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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-04-02 · N° 14. (2.4.1891) · p. Seite 54

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 14. (2.4.1891)
Date
1891-04-02
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
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durch kraftvollen Willen, durch natürliches Genie und . durch miermüdeten FleissausdemSchowe dieser Klasse, die mau so oft zur letzten zu m scheu sich bestrebte, bis zum ersten Hau״ d״r Philosophen uud'Schriftsteiler sich erhob, k&un man nicht sagen, dass sein B-i-pi-1 alte diejenigen znmStilDcbweigeu hatte bringen mn-.-en, welche har! nackig darauf beharren, di-* Juten zu niedrig zu schildern als dass jemals einschätzbare M-nsclu-üiivt. uns ihnen werden konnte?4׳ — Wenn nnn Mirabr.ui in seiner ilirer Tendenz nach durchaus politischen Schritt die hebräische Litterat ur nicht beson lers hoch «chatzt, sie gegenüber den netten Entdeckungen nie! Wissenschaften nur ״armselig* pitoyahle! nennt, so hat er einum so bessere Meinung von der geistigeu Begabung, dem Schartsinu und «lern Fleisse der Jtt len. Ja er empfiehlt die Un<-nn׳■ llichkeit derselben, ihr Such-n nach schwieriger Geistesarbeit als eiu .Mittel gegen di•* ״tnisöre fastnense des!jenii-savaus“. Gerate zu Mendelssohns Verdiensten, in-iut er, gehört es, d iss er ilie neueren Sprachen, durch die erst die ' Kenntnisder Litteratitrcn möglich ward-, mit iu dem j Erz:• iitn.gsplatie der Jil len angeset zt habe. Eiuge.heud!•••handelt er seine Freundschaft tuit Leasing, sein Wirk•-!, u'.s Kritiker und 1'hilosoph, «eiuenCharakter und seine Lebensführung. Indem Ueligious'ireite Meu leis- .»oiiits mit Lavater*/ stellt, er sich ganz auf die S-ite de» erstereii. Ebenso bewundert er den Piiilosopheu wegen d*־r Ergebenheit un l Ruhe, mit der er die Aulein langen Jacobi’s kurz vor seiucin Tode ertrug. Dieser Biographie schlicsst sich, wie oben bemerkt,!•in•• Abhandlung über die bürgerliche Verbesserung d!׳r Juden an, die gleich derjenigen Dohms eiueu Abriss der mitb-ralterlichcn Geschichte der Juileu iu d׳n einzelnen europäischen Staaten entlüft und iu der Wiederleguug der gegen sie erhobenen Beschuldigangen gipfelt. ״Wollt ihr,“ tlitt er aus, ״dass die .luden bessere Menschen und u 111 z - liebere Bürger werden? Verhauuet aus der Gesellschaft, j e <1 ■• 11 sie erniedrigenden Unterschied, erolln-t. ihnen alle Mittel des Unterhalts und des Erwerbs. Weit entfernt, ihnen d-tt Ackerbau, d;e Handwerke, die inechatiisch-n Künste zu untersagen, feuert sie vielmehr an, sich daran! zu legen.1• — ״Hat mau doch nicht anfgehoit, .-;lg: er an iuef au h-rn Stell •, den Jml •11 ihr Unglück ai' ein \ erbrech'-n anziireclmeu. Wenn mau die pt'litischcu und moralischen Verhältnisse, in welchen 'ic zu den verschiedenen Zeiten und in den vorsct.iedenen Lande i n gestanden, wenn mau den Wechselscitigen Kii.tluss der Volker, unter welchen sie g.-l-bt, 1111 I divetscliiedcnen politischen Regierungen, welcher. •-ic unterworfen f.׳׳׳w.. sind, wenn man den Einfluss, welch• 11 sie aut Industrie, aut Handel, aut Sitten, auf den Gang der Kenntnisse gehabt, wenn mau dies A.ie־ mit einige!׳ Aufmerksamkeit betrachtet, so beweisst ihre Ge-chich'e, da»s die Juden als Menschen 1 un 1 Bürger betrachtet nur iu sofern verdorbcu ge- ' wesen sind, als mau ihnen die R-uhte des eilten lind des anderen verweigert hat.* ״Welche Zuflucht bleibt diesem unglücklichen Vaier!at!dsl0'C11 übrig“ schreibt er leruer, ״dessen Erwerb mir. tausend Fesseln beschwett i't. der wed״r irgend einen Ort gewinnen, noch seine Talente Irei üben kann, an de-sen Tugend Niemand glaubt un i für welchen kein H ihm zu!iu len Ut? Keine andere als der Detailhau lei Uul die-er Detailhandel, bet w.-lchem ein ollerer, sehr ma"iger Gewinn nur zu einem dürftige-.! Uut-rhalt hiureielt', sowie das GeldaU'leih. 11 ist das Unier.-ehei lendenter schlechten Hantirung geworden, und ibteh ist dies ■las fast einzige Uti'.crhah'inittel der Juden.“ ״ Wir wollen *. Ver-l. liicrul•« Jas ..lud. Idtiorabl.״ •falirg XV Ne.-.׳ I. einmal*, fährt er fort, ״die Vorwürfe, welche taut der j'i fischen Nation macht, für erwieseu anaehtnen. D»r b'.aml der U ntsrdrü jkuug, in walchem diese Kation lebt, erklärt sie alle, ja er ergiebt sogar Grüu la von weit grösserer Verderbnis«. Alle anstänligea Krhaltungsiuittel sind deu Juden versagt, wie sollt) er nicht zur Unredlichkeit uul *um B־truge schreiten? Die Gesetze erlauben ihm kaum das Dasein, wie sollte er sie für sich verpflichtend halteu? Was für einen willigen Gehorsam kamt er d-.n Staat« laistsn, der ihn misshandelt? Welche Anhänglichkeit kann ihn an deuseibea fesseln? Was ist 11atiirli3h-r, als sjia Hass g-gen die Kationen, w!leite ihu durch Proben ihres Hasses fast vernichteten? W-r kann mit Rieht Tugend ״n von ihm fordern, w-uu man ihn dsraa nicht ftir fähig hielt? Warum wirft in,tu ihm die Fehler vor, za deren Begehung mta ihn zwingt? Jle Menseltener;, in eben die Un-Unli versetzt, w irde ebenso handeln. Wir bitten ■lieMatht inHitUn, wir habsa sie stets gehabt, unser■! Pdiolit wir 3s uul ist es n0 3h, den Jilleu von seinen Vorurih-ilen, die unser Werk sinl, durch Ablegung unserer Vorurthnile zahnlet.“ ״Nur die völlig- Gleichbar 011־* i g!1ng drei bis vier Generatio teil liiudurc 1 kann hier Wau lei schiffen. Desto dring-inler aber sei es erforderlich, so bald als möglich die Gleichberechtig m; zur Wahrheit zi machen und den Julett nicht grade dieGibiote verscltliesseu, aut denen sie sich d;in Staat und der Wissenschaft nützlich niauhen könneu.“ Mit gleicher Kraft, weud-l er sich gegen die Objections de M. Michaelis. Einwiirfe eines Mannes, der aus!'.••m mosaischen Gesetz die Unmöglichkeit eitt-r völligen Gleichstellung der Jtt 1-11 mit den Christen erweisen wollte. Gra le vom religiösen Standpunkt aus erachtete er das Nebeneinander wirkeu verschiedener R-liginiieu lnr einen S»gen, ״dettti Religionen, die uebetieinattdcr bestehet!, reinigen sich gegenseitig, weil sie natürliche Nebenbuhler sind uil au Güte einander zu iihertreffeu suchen.“ Mirabeau’.s weltgeschichtliche BOetitung hat es bewirkt, ■lass sein•! AphogU d •r luleu nicht die g!- blihrende Beachtung faul. Wenn ab3r sein! Heeder konstitutionellen Monarchie in der Ausirtung der französischen Umwälzung iiuterzugelieu drohte uni erst nach sechs Jahrzehnt.•11 zur Wirklichkeit wirde, so hat auch die htirg-rlic'ie Gleichstellung der Juden d-s gleichen X •itraums zu ihrer Ausgestaltung und Vollendung bedurft. Unhelleokt von deu Greueln der Revolution, obwohl vielleicht nicht unschuldig und tadelfrei, verdi-ut er!lurclt ■las, was er gewollt hat, die ehreude Etiuneruitg eines Geschlechtes, dein di•• Erreichung der von jsu*1u Manue erstrebten Ziele zu Tlteil ward. Zur Bibelforschung. Der Wieuer Correspou leut des ״ Daily Telegraph“ schreibt: ״Eiu von ■lern berühmten Orientalisten und Linguisleu Rev. Wilhelm Hechler, Kaplan bei der briti-cheu Gesan Itschaf; in SVteu, im dortigen Venia ״Niederwald“ gehaltener Vortrag hat nicht nur für Orientalisten, sondern auch tiir alle Bibelforscher eia hohes Interesse. Er iietert den Vorgeschmack von einer braclitetiswerlheii grossem Arb?it, welche Herr Hechler dem nächsten Ori-ntalisten-Congresse zu London vorzulegen beabsichtigt. Schon seit Beginn seiner Studienzeit hat sich derselbe bemüht, einen Schlüssel zu finden, mittels dessen die Daten «1er Könige von Juda und Israel nach Angabe der Bibel mit denjenigen der Könige von IJalyitti, As.-yrieu,

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