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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-02-26 · N° 9. (26.2.1891) · p. Seite 34

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 9. (26.2.1891)
Date
1891-02-26
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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״Es kommt aus der Erde al9 Staub und nährt sich vom 1 Staub, es wird ausgegossen wie Wasser und erfüllt das Haus mit Licht.“ — Lösung: Naphta. , ״Sein Haupt ist wie Schilt'; es ist oine Zierde tür die j Reichen, ein Schmuck tür die Armen, eine Zierrath für , die Todton, eine Scham für die Lebenden, eine Freude für 1 die Vögel, ein Schrecken tür die Fische.“ — Lösung: j Flachs. j Der Ursprung dieser Erzählungen darf wohl I auf die Zeit des Stifters der christlichen Rel ligion zurückgeführt werden. In jedem Falle aber i wissen wir ans den Zeugnissen des Josephus, dass zu i jener Zeit Traditi nen von der Geschicklichkeit j Salomo’s, mit welcher er Rathsel zu erfinden und zu! 106en verstand, in Umlaut waren. Er führt ein verloren gegangenes Buch eines griechischen Geschieht- \ Schreibers, Namens Dius an, in welchem mitge.theilt j wird, dass Salomo seinem Freunde Hiram, König j von Tyrus, der ihm beim Bau des jerusalemischen i Tempels kräftig unterstützte, Räthsel zu schicken j pflegte und von diesem solche zurüokerhielt. Aus j jener Miltheilung geht ferner hervor, dass derjenige, I welcher die Lösung nicht finden konnte, dem Aufgeber eine gewisse Summe Geldes zahlen musste. Ezechiel 17.— Das kunstvolle Räthsel Ezechiels (welches eher einer Parabel gleicht) über die 2 grossen Adler, die Wipfel der Zeder und den niedrigen Weinstock, durch welches er beabsichtigte, seine Nation von einer selbstmörderischen Po itik fernzuhalten, ist ein sehr merkwürdiges Beispiel von der Verwendung des Räthsels zur Erreichung der erhabensten Zweke. In der Hand dieses tiefen und scharfsinnigen Denkers j diente es als Mittel, dessen Gott sich bediente, um zu seinem Volke zu reden. (Schluss folgt.) Ueber den Gregorius Hartman’s von Aue. Von Dr. S. Gelb haus, Rabbiner und Prediger zu Prag. I (Fortsetzung) 17. 561—565. Dar an stuont gesohriben 85 ez waere von gebure hö und diu ez gebaere daz diu ein baze wacre: sin vater waere sin oehein. Diese räthselartige Inschrift der Tafel erinnert an das zweite Räthsel, welches im Midrasch der Sprüche 1.1 die Königin von Saba dem Könige Salomon vorlegt: אשד. אומרת לבנה אביך אבי זקנך בעלי אתה ואני אחותך אמר לה ודאי בנותיו של לוט היו. »Eine Frau sprach zu ihrem Sohne: Dein Vater ist der meinige, dein Grossvater ist mein Gatte, du bist mein Mann und ich deine Schwester.“ Da erwiederte er: ״Gewiss waren diese die Töchter Lots.“ (Vergl. S. SchechtePs Edition der Räthsel Salomos in der Zeitschrift Folk-Lore übersetzt in der ״Neuzeit“ 1890 No. 43, 44.) 18. 623—627. Nü bin ich gescheiden da zwischen von in beiden, wand’ mir iemederz nie geschach, ich’n gewan nie liop noch ungemach, ich lebe übel noch wol. Derselbe Gedanke ist in dem Ausruf R Janai’s (Abot 4.19) enthalten: אין בידנו לא משלות הרשעים ואף ״ לא מיסורי הצדיקים*Uns ist weder der Frieden der Sünder noch der Sohmeiz der Frommen zu Theil geworden.“ 19 . 707 —708. Swie raste ez 8i wider dem site daz dehein wip mannes bite. Diese Verse erinnern an folgenden talmudischen Ausspruch und an das an denselben sich anschliessende Gieichniss: שדרכו של איש לחזר על אשד, ואין דרכה על אשה לח־ר על איש משל לאדם שאברה לו אבירה מי חתר על מי בעל אבירה מחזר על אבידתו. «Denn es ist Sitte, dass der Mann sich um eine Frau umsiehb uud nicht dass die Frau sich einen Mann sucht. Dieses erhärtet folgendes Gleiohniss: Fs war ein Mal ein M4nn, dem ein Gegenstand verloren ging. Wer von Beiden sucht den Andern auf? Gewiss der Besitzer den verlorenen Gegenstand.“ (Kiduschin 2) 20. 709—712. So lac 8i doch im allez du so si des state gexvau, init dem herzen ze aller stundo ui.le ouch mit dem munde Der Gedankengaug ist biblisch. ״Vergl. Deuteronomium (>,13. ״Den Ewigen, deinen Gott sollst da fürchten, ihm sollst du dienen und bei seinem Namen sollst du geloben “ 21. 725- 726 Diu wäre riuwe was üii hi diu aller sfiuden machet vri. Vergl. Jesajas (i!S,7. ״Es verlasse der Böse seineu Weg und der Ungerechte seine Gedauken und er kehre zum Ewigen zurück und er wir! sich seiuer erbarmen.“ Vergl. auch Kiduschin 10: אפילו רעע ״ כל ימיו עשה תשובה איז מזבירין לו רשעו*Wen“ er »״ch während seines ganzen Lebens Böses gethan, wenn er aber Busse gethau, so wird ihm seine Bosheit nicht angerechuet “ 22. 757-763. Unser lierre got der guote anderwant sich sin ze huote von des genaden Jonas in dem wilden mere geüas, der drie tage und drie naht mit dem wägo was bedaht in eines visches wamme. Diese Verse beziehen sich auf den Bsrioht in Jona C. 2,1: ״Und der Herr bestimmte einengrossen Fisch, Jona zu verschlingen uud Jona war im Innern des Fisches drei Tags und drei Nächte.“ 28. 845—847 Doerwein de daz kint vil lüte und nad kunte dem gotes trüte 857—162. daz ez da inne waere. Nü biez er’z heben üt den sant unde loesen abe diu bont. dö sach er ligen dar inne selts aeme gewinne, ein kint, daz im sin herze jach daz er 85 schoeuez nie gesach. Diese Verse erinnern wieder an die Vorgänge bei der Aussetzung Moses (Exodus 2,5—6): ״Und die Tochter Pharao’s ging hinab um zu baden im Nii und ihre Mädchen gingen am Ufer des Nils, da sah sie das Kästchen und schiokte ihre Magd and liess es holeD. Und sie öffuete es und sah das Kind und siehe das Knäblein weinte, da erbarmte sie sioh desselben.“ 24. 1007 — 1008 Er zas (da enliege ich ia niht an) der jare ein kint, der witze ein man Aehnlich lautet die Bezeichnung im Siphre Deuteronomium c. 1 Ende: «רך בשנים אב כחכמה ״Jung an Jahren, alt an Weisheit.“ 25. 1045—1052. Nu eulie sin angewizzen wip nie geraowen ir lip von täglicher vrage ei sazte im manege läge bei diu spate unde vruo mit ir lieten dar zuo wie ei daz vemaeme von wanne daz kint quaeme. Hier sind Ankläuge an die Geschichte Simsons vorhanden. Vergl. Richter 16,15—17. ״Sie (Delila) sprach zu ihm: ״Wie kannst du sagen ich liebe dioh, wenn dein Herz nicht mit mir ist. Dreimal hast du mich getäuscht und mir nioht gesagt, wodurch deine Kraft gross sei. Und es geschah, dass sie ihn alle Tage mit ihren Worten drängte uud ihn quälte, da ward seine Seele bewegt zu Tode. Und er offenbarte ihr sein ganzes Herz. (Fortsetzung folgt.)

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