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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-03-26 · N° 13. (26.3.1891) · p. Seite 50

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 13. (26.3.1891)
Date
1891-03-26
Page
Seite 50 (sequence 4)
Language
German
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— 50 — bekannt zu werden, durch die ich manche lehrreiche, die Notizen meines ReDebuohs theilweise ergänzenden oder berichtigenden Mittheilungen über die sozialen, wirtschaftlichen, sittlichen und gesundheitlichen Zustände unter der Bewohnerschaft Jerusalems erhielt. Dankbar gedenke ich der freundlichen und eingehenden Beantwortung mancher hierher gehöriger Fragen durch den deutschen Consul Herrn v. Tischeudorf und nicht minder werde ich mich derangenehmen,lehrreichen Plauderstündchen erinnern, die ich mit dem Herrn Dr. Herzberg, dem Leiter einer israelitischen Waisen- und Unterrichtsanstalt. und mit seiner Familie verlebte. Auch Herrn Dr. Einssler, dem dirigierenden Arzte eines Aussatzhospitals, verdanke ich manche, die gesundheitlichen Zustände betreffenden Angaben, besonders auch Erklärungen über Natur und Verbreitung des Aussatzes, dieser dem Orient eigentümlichen, leider als unheilbar geltenden Krankheit; er hatte, wie er mittheilte, vor Kurzem Koch’sche Lymphe aus Berlin erhalten, mit der er Heilversuche anzustellen im Begriff war. Ich kehrte am 14. Februar von Jerusalem zu dem in Jaffa vor Anker liegenden Schiffe zurück, das noch am Abend desselben Tages die Heise weiter fortsetzte, um schon am Morgen des 15. im Hafen von Beirut zu landen, um schliesslich heute, am Abend des 22., in den Hafen von Konstantinopel einzulauten. Lieber den Gregorius Hartman’s von Aue. Von Dr. t). G e 1 b 11 n u s , Rabbiner und Prediger zu Prag. (Fortsetzung) 55. 3044—3050. l)az begüuden si von herzen klagen dem dere beruoehte der gnade an in suochte und gesande in got in ir sin solden 8i immer vinden in daz man in danne mfteste suochen in der wüeste. Eine biblische Redeweise. Vergl. Klagelieder 5.25 : ״Gut ist Gott denen, die auf ihn hoffen, der Seele die ihn suchet.“ Vergl. Psalm 145,18. ״Nahe ist Gott allen denen die ihn rufen, allen, die ihn anrufen in Wahrheit.“ 56. 31!•;)—31!)V. Nu erkunden si den gotes g׳;walt sö starken und so maneevalt 011 er sin geruoohet pflegen daz in hart wol sin segeu gcfrist var aller treise. Hier klingen die Gedanken folgender Verse durch: ״Dir o Gott gebührt die Grösse und die Gewalt, die Pracht, der Sieg mul die Herrlichkeit. Ehre und Reichthum ist bei dir, du regierst, über Alles und in deiner Hand steht, es zu erhöhen und zu stärken.“ 11. Chronik 2!), 11,12! 57. 3209 11.3220 Kijien baue srhomeii man bis 3225. der mit lachenden siten mit gelphen osgeu giege und lieiie vriuat enpltionge git golt vanven büre daz 1uc.l1 in zo wäre ze sollen gelüste barte. Diese Zeichnung der männlichen Schönheit gemahnt an .las hohe Lied D. 5 1(1—10. ״Mein Freund ist, lauter und null, auserkoren unter Myriaden. Sein liitllpl 1s! w e gediegenes Gold, Seine Locken wallend, schwarz wie ein Rat•»■, Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbuchen mit Milch gewaschen und stehen in der Fülle etc.* Di•■ Moiiificatioiieii ■1er Personen* beschreibuug snul durch den Character d. s Helden beding!. oh. 3245 _247. äuo v.olde er sich beruorgeu!:im dü er si »a, .1 zuv im gau, * ilu Lr.xoli ci üi liie bclmm oiu krut. 1 Vergl. Genesis 3,7. ״Da wurden die Augen Beider geölhiel und wurden gewahr, dass sie nackt waren, da flochten sie Feigenblätter und machten sioh/ Schürzen.“ 59. 3148—3252. Sus landen *i den gotes tritt, einen dürftigen üt der erde! ze got m hohem werde, den liaten widerz&eme ze himel vil genaeme. Hier sind Anklänge an folgende Sätze wahrennehmen: ״Er war verächtlich und gemieden von Menschen, voller Weh und Krankheit, er war so verschtlich, dass man das Gesicht von ihm wegwendete. Darum haben wir ihn nicht geachtet. Aber Gottes | Sache wird durch seine Hand gedeihen.“ (Jesa- I jas 53,3 und 10.) (iü. 3273—3275. E groz ze den liden allen daz vleiach, nü zuo gevallen unze an daz gebeine. Vergl. Jesajas 17,14. Und das Fett seines Fleisches wird abmagern.“ 61. 327!•— 3283. Da im diu eisenhaete lac bei diu naht uude tag da bet si im ob dem faoze daz vleisch harte unsuoze unz an das bein vernozzen. Vergl. Klagelieder 3,7. ״Er umzäunte mich und ich kann nicht ausgehen, er machte schwer meine; Ketten.“ 62. 3292—•'>2115. Man möhte im sain gereite allez sin gebeine grözc und kleine haben gezält durch sine hüt. Ein biblischer Ausdruck: ״Ich zähle alle meine Gebeine.“ (Psalm 22.18.) (Schluss folgt.) Nachlese zu dem Targum der 5 Megilloth. Von Dr. Jacob Reiss, Rabbiner in Kuttenplan. (Fortsetzung.) Die Stelle ולאחריה ש1־1יף ואזיל des Targum Koheleth Cap. 1,5 wird im chaldäischen Lezioon v. Levy unter d W. שחף, B. II, S. 469, angeführt und über» setzt: ״nach seinem Orte geht er (der Wind) eilends hin.“ Diese Uebersetzung ist nicht richtig, da in diesem Verse uicht vom Winde, sondern von der Sonne die Rede ist. Nach dem Targum bezieht sioh j sogar Vers 6 gleichfalls auf den Lauf der Sonne und i ist vom Winde, entgegen dem Texte, gar nicht die ' Rede. In demselben Verse 5 heisst es im Targum: וד־נח למחר מן אתר דהוא נח תמן מאתמלי ן. statt des un-! verständlichen תמן TO דהוא muss höchst wahrschein- ׳ lieh דהוא דנח תכן gelesen werden. — Die Targumstelle i Koheleth Cap. 2,8 קתרוסין ואבוכין wird B. 1. S. 3 d. chald. Lexikons von Levy übersetzt; ״Oither und Flöten“; dagegen wird קתרוס ואבובא B. II, s. 196 übersetzt: ״Citker und Harfe“. Welche von beiden Bedeutungen ist die richtige? Harte oder Flöte? Ungenau ist auch die Targumstelle Koheleth 7,8 אתי בצורתא ופורענותא בעלמא übersetzt im B. 1, s. 3 mit: ״kommt Noth und Leid über die Weltbewohner.“ Dem Wortlaute nach, der stets in einem wissenschaftlichen Wörterbuehe erwartet wird, müsste es heissen: ״kommt Regeuuoth und («c. andere) Strafe in die Welt.“ Im B. I, S. 23 wird die Targumstelle zu Sckir lia-Schirim Cap. 2,3 אילני סרק übersetzt: ״gewöhnliehe Baume“ und im B. 11, S. 192 dieselbe Stelle wie.h-r anders und zwar: ״lruchtlose Bäume.“ Die gewöhnlichen Baume Mmi doch nicht irucktlose Bäume.‘ Die Targumstelle zu Sohir lia-Schirim Cap. 6,1 *ראן אתר אתפנ ist im B. I, S. 39 unter dem W. אן angeführt und übersetzt mit: ״nach welchem Orte Inn -oll ich mich wenden?•‘ Die Stelle ist aber nicht richtig angeführt, denn sie lau:et eigentlich nach unseren Ausgaben ולאן אתר אתפני רהימך und muss demgemäss übersetzt werden: ״und nach welchem Orte hat sich dein Freund gewendet?“

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