Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 8. (19.2.1891)
- Date
- 1891-02-19
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
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ג= 31 -ד Anläßlich der Huldigungsdarbritigung de« Fürsten Albert von Prenssen und ״eingeJ-nk der Vrrdi*n-t« des seligen Abraham Ezofowicz, Schatzkanzlers von Litthanen, Starosten von Kowno und Soleck,* v«-r* lieh der König im April 152־> den; Jnden .Michael Ezofowicz, dem Bruder des Abraham 11111 ZoPp.tcht-r zu Brzesc, den erblichen Adel und als Symbol seiuer adeligen Würde gestattete er ihm einen Aspholili als Wappen zu gebrauchen. Diese Nobilitation eines Jnden im 1 *i. Jahr• hundert ist!las einzige Beispiel in der Ge-chich•.*-. Michael machte von seinen, aul diese Wei'e erlangten Rechten keinen Gebrauch, er blieb seiner Kdigion und Lebensweise treu. Im Jahre l.V*7 theilten beide ltriider ihr gemein• schahlich erworbenes Vermögen. Michael starb um das Jahr 15:i0. Seine und Eiseks Söhne trngen rein jüdische Namen und gehören nicht weiter der Geschichte an. Judith Trachtenberg. Von Carl Emil Franzos. Es giebt kaum noch Einen, der wie Franzos in die Tiefen der jiidischeu Volksseele geblickt hat, und Wenige in Deutschland haben wie er die Kraft, von dem, was sie in den Grüuden des menschlichen Herzens erkannt haben, so klar, so innig und anschatilicb zu redeu. Drei Richtungen des Judeuthum* kommen in dem Roman zum Worte; der alte Vater ist der Vertreter jener geklärten Frömmigkeit, als deren Erscheinung wir Moses Mendelssohn verehren; durch die peinlichste Uebung aller Bräuche, die ihiu selbst vielleicht geringwertig geworden sind, will er das Vertrauen der Menge gewinnen, damit sie an ihm erkenne, dass Religiosität und Aufkläruug in trautem Bunde Zusammenleben können. Der Sohn ' ist trotz alledem eiu energischer Verfechter der strengsten Orthodoxie geworden, und die Tochter wiederum huldigt ganz jenen Anschauungen, die um jeden Preis eine Brücke schlagen will zur nichtjüdischen Welt, die sich von der .Enge des alt jüdischen Lebens bedrückt fühlt, wie von einer schweren Fessel. Der Vater hat beiden Kiu lern die gleiche Erziehung gegeben, aber, so will es der Dichter, nicht die Erziehuug, sondern das Naturell, ja s!gar nur die Vorziige oder Mängel der äus.-ern Erscheinung entscheide״ über die ganze Entwickelung der Persönlichkeit. Die Tochter ist schön und wird von den Christen umschmeichelt, darum lulilt sie sich unt-r ihnen wohl; der Sohn ist has-lich, er wird v.m d״u Kre;«en, di•• sich der Schwester willig öffnen, nhg-bdiu«. D.trum begeistert er sich für «bis Ghwto und seinen Mod--r. Wem giebt der Dichter Recht? Wer seine At.'i11׳׳ten kennt, sollte aunelmieii, Franzos würde ■1er Judith, dir Schrank.■ ndurclibre■ heulen, s-inen Beit öl zollen, denn Franzos steht ji nicht mehr aut dem S'aui- )•niikt Mendelssohn’.', er lehnt sicherlich für >•11״- Person es ab, dein C׳Tein011ie1.d;en»t de» a’t-n I-iad iigeud welches Zugeständnis» zu machen, j« er war, wie er seihst erzählte, einmal ganz er-tiuut, als iüu eine chri-tliclie Dame, die seine jüdische Abstammung kannte, fragte, in welches Gotteshaus er atu Saht ath ginge, ihm schien cs ganz natürlich, dass er g»r kein» aufsuchte. Aber in dein Roman siegt, nicht die junge Jüdin die berauscht von den ge'-liigeu Fretid-n d-r guten Gesellschaft sich weit hinaus wagt in d;e christlichen Kreise, nicht eiurnal der bedächtige Alte siegt, der sich mit beiden klug vertragt, der em orthodoxer Jude ist im gaüzisch-u Ghetto und freisiuuig und aufgeklärt bei denen, die dafür Vcr-uuduis* haben, der es gern sieht uud begünstigt, d iss sein schönes Kind in *die vornehm•» poluischa Gesellschaft kommt, sond-rn der finstere Fanatismus de« Sohne« siegt, d-r sein« Art da« Leben zu betrachten, ohne ernste Kampfe erworben hat. Tochter und Vater werden die tragischen Opfer ihres Irrth'iim, ihrer Meinung, es lirsse sich ein Bund schliess-u mit der nichtj111׳<ch׳*n Welt, und d-r Sohn lebt und ptlanzt seinen durch bös- Erfahrung noc'i verstärkten uud verhärtete!! Etter, so müssen wir auuebinen, iu spatertJcschl-cirer. Das mag iu einzelnen Fällen zutreflen, at>er d-r Dichter, der eine Kulturaufgabd erfüllen soll, hat nicht das R-cht, ganz exoeptiouelle Fälle zu erzählen, sondern, was er berichtet, ist gleichsam die Symbolik einer Idee, eint*' Kulturprozesse*. Franzos ist bitter durch das Elend dieser argen Z-it, in der es schon geradezu al» vornehm gilt, über deu Juden die Nase zu ruinpteii. Aber die wahrhaft voruehmea, die führenden Geister stossen das Vorurtneil vou «ich und Franzos tliut Unrecht, sein herrliches Talent so zu verwenden, das« die Moral von der Geschichte bleibt: tritt weder durch dein Wissen noch durch deine Manieren au* dem Ja leuviertel, dort erlaugst du vielleicht j-ue* lialbwelke Lebensglitck, 11t« in dem Moder noch tortkommt, drausseu erwartet dich der sichere Uutergang. — Wir bewundern den Dichter, deu S-eleumaler, aber im Bunde mit ihm verwerfen wir die Meinuug, die seiu R>man verkündet, dass ein Mä leben, welches an mo lerner B11 luug uud am mod-meii Leben Antheil nimmt, so eii leu müsse wie Judith Trach'.enberg. . B. R. Litteraturbericht Recensionen. Hüller, Br. Joel. Einleitung in die Responseii der habylonischeu Geouen. Berlin lS'Jl. :!00 Seiten, ö*. (Solilus*.) V. Sj1u;0;ale Klnrlchtioffen• Am Wruhctil« •l«a \Yrs״h1mng־desUM soll «las übliche Kol nidte•« iebet ilivlit gcwgt werhm. (IC Xafronai (!aon, Seit« II!•). Pi«* um Vershhimngita.׳« tiollmi nur im M זו•"«»!• •in I gesagt worden. \i. Saadjah •■:ton, Seit« Io״. Nor aut lie S\ 3^«י4ו:וו h«/.11gli«׳h**u (*•*lohiiisso 11:1t da« Kol N •lr•• 1•! A1IW1 rii luug, niclit ah<־r •las P! :1 v»t 11 tfteu •ler Mi* ■gl:•■ l.-r •ul die ui d!.*in-flh•.•!! uh«.1'11«*umu>ut:11 V• •rplliv. lltllllgl.‘ll. 1*. , f ■1* S 1* •7 . Zur 1: 1 rill« •nmg an *las .!uhei|ahr wirl am Au- :111^11 de» \r r- 1.nun *In• יי)1י!*->-a:nu■ gt-hla-•'!!. <»a-m 11.1 je , ■S •2 i i)! •..יו kr •t.! •!־. ,• »•* •!• r T.’ior.irolJo zf1rZ1»*r<h •lieiif, •Inrft« ui*• aut ין! t.i> 1 «in•״« M<1׳iM׳lum ^••«■•:izt w• nlon. 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Mm luhrte •1411• •*!#*.;*•». ■1• r n••:• K. i /.! ’••.s*.־n Iu!«*?, vor heili:׳«» Th >ra* ־ י.r• *11, יו;• •ו ♦י־• A*’J.e \m* ilnu .!•יין uit l <*riuu«1־to iiiu bei einer T■• 1.וויו ־•» an 1.«* tr.rvhihar•• Ilcdwtttiti;' ♦•*.11«־• vor <»ott zu Ie.«»t• n;••n 1) 4^. in tu einen H ilm in di« Hahr« legto %Mri li i t, •inu •11«ד. *־• ll >, na• horzahlt wird, nicht m«»*:v.1f V;!•.Vicht erklärt sich da« an« Hiob ״Wer -״ivht iiu V.*r't. .!^ru••!* \\Yi»he1t, wer lehrt •len Hahn zwischen Tag 111.•I X whtj u111<-rs‘ lj« i«lt üK* .sollte n;uulich der V#r- «•;digt•* /u v««t.e1u lJ׳-w;1>tt*1:1u *einer llaudlung und d«4 Thatle->tat1dc*, welcher •Um Kide zu («rund« liegt, angcoscheiulicl« ge!tn