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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-03-26 · N° 13. (26.3.1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 13. (26.3.1891)
Date
1891-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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:--1^ Jüdisehes ■ÄJ5L Litteratur-Blatt. Xir Beienfhtvitr »Iler Judenttaa■ ••4 Jm4m fcatreffeadea litterarische» fr• •cfeetavagea aof de« Gebiet* der Philo* fdffci• Geschichte, Xthaojrraph!e, Theo* Ifk Oriental!«, Exegese, HaailetU, Lltnrflk «. PIdairofrlk. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9Ttaa3e׳&ux^, 26. *3K,äzz> 18g1. Bicher der •!■aehliglgeii Lltteratar, welch• der Kedaet;<m •«geaaadt werde•. finde« 1■ diesem Blatte eingehende Reepreehnaf. Bel EUtendaag ren swel &eceaeiee*• Exemplaren erfolgt elamallge kerae tt r «t i e laeertioa. Das ״Jfldtsche Litteratur-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnehten der ״Israelititchcn Wochenschrift“, die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 3 Mark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt gratis. — Inserate werden mit SS Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Buchhändler u. Lehrer, welche direct eder durch Robert Friese Inserate einaenden, erhalten 25 % Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Jerusalem. Von Oberstabs־ arzt Dr. Rosenthal -Magdeburg. — Ueber den Gregorius Hartmann’s von Aue. Von Dr. S. Gelbhans, Rabbiner und Prediger zu Prag. (Fortsetzung). Nachlese zu dem Targnm der 5 Megilloth. Von Dr. Jacob Reiss, Rabbiner in Kuttenplan. Litteraturbericht. Rscensionen: צאינה וראינה Ein religiC8es Belehrungs- Erbauungsbuch tür Frauen und D'ädchen. Von Dr. Wiener. — Soh-varz, Dr. Adolf, Rabbiner in Karlsruhe. Tositta juxta Mischnarum ordinem recomposita et commentaric instructa. (Schluss.) Litterarische Notizen. — Litterarische Anzeigen. Uuhefagter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet. Jerusalem. ... . .Yo» Oberstabsarzt Dr. Rosenth al-Magdeburg. (Schluss) Der höchste und zugleich sehenswertheste Punkt um Jerusalem ist der Oelberg, ein breites, ausgedehntes Bergplateau, auf dem die römischen Legionen unter Titus vor dem das Schicksal der unglücklichen Stadt entscheidenden Tage lagerten und von dem herab über tausend Jahre später das Kreuzfahrerheer sich stürzte, um den Ungläubigen das heilige Grab zu eutreissen. Zu ihm stieg ich wiederholt, einmal zu Pferde, das andere Mal zu Fuss empor, um die unvergleichlich schöne Aussicht auf die in der Gesohichte der Menschheit denkwürdigste Stadt und Landschaft zu gemessen und ihre charakteristischen Züge dem Gedächtniss eiuzuprägen. Aut welchem der drei Wege man *von der Stadt durch das tiefe Kidrou*ThaI hindurch zur Höhe des Berges gelangt, überall aut Schritt und Tritt stösst man auf geschichtlich bedeut• same oder durch Sagen und Legenden geweihte Oertlichkeiten, deren Betrachtung eine Flut wechselnder, bald tiefernster, bald erhebender Erinnerungen weckt. Das ganze Thai und die es begrenzenden Bergabhänge sind ein grosses Leichenfeld, die Grabdenkmäler einzelner hervorragender biblischer Persönlichkeiten, wie die des Königssohnes Absalom und verschiedener Propheten, werden hier gezeigt. Nahe dem Fusse des Beiges liegt das Mariengrab, ihm gegenüber trifft inau auf den Garten Gethsemane mit seinen uralten Oel bäumen und Cypresseu; etwas weiter hinauf schaut eine prächtige, neu errichtete Kirche der Russen mit ihren sieben kreuzgeschmückten Kuppelthiirmen in das Thal, den 828 Meter hohen Gipfel des Oelberges eher krönt die den Griechen und Armeniern gehörige Himmelfahrtscapelle, die angeblich über der Stelle erbaut ist, von der aus Jesus Himmelfahrt stattgetuuden haben soll. A11 einer anderen Stelle der Berg- *kuppe liegt die den Lateinern gehörige Paternoster- Kirohe, den Ort bezeichnend, wo Jesus seinen Jüngern das Vaterunser gelehrt habeu soll; auf ihrem Hofe sieht man Marmortafelu, auf deren jede das Vaterunser in einer anderen Sprache eingegraben ist. Nicht weit davon, neben einer kleinen von den Russen erbauten Capelle, erhebt sich der die umfassendste Aussicht gewährende Glockeuthurm. Von ihm aus erblickt mau zu Fiissen d. i. gegen Westen, über dem tiefeingesenkten Kidron-Thal thronend, die viereckigen, einst den Tempel, jetzt den Felsendom und die Moschee el Aksa tragende Felsabdachuug; dahinter und daneben das Gewirre dar weissgrauen. Kuppelhäuser, aus denen die Kreuz und Halbmond tragenden höheren Bauten der Grabeskirohe und der schlanken Minarets der Moscheen sich abheben, um sänimtiioh von >len ruiu&uhaften BARiichkeken *de»; Berges Zion im Südwesten überragt zu werden. Nach Osten aber schweift der Blick längs der 1200 Meter tiefer liegenden Ebene bis zu dem bläulich glänzenden Spiegel des Todten Meeres, an dessen nördlichem Ende ein schwärzlioherStreif, der einmüudende Jordan, hängt, während jenseits des Meeres im blauen Nebelduft die Grenzgebirge Moabs und Gileads auftauchen. Meine weiteren Ausflüge ausserhalb des Weichbildes uud des die Stadtmauer zunächst umgrenzenden Gebietes beschränkten sich auf den Besuch Betha- 1 uieus, das an einem Vorberge des Oelberges zwischen! Oel-, Mandel- und Johannisbrot-Bäumen gelegen ist uud aut eine Wagenfahrt uaoh Bethlehem, dessen Hauptseheuswürdigkeit die Marien-Kirohe uud in ihr uaiaeutiich die angeblich über der Geburfskrippe errichtete unterirdische Marmorcapelle ist. Die etwa 10,000 Bewohner des Städtohens, die mit Vorliebe aut biblische Gegenstände bezügliche Schnitzarbeiten aus Perlmutter, Feigeuholz, Elfenbein u. s. w. arbeiten und den Fremden verkaufen, gehören last sämmtlicli dem griechischen oder katholischen Glauben au, während Muselmänner und Protestanten sehr spärlich vertreten, Juden aber gar nicht geduldet sind. Die in maierische Tracht gekleideten Frauen uud Mädchen sind von Alters her wegen ihrer richöuheit berühmt uud in der Tliat waren alle Mitreisenden darüber einig, während der ganzen Orieutreise nirgends so liebreizende, madonnenhafte Frauengestalten gesehen zu habeu, wie in dem kleineu Bethlehem. Auf der Reise gewährt es keine genügende Befriedigung, blos die sehenswürdigeu Oertlichkeiteu zu schauen, sondern mau will auch thunliohst in das Leben und Treiben der Bewohner einen Einblick g■»- winnen. loh hatte das Glüok und die Freude, in besonderer Empfehlung mit einer Anzahl wohluuterriohteter, hochgebildeter Landsleute, Aerzte und Lehrer,

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