Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 14. (2.4.1891)
- Date
- 1891-04-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 14. Jüdisches Jahr?. XX. jitteratir-BMi F«r RilrafhtHi 1IUr JidHlh•■ ••4 Jodta k«lr»FMdM Ff* »**»1»»*'■ a«r 4tm (.*Mel* drr l'MIo- »»wtfMffclf. Mhivmpkl», 1114♦ )«ft* Orlfntilla, Fifcitr, Rr>»it*IU, LiltrfU 1. Pid«1«11tl. Herausgegeh•»:: ans Rabbiner l)r. Morilz Itahmer. 9lta«ji?eCui1<j, 2 ilptif!$91 Mrkrr 4cf •IbwU•*!«•• Lllltralar, a(Ukl 1« Rf<U'' ' •' <•«*««•41 «etdft, l«d<« la dlf»r« IlUH* rincet»#«4* RnprfrMa . itfi Mb»*•!•••« 4w*l K»f׳■*(•• hra|1lmR >r(«l<l *Ibm«II<* Urif U r I ( ״ la«*rtt••. Pas ״Jilillsrhc I.illf Mtnr-Itlalt־ erscheint wöchentlich ווו einem halla-ii l'.o^on. I’rci*!«•i «!!••וו Huchlinndlungoa (in Leipzig l>e! Robert Kriesol pro lalirgang 8 Mark. 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Heute vor hundert׳ Jahren — am 2. April 17!M — >(art) Hciior!'• Gabriel Biquet( Gral vou Mirabcatt, eit.e jener hochbegabten idealistischen Naturen, wie sie so 01t ein Aniniigs] unkie grosser politischer Utuwälzuugtn gestanden haben Als der Finanzminister Ludwigs XVI, L’aloi.1 e, den geschickten Diplomaten, Kultier uni Schriftsteller 1 780 init. dem Gesar.dtschaitsptstill zu Bulin betraute, lami Mirahean hinreichende Gelegt lilieit, M< mh-lss׳ hns Wirken und Schallen kennen zu len.eit und zur Belelnung seiner lianzdsischeu Mitbürger ein Biicli iilnr ihn und ith.r die biirgerliehe Stellung tler Juden zu verfassen.*! l_)ie Kot in der Darstellung ,und dir Geist, des Yeila: sei׳.' geben di!•-er Schrill den Vorzug vor vielen ähnlichen K1z1׳ugnisM׳n jener Zeit. llieri.nd da erliehi sie sich zu gewaltigem Pathos, matt erkenntin ihr den himcissendeu Schwung des mächtigen Veil iienligcrs der Menschenrechte w ieder, 11. r wenige Jahre spater der geliiertste Mann Frankreichs, wenn nicht Europa’* ward. Aber auch die klare, lebendige Behandlung , eines 11111111 seinen Ernst ermüdenden, durch seine UneiquicklicLkvit nn-derdi tickenden StoHos verdient uusere Anerkennung. ״Wer erfreute *ich 4c* Lehens, Der iu M'ilH! Tieten blickt 1* vv eiliges erlulit den Geist d<11 Menschen so mit Wehmut, wie die Geschichte der Juden wahrend des Mittel tltets; sie ist kein Stell ltir Leser, die sich durch Lektüre zu zerstreiten und zu vergnügen wünschen. Mirahean aber «cbetite sich nicht-, die Wahrheit iu ihr Beeilt ei: zuseizen, ihrer Würde die bequeme GemachIichkeit des Leser» zu opfern. 1״ .Sur .\|■ יו״• M.1.׳lcl'.״-־la1 et Mir!a retorme po!iti׳,ue des 4ui*. I'.ir le .׳■׳int• 4c Mirateau. Non.eile ilition. Leipzig lsätl. Jiieser Nemlruck i-1 11i4cr nur ein wenig I׳etrie4ign!41r Auszug xus dem Originale. Von unschönem Körp.-r, aber klarem Geiste, hart und lieblos behandelt vom eigenen Vater, hatte er wegen seines leidensclialt liehen Wesens tili I -einer heilige!! Angtille aut die heillosen Zustände .«eines Vaterlandes mehrere Jahre in Festungshaft, verbracht j und den .schweren Druck des Ab-olutismus j״ vollem , Masse kounen gelernt. Was Wunder, ■t»s dieser Manu als Schutzredner der Juden nult rat, ■l״r11׳׳ Loos ihm 1 vor Augen stellte, wie Verbesserung«!! •dtirlt 1g der politi-che Zustand 11er europäischen Staat•■:! war.; Mir.ibeau’s Vertiefung iu «lie G••'• ■hichte 1b׳r i-raelitisclieti Bevölkerung ist. jeJ<)ch noch anerkennen'- ■ wert her, wenn linin erwägt, dass er nicht, nach der I Ehre der Originalität strebte, sondern siel! damit, lie- I gntigte, mit treuem Fleisse und olni Streben 11a!׳h ן eigenem Ituhin seine Landsleute mi׳ den Gtiiudgc• danken!ler w. rthvollen Dioitii’sohen S.-hrilt 1״ib.׳r!lie bürgerliche Verbesserung der Julei!׳‘) bel.11־n1!t. ־/!! inachcc. Vornehmlich lag eihm ob, .11■ Uuwi--cndot׳ aul/.nklätvn, •li״ Vorurilieile f.il'cli Inf >rt!1 t״r zu beseitig••!!, all״ aber vertraut, zu machen mit einem vernachlässigte!! Tueile der Ges.-ll-chaft,!■inen! Th״ile, dessen Kennt!!iss diejenigen nicht entbehren ■I urt! 11׳, die sich berulei! glaubten, lui d״r iiii.ialiscli-pnliti-clieii Wiedergeburt des Volkes initzuwirken. ״Ich mochte“, sagt er iu der Kml ׳i'.ung zur ״r-1genannten Schrif״ ,׳vorzüglich diejenigen, deren; tili 1 Verstand•• Nielits fremd sein kann, Was di״ M״ns"h!1e!l ungcht, Von d״m Voiuitllell!״;- lteieii, welches 1111« den nnger•• Jitei: Missbrauch der gesellsclialtliehen .Macht-gegen die Juden eutsi'hiildigen lässt, indem es dieselben als Leute darst-dll, die uul'ihig sind, j1!״!als motaliseh schätzbar und politisch nützlich zu w-rden“. Hierzu w.diltc er .-ich mit verständnisvollem Blicke Mentlcl-solm als Obj״Ut di׳r Darstellung. ״Aus dein PI.aib 11,“ sagt er, .,kann mau nicht d>׳n ganz״!: Werth dieses au-serord-ntheli.•!! Sclirift Stellers errathen, weilt! inan nicht zugleich die Lage betrachtet, in welcher er s1״n•׳ Talente zur K״ile gebracht und seine Tugeliiiei! gezeigt hat.“ Er luncht sodann folgende tSrhlü-'tolgciuug: ״Kann man uiclit, olitie den Kiihtu . dieses sond• rbareti Manne* zu Verkleinern, welcher *) l'it-e <•>-.1!:•:! in! To.le-iai.rc Lu-slng«. An. l. Miral״ au'- W’eik 1x114 gli i' li n u ll neuem Kr-cle-iiieti ein•• Uele rsetzung. 41e ivece•! ilir•■! Treu״ -o ilimt \ve14en •l:1rl: I'«,ticr Mn.•■* Meu׳ieU.*11l111. L'ele•!׳ die iengerliclif Verte s-eiuug 4er .ln׳l•■!!, n!!4 111*1,ei'.li'leie nlier lie / .11. lirstcn 41״*ell.eu in! Juloe 17.1.1 in Kngl»!14 vorgelxileue Veränderung. Vom Graten v11״ Miial.eiiu. Au* 4cm Kranz ״ ij, lien mi'. AnmerknngeD. Ifcrlin, ITai, bei 1 K1׳it4r1111 Maurer '-,,י! S. ^06265