Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 8. (19.2.1891)
- Date
- 1891-02-19
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Abs eilen den »!)gedeuteten Gesichtspunkten, welche sich auf die verschiedenen Gebiete des reli- , giösen Lebens erstrecken, geht recht deutlich hervor, dass die Geocen iD der Wahrung des historischen 1 Bewusstseins des Judenthums eine vorgeschrittene Auilassurg bekunden. Man könute fiiglich auf diese Epoche rnröckgeben, um vorwärts *11 schreiten. Gerade deshalb ater darf das Buch auf das Interesse weiter Kreise rechnen, besonders aber derjenigen, welche ans dem Munde des sei. Zacharias Frankel die mit vieler Liebe verkündeten Vorträge über die gao* näischen Respinsen vernommen haben Nicht un• bemerkt bleibt, dass R. Josef Tob Eiern die erste grössere Sammlung der Rechtsgutachten angelegt hatte (S. 4) und Josef Karo in seinem Coramentare zu den Turim eine ganze Reihe von Responsen an• fuhrt, die bis jetzt noch verschlossen waren (S. Hl). Zwei Träger des Namens Josef haben sich daher um die Rcsj-olsi n-L«*1eratur verdient gemacht. Der Herr Verfasser Latte der jedesmaligen Charakteristik der ן Lehrmethode und der Fassung der Gutachten auch die Schilderung der Lebet sumstände der G&onen, wenn auch in kurzen Andeutungen, wie dies beim Gaon Baja geschehen ist, hinzuftigen können. Das Buch hätte dadurch freilich noch mehr au Umfang aber auch au Bedeutung gewonnen. Aut dieses Werk lässt sich füglich anwenden was der geistreiche Wiener Philosoph, flofratb Prot. Dr. Robert ZimmermanD, von der Philosophie sagt: ״Die Ge schichte der Philosophie ist die Philosophie selber.“ Die Einleitung in die Respouseu ist die Responsen-Litteratur der Geonen selber. Dr. — r. Alsberg. Dr. .Moritz. Die Rasseumischung im Judenilium. Hamburg. Verlangsanstalt und Druckerei A.-G. (vormals J. J. Richter.) 18R1. Preis 80 Pf. ltic lhoscliüte ist als das 116. Heft in der von Yirchow und Watte r.l eck heraesgegebenen Sammlung gemeinverständlieber wi^-rtischattüchcr Vortlage erschienen s>ie bietet an sich nichts Neues, sondern nur eine übersichtliche Ihir-telluug dessen, was die For.-<׳m1ng aut aUhropoh׳gL1׳ht׳m I tehietc inbezug auf den von ein Herrn Vertasser hebnndeltcn (legenstand zu Tage gefordert bat. Es wird der Nachweis gefuh.t ״dass scb<׳n vor Jahrtauseudcn in Palästina und Yorderas on eine intensive Venniscbiing des indischen Stammes mit einem indogermanischen Volke und wahrscheinlich auch mit Angeborigeu der mongolischen Kasse staltgetumlen bat, dass demnach die heutigen Juden keineswegs als jener reiner Kassent\pus ange-ehen worden durten, als weh nen man sie gewökulieh t.etra-htet “ Wir können hier nicht alle die einzelnen Momente verzeichnen, die za diesem Ergebnis» gelahrt haben und verweisen auf das Schriltchen selbst. Sp. Litterarische Notizen. Ketgegeeag. In der chronologischen Notiz (Na 3 des I.itt.-Bl stellt Herr H. J. die Behauptung auf, dass am Sabbath, den li. Januar, nach Ausgang des Sabbaths bei Gelegenheit eines Bannspruches Kerzen verlöscht und Schofar geblasen worden sein konnten — Ob das quaest. Pactum sich alter Aben<ls nach Sabbathausgang wirklich zugetragen nat, is aus folgenden Gründen sehr fraglich: 1 F.:n Bann wurde nt l>ei Tage und nicht l>ei Nacht verhängt. 2. Zur Hebnn der Feierlichkeit blies man in das Schofar und zündet Lichter an und zwar letzteres ‘ausdrücklich des Actes willen? bei Tage, da zur Aheudszeit ohnedies Lichter brennen' •'). Wird man jedenfalls nicht die Anstandslosigkeit begangen haben, bei finsterer Nacht im Beisein des christlichen Obeiatntnianns und des Kathsnctuars die Lichter auszulAschen nn l die Genannten im Hause eines Juden denn in einem solchen ging der Act v׳n statten) im Finstern sitzen zn lassen — Durch die H< liaup• 11114 des Herrn B. .I. wäre hiernach die Richtigkeit des von mir in No di des Litt-Bl. 1ו8ר verdächtigten Datums durchaus muht bewiesen. L Cohen-Kees a. Rhein. F. II. Ille Bibliothek des Dr. BrOII. Der Tod diesea Gelehrten hat io wissenschaftlichen Kreisen die ernste Frage augeregt, was aus der ßibüoth-k des Verewigten werden soll. Diese Bibliothek von einem eo.inenten Kenner gesammelt, enthält selbstverständlich tast alle wissenschattlicnen und literarischen Erscheinungen der hebräischen, sowie talmadischeu Litteratur, seit den '•Oer Jahren dieses Jahrhunderts, ferner zahlreiche alte und neue Judica iu den verschiedensten Sprachen, eine au-serordsntlich grosse Menge talinudischer Drucke bis zu deo ältesten Zeiten hinauf, endlich eine beachtnnswerthe Keihe llandscbritten. unter denen nicht Wenige sogar sehr selten sind. Im Ganzen durfte diose Sammlung an KO1I0 Nummern zählen und eine Zersplitterung derselben wäre aus doppelten Gründen zu bedauern; erstens wegen des Verlorengehena eines seit zwei .lahr/.ehnteu autgewendeten, ras'losen Mähens and zwe'tens weil hier iu Frankfurt eine derartige Bibliothek so leicht nicht wider der Öffentlichkeit sich darhietet: Was auf diesem (••׳biete in unseren Mauern vorhaudeu ist, bcschränkt sieb auf den ungerrdneteu 'l'heil der Stadt bibliothek mit ca. I&110 Nummern, vou denen manches werthvoll ist, sowie auf die Kirchheliu‘. che mit ca. Tut) Nummern. Die Privatb!eher, ieu des Baron Willy von Rothschild mit ihrem noch nicht katulojjisirteu Inhalt, des ilru L. Ph. Prinz mit ca. li.iä«; Nummern, des verstorbenen 11 rn Niederhotlieim mit ca. :)11II!) Banden, der Hm. Gehr. Mainz mit ca. I'-’OO Bänden, so- , wie des Hrn. L Kapp mit ca. 2ÖOO Bänden, letztere zumei-t allerdings in vielfachen Wiederholungen Alle tlicse Sam 11.־ hingen kommen I1i< r wegen ihres rieht öffentlichen ( haractcrs ' ganz ausser Betracht. Fis wäre also jetzt iu die Erwägung einzntreten, in wie fern die völlige Erhaltung der Brüll'schen Bibliothek, deren Einzelheiten noch zahllose Glossen des berühmten Gelehrten aufwetsen, wünschenswert!■ erscheint und welche Mittel in Bewegung gesetzt werden müssen, um sie sodann practischen Zwecken gemäss, der O e ft e n 11 i c 11 k ei t zugänglich zu machen Litterarischer Anzeiger. ln meinem Verlag erschien soeben: [ I •'׳׳ דלו״יי ■•»w* Im I 11 1 i I nifsssendes bib!״graphisches aed hiiteiisthes Wörterbuch des rabbinischen Schriltthums aus dein!itterarischen Nachlasse Hermann Joseph Michaels 3. A . zum Drucke befördert von dessen S ö h u e 11. l'ieis 31k. 6,-— Dieses 017 Seiten umta-send» Buch, das bereits Zoos irr Manuskript gekannt und ah höchst wertliToll turdie Wissen schalt bezeichnet bat, ist tül Bibliothek»• und Forscher eine •nonthohrliche Ergänzung bisher erschienenen der» Werke rh^AfftlllVifrO •,Ir.tifHrllfllkf |׳re»*w. lußUrvaliiillH-l.niU v. t!r1rlh«1u« llejp;ueueMi'Aiill. frarblu.i billig. twrinpl. wie* |l״r»\ liibrl t lsr.Or1^j־r.t« l1tl)1i. in GoMächn. wie* Dt*u M.i. Klassikrr i m1t.Au>:׳ •deutl. Pruok, *׳nt. Papier): kurthr UHU 1'- זי .י M , Srhilhr. U 13M; HV'HIM ,M1al»!1pt־arr.HB S%. M I2M >. Jed. Hand i. einzeln gut gflb«i. L'p 11 י AjlaFaP H1U’J1t1a11<l)un^. 1^01.| von gAiticin. li« livllvlvl |*rr|i D1'.. k OTsI T. | Bibl'iithtkcn p'cibwrrth. Iu uiviuvm Verlag erschien soeben: [4711 E!3ifteres fürPurim I. lis Forin beim üihtwrUuiT Ra». P0>8e 111itGe»ang in Knitteiversci! tnr grössere Kinder. II. brr Hondrrtnt. Iluiuoris'iscbcs Intermezzo. 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Dieser Nr. liegt ein Verzeichnet der bisher er• schlenenea Schriften des Litte• ratur-Verrles ״Jleklze Nlrdnmiui“ bei, worauf wir die gelehrten Leser unseres Bl. hesonders aufmerkitiu machen. Verantwortlicher Redscteur Dr. Kshmtr, Magdeiarg. Drück T3n D. L. WolfL Magdeburg. Ver *g von Robert Friese, Leipzig