn •Jahre 1.008 Sieho liokuin. nte und Itegeateu zur tlcicliiidito der l.iltliaiier .luden, fluni 11, l'nr das Jahr 10'i'.•, auch unser ״bitthauische ^ud.u“ S. P. l"*d. officieller Dokument• zu beantworten, di• thei'.a go• druckt, theils in Handschriften, wie in der Litthaaisch«n Metrik• (jetzt in Moskau im Archiv da* Justiz- Ministeriums 1 und im Wilnaer Central• Archiv auf• bewahrt sind. (Forts, folgt) Die Zoroaster-Legenden und ihre biblische Quelle. Von Ifov. I'r. Alexander Ko lull in Xew-York. Di* alten Schriftsteller, von denen zuerst Xanthua in S a r d e s des Zoroasler Erwähnung thut, gehen ebeuso wie die Gelehrten der Neuzeit nicht nur in ihren Ansichten über die Lebenszeit Zoroasters, sondern auch über die Frage, ob der angebliche Stifter der Ormuzil-Religion eine mythische oder eine historische Persönlichkeit gewesen ist, weit auseinander. Die Untersuchung über dieses Thema, ebenso interessant vom Standpunkte der Civilisatiou als der Religion, ist noch keineswegs zum Abschluss gelangt. Die Bemerkungen des Agathias'), dass es nicht mehr möglich ist, mit Gewissheit aitzugehen, wann Zoroaster lebte und seine Gesetze gab, finden sogar die Zu• Stimmung der tüchtigsten gegenwärtigen Gelehrten aut dem Gebiete der persischeu Ge-chiohte. Professor Spiegel’), einer der hervorragendsten Gelehrten des Persischen, der die Liltcralur der Parsen vollständig beherrscht, ist über die Frage mit sich selbst noch nicht im Reinen. Mag Zoroa'ter aber iu Wirklichkeit gelebt haben oder nur eine erdichtet* Persönlichkeit gewesen sein, so viel steht fest., dass die sagenhafte Ausschmückung seiner Person und seines Charakters einer spätem Periode, der Zeit der Sassanideti, angeln!rl. Und sonderbar genug, gerade diese Sagen bilden deu Kern p u 11 kt der hislorischeii Nachrichten über Zoroaster und mutatis muttmdis haben sie ihren Ursprung iu solchen hiblischon Berichten, welche eiue persönliche Anlehnung au Moses gestatten. Demnach gelten also dies* Berichte merkwürdiger Weise alsGruiel ftirdiuAnuahmoeitu-r nur mythischen Persönlichkeit. Es ist sehr natürlich, dass die persuchen Mythngraphen ihre den mosaischen Berichten entlehnten Beweise als charakteristische Eigenschaften ihres eigenen Führers (hirst.dltuu. Die Verübung eines solchen Plagiats aber überzeugt uns gründlich von der Richtigkeit unserer oben ausgesprochenen Annahme, dass nämlich alle diese Ausschmückungen Erdichtungen einer späteren Perioie sind, welche gleichzeitig das Datum ihres Ur-pruugs anzoigeu, nämlich die Zeit der Sassanideii (Neuperserj, welche bekanntlich die freundschaftlichsten IDzidi■ tilgen zu den benachbarten Juden unterhielten. — Treten wir nun unserem eigentlich׳•)! Thema naher, indem wir folgende Vergleichungen zu begründen versuchen: l. Zoroasters lleimath. — Die Mohamine• datier geben, auf die Autorität TabaryV) gestützt, Philistea als Zoroasters Hcimath au. Wer sein erster L״lnvr gewesen sein soll, darüber gehen die Meinungen ausi'inauder. Einige hallen •latur, dass es Ksra, andere,!U'S es Jerenn ah gewesen sei. Da ihn jedoch sein Lehr■ r verflucht hatte, wurde er aitssntzig mul wunderte nach Balk. Es schdut׳ mir keiticui Zweifel zu unterliegen, dass diese .Sage der GeschichteG e liast’s, welch• 11 sein Gebieter Elise hall') verbucht hatte, nachg.-bildet ist. Es scheint mir sogar evident, dass •las (p1i-pro-({U0 in der Aehulichkeit •ler Namen Zoroaster und ~צךע (Aussatz;, obschou { •1 11. 21 ') Irftiii'.'iit• Alti.'itlmiiiskiiii'lu I, •"H. I *1 lly.lc, lli»t..r. V.-t. Pers. j.. '.'IS, 2. KIumii. ' '! 11. Könige, V. 7'-־.

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